Nukleare Banken: Das atomare Bankgeheimnis


Wie radioaktiv ist meine Bank?

Diese keinesfalls rhetorische gemeinte Frage stellt sich und in weiterer Folge uns die Plattform „Urgewald“ mit der gleichnamigen Verbraucherbroschüre „Wie radioaktiv ist meine Bank?„. Wenn immer wieder vom viel zitierten Bankgeheimnis die Rede ist, so stellen sich wir als Verbraucherinnen und Bankkunden die Verschwiegenheitspflicht der Bankinstitute hinsichtlich unserer eigenenAtombank nein danke: Wie radioaktiv ist meine Bank? personenbezogenen Daten vor. Doch die von uns tagtäglich genutzten Kreditinstitute haben selbst Bankgeheimnisse. Und diese hüten sie vorsorglich hinter gut bewachten Panzerschranktüren vor den allzu neugierigen Blicken der Kundschaft. Rein bildlich gesprochen. Die babylonische Gefangenschaft der Gas-Pipeline „Nabucco“ war gestern, herzlich willkommen in der weiten Welt der Kapitalmärkte.  

Eines dieser wenig beachteten, weil selten zu Ende gedachten Bankgeheimnisse ist die Tatsache, dass Atomkraft finanziert werden muss. Wir sprechen hier nicht von Subventionen durch Mutter und Vater Staat, sondern davon, dass Banken aus freien Stücken den Betreibern von Druckwasserreaktoren in Indien Gelder für den Bau zur Verfügung stellen (Dreitausend Sicherheitsmängel: Im westindischen Jaitapur soll mitten im Erdbebengebiet das weltgrößte AKW entstehen) oder selbst im japanischen Fukushima deutsche Banken mit gutem Geld und gutem Gewissen noch besseres Gewinne für noch bessere Dividenden nach Europa schaufelten (Atomkatastrophe: Banken finanzieren japanischen AKW-Betreiber mit).

Die hohe Nachfrage nach Umwelttechnologie kommt deutschen Anbietern zugute.“ Dieser Satz stammt nicht von Umweltschützern, welche selbst ihr Geld in ertragreiche Zukunftstechnologien stecken möchten, sodern ausgerechnet von Wilhelm von Haller. Und dieser ist Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland und des Management Committee Deutschland der Deutschen Bank (siehe dazu Know-How für Zukunftsbranchen). Legt man nun diesen Satz wortgetreu um, könnte der Verdacht entstehen, dass die Deutsche Bank, denn ich nehme an, dass Herr von Haller die Broschüre im Sinne seines Arbeitgebers verfasst hat, unter Zukunftstechnologien die Atomkraft als solche sieht.

Das Atomfass zum Überlaufen bringt aber das ebenfalls von der Deutschen Bank angebotene „S-Box Nuclear Power Index Zertifikat„. Hier ist der Name wirklich Programm, wobei ich mir eine direkte Verlinkung auf das Produkt spare. Sie können gerne selbst googlen und sich das Produkt zu Gemüte führen, wenn Sie möchten. Ich gebe Ihnen aber zumindest die ersten Sätze der Beschreibung wieder: „Das S-BOX Nuclear Power-Index Zertifikat ermöglicht dem Anleger, an der Wertentwicklung des S-BOX Nuclear Power-Index (der “Index”) zu partizipieren. Der S-BOX Nuclear Power-Index ist ein Index der boerse-stuttgart AG und wird von dieser berechnet und verteilt. Er bildet die Kursentwicklung der größten Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Kernkraftenergie-Branche ab.“ Weitere Kommentare zur Deutschen Bank sind ab nun eigentlich überflüssig, deshalb belasse ich es auch dabei und freue mich, Sie als Ex-Kundin und ehemaligen Kunden dieses Kreditinstituts auf meinem Blog begrüssen zu dürfen.

Solange sich die Bonität des Kunden mit den Interessen der Bank decken, fließt der Geldstrom. Und weil weder Bonität noch Interessen nach ethischen Merkmalen oder Sicherheitsrisiken gemessen werden, gilt: Atomenergie bringt satte Gewinne. Ob nun bekannte Mängel vertuscht werden oder unbekannte Naturkatastrophen potentielle Gefahren und Risiken bergen, spielt dabei keine Rolle für die Investitionsentscheidungen. Solange eine mögliche Kernschmelze unterm Strich schwarze Zahlen schreibt, kann die konzerneigene Bilanz gar nicht genug kontaminiert sein. Ob es sich dabei um die Bilanzen von Deutscher Bank, Commerzbank, den stillschweigenden Sparkassen oder der Hypo-Vereinsbank handelt, spielt dabei keine Rolle.

Urgewald: Wie radioaktiv ist meine Bank?Ich hatte Ihnen vor wenigen Monaten schon einmal unter der Überschrift „Grünes Geld – saubere Kohle“ die Plattform „Grünes Geld“ vorgestellt. Neben „Urgewald“ eine sehr gute Informationsquelle, wenn es um die richtige oder eben die falsche Wahl von Banken, aber auch Lebens- oder Rentenversicherungen und Investmentfonds geht. Wer also auf der Suche nach einem ethisch korrekten Girokonto oder der atomenergiefreien Geldanlage ist, sollte noch kurz auf „Wieviel Atomkraft steckt in Ihrer Geldanlage?“ vorbeischauen, bevor das eigene Geld eine wahrhaft strahlende Zukunft vor sich hat. 

„Wie radioaktiv ist meine Bank?“ ist eine Verbraucherbroschüre, welche uns bei der Entscheidungsfindung der „richtigen“ Bank unterstützen will. Denn außer Deutsche Bank, WestLB und zahlreichen weiteren Kreditinstituten, welche die eigenen Finger wolllüstig in der Atomstrom-Steckdose haben, gibt es durchaus jene grünen Schafe mit der Bezeichnung Umwelt-, Alternativ- oder Ethikbank in einer Herde voller Wölfe namens Atombanken, denen die Gewinnabsicht durch skrupellose Finanzierung von Atomkraft am Allerwertesten vorbeigeht. Wer also mehr über die „EthikBank“, „GLS Bank“, „Triodos Bank“ oder UmweltBank“ erfahren möchte, sollte jetzt ganz im Sinne des Umweltgedankens einmal auf den nebenstehenden Button klicken.      


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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