Supermarktmacht: Gegen die Super Markt Macht 1


Die unheilvolle Oligopolstellung deutscher Discounter

Nicht nur Silvio Berlusconi macht, was er am besten kann: Nämlich, was er will. Schauen wir uns die deutsche, aber gleichbedeutend die österreichische und wohl auch europäische Konsumlandschaft für den täglichen Einkauf an, so fällt eines auf: Für viele gibt es viel zu wenige. Nein, nicht bezogen auf die immer weiter auseinandertriftende Schere der wenigen Reichen und der zunehmenden Schicht am Existenzminimum lebender Menschen. Nicht ausgerichtet auf das riesige unüberbrückbare Vakuum zwischen Industrienationen und Dritter Welt. Und auch nicht im Hinblick auf die Macht der Werbung, welche uns tagein, tagaus in ihren schnelllebigen grenzdebilen Botschaften suggeriert: „Kauf mich, benutz mich, wirf mich weg!“

Schauen wir ganz einfach nur ums Eck vor der eigenen Haustüre. Nein, natürlich nicht schauen, wir fahren schließlich ums Eck. Und sei es auch nur, um zu sehen, was uns dort erwartet, um dann wieder schleunigst umzudrehen, unseren Pkw wieder dort zu parken, woher wir gerade kamen, um jenen, welche nicht das Privileg hatten, ums Eck schauen zu dürfen, sagen zu können: „Der Blick lohnt sich nicht! Aber schaut am besten selbst!

Wie heißt es so schön: „Wer billig kauft, kauft teuer!“ Der Lebensmittelmarkt ist ein Teil dieser alltäglichen und allgegenwärtigen Philosophie. Alle wollen sie am großen Konsumkuchen mitnaschen. Billigartikel gegen bare Münze. Die Geldscheine haben das Anrüchige der Geldverschwendung, sind mit dem Makel des Preisdrucks behaftet. Also verkaufen die Big Six der deutschsprachigen Supermarktlandschaft Lidl, Rewe, Edeka, Metro, Aldi und Lidl eben knallharte Preislatten. Die Konkurrenz schläft nicht, der Mitbewerber ist mindestens ebenso knallhart wie die propagierten Preislatten. Je billiger die angebotenen Waren, desto marktschreierischer die Preisversprechen. Auf der Strecke bleiben dabei jene, welche größtenteils für das Bereitstellen dieser Angebote verantwortlich zeichnen.

Arbeitszeitverletzungen, unbezahlte Überstunden, unzureichende Pausen, fehlende Sicherheits- und Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz, Mobbing, Dumpinglöhne, Diskriminierung gegen Gewerkschaftsmitglieder, keine sozialen Mindeststandards. Die Kette der Verfehlungen der Supermärkte ist mindestens ebenso lange wie der immer größer werdende Preisdruck entlang der Lieferantenkette.

Es gibt viel zu tun, packen wir es an!“ Sie sehen, auch Paul Bögle ist ein infiziertes Kind (wenngleich schon ein älteres) der Werbung. Aber zumindest wir VerbraucherInnen haben es in der Hand, einen kleinen Teil zur Verbesserung der Arbeits- und damit in weiterer Folge der Lebensbedingungen all jener beizutragen, welche letzten Endes dafür Sorge tragen, dass wir bequem ums Eck und in die Verkaufsregale schauen können, ohne uns den Hals zu verrenken. Ich würde deshalb vorschlagen, Sie verrenken sich nun selbst den Hals und schauen einmal ums Eck oder besser gesagt zur Plattform Supermarktmacht.

Und damit Ihnen die Entscheidung leichter gemacht wird, vorab vielleicht noch das Kurzvideo Billig ist unfair – neues Video der Supermarktinitiative © Peter Wedel/EcoFilm. 90 Sekunden, welche unser aller Leben nicht ärmer machen. Aber möglicherweise andere Lebensbedingungen etwas erträglicher gestalten. Wer weiss?



Es ist Zeit zu handeln! Wir fordern:

  • 1. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

  • 2. Freie Betriebsratswahlen und ungehindertes Arbeiten der Betriebsräte

  • 3. Ökologische Mindeststandards in der gesamten Lieferkette

  • 4. Ortsübliche tarifliche Löhne für alle geleisteten Arbeitsstunden

  • 5. Ein Ende der unfairen Einkaufspraktiken der Supermarktketten

  • 6. Informationspflicht der Supermarktketten über die Umsetzung der Arbeits- und Menschenrechte bei ihren Lieferanten

Alle Forderungen und Ziele der Supermarktinitiative              Mitmachen


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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