Süßmais: Der 3-fach genmanipulierte Monsanto-Rittberger


Ein neuer süßer Gruß von Monsanto

Nachdem ich mich gestern den fragwürdigen Antworten hinsichtlich nachzuvollziehender Erkennungsmerkmale und Unterschiede von normalem Erdgas und dem unter der Nachhaltigkeitsflagge segelnden sogenannten Ökogas gewidmet habe und natürlich kläglich an einer befriedigenden Beantwortung gescheitert bin, was wahrscheinlich mit meinem auf permanenter Sparflamme dahinköchelnden Gehirn in unmittelbarer Korrelation steht, kocht dafür am heutigen Tage meine Seele samt anderer leichter zu ortender Organe völlig über.

Mein absoluter Lieblingskonzern Monsanto, wobei ich zugegebenermaßen zwischen doch zahlreichen Lieblingskonzernen je nach Bedarf den tagesaktuellen Liebling stets aufs Neue küre, sorgt wieder einmal für bittersüße Schlagzeilen. In der Los Angeles Times steht unter der vollkommen gentechnikfreien und dementsprechend auch nicht durch andere Mittel manipulierten Schlagzeile „Monsanto enters into market for fresh sweet corn“ in komprimierter Form: Monsanto-Vizepräsidentin Consuelo Madere, ihres Zeichen für den wohl veritablen vegetablen Bereich des Konzern zuständig, hat zusammen mit ihren weiblichen und männlichen Saatgut-FetischistInnen auf dem Gentechnik-Trip Großes für den Herbst vor. Zumindest darf sich die US-Bevölkerung jetzt schon freuen, wenn Monsanto seine Finger nach den VerbraucherInnen ausstreckt und mit dreifach manipuliertem Mais beglücken wird. Denn zum ersten Mal konzentriert sich das Unternehmen jetzt mit diesem Süßmais, welcher zukünftig die Supermarktregale füllen wird, auf das Volk und nicht wie bisher auf die Rindviecher, welchen Genmais ausschließlich als Futtermittel diente.

Und weil dieser erste Ausflug, andere würden das englische Wort „foray“ passenderweise mit „Raubüberfall“ oder „Beutezug“ übersetzen, in diesen relativ kleinen und nicht sehr hart umkämpften Markt für gentechnisch veränderte Konsumgüter deshalb auch keine große Sache für Frau Consuelo Medere ist, immerhin macht der Schweizer Konkurrent Syngenta solche schlimmen Dinge schon seit zehn Jahren und länger, erwartet sich Monsanto dementsprechend auch keinen lauten Aufschrei und Aufbegehren der konsumgeilen Bevölkerung.

Natürlich hat die werte Dame nicht solch obszöne Worte in den Mund genommen. Dies ist alleine meiner Phantasie entsprungen, was aber leider nichts an der Tatsache ändern wird, dass Monsanto auf dem besten Weg ist, die eigenen gentechnisch verseuchten Fäkalien weg von den Feldern bzw. nicht mehr über den Umweg Tierfutter oder Rohstoff nun auf kürzestem und direktem Wege in die rollenden Einkaufswagen zu legen. Ob Frau Madere für diesen Umstand nun schöne Worte wählt oder Herr Bögle weniger schöne zu elektronischem Papier bringt, ist meines Erachtens dabei nicht wirklich entscheidend.

Doch über eines sind sich die Verantwortlichen der amerikanischen Genmanipulationsschleuder schon im Klaren. Da der Name Monsanto bei einigen (vielen) Menschen negative Assoziationen weckt, soll der 3-fach manipulierte Süßmais marketingstrategisch unter einem anderen und wohl unverfänglichen Namen seinen Schleichweg in die Supermarktregale finden. Und dass dieser Monsanto-Mais unter dem Deckmantel des Schweigens und Verschweigens natürlich vorzüglich für die VerbraucherInnen ist, hätte nicht einmal die freundliche Dame von der Agro-Gentechnik zu erwähnen brauchen. Auf welchen Namen dieses Kind des manipulierten Saatgut-Teufels getauft werden soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Leider!

Die Dreifach-Manipulation des Süßmaises hat übrigens den Zweck, sowohl Insekten überirdisch als auch im Erdreich abzutöten (Monsanto to Sell Biotech Sweet Corn for U.S. Consumers). Und selbstverständlich macht der gentechnische Eingriff den Dreifacheingriff perfekt, indem er gegen das hochgiftige Herbizid namens Roundup resistent ist. Und das wird, wie wir alle mittlerweile hoffentlich wissen, von Monsanto vertrieben.

Auch ein schöner ebenfalls englischsprachiger Artikel, welchen ich Ihnen zusätzlich empfehlen kann und der sich mit demselben Thema beschäftigt: Monsanto Plans To Sell Sweet Corn In Your Local Supermarket.   


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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