WWF: Pakt mit dem Panda oder Pakt der Wölfe? 3


Natur- und Umweltschutz zwischen den Fronten

Leider sehr passend zu meinem letzten Beitrag über eine Art von gesellschaftlichem Wahnsinn un den damit verbundenen zu zahlenden Preis möchte ich heute dringend auf eine Dokumentation aufmerksam machen, welche, wie ich glaube, ein absoluter Pflichttermin ist.  

Vorab eines, bevor heute schon irgendwelche Scharfrichterinnen und Henker das Beil der Verdammnis über dem Haupte des WWF schärfen und womöglich nach unten krachen lassen. Auch ich möchte den 22.06.2011 abwarten und mir zuerst die Doku mit dem vielsagenden Titel „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt“ von Wilfried Huismann ansehen, bevor ich mir ein vorläufiges oder möglicherweise schon endgültiges Urteil über die im Raum stehenden Machenschaften und Vorwürfe gegenüber den Umweltschützern dieser Organisation erlauben werde.

Ich bin vor nicht allzu langer Zeit schon einmal durch eine fahrlässige und nicht tief genug recherchierte Propaganda auf die Nase gefallen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen unbedachten und leider auch unrühmlichen Aufruf gegen das sogenannte Heilpflanzenverbot, was sich im Nachhinein als Fake herausgestellt hat. Das sollte mir, wenn möglich, nicht mehr so schnell passieren.

Doch im vorliegenden Fall gegen den WWF stimmen mich mehrere Dinge bereits vor dem Aussendungstermin (ARD 22.6.2011, 23:30 Uhr; Eins Extra 24.6.2011, 21:00 Uhr; SR 13.7.2011, 20:15 Uhr) nachdenklich. Denn die Vorwürfe gegen die Organisation sind nicht neu. Und leider sind die Anschuldigungen gegen den WWF mittlerweile auch massiv und sehr vielfältig. Einen sehr guten Überblick dazu bietet etwa die Plattform tierschutznews.ch und dem dort veröffentlichten Artikel „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt„, welcher am Ende des Berichtes eine geradezu erschreckend lange Liste an wirklichen Verfehlungen und nicht von der Hand zu weisenden Anschuldigungen anführt.

Ich habe mir noch nicht alle Quellen durchgelesen, doch besonders interessant erscheint mir der auf Profil online veröffentlichte Artikel „Grünspäne: Zu seinem 50. Jubiläum wird der WWF als intriganter Elite-Club demaskiert“ von Angelika Hager, welcher aufgrund seiner Aktualität und weiterführenden Informationen über andere kritische Werke zum WWF als gute Einstiegslektüre zu empfehlen wäre. Von den unheilvollen Allianzen der Pandabären mit solch elitären Unternehmen wie Shell oder Coca-Cola ist dort übrigens auch die Rede.

Weniger interessant, dafür umso bedenklicher halte ich die Liaison des amerikanischen Ablegers der Umweltstiftung mit der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA. Hinter dem von der Behörde initiierten „Endocrine disruptor screening programme (EDSP)“ verbirgt sich, wenn man externen Quellen (z.B. rage and reasonWWF International und Tierversuche oder PETA: Sir Paul kritisiert WWF wegen Tierversuchen) Glauben schenken darf, das wohl grösste Tierversuchsprogramm der USA, welches dank kräftiger Unterstützung der US-amerikanischen Pandas die Tötung von Millionen Versuchstieren durch Chemikalientestreihen zur Folge hat.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht selbst mit Steinen werfen. Dieses alte Sprichwort hat sich Achim Stößer mit seinem sehr umfassenden Artikel „PeTA – eine Organisation gegen Tierrechte? “ zu Herzen genommen. Ich darf allerdings anmerken, dass ich in vielen Punkten NICHT mit Herrn Stößer konform gehe. Natürlich bietet der Bericht interessante Ansätze, welche sich die interessierten LeserInnen durchaus in ein paar ruhigen Minuten durchlesen sollten. Aber die Art und Weise, wie hier zu Werke gegangen und in manchen Fällen auch zu Gericht gesessen wird, hat für mich teilweise schon mit Verunglimpfung und Anfeindung zu tun. Bei allem Respekt vor der sehr fundierten Recherche sollte nicht vergessen werden, dass ein gewisses Maß an Toleranz und sachlichem Umgangston auch zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. Und in meinen Augen hat sich PETA in der Vergangenheit und gegenwärtig immer noch durch sehr originelle Ideen und Aktionen im Sinne des Tierschutzes ausgezeichnet.

Aber nun lassen wir PETA wieder beiseite und schließen zumindest bis zum Sendetermin über den WWF diesen Artikel ab. Ob sich manche dann auch dazu entschließen werden, mit dem WWF abzuschließen, vermag ich selbst heute (auch für mich selbst) noch nicht zu sagen. Doch die Zeiten stehen auf Sturm.   

Dazu passend aus dem WDR-Pressetext zur Vorankündigung der Sendung heißt es:

Weltweit schließt der WWF Partnerschaften mit großen Firmen aus dem Energie-und Agrobusiness. Sogar gentechnisch manipuliertes Soja des Chemieriesen Monsanto hat den Segen des Panda bekommen. Hilft der Deal des WWF mit der Industrie, die letzten noch intakten Ökosyteme der Welt zu retten, oder beschleunigt er ihre Vernichtung? Die Dokumentation will die Geheimnisse des WWF ergründen. Sie wird zu einer Reise ins Herz des grünen Empire und sie erschüttert den Glauben an den Panda„.

Der Nimbus des schwarzweißen Maskottchens bröckelt seit langer Zeit, auch wenn ich und wohl auch viele andere dies in dieser Form nicht wahrhaben wollen oder wollten. Lassen wir uns also überraschen, welche grünen Mauern am 22.06.2011 noch einstürzen werden.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Kommentar erstellen

3 Gedanken zu “WWF: Pakt mit dem Panda oder Pakt der Wölfe?

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Liebe Christine, ich danke natürlich für Dein Interesse. Aber in diesem Fall ist es doch ein sehr zwiespältiges und ambivalentes Vergnügen, welches uns verbindet. Irgendwie habe ich jetzt schon ein ungutes Gefühl. Weniger wegen der bevorstehenden Anschuldigungen und Aufdeckungen, welche, wie bereits geschrieben, nicht neu sind, sondern eher, weil danach wahrscheinlich neue Diskussionen bezüglich des Umwelt- und Naturschutzes angefacht werden und die KritikerInnen sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen werden, dass ALLE Organisationen sowieso nur VerbrecherInnen und LobbyistInnen sind.
    Doch sehen wir der kommenden Woche zumindest mit einem lachenden Auge entgegen, denn immerhin wurden Herrn Berlusconi (http://weblog.bio-natur.at/2011/06/01/rom-caput-mundi-ohne-kernkraft/) und seiner immer weniger werdenden strahlenden Gefolgschaft ja dank der italienischen Bevölkerung wieder einmal aufgezeigt, was von ihm zu halten ist.