Super-GAU Biogasanlage: Nase zuhalten!



Leo Riebenbauer über „Grösste Anzunehmende Unfälle“ erneuerbarer Energien

Leo Riebenbauer: Österreichischer Visionär erneuerbarer Energieformen.Wenn’s dort einen Super-GAU gibt, muss man sich einen Tag die Nase zuhalten, weil einer das Jauchefass umgeschüttet hat.“ Viel treffender als Leo Riebenbauer kann man schwerlich das Restrisiko oder Risikopotential erneuerbarer Energieformen beschreiben. Der Ökofreak aus der östlichen Steiermark, dies meine ich weder despektierlich und schon gar nicht abwertend, was aber streng genommen sowieso dieselbe Bedeutung hat, hat nicht Visionen bezüglich erneuerbarer Energien, sondern er lebt diese aus und vor allem auch konsequent vor.

Das Interview „Ein Wanderapostel mit Visionen“ im Standard von David Krutzler mit dem eben jenem Wanderapostel mit den Öko-Ideen, wie Riebenbauer sich selbst bezeichnet, hat eine derart positive Faszination auf mich ausgeübt, dass ich spontan beschlossen habe, diesem grünen Herrn einen kurzen Artikel zu widmen. 

Seit zwei Jahrzehnten tüftelt und kämpft der ökologische Vorreiter nun schon gegen die atomaren und fossilen Reiter der Apokalypse, um nun selbst einmal die Bildsprache von Riebenbauer zu verwenden. In seinem „Büro für erneuerbare Energien“ plant und verwirklicht er jene Pläne und Projekte, welche im Gegensatz zu Atomstrom und fossilen Energieträgern zukunftsweisend sind und darüberhinaus neue Arbeitsplätze schaffen. Denn der steirische Daniel Düsentrieb hat mittlerweile für 17 Menschen sogenannte „Green Jobs“ geschaffen, also Arbeitsstellen auf dem Sektor der nachhaltigen Energiegewinnung.

Dass nicht immer alles eitler Sonnenschein und im grünen Bereich war, verschweigt Riebenbauer nicht. Das heutige langsam erwachende Bewusstsein für unsere Umweltprobleme und Energiesorgen stand vor 20 Jahren erst in den benzingetränkten und erdölgeschwängerten Kinderschuhen. Der Preis für ein Barrel Erdöl war im Keller, die Akzeptanz für Alternativen in Form von Alternativenergien lag im selben Loch gelagert. Und so machte sich eben Leo Riebenbauer auf, mit viel Enthusiasmus und in seiner Freizeit die Menschen von seinen Ideen zu überzeugen.

Ein Bauer verbrennt sein Stroh. Es ist Tag, doch die Sonne scheint nicht. Denn der Qualm des unnützen Strohs verdeckt die Sonne. Heute steht im niederösterreichischen Satteldorf eine Strohheizung und erzeugt aus dem überschüssigen Material Wärme. Und die anfallenden Aschereste dienen ganz nebenbei als Düngemittel und kommen als Gülle zurück zum Ursprung. So einfach ist das! Zumindest, wenn es nach Leo Riebenbauer geht.

Denn der Ingenieur mag es einfach. Keine globalen Lösungen müssen her, sondern im Kleinen liegt die Effizienz. Keine trägen, schwerfälligen Energiepläne, welche durch die Instanzen zur Langsamkeit verurteilt sind, sondern dezentrale Systeme, welche auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region schnell und bedarfsgerecht reagieren und in weiterer Folge die Energie dort produzieren, wo sie benötigt wird. Räumlich begrenzte Energiekonzepte, deren Umsetzung für Arbeitsplätze und verlustminimierte Bereitstellung des geforderten Bedarfs sorgen. Und diese einzelnen Subsysteme dann zu einem großen Ganzen zusammenführen. Dies ist der Traum von Riebenbauer.

Deshalb lässt er auch Kritik nicht gelten, dass erneuerbare Energien als nicht zu bewätigender Kostenfaktor gesehen werden. Zumindest, wenn es um die Aussagen auf politischer Ebene geht. Seine Schlussfolgerung ist einfach und präzise: „Wenn man auf Atomstrom und auf Benzin die Umweltkosten und kalkulierbaren Risiken draufschlagen würde, bräuchten wir keine Fördergelder für Ökostrom mehr.“

Also, wer beim nächsten Super-GAU sämtliche Restrisiken ausschalten möchte, möge sich als Schutzmaßnahme einfach die Nase zuhalten. Dies funktioniert leider nur im schon eingangs erwähnten Havarieren einer Biogasanlage. Im Falle von Fukushima oder Tschernobyl haben die meisten von uns leider die Nase gestrichen voll. Nicht nur einen Tag lang, sondern bereits seit 25 Jahren.            


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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