Nicht das Rad neu erfinden. Einfach ausbauen 1



Ein Nachwort als Vorwort in eigener Sache 

Rom erfindet das Rad neu.Eigentlich schreibt man üblicherweise P.S. an das Ende eines Textes. Also in diesem Falle Postscriptum und nicht mit den noch im folgenden Beitrag vorkommenden Pferdestärken zu verwechseln, welche ebenfalls als P.S. der auf der permanenten Überholspur befindlichen Menschheit geläufig sind. Nicht dass Sie mir jetzt schon unter die Räder kommen, bevor ich Sie noch mit meinem Vorwort überfahren habe. Und ebenso eigentlich wollte ich nur ein paar Zeilen schreiben, weil ich ehrlich gesagt nichts anderes mit meiner Zeit anzufangen wusste. Im Fernsehen läuft kein Tatort (auch dieser wird sich weiter unten noch finden), die Zeitung gibt trotz Rascheln nichts Neues mehr preis (werden Sie vor dem Tatort noch lesen) und mit der Schnellbahn muss ich weder von A nach B und in umgekehrter Richtung auch nicht mehr fahren (was aber auch noch zu lesen seid wird, ob vor oder nach dem raschelnden Blätterwald, weiß ich nicht mehr).

Und doch hat sich aus dem Mehrzeiler unversehens wieder ein Mehrtakter entwickelt, so dass ich gezwungen bin (bin ich nicht), aus dem mehrzeiligen Mehrtakter einen taktischen Zweiteiler zu machen. Sie verstehen? Nein, wie auch, wenn wir immer noch beim Nachwort sind, welches sich klammheimlich zu einem Vorwort entwickelt hat. Und das, obwohl ich eingangs erwähnte, dass ein P.S. im Anmarsch ist. Kurze Rede, noch längere Sinnlosigkeit: Am Schluss steht „Fortsetzung folgt“ oder etwas in dieser Tonart, was ich aber verständlicherweise im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen und schon gar nicht schreiben kann, da ich ja immer noch mit dem vorgeschriebenen Nachwort beschäftigt bin. Soll also flehentlich bittend heißen: „Besuchen Sie mich wieder.“ Aber nun genug der vielen Nachworte. Lassen wir dem Vorworte Tatorte folgen. Oder eben so. 

Zurück in die Zukunft, aber mit Vollgas

Keine Angst, heute bin ich einmal vollkommen streichelweich. Also sozusagen handzahm. Natürlich auch fußlahm. Oder was immer Sie wollen und von mir verlangen. WederHochburg für Radfahrer: Die dänische Hauptstadt Kopenhagen. ausbeuterische Supermärkte noch radioaktive italienische Supermänner können mich heute aus der Reserve locken. Ich fahre einfach im Kreis. Nein, fahren ist zuviel gesagt, schließlich überlasse ich diese stupide und hirnrissige Art der sportlichen Umweltverschmutzung und sich ewig drehenden Ressourcenverschwendung solch kompetenten Herren wie Vettel, Hamilton und Alonso, deren Namen sogar mir geläufig sind. Wobei, wollen wir doch den in Ehren älter gewordenen Altmeister Niki Lauda nicht vergessen. Aber das nur am benzingeschwängerten Rande von Haarnadelkurve und Schikane. Wenn ich fahre, dann meist oder eigentlich immer mit meiner Jahreskarte. Wien hat schließlich ein bestens ausgebautes Nahverkehrssystem. Muss auch mal erwähnt werden.

Wobei wir doch zufällig schon beim Thema sind. Durfte ich doch in meiner Lieblingszeitung lesen (welche ich zu meiner Lieblingslektüre im raschelnden Blätterwald auserkoren habe, lasse ich jedoch im Dunkeln), dass 250 000 Österreicher in die Arbeit radeln. Und weiter heißt es, ich zitiere nun aus dem Artikel „Viertelmillion radelt in die Arbeit“ (Standard vom 01./02. Juni 2011 Seite 11): „Würde die Radinfrastruktur ausgebaut, wäre laut VCÖ ein Potential von 1,3 Mio. Personen möglich.“

Nicht schlecht„, dachte ich bei mir, während mich die Schnellbahn meinem Ziel näherbrachte und ich anerkennend und wohl auch herzhaft ins Kipferl biss, um mir die notwendigen Kalorien für den anschließenden Fußmarsch vorsichtshalber gleich anzufuttern. Österreich ist doch seit dem gedopten Bernie Kohl immer noch dem Radsport treu geblieben. Man höre und staune. Dachte ich, während ich weiter biss, kaute und schluckte. Bis mir der Biss im Hals stecken blieb, während ich an den Zeilen weiter kaute und schluckte. Mein Fehler bei der ganzen Sache: Ich wollte mehr wissen.

250 000 Menschen, welche sich auf den Drahtesel setzen, um sich von A nach B oder möglicherweise auch darüberhinaus fortbewegen, hört sich auf den ersten Blick prächtig mächtig an. Besonders für einen fußlahmen handzahmen zeitungslesenden Kipferlbeisser wie Paul Bögle, welche kräfteschonend in der Schnellbahn sitzend von A nach B und keinen Schritt weiter vor sich hin gondelt. Doch die Neugierde war nun einmal geweckt und „curiosity killed the cat“ spielte wie so oft verlockend zum Tanze auf.

Doch bevor wir uns nun weiter im Reigen drehen, mache ich es wie jener um seinen Lohn geprellte Rattenfänger aus Hameln. Ich blase mein virtuelles Flötlein und locke Sie hinter mir her, indem ich nun das Ende des ersten Teils verkünde. Sollten Sie mir also meinen versprochenen Lohn geben wollen, besuchen Sie mich wieder, denn das ist für einen Blogger die größte Herausforderung. Und denken Sie bitte nicht, dass Sie dadurch nach meiner Pfeife tanzen. Obwohl, bei näherer Betrachtung lässt sich dies nicht völlig von der Hand weisen. Also lautet folglich der zweite Teil „Hoch zu Ross auf dem Drahtesel„. Oder eben so ähnlich. 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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