Männersache: Visagisten dringend gefordert! 1


Unmoralische Männlichkeit ist messbar

Der heutige Artikel will eigentlich so gar nicht zu jenen Kernbereichen passen, welchen ich mich sonst tagtäglich auf meinem Blog widme. Sie wissen schon,Paul Bögle hinter der Maske der Skrupellosigkeit. Kriminalanthropologie als Erklärung für männliches unethisches Verhalten. Ökostromgesetze, Biogasanlagen und natürlich all jene Schierlingsbecher globaler Umweltverschmutzung, welche Schluck für Schluck der Hexenmeister Homo sapiens verinnerlicht. Aber das Fundstück hat mich als Mann dann doch so beschäftigt, dass ich es unbedingt loswerden muss und mit Ihnen brüderlich teilen. Denn schwesterlich, meine sehr verehrten Leserinnen, kommt in diesem Fall überhaupt nicht in Frage, da hier und heute die nackte maskuline Skrupellosigkeit das Regiment übernommen hat. Und hoffen Sie auch gar nicht auf ein unmoralisches Angebot, denn auch diese Befriedigung werde ich Ihnen nicht geben.

Um was geht es aber überhaupt und sowieso? Die meisten, ob weiblich oder männlich, spielt keine grosse Rolle, kennen das folgende Bonmot: „An der Nase des Mannes erkennt man seinen Johannes.“ Oder weniger blumig und umschreibend ausgedrückt: Je länger das männliche Riechorgan, desto größer der darunter hängende oder liegende Penis des Riechkoben-Trägers. Oder, um die männliche Eitelkeit zu befriedigen, desto prächtiger und mächtiger das stehende Gemächt. Nun ja, lassen wir diese Hypothese einfach so im leeren Raume liegen, hängen und auch stehen.

Aber nun haben sich zwei amerikanische ForscherInnen (Michael P. Haselhuhn und Elaine M. Wong) mit etwas ganz anderem beschäftigt. Die sogenannte, wenn auch schwer auszusprechende Kriminalanthropologie, andere würden hier das nicht minder komplizierte Wort Kriminalpsychopathologie und wieder andere das etwas einfachere Kriminalsoziologie verwenden, ist jene sehr zweifelhafte Wissenschaft und deren Erklärungsversuche über den scheinbaren Zusammenhang von körperlichen und geistigen Deformationen, Missbildungen oder wie im vorliegenden Fall auch nur metrischen und messbaren Merkmalen und die damit verbundene „Eignung“ zum Verbrecher. Dass diese vom Turiner Arzt Cesare Lombroso im ausgehenden 19. Jahrhundert aufgestellten Behauptungen auch für die feminine Mörderschar unter uns Gültigkeit haben sollte, versteht sich natürlich im Sinne der Gleichberechtigung von selbst.

Dass ein gewisser Herr Thilo Sarrazin 2010 dieses gefährliche Gedankengut wieder aufgegriffen hat und erstaunlicherweise neben vielen Protesten auch das Herz der deutschen Volksseele getroffen hat, mag dabei nicht mehr wirklich erstaunen. Wobei ich anmerken darf, dass besagter „Bestseller-Autor“ auch im benachbarten Österreich auf viel Zuspruch im Sinne von „Der hat eh recht. I bin jo ned ausländerfeindlich, owa so unrecht hat der ned.“ gestossen ist. Besonders jene Passage über seine unsäglichen Inzuchttheorien türkischer MitbürgerInnen, welche natürlich, keine Frage, das haben wir ja immer schon gewusst, streng linear mit damit verbundenen vererbten Behinderungen und geistiger Degeneriertheit einhergehen, sind von geradezu genialer Primitivität. Dass Österreich und Deutschland für diese Art von geistigen Himmelsstürmern ein Faible hat, mag vielleicht auch mit am deutschen Arzt Franz Josef Gall liegen, welcher bereits einige Jahrzehnte vor Lombroso seine Lehre der Phrenologie in Wien zu Ende führte. Dazu möchte ich weiterführend den Artikel „Achtung, Gesichts-TÜV bei Bewerbungen“ von Annemarie Gronover und, weil manche Dinge schwer verdaulich sind, auch noch Spiegel online: Personalauswahl per Gesichtsanalyse. Verräterische Beule am Kopf von Bärbel Schwertfeger empfehlen.

Aber lassen wir die Herren Sarrazin, Gall und Lombroso mit ihren eigenen elitären Weltanschauungen und verräterischen sichtbaren und hinter der eigenen menschlichen Fassade versteckten unsichtbaren Beulen hinter uns, sozusagen auf der Strecke geistiger Umnachtung, und kommen zurück zu jener Studie, welche in „Proceedings of the Royal Society B“ unter dem Titel „Bad to the bone: facial structure predicts unethical behaviour“ publiziert wurde. Nein, lassen Sie uns gemeinsam doch noch einen kurzen Moment bei jenen AnhängerInnen dieser verschiedenen und doch auf demselben Gedankengut aufbauenden Lehren vereilen. Ich habe einen sehr, einen wirklich außergewöhnlich guten Artikel von Josef Wilhelm Knoke mit dem Titel „Die eugenische Bewegung in den USA“ gefunden, welchen ich all jenen ans Herz legen möchte, welche diesem sehr unbeachteten Thema der Eugenik etwas Zeit widmen möchten und vielleicht auch der Meinung waren oder sind, dass nur die Nationalsozialisten unter Hitler solch abstruse Gehirnakrobatik verbreiteten. Und damit Sie überhaupt eine kleine Vorstellung davon bekommen, mit welch „wissenschaftlichen“ Methoden der Italiener Lombroso seine Thesen zu untermauern versuchte, hier ein kleines Exzerpt aus seinen Theorien vom geborenen Verbrecher, welche ich bei Christian Lukas-Altenburg „Sie sind gefährlich wenn wir sie lebensuntüchtig entlassen.“ gefunden habe.

Die meisten Mörder haben einen eisigen Blick, ihre Nase ist groß, der Kiefer starkknochig. Oftmals haben sie einseitiges Gesichtszucken, wobei sie die großen Eckzähne zeigen, gleichsam grinsend und drohend.“ Das macht doch Lust auf mehr! Und die beiden US-AmerikanerInnen Wong und Haselhuhn geben uns eine Portion. Aber ich habe das Gefühl, dass ich schon wieder etwas Überlänge in meinen Artikel gebracht habe. Also lasse ich Sie mit der Weiterleitung auf „Das Böse im Gesicht“ zurück, welches Ihnen eine Zusammenfassung über jene Postulate vermittelt, mit welchen uns manche ForscherInnen ihre eigene Sicht der Dinge näherbringen möchten. Dass diese dabei das eigene Gesicht verlieren, mag in Anbetracht des Themas als passend erscheinen, wenngleich es einen Menschen wie michratlos zurücklässt.  

Was bleibt als Schlusssatz eines Mannes, welcher sich ab nun noch kritischer im Spiegel betrachtet und sozusagen die Messlatte anhand physiognomischer Details so hoch anlegt, dass der leiseste Hauch von Skrupellosigkeit und die kleinste Spur unethischen Verhaltens hinter der ebenmäßigen Verhältnismäßigkeit der eigenen Gesichtszüge als unbedenklich und nicht vorhanden erscheint. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Aber jetzt muss ich zu schreiben aufhören, da ich beide Hände für die Vermessung meines Charakters anhand der Proportionen meines Schädels benötige. Und das kann dauern. Fragen Sie die allerbeste Ehefrau der Welt.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen