Evolta City: Virtuelles Leben ohne CO2 1


[Trigami-Review]

1. Panasonic und „Evolta City„: Ein Vorwort

Vorab eines, bevor ich die Werbetrommeln für Panasonic und das aus diesem Grunde vorzustellende Onlinegame „Evolta City“ rühre. Ich werde im folgenden dezidiert auf die von Panasonic geschaffene virtuelle Welt der „Evolta City“ eingehen und die Grundzüge sowie die Intention, also den Sinn des Spieles, vorstellen. Doch daran anschließend möchte ich auch einige noch zu verbessernde Punkte anfügen, welche mir selbst beim Spielen aufgefallen sind. Dabei lege ich in erster Linie Wert auf jene Punkte, welche in meinen Augen zu mehr Spielspaß und einer Verbesserung des Spielprinzips führen können. Die meisten meiner LeserInnen werden dann sicherlich schon genug vom Lesen haben und sich aufmachen, als BürgermeisterIn zusammen mit dem virtuell-elektronischen Helfer und Assistenten namens „Evolta Roboter“ oder förmlich „Mr. Evolta“ diese Miniaturwelt zu entdecken nach den eigenen CO2-freien Wünschen aufzubauen.

Doch ich möchte, da sich manche vielleicht fragen, weshalb ich mich in den (bezahlten) Dienst von Panasonic stelle, kurz jene Beweggründe anführen, weshalb ich über das Onlinespiel von Panasonic berichte. Dass dabei Geld eine Rolle spielt, lassen wir doch dezent beiseite. Ich brauche Ihnen ja nicht alles auf die Nase binden. Aber ich darf weiterhin, manche werden dies jetzt vielleicht als Rechtfertigung auslegen, erwähnen, dass sich die Firma Panasonic im von Greenpeace veröffentlichten „Grünen Elektronik-Ratgeber 2010„, welchen ich auf meinem Blog schon vorgestellt habe, auf einem guten 6. Platz befindet. Dies bedeutet unter insgesamt 18 getesteten Elektronikkonzernen zwar nicht die Erfüllung aller Träume und Wünsche von uns KonsumentInnen, aber es zeigt doch, dass Panasonic dem Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einräumt. (Bei Interesse nach dem Ratgeber einfach die Suche auf meinem Blog benutzen).

Auch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Panasonic in Hamburg, der Umwelthauptstadt 2011, mit dem Haus der Zukunft ein sehr interessantes Konzept für Evolta Roboter von Panasonic: Er hilft bei den ersten Hürden in der CO2-freien Stadt Evolta City.energiesparendes und CO2-armes Wohnen vorgestellt hat. Ebenfalls sehr fortschrittlich zeigen sich die Japaner auch auf dem Sektor des sogenannten Smart-Metering. Es handelt sich hierbei um ein mit der Firma Adunos Konzept, die eigenen Wärmepumpen mit intelligenten Zählern auszurüsten, um so die Energieverbrauchsströme von Haushalten zu messen und diese Daten in mehr Energieeffizienz umzusetzen. (Auch dazu habe ich schon einmal einen kurzen Kommentar abgegeben.)

Doch wirklich ausschlagegebend war, natürlich neben dem finanziellen Aspekt (hatte ich das schon erwähnt?), die vielfach unbekannte Tatsache, dass Panasonic gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation FEE (Foundation for Environmental Education) mit dem sogenannten „kids school – eco learning“ Projekt ein Unterrichtsprogramm entwickelt hat, welches junge SchülerInnen auf die Probleme des Klimawandels vorbereiten und gleichzeitig aber auch umweltfreundliches Handeln vermitteln soll.

Dies sind also kurzgefasst einige Beweggründe, weshalb ich meine Haut verkauft habe. Und so hoffe ich nun, dass Sie mir noch ein paar Minuten Ihrer Zeit opfern werden, wenn ich Ihnen und natürlich Euch das Onlinespiel „Evolta City“ vorstellen werde. Aber da ich aus eigener Erfahrung weiss, dass Spielen manches Mal weitaus schöner als Lesen ist, lege ich vorsichtshalber den Ungeduldigen eine kleine Rutsche, welche bei Klick auf den nebenstehenden Evolta Roboter aufgeht. Alle anderen bitte ich, mir zu folgen.       

2. Evolta City: Baue eine virtuelle CO2-freie Stadt

 

Es ist also wieder einmal die Zeit gekommen, ein neues Onlinegame vorzustellen. „Evolta City“ lautet der Name jener Fiktion, welche es nicht zu erobern, sondern weitsichtig und vor allem nachhaltig zu führen gilt. Brachliegende Grundstücke wollen nutzbar und urbar gemacht werden, unbebautes Land mit verschiedensten Arten und Typen von Gebäuden zum Leben erweckt werden. Die Menschen, ich nenne sie einmal EvoltanerInnen, haben dabei dieselben Bedürfnisse wie jene des realen Lebens. Also Sie, Du und wohl auch ich. 

Als Oberhaupt über den eigenen Bezirk müssen für ausreichend Wohnungsangebote sorgen. Doch um die Mieten bezahlen zu können, braucht es wiederum Arbeitsplätze. Doch wer, wenn nicht die Industrie und die Wirtschaft, können diese zur Verfügung stellen? Also heißt es genügend Unternehmen bauen. Doch was nützt das viele Geld, wenn die EvoltanerInnen keine Gelegenheit bekommen, dieses auszugeben? Um den Frieden zu wahren, sollten schnellstmöglich Freizeiteinrichtungen das Stadtbild prägen. Und weil alle klein anfangen, muss zu Anfang ein Hotdog-Stand und ein Lebensmittelgeschäft genügen. Doch damit wird sich in „Evolta City“ auf Dauer niemand zufrieden geben. Ein Kino oder ein Fussballstadion können da schon wahre Wunder wirken. Aber weil Wunder nun bekanntlich etwas länger dauern und zudem die unangenehme Eigenschaft haben, Geld zu kosten, heißt es mit Bedacht planen und umsichtig schalten und walten.

Schalten ist deshalb auch das Schlagwort. Denn wer den Lichtschalter in den eigenen vier Wänden betätigt oder mit dem Elektroauto zum Arbeitsplatz fahren möchte, benötigt eines: Strom! Und da derselbe bekanntermaßen aus der Steckdose kommt oder durch die Lichtschalter rinnt, wäre eigentlich alles in schönster Ordnung. Wäre, ist es aber nicht. Das echte Leben grüsst.

Fukushima hat es uns wieder einmal gezeigt: Atomstrom will kein Mensch! Außer jene, welche damit die dicke Kohle verdienen. Apropos Kohle. Die CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken zeigen es uns genauso: Fossile Brennstoffe sind sowas von out! Und weil EvoltanerInnen nun genauso Menschen sind wie Du und ich, zumindest spricht nichts dagegen, stehen sie auf dem Standpunkt: Unsere Stadt muss CO2-frei werden. Und da unsere Stadt Ihre Stadt ist, sind Sie gefordert. Und hier fangen die Probleme an. Ihre Probleme als Verantwortliche(r) für den eigenen Stadtteil. Welche erneuerbaren Energieträger setze ich wo und in welcher Menge ein, um den täglichen Bedarf an Strom zu decken?

Am Anfang kein Problem. Die verschiedenen Gebäude wachsen aus dem Boden, die EvoltanerInnen gehen ihrer geregelten Arbeit nach, die Monorails gleiten sanft über die Schienen, die Elektroautos laden die Akkus an den Ladestationen wieder auf und auf der riesigen Reklametafel prangt Ihr eigenes Facebook-Profilbild als Konterfei über der friedlich geschäftigen Stadt. Bis dann plötzlich die Energieanzeige sagt: „Baustopp! Denn die Energie reicht hinten und vorne nicht.“ Aber lange Rede, kurzer Sinn: Schauen Sie sich am besten selbst in Ihrer zukünftigen Stadt „Evolta City“ um.

3. Fazit: „Evolta City“ ist gut, aber verschenkt Potential

Panasonic: Baue die Evolta City CO2-frei.Der Grundgedanke des Onlinespiels von Panasonic findet meine vollste Zustimmung. Nachhaltiges Denken und Handeln wird in unserer Gesellschaft sicherlich mehr und mehr die herkömmlichen Wertvorstellungen und Denkmuster ablösen. Wir werden lernen müssen, dass ressourcenschonendes Tun für den Planeten Erde und damit auch für die Menschheit eine zwingende Voraussetzung für eine lebenswerte und gesicherte Zukunft ist. Ich verweise hierbei auf das Problem der sogenannten Generationengerechtigkeit, welches ich bereits einmal kurz beschrieben habe. Ich darf aber genauso auf meine mehrteilige Artikelserie über das Geo-Engineering hinweisen. Aber dies nur nebenbei.

Das Stadtbild wird sich nach und nach ändern, neue Infrastrukturen werden unmerklich die bisherigen ablösen und selbst die Städtearchitektur und Städteplanung wird sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Die Menüführung und die Steuerung von „Evolta City“ ähnelt dem gängiger Onlinespiele, kann also intuitiv und ohne lange Vorbereitung und Kenntnisse problemlos von UserInnen erfasst werden, welche sich in der Welt virtueller Spiele nicht unbedingt zuhause fühlen. Der logische Aufbau von „Evolta City“ folgt dem, was uns der so oft strapazierte gesunde Menschenverstand vorgibt. Also Grundbedürfnisse wie Wohnungen müssen befriedigt werden und ohne Arbeitsplätze keine Zufriedenheit usw. Dass hierbei komplexe betriebswirtschaftliche Prozesse oder auch politische Entscheidungen nicht berücksichtigt werden können, macht dabei sogar Sinn, da es eben ein kostenloses Online-Game für „Zwischendurch“ ist und auch so konzipiert wurde. Der Spaß soll im Vordergrund stehen und nicht tiefgreifende Problemstellungen, welche gelöst werden müssen.

Deshalb sind die jetzt folgenden Kritikpunkte auch mehr als Anregung und nicht als Ausdruck meiner Unzufriedenheit anzusehen. Wobei natürlich angemerkt werden darf, dass Verbesserungen aus Sicht von Paul Bögle trotzdem gerne gesehen sind. Als erstes fällt auf, wenn man sich durch den Stadtteil durchspielt: Der Platz für eigene Entfaltungsmöglichkeiten wird relativ schnell zu klein. Wer ernsthaft vorhat, die vielfältigen Freizeiteinrichtungen, Energieversorger, Industriebetriebe oder Wohnungsangebote in ein harmonisches Stadtbild zu integrieren, wird bald an die Grenzen stoßen. Etwas mehr Platz für das Stadtoberhaupt wäre also durchaus wünschenswert. Daneben bringt das beschriebene Problem ein anderes mit sich. Da eben jeder Winkel bebaut werden muss, verliere ich als SpielerIn recht bald den Überblick, welches Gebäude welche Funktion erfüllt. Vielleicht besteht die Möglichkeit, bei Mausberührung des entsprechenden Gebäudes ein paar Funktionen angezeigt zu bekommen? Wäre zumindest für mich hilfreich.

Aber nun kommen wir zu jenem Aspekt, welchen ich als bloggender Grüner und grüner Blogger bei „Evolta City“ wirklich bemängeln muss. Um diejenigen Menschen für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, welche sich mit diesem Thema nicht tagtäglich beschäftigen, muss die Idee und das Konzept des Spieles definitiv noch einmal überarbeitet werden. Ladestationen für Elektroautos: Gefällt mir! Solarkraftwerke: Eine sehr gute Idee! Windräder für die Stromerzeugung: Hat selbstverständlich meine vollste Zustimmung! Und doch fehlen mir jene alternativen Energieformen, welche wohl genauso zukunftsweisend sein werden.

D.h., um hier voll punkten zu können, müssen Begriffe wie Wasserkraftwerke, Biogasanlagen, Photovoltaik, Fernwärme oder Geothermie ebenfalls zumindest in Grundzügen vermittelt werden. Ich weiss, es ist fast unmöglich, sämtliche Gesichtspunkte zur CO2-Reduktion zu berücksichtigen. Mir ist auch bewusst, dass Strohheizungen oder Brunnenwasserkühlungen nur etwas für InsiderInnen ist. Aber wenn ich schon auf den grünen Tisch haue, dann richtig. Deshalb ist es für mich auch ungemein schwierig, ein Windrad mit dem Wissen der Sinnlosigkeit dieses Unterfangens inmitten hoher Wolkenkratzer zu plazieren, weil eben dort kein Lüftchen die Räder antreiben wird. Doch auf genau diese Nuancen muss ich eben Wert legen, um die Effizienz solcher Energieträger den vielen (jungen) SpielerInnen zu erklären. Ähnlich verhält es sich mit Solarzellen. Diese können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie am richtigen Standort plaziert werden. Doch bei „Evolta City“ fehlt mir diese Detailgenauigkeit, welche den meisten wahrscheinlich weder auffallen werden und die sich dementsprechend auch nicht daran stören.

Zum Schluss bleibt mir noch eine Anregung, welche vielleicht seltsam klingen mag, aber in meinen Augen durchaus Sinn macht. Warum werden den StädtebauerInnen nicht auch Kohlekraftwerke (von Atomkraft sehe ich aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um Fukushima und den 25-jährigen Jahrestag von Tschernobyl ab), Erdölraffinerien oder Tankstellen mit fossilen Treibstoffen zur Auswahl gestellt? Natürlich müsste sich dies in entsprechenden Umweltfaktoren niederschlagen, um zu verdeutlichen, wie schädlich sich die Nutzung dieser Möglichkeiten auf die eigene CO2-Bilanz niederschlägt. Wer also weiterhin auf die veralteten Techniken setzt, wird durch schlechte Umweltwerte in der eigenen Stadt bestraft. Und dies wird sich auf kurz oder lang natürlich auch auf die Zufriedenheit der EvoltanerInnen auswirken.

Es bliebe noch vieles über „Evolta City“ zusagen. Sowohl weitere Kritikpunkte, aber sicherlich genauso viele positive Aspekte bleiben in diesem Review unerwähnt. Doch da ich förmlich spüren kann, dass die meisten von ihnen auf den erlösenden Schlusssatz warten, ziehe ich eben die Notbremse. Bevor ich dies aber endgültig mache, bleibt mir noch der Hinweis auf einen kleinen blauen Gesellen, welcher bereits ungeduldig mit den Fingern trommelt und der sich ebenfalls vorstellen möchte. Und im Gepäck hat Mr. Evolta, wie er sich selbst gerne bezeichnet, auch noch ein paar Überraschungen.  

4. Der Evolta Roboter auf Facebook

Und weil der blaue „Mr. Evolta“ oder zu deutsch „Evolta Roboter“ natürlich auch auf Facebook für seinen Dienstgeber Panasonic Rede und Antwort steht, würde sie/er sich über einen kleinen Plausch mit Ihnen und Euch freuen. Selbstverständlich wird dabei immer das erklärte Ziel von „Evolta City“ im Vordergrund stehen: „Build Your Zero CO2-Emission City & Win Electrical Bikes.“ Oder ganz banal auf Deutsch: Ran ans Gewinnspiel und rauf auf das elektronische Bike! Oder gewinne ein 5-Jahres Evolta Batterien Package. Und diese haben es wirklich in sich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Kraftpaket von Panasonic hat es als erste Batterie tatsächlich geschafft, im Guinness Buch der Rekorde als „ausdauerndste AA-Alkaline-Batterie der Welt“ aufgenommen zu werden.

So, meine lieben LeserInnen, welche sich dazu durchgerungen haben, bis hierher weiterzulesen. Die meisten werden sich nun von mir mit einem herzhaften Gähnen verabschieden. Paul Bögle hat seine Schuldigkeit getan, Paul Bögle kann nun gehen. Und ich hoffe, dass ich die meisten auf „Evolta City“ so neugierig gemacht habe, dass die folgende Weiterleitung zum Onlinespiel nun nahtlos gelingt.

Ich darf deshalb jetzt viel Spass wünschen und hoffe trotz all der Spielfreude, dass dadurch nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verloren wird. Denn nur durch unser eigenes Verhalten bestimmen wir unsere weitere Zukunft. Nachhaltiges Handeln und das Wissen, dass wir dringend unsere Lebensgewohnheiten und den damit verbundenen CO2-Ausstoss drastisch reduzieren müssen, können spielerisch vermittelt werden. Doch bei all der Freude am spielerischen Entdecken sollten wir den Ernst der Lage nicht vergessen.

 

 

Die „Evolta City“ möchte CO2-frei werden.

Und ein elektronisches Bike möchte unbedingt seinen Besitzer wechseln.

 Die Evolta Batterien von Panasonic: Reif für das Guinness Buch der Rekorde.

  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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