Handy4help: Umweltbewusst helfen ohne Klingeltöne 1



Rauscharme Entsorgung alter Handys mit Sinn

Sie gehören sicherlich genauso wie ich zu jenen geschätzten mobilen Menschen ohne Hang für sogenanntes maritimes Bushmeat, welche aufgrund der unbedingten Unabkömmlichkeit, der andauernden Dauerpräsenz und der zwanghaften Zwangsneurose des gewollten Telefonterrors jenes Wunderwerk der Technik ihr eigen nennen. Egal ob es sich dabei um ein total langweiliges Handy mit roter, grüner und darüberhinaus noch undurchschaubar rätselhaften vielen anderen Tasten mit Ziffern, Symbolen und anderen metaphysischen Zeichen handelt, deren Allgemeinstrukturen von meinem Allgemeinwissen gehörig abweichen, deren Sinn und Zweck sich hinter der kunstoffüberzogenen Maske unergründlicher Piepstöne geheimnisvoll verbergen und deren verstandesbedingte Gesetzmäßigkeiten mit dem hoffnungslos überforderten Grenzbereich meines verlorenen Hausverstandes in ständiger Diskrepanz stehen.

Und läutet dann wider Erwarten doch mein Handy, bin ich jedes Mal angenehm überrascht, dass sich solch ein modernes Kommunikationsmittel doch tatsächlich auch ohneHandy4help: Nachhaltig handeln macht Sinn - Recycling for help! Handyrecycling statt Handy im Hausmüll. tiefere Kenntnis der Materie unter Umgehung dieser Taten bedienen lässt, was mich dann nach dem beendeten Gespräch euphorisch zu der Vermutung gelangen lässt, dass mein Geist über die Materie gesiegt hat und ich mich doch tatsächlich trotz dieses nützlichen Euphemismus als Kavalier der alten Schule betrachte, welcher sich sogleich im freudigen persönlichen Chat mit mir unbekannten Personen und Persönlichkeiten niederschlägt.

Oder aber Sie sind stolze Besitzerin oder stolzgeschwellter Träger eines solchen Instruments namens Smartphone, iPhone oder sonstigem Klingelton-Phone mit 500 Terabyte-Festplatte, ausfahrbaren Flügeln für mehr Anpressdruck am Ohr, 593 verschiedenen Rufzeichen für mehr Persönlichkeit beim Rufen, Zeichen setzen und Häufchen machen, der brandneuen Applikation für die nächste freie Toilette im öffentlichen Raum innerhalb der nächsten 17 Meter und dem schicken Design, welches sich automatisch an den Farbton der lackierten Zehennägel anpasst, deren einzige Bestimmung wohl darin besteht, sich im Kaffeehaus mit seiner gerade auf Facebook geaddeten 1622 neuen besten Freundin oder seinem vom Hörensagen gesehenen Nachbarn unterhalten zu können, ohne sie/ihn eines einzigen Blickes zu würdigen, aber trotzdem nach schmerzhafter Trennung die Gewissheit zu besitzen, dass es wieder einmal ein angenehmer Nachmittag mit vielen interessanten Gesprächsthemen per Tastendruck im hyperschnellen Streaming war. Und Quelle: IDC Analyze the Future. Worldwide Mobile Phone Market Grew More Than 11% in the Second Quarter; Feature Phones Decline for First Time in Almost 2 Years, According to IDC.das Allerschönste war natürlich, dass der eilfertige Kellner vor lauter „Liken“ und „Gefällt mir“ die Buttersemmel mit Marmelade nicht abgerechnet hat. Dumm nur, dass wir das gleich per Facebook posten müssen und der Kellner, welcher ja seit vier Minuten unser bester Freund Nummer 1623 ist, dies gleich mitliest und selbstverständlich mit einem nicht sehr feinen Kommentar versieht, bevor wir unseren neuen besten Freund Nummer 1623 gleich wieder los sind und praktisch dort stehen, wo wir vor mittlerweile fünf Minuten schon waren. Sozusagen bei Null, wenngleich die anderen 1622 besten alten Freundinnen und Freunde schadenfroh unser Foto in Echtzeit kommentieren, welches den Kellner bei irgendwelchen Hasstiraden zeigt. Der Gedanke liegt verdammt nahe, sich neue Freundschaften zu suchen.

So, was möchte ich eigentlich jetzt sagen? Wer sich einmal die Statistik ansieht, welche ich auf IDC Analyze the Future unter Worldwide Mobile Phone Market Grew More Than 11% in the Second Quarter; Feature Phones Decline for First Time in Almost 2 Years, According to IDC gefunden habe, wird wahrscheinlich ebenfalls die vom Vieltelefonieren schon extrem geschwächten Augen aufreissen. Mehr als 365 Millionen neue Handys wanderten in einem einzigen Quartal über die Ladentische. Von April bis Juni dieses Jahres, innerhalb von nur drei Monaten macht das rein statistisch vier Millionen Handys pro Tag, welche zum Wohle von Marktführer Nokia, der Hightech-Apfeltasche Apple und den anderen Anbietern zum Wohle der allzeit verbindungswilligen Menschheit oder von mir aus auch von Pontius zu Pilatus den Katechismus der Neuzeit in die große weite Welt rufen! Man rechne das jetzt hoch, wobei ich annehme, dass es zur beschaulichen Weihnachtszeit sicherlich um das eine oder andere Prozent mehr sein wird und wird erstaunt feststellen, dass in einem einzigen Jahr an die 1,5 Milliarden mobile elektronische Drangsalierer die Seiten wechseln. Das aber ist noch nicht alles.

Der Nokia-Umweltverantwortliche Markus Terho zu jener Problematik, welche sich aus diesem ganzen Konsumstreben und Streben nach permanenter Erreichbarkeit ergibt: „Wenn alle 3 Milliarden Handy-Nutzer weltweit ihre nicht mehr benötigten Geräte zurückführen würden, ließen sich 240.000 Tonnen Rohstoffe einsparen. Dass sich dabei gleichzeitig die Treibhausgase in der Quantität von vier Millionen Autos, welche mit telefonierenden und natürlich auch in der Mehrzahl nicht telefonierenden AutofahrerInnen die Strassen bevölkern, reduzieren lassen, macht die Sache mit dem Recycling von alten und nicht mehr gebrauchten Handys umso schmackhafter. Doch leider tun dies nur etwa drei Prozent der HandybesitzerInnen. Der traurige Rest bleibt in den heimischen Schubladen oder kommt sogar in den Hausmüll. Und was noch schlimmer ist: Eine von Nokia durchgeführte Studie hat ergeben, dass die Hälfte nicht einmal wissen, dass sich 80 Prozent der Handy-Komponenten recyceln lassen. Hätten Sie’s gewusst?

Egal ob dabei das vergessene Handy verkauft, gegen andere Gebrauchsgegenstände getauscht (Moderner Tauschhandel 2.0: Das Web kauft, leiht, mietet und verkauft, verleiht und vermietet alles). oder für einen guten Zweck gespendet wird. Mit jedem sinnvoll wieder- oder weiterverwendeten Handy sinken die Emissionswerte und steigen die Chancen auf ein bisschen mehr Umweltbewußtsein. Und jetzt greifen Sie von mir aus zu Ihrem Lieblingsspielzeug und machen etwas Werbung für Handy-Recycling. Und grüßen Sie mir all Ihre 1622 besten virtuellen Netzwerk-FreundInnen. Natürlich können Sie mich als den 1623 allerbesten Facebook-Freund auch hinzufügen. Aber bitte rufen Sie danach nicht an, da ich jetzt einen wichtigen Termin im Kaffehaus habe. Mein Freund, der Kellner möchte mir dringend etwas über einen unverschämten Gast mitteilen. Am Telefon hat er sich zumindest ziemlich aufgebracht angehört.

Und wer nun mehr über das Projekt „Handy4help.at“ wissen möchte, möge doch bei Global 2000 unter Handy4help: Helfen und Müll vermeiden vorbeischauen.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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