Bio Natur - Der Weblog

20.4.2011

Windkraft: Google bläst zur Attacke

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 20:44

Der Internet-Riese auf erneuerbaren Wegen

Dieser Artikel ist in gewissem Sinne ein nahtloser Übergang von der Thermodynamik und der scheinbaren Unverträglichkeit mit Nachhaltigkeit. Denn der Internet-Konzern Google streckt seine virtuellen Flügel wie einst Ikarus zur Sonne hin. Nachdem ein kleiner Teil der Gewinne (38 Mio Dollar) in jüngster Vergangenheit bereits in North Dakota in zwei Windfarmen gesteckt wurde und weitere 40 Mio Dollar in Greentech (auch 3,5 Mio in Photovoltaik in Brandenburg) investiert wurden, setzt Google nun diesen Weg fort. 100 Mio Dollar sollen nicht in den Sand gesetzt werden, sondern ganz im Gegenteil sollen sich in der Luft auflösen. Und im konkreten Falle in eine Windkraftanlage, welche bereits 2012 ans Netz gehen soll.

Geht Google nun den richtigen Weg, um aus rein ideologischen und womöglich sogar altruistischen Gründen die eigenen CO2-Emissionen durch nachhaltige Energieformen zu kompensieren oder stecken doch bilanztechnische Gründe hinter dieser grünen Firmenpolitik? Wenn es nach Bill Weihl geht, welcher seit vier Jahren für die Nachhaltigkeitsstrategien des Suchmaschinen-Riesen zuständig ist, möchte Google durch publikumsträchtige Aktionen das eigene Image grün aufpolieren. 200 Ziegen, welche statt Rasenmähern die firmeneigenen Rasenflächen umweltfreundlich abgrasen oder eigene Fahrräder für die MitarbeiterInnen sollen Zeugnis von den lauteren Absichten ablegen. (Zeit Online: “Wir machen uns unabhängiger von Stromkonzernen“)

Immerhin wurde der intern als “grüner Energie-Zar” bezeichnete Weihl und früher am Massachusetts Institute of Technology tätige Professor im Jahr 2009 vom Times Magazin zum “Heroe of Environment” gekürt. Lorbeeren, welchen er nun auch im Namen seines Brötchengebers Taten folgen lässt. Und so stellen die kolportierten 100 Millionen, welche in den Windpark Shepherds Flat im Bundesstaat Oregon fließen, wohl nicht nur ein probates Mittel dar, um die eigene CO2-Bilanz auszugleichen. Immerhin benötigen die riesigen Rechenzentren von Google selbst genügend Energie, welche gerade in den jetzigen Zeiten immer öfter kritischen Betrachtungen standhalten müssen. Und weil einige dieser Datenzentren eben auch zufälligerweise in der selben Gegend angesiedelt sind wie der nun entstehende Windpark, stellt das Interesse von Google wohl nicht nur auf gemeinwirtschaftlichen Füßen.

Aber Google-Manager Rick Needham macht auf dem firmeneigenen Blog aus dieser Firmenpolitik auch keinen Hehl: “We believe in investing in projects that make good business sense and further the development of renewable energy.” (The Official Google Blog: “The wind cries transmission“). Und wenn wir bedenken, dass wir alle durch unseren fleissigen Suchmaschinengebrauch und sonstige tagtägliche Dinge immerhin fast 37 Milliarden Dollar bis Ende März durch Werbeeinnahmen in die Kassen des Giganten gespült haben, machen diese Millionen, welche in nachhaltige Energieprojekte investiert wurden, nur einen verschwindend geringen Teil aus.

Doch in Summe hat Google immerhin nach eigenen Angaben schon 350 Millionen in erneuerbare Energien gesteckt und dies sollte man bei den kritischen Äusserungen gegen die Monopolstellung doch honorieren. (Handelsblatt: 100 Millionen für Windpark). Und da Offshoore-Windanlagen in den USA immer noch in den Kinderschuhen festgewachsen sind, könnte durch solche Projekte und zahlungskräftige Investoren daraus eine gewisse Initialzündung entstehen. Die Aussage von Needham, sich zukünftig nach weiteren lohnenswerten Objekten umzusehen, macht da eigentlich schon Hoffnung. Immerhin lässt man Taten folgen. Auch wenn diese sicherlich aus betriebswirtschaftlichen Aspekten geschehen, wie dies der Manager ausdrückt: “Es ist sowohl ein gutes Geschäft als auch gut für die Umwelt.”

Dass die Börse aufgrund dieser Vorhaben mit einem Minus reagierte, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich. Immerhin bedeuten solche riskanten Investitionen auch für die Aktionäre, dass mööglicherweise weniger Gewinn vom grossen Kuchen abfällt. Und wer möchte schon im Namen der Umwelt auf sein eigenes Geld verzichten (Hamburger Abendblatt: “Google investiert 100 Millionen Dollar in Windpark“). Es ist doch bedeutend schöner, am eigenen Geld zu ersticken als an Treibhausgasen.

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16.4.2011

Nachhaltigkeit und Thermodynamik: Ein Widerspruch

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 19:14

“Langfristig gesehen sind wir alle tot!”

sagt nicht Paul Bögle, sondern Peter Skalicky (Rektor TU Wien). Und genau aus diesem Grund widerspricht das sooft bemühte Thema Nachhaltigkeit sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesellschaftspolitischer Sicht unserer vorherrschenden Kultur des Denkens und unserer Haltung zum Leben. Unsere Reflexion über Nachhaltigkeit kann niemals von Erfolg gekrönt sein, solange wir nicht einen zeitlichen Rahmen setzen. Doch Skalicky kommt zu einem noch fataleren Schluss: Nachhaltigkeit widerspreche grundlegend dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Ich bin, ehrlich gesagt, etwas überfordert mit dieser Aussage. Peter Skalicky folgert daraus die Konklusion: “Langfristig gesehen sind wir alle tot!” Selbst nach Lesen der verschiedenen Merkmale oder Hypothesen dieses zweiten Hauptsatzes will sich mir der Sinn dieser Aussage nicht erschließen. Vielleicht gibt es klügere Köpfe, welche mich dahingehend aufklären können. Dass die Entropie in der Thermodynamik eine physikalische Zustandsgrösse ist, welche die Ordnung oder besser Unordnung eines Systemes misst und beschreibt, will mir noch einleuchten. Dass daraus gefolgert werden kann: Je weniger Umwandlung (Entropie) vorhanden ist, desto geringer die zur Verfügung stehende Energie, erschließt sich mir gerade noch. Ein System, welches sich also in völligem Gleichgewichtszustand befindet, kann also keine Arbeit verrichten, sondern nur aufnehmen.

So weit, so gut. Oder eben nicht gut. Denn warum unsere Gesellschaft und wir als darin befindlicher und unabdingbar zur Vergängnis verdammter Teil dieser Ordnung aber keinen Beitrag zu nachhaltiger Zustandsveränderung beitragen können, möchte sich meinem Gehirn nicht offenbaren. Dass wir von einer grundlegenden Haltungsänderung und dringend notwendigen Wandlung dieses Ist-Zustandes aus ökologischen, sozialen und vor allem ökologischen Aspekten noch meilenweit entfernt sind, ist keine Frage. Doch weshalb sollten sich fortschrittliche Denkansätze und neue Denkmuster nicht umsetzen lassen? Zweiter Hauptsatz hin und begrenzte Lebenszeit her.   

Und deshalb kommt Erwin Wagenhofer (Regisseur von “We feed the World” und “Let’s make MONEY“) zum Schluss, dass Nachhaltigkeit erst dann auf Unternehmensebene und aus betriebswirtschaftlicher Sicht zum Ziel führen, wenn die herkömmlichen Strukturen aufgebrochen werden. Das derzeit praktizierte Wirtschaftswachstumsmodell und die darauf abzielende Nachhaltigkeit, welcher eben aufgrund dieses Fehlens allerhöchstens theoretisch und latent vorhanden ist, sage ich zumindest, können aus diesen Gesichtspunkten auf keinen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Wenn man sich mit jungen Menschen und ihren Visionen und Plänen zum Thema Nachhaltigkeit unterhält, sehe ich durchaus Licht am Horizont. Ich finde es dementsprechend sogar kontraproduktiv, wenn die Thermodynamik für unsere Unfähigkeit herhalten muss, um damit leichtfertig die Aussage in den Raum zu stellen, dass Nachhaltigkeit ein (physikalisches) Ding der Unmöglichkeit sei. Genau dies fördert nämlich in meinen Augen jenen Unwillen, den derzeitigen Zustand ändern zu wollen und in weiterer Folge auch ändern zu können.     

15.4.2011

Welios: Edutainment = Education + Entertainment

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 03:50


Science Center Welios: Wissenszentrum für erneuerbare Energien

Heute verlassen wir die leider immer noch fast einsamen Pfade von Fair Trade und betreten die auch nicht gerade überlaufenen Wege alternativer Energieformen und im Falle von Welios der spielerische Umgang mit denselben.

Das ScienceCenter-Netzwerk beschreibt das neu errichtete Welios als Einrichtung, welche sich auf “interaktive Exponate zu wissenschaftlichen Themen spezialisiert hat.” Welios Science Center: Erneuerbare Energien mit allen Sinnen erleben.Zugegebenermaßen, diese recht sperrige Definition könnte man auch etwas einfacher und natürlich kinderfreundlicher umschreiben. Michael Vielhaber, Pressesprecher von Welios, drückt sich da zwar schon ein bisschen einfacher und verständlicher aus, wenn er sagt: “Nach dem Reaktorunglück in Fukushima hat die Frage nach alternativen Energien eine neue Brisanz erhalten.” Und dies wird es hoffentlich erleichtern, dass der im oberösterreichischen Wels neugebaute Betonbau in Niedrigstenergiebauweise die benötigten 250 000 BesucherInnen erreicht, um schwarze Zahlen zu schreiben.

Fotovoltaik und Solaranlage sorgen für umweltfreundliche Energie, solare Fernwärme bringen das notwendige Rüstzeug für die Intention von Welios mit und eine Brunnenwasserkühlung runden das ausgefeilte Energiekonzept ab. Denn genau das ist Dreh- und Angelpunkt des Science Centers in Wels. Nicht das theoretische Vermitteln von Wissen steht im Vordergrund, sondern die Interaktion der Gäste mit den angebotenen Einrichtungen. Lernen zum Anfassen und Be-greifen.  

Eine grüne Hand mit fünf ausgestreckten Fingern. Das Logo von Welios symbolisiert jene erneuerbaren Energien, welche wohl für uns, aber sicherlich für die nachfolgenden Generationen zukunftsweisend werden (müssen). Energie aus Windkraft und Wasserkraft, Geothermie, Biomasse und nicht zuletzt Solarenergie stehen für die einzelnen Finger und sollen zeigen, wo es lang geht.

Welios: Ein Ausflug in die Welt der alternativen Energie.Auf spielerische Art und “erlebnisorientierte Weise werden einem Grundlagen zukünftiger Energiegewinnung und -versorgung vermittelt“, erklärt der Pressesprecher. Doch ohne Schweiß kein Preis. Und so gilt es, sich die Antworten durch vollen Körpereinsatz zu verdienen. 150 Mitmach-Exponate sollen die BesucherInnen dazu animieren, sich bewusst mit den Themen rund um Funktions- und Wirkungsweise der verschiedenen Möglichkeiten alternativer Energieträger auseinanderzusetzen.

Ab 16.04.2011 gibt es auf 3000 Quadratmetern für Groß und besonders für Klein die Chance, Erziehung und Unterhaltung einmal auf eine etwas andere Art vermittelt zu bekommen. Windräder, welche sich erst beim Radfahren in Bewegung setzen oder eine überdimensionale Küche mit riesigen Stühlen und einem gigantischen Tisch, welcher der Welt der Erwachsenen verdeutlichen soll, wie es sich aus Sicht eines Kleinkindes lebt. Mit der eigenen Muskelkraft solange kurbeln, bis der notwendige Strom durch den elektrischen Mixer fliesst. Mit einem Lichtstrahl Solarzellen treffen, um Modellflugzeuge zu immer schnelleren Runden anzutreiben. Reaktion zeigen, wenn es heißt, die grössten Energiefresser in der Wohnung auszuschalten.

Auf Erkundungsgang durch ein Wohnhaus voller Energie. Gemeinsam mit der darin lebenden Familie, welche die BesucherInnen allerdings niemals zu Gesicht bekommen, folgt man den fünf Fingern und lernt dabei anhand einer Geschichte die alternativen Energieträger und ihre Möglichkeiten, Neues und auch Seltsames für den täglichen Gebrauch kennen. Wer also bisher noch nichts weiss über Geothermie, Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse, aber mehr wissen möchte, sollte sich vielleicht über die Mitmachaustellung Welios genauer informieren.   

13.4.2011

A Fair Story: Fair Trade kurz erklärt

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 20:49

FAIRTRADE-Wochen vom 17.04 - 14.05.2011

Transfair präsentiert zu den Fairtrade-Wochen den interaktiven Film “A Fair Story”.Fairer Handel, eine unendliche Geschichte meist ohne Happy-End. Unsere eigenen Entscheidungen im Supermarkt, unser persönliches Kaufverhalten, unser Griff zum “richtigen” oder ”falschen” Produkt” haben Folgewirkungen, derer wir uns oftmals gar nicht bewusst sind. Kleinbauern und Großfamilien, ArbeiterInnen in Entwicklungsländern, Menschen in Schwellenländern leben mit und von unserem Geld. Fair Trade ist ein Begriff, welcher heutzutage in aller Munde ist, doch leider ist er noch nicht in vieler Munde.

Die Fairtrade-Wochen wollen uns auf Fairtrade sensibilisieren. Was bedeutet der Begriff und vor allem: Wie lässt sich dieses theoretische Konstrukt auch wirklich umsetzen. Zu diesem Zweck gibt es im genannten Zeitraum neben vielen Veranstaltungen, Informationen, Downloads und selbstverständlich auch den Fairtrade-Wochen selbst einen Kurzfilm unter dem Titel “A Fair Story“.

Schon wieder ein Film!” werden manche jetzt vielleicht denken. Mag schon sein, doch die Idee dahinter ist nicht die schlechteste. Und dazu muss ich wieder einmal das liebe allmächtige Internet und unser allerliebstes virtuelles Spielzeug Facebook bemühen. Denn der Film möchte auf spielerische Weise uns jenes näherbringen, was uns doch so fern erscheint.Wer sich über die Filmseite (bei Klick auf das untere Bild) bei Facebook einloggt, kann selbst Teil der globalen Geschichte werden und mit NutzerInnen dieses Erdballs in Interaktion treten. Das eigene Profilbild im Film, den Film an weitere FreundInnen weiterschicken und so ganz nebenbei noch etwas über fairen Handel lernen. Ich würde sagen: Einfach mal ausprobieren!

Wenn wir schon nicht von heute auf morgen die AKWs dieser Welt abschalten können, dann schalten Sie doch zumindest selbst für ein paar Augenblicke ab.          

A Fair Story: Interaktiver Film für fairen Handel.

12.4.2011

Anti-Atom-Bewegung: AKWs abschalten

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 16:43

Stufenplan für den Ausstieg aus der Atomkraft
Plan AKWs um Wien und Österreich.Da wir uns alle schon auf das 25-jährige Jubiläum von Tschernobylfreuen” dürfen (26.04.2011), Fukushima auch schon wieder mehr als einen Monat in radioaktivem Schutt und strahlenverseuchter Asche liegt, Italien sich auf die zur Farce verkommene Volksabstimmung im Juni freut, die AKW-Stresstests in Europa relativ stresslos und vor allem ziel- und planlos vor sich hindämmern und der Golf von Mexico sich schon wieder auf neue Tiefseebohrungen vorbereitet, sollte nun doch endlich neue Bewegung in die Atom-Atomkraft-Bewegung kommen. Also liebe Kinder aufgepasst!

Der Stufenplan für den europäischen Ausstieg von Umweltstadträtin Ulli Sima aus der Atomkraft beinhaltet folgende Eckpunkte:

  1. Als Sofortmaßnahme muss es ein europaweites Moratorium für AKW-Neubauten geben (inklusive der im Bau befindlichen)
  2. Weiters müssen sämtliche Reaktoren vom Netz, die kein Containment, also eine Schutzhülle, haben. In Japan wird aktuell diskutiert, ob die Schutzhüllen halten, in Mochovce gibt es erst gar keine.
  3. Im nächsten Schritt muss der gesamteuropäische Atomausstieg angegangen werden.
  4. Dazu gilt es, die Mittel aus dem EURATOM-Topf umzulenken. Die EURATOM-Gelder dürfen nur noch für konkrete AKW-Stilllegungen verwendet werden.
  5. Keinesfalls dürfen EURATOM-Gelder – wie bisher- in Laufzeitverlängerungen von Atomanlagen fließen.
  6. Die Gelder auf EU-Ebene müssen endlich in die Finanzierung der Erneuerbaren Energien gelenkt werden.

Die Ziele sind klar definiert. Doch ob die Zukunft auch die dringend notwendige Umsetzung dieser Startegien bringt, wird sich erst noch zeigen müssen. Deutschland ist durch die Abschaltung von mittlerweile neun Atommeilern verstärkt auf Stromimporte angewiesen. Und weil Atomstrom nun immer noch billiger in der Erzeugung ist als solcher aus Kohlekraftwerken, holt man sich eben verstärkt Strom aus Frankreich und Tschechien ins Haus (siehe Süddeutsche: Deutschland importiert Atomstrom). Atomkraft durch Atomkraft zu substituieren ist auch ein Weg. Zwar kein neuer Weg, aber immer ein Weg. Dass man dadurch die Atomlobby in ihrem Vorhaben nur noch bestärken wird, die eigenen Atommeiler wieder schnellstmöglich ans Netz zu koppeln, dürfte nicht weit hergeholt sein. Schließlich lässt sich bestens argumentieren, dass deutsche AKWs doch wesentlich sicherer seien als jene im Ausland.

Mit “Raus aus Atom, rein in Erneuerbare” hat sich Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich beim ungarischen EU-Umweltratspräsidenten Sandor Fazekas stark gemacht. Dieser zeigt sich, wer hätte anderes erwartet, begeistert von der österreichischen Linie gezeigt, aber gleichzeitig betonte er, dass Ungarn massiv vom einzigen Atomkraftwerk Paks abhängig sei. Die Zusage, sich an den AKW-Stresstests zu beteiligen, ist sicherlich als richtiger Schritt in noch eine bessere Richtung zu werten. Doch was wird passieren, wenn sich herausstellt, dass das AKW die Richtlinien nicht erfüllt? Hat die ungarische Regierung dann den Mut, die Konsequenzen und gleichzeitig auch den Atom-Stecker zu ziehen?

Die Farce in Italien möchte ich nun nicht weiter kommentieren. Lassen wir uns überraschen, was im Juni passieren wird. Apropos Italien. Lassen wir uns weiterhin überraschen, ob der italienische Betreiber ENEL die Blöcke 3 und 4 von Mochovce fertigstellt oder nicht. Natürlich mit Originalteilen aus den 80er-Jahren und ohne das dringend geforderte Containment.Der polnische Premier hat unlängst geäußert: “Das wichtigste ist, trotz der dramatischen Emotionen und Ereignisse einen kühlen Kopf zu bewahren.” Und im selben Atemzug hält er an seinen Plänen fest, bis 2020 éin neues Atomkraftwerk bauen zu lassen.

Ein gesamteuropäischer Ausstieg aus der Atomkraft wäre absolut wünschenswert. Aber dazu müssten sich erst einmal alle Partner am Tisch versammeln und darüberhinaus auch gemeinsame Lösungen suchen. Doch solange es selbst bei VerfassungsrechtlerInnen mehr als umstritten ist, ob ein Ausstieg aus dem EURATOM-Vetrag überhaupt rechtlich möglich ist, ohne sich nicht auch gleichzeitig aus der EU zu verabschieden, bleibt vieles Makulatur. Und zum Schluss ein Wort in eigener Sache.             

Liebe Ulli Sima!

Bei dieser Gelegenheit noch eine kleine “Beschwerde” von meiner Seite. Die Veranstaltung “25 Jahre nach Tschernobyl - Ein Monat nach Fukushima: Gedenken > Nachdenken > Vordenken” wäre sicherlich sehr interessant gewesen. Leider muss ich aber im Wiener Konjunktiv schreiben, denn das Ganze hat am 11.04.2011 stattgefunden. Wenn ich aber erst am 12.04.2011 die Information im Briefkasten zugestellt bekomme, ist das natürlich sehr schlecht. Ob nun die Post zu langsam war oder andere widrige Umstände dafür verantwortlich waren, ist im Nachhinein eigentlich egal. Aber nächstes Mal bitte ein paar Tage früher senden, damit wir uns so etwas im Terminkalender vor- und vermerken können.

Liebe Grüsse aus dem 23.

Paul Bögle
 

AKW abschalten: Eine Initiative von Umweltstadträtin Ulli Sima.

11.4.2011

Nosferatu Internet

Abgelegt unter: Naturfotos — Paul Boegle @ 18:51

Moderne Kindheit: Die (virtuelle) Welt gehört in Kinderhände

Vielleicht passend zur gestrigen Vorstellung der durchaus sinnvollen Plattform Umweltspiele.ch: Nachhaltige Onlinespiele zu den Themen Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Heute sozusagen das Äquivalent dazu. Verpackt in eine Impression aus Costa Rica. Natürlich wieder, wie auch schon beim Bild Vietnam: Vergangen und vergessen, mit leichten Modifikationen. Aber das sehen Sie dann selbst, wenn Sie mit der Maus über das Foto fahren. 

10.4.2011

Umweltspiele: Nachhaltige Onlinespiele

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 18:35

Spielerischer Zugang zur Umwelt

Jede große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt. Denkt sich Paul Bögle, Blogbetreiber, Reisender und Kind im Manne jeden Tag aufs Neue. Und doch schreibe ich fast oder eigentlich immer nur für die sogenannten “Großen”. Immer nur Themen für die Erwachsenen. Ich erzähle Märchen über die heiligen Spielzeuge der Erwachsenen (Tapferes Schneiderlein Formel 1), gebe lauter gute Ratschläge, um das schlechte Gewissen der erwachsenen AutofahrerInnen inklusive mein eigenes zu beruhigen. Ich nehme Worte wie Dendrochronologie oder Anthropozän in den Mund, deren Aussprechen schon hart an der Grenze des Erträglichen und damit Aussprechlichen ist. Und dabei bleibt der Nachwuchs vollkommen unberücksichtigt und auf der Strecke.

Wenn Sie nun der Meinung sind, dass das Vorstellen einer Internetseite über Onlinespiele nicht gerade das Gelbe vom virtuellen Ei ist, muss ich Ihnen zustimmen. Aber manchmal gibt es sogar Projekte, welchen sich trotz des negativ behafteten Images positive Aspekte abgewinnen lassen. Und zu diesen zählt möglicherweise die Schweizer Plattform Umweltspiele.

Auf spielerische Art die Themen Energie, Wasser oder Umwelt kennenlernen. Das bewusste Auseinandersetzen mit Problemstellungen zu Klima, Recycling, Pflanzen und Tieren. Diese und viele Kategorien für verschiedene Altersklassen bietet der kostenlose Zugang auf Umweltspiele.ch. Doch auch LehrerInnen und Eltern sollten vielleicht einmal einen kleinen Blick auf die umfangreiche Online-Spielesammlung riskieren. Das Internet bietet sicherlich keinen adäquaten Ersatz für körperliche Bewegung, frische Luft und dem aktiven Spielen mit Gleichaltrigen. Aber auch in der Schule oder an einem regnerischen Tag lässt sich Nützliches mit Sinnvollem mithilfe des Internets verbinden. 

9.4.2011

Ecogood: Intelligente Klima-Vignette

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 19:10

Klimaneutral auf vier Rädern

Habe ich mich gestern mit der Kennzeichnungspflicht von Klonfleisch innerhalb der EU beschäftigt, welche allerdings jetzt in den Wirren poitischer und vor allem wirtschaftlicher Interessen wieder einmal in der Anonymität europäischer Unfähigkeit zum Handeln zu versickern droht, steht heute das liebste Kind vor der Haustüre meines Blogs. Oder in meinem Falle vielleicht eher in der Garage.

Während sich die Plattform Atmosfair: Nachdenken und klimabewusst reisen. im Sinne des Klimaschutzes in die Lüfte erhebt und Fluglinien auf ihre Klimaverträglichkeit hin vergleicht, bleibt die Initiative Ecogood: Jetzt klimaneutral Auto fahren. Mit der intelligenten Klimavignette. auf dem Boden der immer noch raren klimaneutralen Tatsachen haften. Dass AutofahrerInnen nicht selten immer noch das Image der rücksichtslosen BleifusspilotInnen anhängt, ist eine unbestrittene Tatsache. Doch auch wer nur mit angezogener Handbremse durch den Sonntagnachmittag auf vier Rädern spazieren fährt, belastet die Umwelt mit CO2. Doch es gibt Unterschiede. Nicht nur in Bezug auf die unterschiedlichen Schadstoffbelastungen durch Diesel, Super oder E10 kommt es viel mehr darauf an, wie Frau und Herr AutofahrerIn ihr liebstes Blechspielzeug nutzen.

Und diesen Unterschieden will nun Ecogood Rechnung tragen. Mit der intelligenten Klima-Vignette setzen umweltbewusste KraftfahrerInnen ein Zeichen. Denn anhand einer einfachen Rechnung, welche die Faktoren gefahrene Kilometer, getankter Kraftstoff und Verbrauch zugrunde legt, können all jene, welche den fahrbaren Untersatz oftmals zwangsläufig nutzen müssen, die eigene CO2-Bilanz ausgleichen. Und das Schöne an dieser Geschichte: “Es ist billiger als wie man denkt.“ Sie wissen schon, der leicht abgeänderte Slogan von Frau Verona Pooth und ihres so beliebte Textildiscounter KiK. Aber dies ist leider ein anderes Thema, welches ich aber schon auf meinem anderen Blog “Freie Zeit” näher besprochen habe.

Das eingezahlte Geld für die ausgestossenen CO2-Emissionen werden natürlich gewinnbringend investiert. Nein, nicht zu unseren Gunsten, sondern im Sinne des Klimaschutzes. Und da besonders jene unter den CO2-Abgasen zu leiden haben, welche am wenigsten dafür können, nämlich die sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländer, fließen die Gelder bereits ins Leben gerufenen Projekten in den Regionen Taiwan, China und Indien zu. Wobei hier meine hoffentlich (konstruktive) Kritik ansetzt.

Ich würde mir für die Zukunft die Unterstützung anderer Länder wünschen, welche vielleicht nicht durch Menschenrechtsverletzungen in den Schlagzeilen stehen bzw. durch eine massive Pro-Atompolitik nicht unbedingt positiv glänzen. Natürlich ist es richtig, dass Umwelt- und Klimaschutz länderübergreifend und grenzüberschreitend funktionieren sollte, doch auch andere Länder haben schöne Kinder. Und die bedürfen genauso unserer Aufmerksamkeit.

So, und so bleibt mir zum Abschluss nur noch die galante Überleitung und die nonchalante Aufforderung an Sie, doch einmal auf das folgende Schaubild zu klicken. Denn dieser Klick wird sie zum CO2-Rechner von Ecogood führen. Selbstverständlich ganz unverbindlich und ohne Verpflichtungen. Aber möglicherweise wollen Sie als AutofahrerIn ja einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Und weil nun einmal Geld diese doch immer noch wunderschöne Welt regiert, wäre ein Obulus von Ihrer Seite der beste Weg in die richtige Richtung.

Ecogood CO2-Rechner: Leisten Sie als AutofahrerIn Ihren Beitrag zum Klimaschutz.

      

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