Bio Natur - Der Weblog

30.4.2011

WeGreen: Transparentes und nachhaltiges Suchen

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 08:43

Suchmaschine mit Nachhaltigkeitsampel

Eine oftmals bemühte und gleichermaßen strapazierte Floskel sagt: “Vor lauter Wald sieht man die Bäume nicht.” Und so verhält es sich auch mit jener Suchmaschine mit dem bezeichnenden Titel “WeGreen“.

WeGreen: Transparenzmaschine für mehr Nachhaltigkeit mit Nachhaltigkeitsampel.Wie bereits Sebastian Backhaus in seinem Artikel WeGreen: Transparenzmaschine für mehr Nachhaltigkeit im Eingangssatz schreibt: “WeGreen, die Suchmaschine, die Transparenz im Bereich Nachhaltigkeit schafft, gibt es schon etwas länger und ich hatte bisher noch gar nicht darüber berichtet. …”, darf auch ich Versäumtes nun eiligst nachholen.

Wer jetzt nicht weiterlesen möchte, könnte sich das kurze Video anschauen, welches die Grundzüge von WeGreen erklärt.

Ja, ich weiss, Taten zählen mehr als schöne Worte. Aber es ist natürlich trotzdem schön, dass Sie weiterlesen. Anders als bei sonstigen Derivaten gefällt bei “WeGreen“, dass die UserInnen in einen Dialog mit der Suchmaschine treten sollen und aus dieser Interaktion heraus wiederum für andere BenutzerInnen nützliche Informationen entstehen sollen. D.h., um nützliche Infos massentauglich bereitstellen und transparent aufbereiten zu können, bedarf es der Mithilfe sowohl von BewerterInnen als auch von Bewertenden.

Denn “WeGreen” gibt nicht nur den KäuferInnen die Chance, anderen ihre eigenen Meinungen, Erfahrungen und Sichtweisen der Unternehmen näherzubringen, sondern fordert in gleichem Maße die Firmen auf, sich zu Kritik an eigenen Produkten und Dienstleistungen zu äußern und Stellungnahme zu beziehen. Dieser Dialog zwischen VerbraucherInnen und FirmenvertreterInnen soll dann letztendlich in der sogenannten Nachhaltigkeitsampel zu einer Bündelung und transparenten aussagekräftigen Bewertung führen.

Die Idee ist gut. Inwieweit sich jedoch soziales Verantwortungsbewusstsein und fundierte Berichterstattung durch die Suchmaschine für die eigenen Kaufentscheidungen nach ökologischen Gesichtspunkten und nachhaltigen Argumenten heranziehen lassen, bleibt abzuwarten. Besonders das immer mehr um sich greifende Greenwashing bietet hier sicherlich gute Möglichkeiten für Unternehmen, sich doch etwas anders zu präsentieren, als es in Wahrheit ist. In Zeiten des Internets ist nichts so schnell verbreitet wie ein gut gemachtes Fake, wie ich selbst erst kürzlich durch die Petition gegen das Heilpflanzenverbot am eigenen virtuellen Leib leidvoll erfahren musste.

Andererseits lässt sich natürlich argumentieren, dass genau aus diesem Grunde der schnellen Verbreitung von Unwahrheiten und Propaganda die NutzerInnen von ethischen Verfehlungen oder falschen Informationen einfach unterrichtet werden. Ich werde die Suchmaschine “WeGreen” dementsprechend in Zukunft genauer beobachten. Und je mehr Menschen Teil dieser Kommunikation werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch nützliche und vor allem transparente Bewertungen entstehen, welche schlussendlich uns allen zugute kommen.

Wer die Suchmaschine unterwegs vom Handy aus nutzen möchte bzw. mit Firefox im Netz unterwegs ist, sollte sich vielleicht auch einmal die verschiedenen Applikationen dazu auf “WeGreen Apps” anschauen.       

29.4.2011

Kahle Erde: Wüstenplanet durch Waldverlust

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 01:29

35 Fussballfelder Wald sterben pro Minute

Waldkulturerbe: 2011 ist das Jahr der Wälder.Wir schreiben das Jahr 2011. Es ist das Jahr des Waldes, das Jahr der Wälder. Wir schreiben das Jahr 2050. Es ist das Jahr des einstigen Waldes, das Jahr der vergangenen Wälder. Der WWF prognostiziert bis zu eben jenem allzu nahen Zeitpunkt in 39 Menschenjahren einen Verlust unserer Waldbestände von 230 Millionen Hektar. Eine unvorstellbare Fläche, welche uns allen, den Orang-Utans auf Borneo, der Weltwirtschaft, dem Weltklima, der natürlichen Filterung unseres Trinkwassers, der durch Bäume vor Erosion geschützten Berghängen und unzähligen weiteren Faktoren dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der WWF hat damit das erste Kapitel des WWF-Living Forests Reports geschrieben. Es bleibt zu hoffen, dass uns die Zeit bleibt, weitere Kapitel folgen zu lassen.

35 Fussballfelder voller Bäume werden pro Minute durch Abholzung und Kahlschlag ihr einstiges Aussehen radikal verlieren. Auf die nächsten 39 Jahre hochgerechnet bedeutet dies die siebenfache Fläche der Bundesrepublik Deutschlands. Im Jahre 2050 wird die Menschheit eine Waldfläche von der 27-fachen Fläche des österreichischen Staatsgebietes verloren haben.

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Jahr der Wälder erklärt. Bis zum Jahr 2011 hat der Mensch jedoch schon die Hälfte der weltweiten Waldbestände ausgelöscht. 13 Millionen Hektar an Regenwald verschwinden spurlos pro Jahr. Bis zum Jahr 2020 wird auch die letzte Spur Regenwald verschwunden sein. Und dann folgen die anderen letzten natürlichen Klimaschützer mit Namen Baum.

Wir sägen auf dem sprichwörtlichen Ast, auf welchem wir gemeinsam sitzen und der unser Klima trägt.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.  

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs. 

28.4.2011

Heilpflanzenverbot: Mea culpa maxima!

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 03:37

Eine Petition, ein Fake, eine Entschuldigung

Ich hatte am 22.04.2011 zum Unterschreiben der Petition gegen das Verbot von Heilpflanzen aufgerufen. Und nun muss ich zähneknirschend all meine LeserInnen um Entschuldigung bitten, denn ich bin in meiner Euphorie und im Kampf gegen die Großen dieser Welt einem Irrtum aufgesessen. Ich bin den InitiatorInnen dieser nicht existierenden Petition gründlich auf den Leim gegangen. Es ärgert mich zwar maßlos, dass auch ich oftmals unbesehen alles schlucke, was mir auf dem Präsentierteller Internet serviert wird, aber es ist nun einmal geschehen und nicht mehr zu ändern.

Hätte ich so sorgfältig recherchiert wie ich es eigentlich von mir selbst erwarte, wäre ich möglicherweise schon früher auf den Artikel “Irritationen angesichts im Internet kursierender E-Mails “EU-Verkaufsverbot für Heilpflanzen” gestossen. Hätte, wenn und aber, bin ich aber nicht. Und so bitte ich all meine LeserInnen um Entschuldigung für die unbegründete Panikmache. Und was lerne ich daraus?

Ich werde in Zukunft noch genauer prüfen, hinterfragen und selektieren müssen. Ich hoffe, dass ich nicht Ihr Vertrauen missbraucht habe. Dass sogar medizinische und mit der Materie vertrautere Blogs diesem Schwindel aufgesessen sind, macht mir die Sache zwar nicht leichter, aber ich bitte Sie um Verständnis für meinen Schnellschuss, welcher sich im Nachhinein als Fangschuss herausgestellt hat.

Petition gegen Heilpflanzenverbot ist ein Fake. Bitte nicht unterschreiben! 

   

27.4.2011

Play Ludwig: Physikalische Phänomene spielend lernen

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 19:47

Bruchlandung auf der Erde: Roboter Ludwig aus dem All

Lassen wir in doch einmal die unsägliche PISA-Studie außen vor, wenngleich der Titel “Bruchlandung ” dieses suggerieren könnte, und konzentrieren uns lieber auf jene Möglichkeiten, wie den Lernschwächen der heutigen Generation möglicherweise effektiv zu begegnen ist. Bewegen wir uns weg von Biodiversitätsstrategien und hin zu den spielerischen Elementen des Lebens und in diesem Falle Lernens. Und weil ich in letzter Zeit sowieso auf dem spielerischen Trip (CO2-frei in Evolta City, Education und Entertainment in Welios, Nachhaltige Online- und Umweltspiele) unterwegs bin, passt die Vorstellung des Lernspiels “Play Ludwig” ganz gut in den Kontext der letzten Artikel.

Aufmerksam geworden auf den namensspenden Roboter Ludwig bin ich eigentlich durch meine Tochter, welche sich an der FH Krems für den Studiengang Tourismusmanagement beworben hat. Und weil Krems auch die Donau-Uni beheimatet und den sogenannten Fachbereich “Applied Game Studies” des Departments für Bildwissenschaften, stieß ich zufällig auf das Lernspiel Ludwig.

Play Ludwig: Lernspiel des österreichischen Lehrplans für den Physikunterricht.

Besagter Roboter ist eigentlich im weiten All unterwegs. Ob er dabei Mr. Spock und Captain Kirk getroffen hat, weiss ich nicht. Was allerdings bekannt ist: Ludwig erleidet eine kapitale Bruchlandung und wie es der Zufall will, landet er unversehrt auf unserem Heimatplaneten Erde. Und hier beginnt seine Reise durch die unbekannten physikalischen Phänomene. Der Roboter wird mit den verschiedenen Naturgesetzen konfrontiert, welche bereits zu meiner Schulzeit Gültigkeit hatten. Ludwig lernt, wie diese Gesetzmäßigkeiten miteinander verzahnt sind, experimentiert und löst Aufgabenstellungen mithilfe des erworbenen Wissens.

Alexander Pfeiffer und Thomas Wernbacher vom Fachbereich für Angewandte Spielewissenschaften, welche die Entwicklung des Spiels durch das Wiener Entwicklungsstudio Ovos begleiten, sehen im Konzept von Ludwig eine Modernisierung der Unterrichtsmethoden. “Frühere Lernkonzepte von Lernspielen konnten nur abtesten, ob Antworten richtig oder falsch sind, sie boten serielles Lernen als Vokabel- oder Mathematiktrainer.” Wenn ich selbst retrospektiv die damals üblichen Lerntechniken der Multiple-Choice-Aufgaben meiner eigenen Schulzeit betrachte, sicherlich ein wahres Wort. Entweder die Anwort “passte” oder sie war eben falsch. Ähnlich verhielt es sich mit Fremdwörtervokabeln. Französisch und Englisch wurde vielfach so vermittelt und von uns erledigt, in dem wir uns die Wörter einfach “reinzogen” und hofften, bis zur nächsten Prüfung noch möglichst viel rekapitulieren zu können. So einfach war das damals. Oder so schwierig.

Doch die heutige Medienwelt erfordert ein Umdenken. “Es ist notwendig geworden, auf die zunehmende Kluft zwischen schulischer und medialer Lebensumwelt der Jugendlichen zu reagieren und die Herausforderung dieser Entwicklung aktiv anzunehmen.” (Standard: Spielen mit den Naturgesetzen)

Doch die Gratwanderung wird nicht einfach werden. Um für ein Spielkonzept wie Ludwig bei den heutigen von Internet, Onlinespielen und Playstation infizierten SchülerInnen Akzeptanz zu schaffen, bedarf es sicherlich ausgefeilter audio-visueller und grafischer Techniken. Die heutigen 3-D-Welten von Avatar & Co haben die Messlatte sehr hoch gelegt. Um hier konkurrieren zu können und neben dem Spieltrieb auch das Interesse für gemeinhin als nicht gerade interessant geltende Schulfächer wie Physik langfristig zu wecken, bedarf es sicherlich aufwändiger Programmierungen.

Daneben ist es sicherlich auch nicht gerade ein Leichtes, die Lehrkräfte von der Notwendigkeit und Effektivität solcher Hilfsmittel zu überzeugen respektive das notwendige Hintergrundwissen von heute auf morgen zu vermitteln. 80 Prozent der SchülerInnen halten es für absolut wünschenswert, durch den Einsatz solcher Lernspiele den Unterricht zu bereichern. Doch damit die Lehrkräfte nicht als Schüler Mephistopheles’ enden und im Sinne von Goethe den Gedankengängen des Teufels ein “Kann Euch nicht eben ganz verstehen.” ausrufen müssen, sondern  

Ich wünschte recht gelehrt zu werden,
Und möchte gern, was auf der Erden
Und in dem Himmel ist, erfassen,
Die Wissenschaft und die Natur.

Motivation durch spielerisches Lernen: Das Lernspiel Play Ludwig kommt ab Herbst 2011 in Österreichs Schulen.bedarf es nach Pfeiffer noch gründlicher Aufklärungsarbeit. Denn die Grundidee von “Play Ludwig” orientiert sich schließlich an den vielfach erprobten und bei den meist jüngeren SpielerInnen bestens bekannten Mechanismen. Zunehmend schwierigere Aufgabenstellungen und immer komplexere Handlungsstränge werden durch Learn-by-doing gelöst oder eben: Übung macht den Meister! Ab Herbst 2011 tritt der Roboter Ludwig an, um zunächst den SchülerInnen der fünften bis achten Jahrgangsstufen dieses physikalische Wissen anhand einer großen Bibliothek von Anwendungen, Phänomenen und Prinzipien auf spielerische Weise zu vermitteln.

Wer sich nun schon einmal vorab über das Spielprinzip und die damit verbundenen Lernziele von “Play Ludwig” informieren möchte, findet bei Klick auf das nebenstehende Bild die Weiterleitung. Allerdings betonen die Entwickler des Spiels, dass solche Hilfsmittel immer nur eine begleitende Maßnahme neben dem eigentlichen Lernen darstellen können und natürlich dementsprechend auch als solche aufgefasst werden sollen. Wernbacher dazu: “Es kann nur so sein, dass man ein Spiel wie Ludwig als Ergänzung einsetzt. Die Vielfalt an Unterrichtsmethoden sollte alle Schüler dort abholen, wo sie sich befinden.”

Ab Herbst 2011 erfolgt die flächendeckende Evaluation von Ludwig. Lassen wir uns also überraschen, ob und besonders in welchem Maße sich positive Transfereffekte bezüglich der FaktorenWissen, Motivation und in Interesse einstellen.   

26.4.2011

Biodiversitätsstrategie 2020 der EU

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 22:25

EU-Aktionsplan zur Erhaltung der Biodiversität bekommt Nachfolger

Nachdem bereits im Jahr 2006 der sogenannte ”EU-Aktionsplan zur Erhaltung der Biodiversität” bis zum Jahr 2010 mit Vorgaben glänzte, welche selbst im Jahr 2011 noch meilenweit von ihren Zielvorgaben entfernt sind, machen es sich Europas Regierungen eben einfach und beschließen einen neuen Plan. In meinem Artikel “UN-Artenschutzkonferenz liefert Ergebnisse” hatte ich schon darauf verwiesen, dass sich die Erfüllung der Hauptziele wohl mehr als Wunschdenken ohne Realitätsbezug herausgestellt hat. Sozusagen eine Proklamation, welche ins Kraut schoss, ohne das damit verbundene Grüne zu treffen.

Und weil die Menschheit in Sachen Verlust der biologischen Vielfalt und deren Möglichkeiten der Verringerung nichts Besseres einfällt als Theorie ohne Praxis, zaubert die EU-Kommission zur Kompensation der eigenen Ratlosigkeit ganz einfach neue Pläne unter den Schreibtischen hervor. Und da sich “2020 Biodiversitätsstrategie: Unsere Lebensversicherung, unser Naturkapital. Eine Biodiversitässtrategie bis 2020” mindestens genauso gut anhört wie das zu Grabe getragene Vogängermodell, wird ab 04. Mai 2011 der Artenschutz, die biologische Vielfalt und die Verschlechterung der Ökosystemleistungen richtig forciert und in Balance gebracht.

Der Plan wurde schon mehrfach verschoben, die Ausgangslage bleibt aber dieselbe. Die Worte wurden umformuliert, die Sätze geschliffen, die Zielsetzungen wiederholen sich.

- die Verbesserung der Situation von Arten und Wiederherstellung von Lebensräumen, 
- die bessere Vernetzung der Schutzgebiete des Netzes “Natura 2000″ (Green Infrastructure), 
- die bessere Integration des Naturschutzes in die Agrar- und Fischereipolitik, 
-  Instrumente im Kampf gegen den Klimawandel und gegen invasive Arten (Invasive Alien Species, IAS), 
-  sowie die Reduzierung des “ökologischen Fußabdrucks” der EU weltweit.

Natura 2000: Teil der Biodiversitätsstrategie 2020 der EU.Schaut man sich die Definition und Ziele des Natura 2000-Projektes auf der Webseite des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) an, steht dort etwas von einem “EU-weiten Netz von Schutzgebieten zum Erhalt der in der Europäische Union EU gefährdeten Lebensräume und Arten.” Und als Erklärung, aus welchen Komponenten sich Natura 2000 zusamensetzt, folgt dann folgendes: “Es setzt sich zusammen aus den Schutzgebieten der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten) und den Schutzgebieten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen).

Jedes Mitglied der EU ist verpflichtet, für diesen Zweck besonders wertvolle Areale zu melden, diese als Natura 2000-schutzwürdig zu deklarieren und in weiterer Folge auch notwendige Managementpläne zur Umsetzung dieser Richtlinien zu erarbeiten. Aus diesem Grunde wurde das bayerische Estergebirge auch als Vogelschutzgebiet und Fauna-Flora-Habiat (FFH)-Gebiet im Sinne dieser Pflicht auserkoren. Auf einer Informationsveranstaltung in Eschenlohe kamen nun aber erste Bedenken der LandwirtInnen, welche dieses Gebiet bewirtschaften. (Natura 2000: Die Skepsis bleibt). Aus Sicht der LandwirtInnen wird die nachzuvollziehende Befürchtung geäußert, dass durch die Kartierung und mögliche Umwidmung Weideflächen verlorengehen. Doch die Behörden versuchen, diese Bedenken zu zerstreuen.

Mit den Argumenten, an der bisherigen Nutzung nicht rütteln zu wollen, Weiderechte werden nicht aufgehoben und überhaupt sei der auszuarbeitende Managemantplan für die privaten Grundstückseigentümer sowieso nicht verpflichtend, wird vorsichtshalber schon einmal der ökologische Rückwärtsgang eingelegt. Und obwohl Josef Glatz, Vorsitzender der Weidegenossenschaft Garmisch, unmissverständlich sagt, dass “ein Schutz dieser Flächen für uns nicht tragbar ist“, sprechen die Regierungsvertreter von “konstruktiver Zusammenarbeit” und davon, dass es darum gehe, Akzeptanz zu erreichen. Die Floskel der “Glaubwürdigkeit durch Transparenz” wird bemüht, die Parole ”gemeinsam an einem Strang ziehen” ausgerufen.

Die EU-Kommission möchte durch das neue Regelwerk neue Strategien zur Schaffung eines ökologischen Gleichgewichtes schaffen. Dies ist ihr weder durch den alten Aktionsplan gelungen noch wird es ihr bis zum Jahr 2020 durch die neuen Vorgaben gelingen. Abgesehen davon, dass die Fronten bereits vor Beginn der heissen Phase, das Estergebirge dient hier nur als ein Beispiel, verhärtet sind, schätzt das “Bundesamt für Naturschutz“ die Kosten für die Umsetzung des Projektes auf etwa 6,1 Milliarden Euro (Förderung und Finanzierung von Natura 2000). Wohlgemerkt, wir sprechen hier nur von dem einen Punkt Natura 2000.

Stellen wir doch den rein hypothetischen Fall auf, dass plötzlich in einem Gebiet, welches als FFH-Gebiet unter Schutz gestellt wurde, wertvolle Rohstoffe wie Metalle, riesige Erdgas- oder Erdölvorkommen oder Seltene Erden gefunden werden. Die aktuelle Situation der künstlichen Verknappung der letztgenannten Rohstoffe durch China wird dann wohl die sogenannte Rohstoffdiplomatie auf den Plan rufen. Und ob dann die einmal festgesetzte Kartierung so stehen bleibt wie ursprünglich angeordnet, wage ich zu bezweifeln. Sollten sich Bauern und Behörden tatsächlich auf einem gemeinsamen Nenner geeinigt haben, wird es neue Bauernopfer geben.

Da ist das derzeitige Problem namens Windenergie und Vogelkollisionen: unzureichende EU-Leitlinie zu Windenergie und Natura-2000 wohl nur eines von vielen, welches es bis zum Jahre 2020 noch zu lösen gilt. Aber wie bereits gesagt: Der EU-Aktionsplan zur Erhaltung der Biodiversität wurde auch niemals flügge. Dass Greenpeace im Zuge dieses Vorhabens bis zum anvisierten Zeitpunkt die Schaffung zehn neuer Nationalparks zum Schutz alter Buchenbestände fordert, aber Deutschland gleichzeitig Schlusslicht in Sachen Waldschutz ist, darf dabei nicht weiter stören. Schließlich wurde die Biodiversitätsstrategie 2020 auf Umweltschutzpapier ausgearbeitet. Zumindest hoffe ich dies. Wenn ich ansonsten auch wenig Hoffnung in mir trage.     

       

23.4.2011

Evolta City: Virtuelles Leben ohne CO2

Abgelegt unter: Bezahlte Rezensionen — Paul Boegle @ 04:28

[Trigami-Review]


1. Panasonic und “Evolta City“: Ein Vorwort

Vorab eines, bevor ich die Werbetrommeln für Panasonic und das aus diesem Grunde vorzustellende Onlinegame “Evolta City” rühre. Ich werde im folgenden dezidiert auf die von Panasonic geschaffene virtuelle Welt der “Evolta City“ eingehen und die Grundzüge sowie die Intention, also den Sinn des Spieles, vorstellen. Doch daran anschließend möchte ich auch einige noch zu verbessernde Punkte anfügen, welche mir selbst beim Spielen aufgefallen sind. Dabei lege ich in erster Linie Wert auf jene Punkte, welche in meinen Augen zu mehr Spielspaß und einer Verbesserung des Spielprinzips führen können. Die meisten meiner LeserInnen werden dann sicherlich schon genug vom Lesen haben und sich aufmachen, als BürgermeisterIn zusammen mit dem virtuell-elektronischen Helfer und Assistenten namens “Evolta Roboter” oder förmlich “Mr. Evolta“ diese Miniaturwelt zu entdecken nach den eigenen CO2-freien Wünschen aufzubauen.

Doch ich möchte, da sich manche vielleicht fragen, weshalb ich mich in den (bezahlten) Dienst von Panasonic stelle, kurz jene Beweggründe anführen, weshalb ich über das Onlinespiel von Panasonic berichte. Dass dabei Geld eine Rolle spielt, lassen wir doch dezent beiseite. Ich brauche Ihnen ja nicht alles auf die Nase binden. Aber ich darf weiterhin, manche werden dies jetzt vielleicht als Rechtfertigung auslegen, erwähnen, dass sich die Firma Panasonic im von Greenpeace veröffentlichten “Grünen Elektronik-Ratgeber 2010“, welchen ich auf meinem Blog schon vorgestellt habe, auf einem guten 6. Platz befindet. Dies bedeutet unter insgesamt 18 getesteten Elektronikkonzernen zwar nicht die Erfüllung aller Träume und Wünsche von uns KonsumentInnen, aber es zeigt doch, dass Panasonic dem Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einräumt. (Bei Interesse nach dem Ratgeber einfach die Suche auf meinem Blog benutzen).

Auch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Panasonic in Hamburg, der Umwelthauptstadt 2011, mit dem Haus der Zukunft ein sehr interessantes Konzept für Evolta Roboter von Panasonic: Er hilft bei den ersten Hürden in der CO2-freien Stadt Evolta City.energiesparendes und CO2-armes Wohnen vorgestellt hat. Ebenfalls sehr fortschrittlich zeigen sich die Japaner auch auf dem Sektor des sogenannten Smart-Metering. Es handelt sich hierbei um ein mit der Firma Adunos Konzept, die eigenen Wärmepumpen mit intelligenten Zählern auszurüsten, um so die Energieverbrauchsströme von Haushalten zu messen und diese Daten in mehr Energieeffizienz umzusetzen. (Auch dazu habe ich schon einmal einen kurzen Kommentar abgegeben.)

Doch wirklich ausschlagegebend war, natürlich neben dem finanziellen Aspekt (hatte ich das schon erwähnt?), die vielfach unbekannte Tatsache, dass Panasonic gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation FEE (Foundation for Environmental Education) mit dem sogenannten “kids school - eco learning” Projekt ein Unterrichtsprogramm entwickelt hat, welches junge SchülerInnen auf die Probleme des Klimawandels vorbereiten und gleichzeitig aber auch umweltfreundliches Handeln vermitteln soll.

Dies sind also kurzgefasst einige Beweggründe, weshalb ich meine Haut verkauft habe. Und so hoffe ich nun, dass Sie mir noch ein paar Minuten Ihrer Zeit opfern werden, wenn ich Ihnen und natürlich Euch das Onlinespiel “Evolta City” vorstellen werde. Aber da ich aus eigener Erfahrung weiss, dass Spielen manches Mal weitaus schöner als Lesen ist, lege ich vorsichtshalber den Ungeduldigen eine kleine Rutsche, welche bei Klick auf den nebenstehenden Evolta Roboter aufgeht. Alle anderen bitte ich, mir zu folgen.       

2. Evolta City: Baue eine virtuelle CO2-freie Stadt

Es ist also wieder einmal die Zeit gekommen, ein neues Onlinegame vorzustellen. ”Evolta City“ lautet der Name jener Fiktion, welche es nicht zu erobern, sondern weitsichtig und vor allem nachhaltig zu führen gilt. Brachliegende Grundstücke wollen nutzbar und urbar gemacht werden, unbebautes Land mit verschiedensten Arten und Typen von Gebäuden zum Leben erweckt werden. Die Menschen, ich nenne sie einmal EvoltanerInnen, haben dabei dieselben Bedürfnisse wie jene des realen Lebens. Also Sie, Du und wohl auch ich. 

Als Oberhaupt über den eigenen Bezirk müssen für ausreichend Wohnungsangebote sorgen. Doch um die Mieten bezahlen zu können, braucht es wiederum Arbeitsplätze. Doch wer, wenn nicht die Industrie und die Wirtschaft, können diese zur Verfügung stellen? Also heißt es genügend Unternehmen bauen. Doch was nützt das viele Geld, wenn die EvoltanerInnen keine Gelegenheit bekommen, dieses auszugeben? Um den Frieden zu wahren, sollten schnellstmöglich Freizeiteinrichtungen das Stadtbild prägen. Und weil alle klein anfangen, muss zu Anfang ein Hotdog-Stand und ein Lebensmittelgeschäft genügen. Doch damit wird sich in “Evolta City“ auf Dauer niemand zufrieden geben. Ein Kino oder ein Fussballstadion können da schon wahre Wunder wirken. Aber weil Wunder nun bekanntlich etwas länger dauern und zudem die unangenehme Eigenschaft haben, Geld zu kosten, heißt es mit Bedacht planen und umsichtig schalten und walten.

Schalten ist deshalb auch das Schlagwort. Denn wer den Lichtschalter in den eigenen vier Wänden betätigt oder mit dem Elektroauto zum Arbeitsplatz fahren möchte, benötigt eines: Strom! Und da derselbe bekanntermaßen aus der Steckdose kommt oder durch die Lichtschalter rinnt, wäre eigentlich alles in schönster Ordnung. Wäre, ist es aber nicht. Das echte Leben grüsst.

Fukushima hat es uns wieder einmal gezeigt: Atomstrom will kein Mensch! Außer jene, welche damit die dicke Kohle verdienen. Apropos Kohle. Die CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken zeigen es uns genauso: Fossile Brennstoffe sind sowas von out! Und weil EvoltanerInnen nun genauso Menschen sind wie Du und ich, zumindest spricht nichts dagegen, stehen sie auf dem Standpunkt: Unsere Stadt muss CO2-frei werden. Und da unsere Stadt Ihre Stadt ist, sind Sie gefordert. Und hier fangen die Probleme an. Ihre Probleme als Verantwortliche(r) für den eigenen Stadtteil. Welche erneuerbaren Energieträger setze ich wo und in welcher Menge ein, um den täglichen Bedarf an Strom zu decken?

Am Anfang kein Problem. Die verschiedenen Gebäude wachsen aus dem Boden, die EvoltanerInnen gehen ihrer geregelten Arbeit nach, die Monorails gleiten sanft über die Schienen, die Elektroautos laden die Akkus an den Ladestationen wieder auf und auf der riesigen Reklametafel prangt Ihr eigenes Facebook-Profilbild als Konterfei über der friedlich geschäftigen Stadt. Bis dann plötzlich die Energieanzeige sagt: “Baustopp! Denn die Energie reicht hinten und vorne nicht.” Aber lange Rede, kurzer Sinn: Schauen Sie sich am besten selbst in Ihrer zukünftigen Stadt “Evolta City” um.

3. Fazit: “Evolta City” ist gut, aber verschenkt Potential

Panasonic: Baue die Evolta City CO2-frei.Der Grundgedanke des Onlinespiels von Panasonic findet meine vollste Zustimmung. Nachhaltiges Denken und Handeln wird in unserer Gesellschaft sicherlich mehr und mehr die herkömmlichen Wertvorstellungen und Denkmuster ablösen. Wir werden lernen müssen, dass ressourcenschonendes Tun für den Planeten Erde und damit auch für die Menschheit eine zwingende Voraussetzung für eine lebenswerte und gesicherte Zukunft ist. Ich verweise hierbei auf das Problem der sogenannten Generationengerechtigkeit, welches ich bereits einmal kurz beschrieben habe. Ich darf aber genauso auf meine mehrteilige Artikelserie über das Geo-Engineering hinweisen. Aber dies nur nebenbei.

Das Stadtbild wird sich nach und nach ändern, neue Infrastrukturen werden unmerklich die bisherigen ablösen und selbst die Städtearchitektur und Städteplanung wird sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Die Menüführung und die Steuerung von “Evolta City“ ähnelt dem gängiger Onlinespiele, kann also intuitiv und ohne lange Vorbereitung und Kenntnisse problemlos von UserInnen erfasst werden, welche sich in der Welt virtueller Spiele nicht unbedingt zuhause fühlen. Der logische Aufbau von “Evolta City” folgt dem, was uns der so oft strapazierte gesunde Menschenverstand vorgibt. Also Grundbedürfnisse wie Wohnungen müssen befriedigt werden und ohne Arbeitsplätze keine Zufriedenheit usw. Dass hierbei komplexe betriebswirtschaftliche Prozesse oder auch politische Entscheidungen nicht berücksichtigt werden können, macht dabei sogar Sinn, da es eben ein kostenloses Online-Game für “Zwischendurch” ist und auch so konzipiert wurde. Der Spaß soll im Vordergrund stehen und nicht tiefgreifende Problemstellungen, welche gelöst werden müssen.

Deshalb sind die jetzt folgenden Kritikpunkte auch mehr als Anregung und nicht als Ausdruck meiner Unzufriedenheit anzusehen. Wobei natürlich angemerkt werden darf, dass Verbesserungen aus Sicht von Paul Bögle trotzdem gerne gesehen sind. Als erstes fällt auf, wenn man sich durch den Stadtteil durchspielt: Der Platz für eigene Entfaltungsmöglichkeiten wird relativ schnell zu klein. Wer ernsthaft vorhat, die vielfältigen Freizeiteinrichtungen, Energieversorger, Industriebetriebe oder Wohnungsangebote in ein harmonisches Stadtbild zu integrieren, wird bald an die Grenzen stoßen. Etwas mehr Platz für das Stadtoberhaupt wäre also durchaus wünschenswert. Daneben bringt das beschriebene Problem ein anderes mit sich. Da eben jeder Winkel bebaut werden muss, verliere ich als SpielerIn recht bald den Überblick, welches Gebäude welche Funktion erfüllt. Vielleicht besteht die Möglichkeit, bei Mausberührung des entsprechenden Gebäudes ein paar Funktionen angezeigt zu bekommen? Wäre zumindest für mich hilfreich.

Aber nun kommen wir zu jenem Aspekt, welchen ich als bloggender Grüner und grüner Blogger bei “Evolta City“ wirklich bemängeln muss. Um diejenigen Menschen für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, welche sich mit diesem Thema nicht tagtäglich beschäftigen, muss die Idee und das Konzept des Spieles definitiv noch einmal überarbeitet werden. Ladestationen für Elektroautos: Gefällt mir! Solarkraftwerke: Eine sehr gute Idee! Windräder für die Stromerzeugung: Hat selbstverständlich meine vollste Zustimmung! Und doch fehlen mir jene alternativen Energieformen, welche wohl genauso zukunftsweisend sein werden.

D.h., um hier voll punkten zu können, müssen Begriffe wie Wasserkraftwerke, Biogasanlagen, Photovoltaik, Fernwärme oder Geothermie ebenfalls zumindest in Grundzügen vermittelt werden. Ich weiss, es ist fast unmöglich, sämtliche Gesichtspunkte zur CO2-Reduktion zu berücksichtigen. Mir ist auch bewusst, dass Strohheizungen oder Brunnenwasserkühlungen nur etwas für InsiderInnen ist. Aber wenn ich schon auf den grünen Tisch haue, dann richtig. Deshalb ist es für mich auch ungemein schwierig, ein Windrad mit dem Wissen der Sinnlosigkeit dieses Unterfangens inmitten hoher Wolkenkratzer zu plazieren, weil eben dort kein Lüftchen die Räder antreiben wird. Doch auf genau diese Nuancen muss ich eben Wert legen, um die Effizienz solcher Energieträger den vielen (jungen) SpielerInnen zu erklären. Ähnlich verhält es sich mit Solarzellen. Diese können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie am richtigen Standort plaziert werden. Doch bei “Evolta City“ fehlt mir diese Detailgenauigkeit, welche den meisten wahrscheinlich weder auffallen werden und die sich dementsprechend auch nicht daran stören.

Zum Schluss bleibt mir noch eine Anregung, welche vielleicht seltsam klingen mag, aber in meinen Augen durchaus Sinn macht. Warum werden den StädtebauerInnen nicht auch Kohlekraftwerke (von Atomkraft sehe ich aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um Fukushima und den 25-jährigen Jahrestag von Tschernobyl ab), Erdölraffinerien oder Tankstellen mit fossilen Treibstoffen zur Auswahl gestellt? Natürlich müsste sich dies in entsprechenden Umweltfaktoren niederschlagen, um zu verdeutlichen, wie schädlich sich die Nutzung dieser Möglichkeiten auf die eigene CO2-Bilanz niederschlägt. Wer also weiterhin auf die veralteten Techniken setzt, wird durch schlechte Umweltwerte in der eigenen Stadt bestraft. Und dies wird sich auf kurz oder lang natürlich auch auf die Zufriedenheit der EvoltanerInnen auswirken.

Es bliebe noch vieles über “Evolta City” zusagen. Sowohl weitere Kritikpunkte, aber sicherlich genauso viele positive Aspekte bleiben in diesem Review unerwähnt. Doch da ich förmlich spüren kann, dass die meisten von ihnen auf den erlösenden Schlusssatz warten, ziehe ich eben die Notbremse. Bevor ich dies aber endgültig mache, bleibt mir noch der Hinweis auf einen kleinen blauen Gesellen, welcher bereits ungeduldig mit den Fingern trommelt und der sich ebenfalls vorstellen möchte. Und im Gepäck hat Mr. Evolta, wie er sich selbst gerne bezeichnet, auch noch ein paar Überraschungen.  

4. Der Evolta Roboter auf Facebook

Und weil der blaue “Mr. Evolta” oder zu deutsch “Evolta Roboter” natürlich auch auf Facebook für seinen Dienstgeber Panasonic Rede und Antwort steht, würde sie/er sich über einen kleinen Plausch mit Ihnen und Euch freuen. Selbstverständlich wird dabei immer das erklärte Ziel von “Evolta City” im Vordergrund stehen: “Build Your Zero CO2-Emission City & Win Electrical Bikes.” Oder ganz banal auf Deutsch: Ran ans Gewinnspiel und rauf auf das elektronische Bike! Oder gewinne ein 5-Jahres Evolta Batterien Package. Und diese haben es wirklich in sich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Kraftpaket von Panasonic hat es als erste Batterie tatsächlich geschafft, im Guinness Buch der Rekorde als “ausdauerndste AA-Alkaline-Batterie der Welt” aufgenommen zu werden.

So, meine lieben LeserInnen, welche sich dazu durchgerungen haben, bis hierher weiterzulesen. Die meisten werden sich nun von mir mit einem herzhaften Gähnen verabschieden. Paul Bögle hat seine Schuldigkeit getan, Paul Bögle kann nun gehen. Und ich hoffe, dass ich die meisten auf “Evolta City” so neugierig gemacht habe, dass die folgende Weiterleitung zum Onlinespiel nun nahtlos gelingt.

Ich darf deshalb jetzt viel Spass wünschen und hoffe trotz all der Spielfreude, dass dadurch nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verloren wird. Denn nur durch unser eigenes Verhalten bestimmen wir unsere weitere Zukunft. Nachhaltiges Handeln und das Wissen, dass wir dringend unsere Lebensgewohnheiten und den damit verbundenen CO2-Ausstoss drastisch reduzieren müssen, können spielerisch vermittelt werden. Doch bei all der Freude am spielerischen Entdecken sollten wir den Ernst der Lage nicht vergessen.


Die “Evolta City” möchte CO2-frei werden.

Und ein elektronisches Bike möchte unbedingt seinen Besitzer wechseln.

 Die Evolta Batterien von Panasonic: Reif für das Guinness Buch der Rekorde.

  

22.4.2011

Heilung verboten: Unheil droht durch Pharmaindustrie!

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 20:33

Verwendung Traditioneller und Pflanzlicher medizinischer Produkte (THMPD)

Drohte uns erst gestern ein möglicher Super-GAU durch Biogasanlagen, welcher aber mit einfachsten Mitteln zu bekämpfen ist, bekommen wir es heute wirklich knüppeldick. Und dieses Mal kommt die Breitseite in Form der chemischen Medizinkeule durch die allzu profitgierige Pharmaindustrie daher. Doch leider hilft hierbei kein noch so kräftiges Nase zu und durch, wie es Leo Riebenbauer als Lösungsvorschlag für den Fall der Fälle vorschlägt. Hier nützt nur noch eine Petition, welche all jene unterschreiben, welche einem gesunden Kräutertrunk nicht abgeneigt sind. Also so wie z.B. Paul Bögle.   

Dies hört sich doch eigentlich ganz gut an. Schließlich hat die alternative Medizin in Form von Ayurveda oder ganzkörperlichen Heilpraktiken auf Naturbasis und mithilfe natürlicher Produkte und pflanzlicher Heilkräfte abseits der Pharmamedizin mittlerweile einen festen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Oder etwas unfeiner ausgedrückt: “Wir sollten nicht alles in uns hineinfressen, was uns die Pharmaindustrie auf dem goldenen Teller präsentiert.”

Doch genau dieses Szenario droht uns in Zukunft. Und daran schuld ist eben die unscheinbare Überschrift “Verwendung Traditioneller und Pflanzlicher medizinischer Produkte (THMPD)” in Verbindung mit der allmächtigen Pharmalobby. Wobei das THMPD für das englische Traditional Herbal Medicinal Products Directive steht. Eine EU-Richtlinie (Richtlinie 2004/24/EG), welche der Vereinheitlichung von Zulassungsverfahren für traditionelle Kräuterzubereitungen dient, welche für medizinische Zwecke eingesetzt werden.

Heilung verboten: Petition gegen das Verbot natürlicher Heilmittel.

Petition gegen Heilpflanzenverbot ist ein Fake. Bitte nicht unterschreiben!

Liebe LeserInnen, ich bitte um Entschuldigung. Aber die Petition gegen das Heilpflanzenverbot ist scheinbar ein Fake. Bitte dazu den Nachtrag “Heilpflanzenverbot: Mea culpa maxima“ beachten.

So weit, so gut! Doch leider in diesem Falle überhaupt nicht gut. Denn damit wird festgelegt, dass zukünftig Extrakte und Mischungen aus Kräutern als medizinsche Produkte deklariert werden müssen. Dies bedeutet, haben Sie bisher Ihre Naturheil-, Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel problemlos und aus tiefster Überzeugung gekauft, wird diese Richtlinie Ihnen dies verbieten. Denn weil Heilpflanzen auf Betreiben der Pharmalobby ab nun unter medizinische Produkte fallen, ist für deren Zulassung auch ein entsprechendes Zulassungsverfahren notwendig. Was macht also die kleine Kräuterhexe von nebenan, wenn Sie Ihren Salbeitee und die Baldriantropfen an Frau und Mann bringen möchte?

Sie sucht sich zuerst einmal potentielle GeldgeberInnen, welche ihr die für die Prüfung notwendigen riesigen Summen für die Durchlaufung der Richtlinie und der darin geregelten Zulassungsvoraussetzungen zur Verfügung stellen. Findet sie keine entsprechenden SponsorInnen, bleibt sie auf ihren Naturprodukten sitzen und wir freuen uns auf einen allopathischen Zaubertrank aus der Talenteschmiede der chemischen Schulmedizin. Die Pharmaindustrie durchläuft dieses Procedere natürlich genauso. Doch ich denke, das Geld wird dort etwas lockerer sitzen als bei Druide Miraculix.

Falls Sie selbst ambitionierte Kräuterhexe oder moderner Miraculix sind oder werden wollen und sich mit dem Gedanken tragen, ein Naturprodukt auf den Markt zu bringen, darf ich Sie gleich vorwarnen. Um Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf die Kosten für solch einen Plan zu geben, schauen Sie sich doch einfach und vollkommen unbedarft die sehr sperrige Kostenverordnung für die Zulassung von Arzneimitteln durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (AMG-Kostenverordnung - AMGKostV). Lesen Sie sich um Himmelswillen nicht den kompletten Kauderwelsch durch, denn Sie wollen ja nur wissen, welche Kosten auf Sie zukommen. Also scrollen Sie zu Punkt 10 und sperren Sie die Augen auf und Ihren kleinen homöopathischen Laden gleich danach wieder zu.

So, ich hoffe, ich konnte Ihren Optimismus wieder etwas dämpfen und Ihre chemischen Gelüste in gegenteiliger Weise wecken. Sollten Sie allerdings so wie ich mit demHeilung verboten: Unterzeichnen auch Sie die Petition gegen das Vorhaben der Pharmaindustrie. Vorgehen nicht einverstanden sein, bleibt uns noch eine kleine Möglichkeit. Bis zum 30. April unterschreiben wir die Petition gegen das Verbot natürlicher Heilmittel und Kräuter. Die Pharmakonzerne werden sich von ihrem Vorhaben nicht freiwillig abbringen lassen. Deshalb habe ich die Petition bereits online unterzeichnet. Machen auch Sie mit!

21.4.2011

Super-GAU Biogasanlage: Nase zuhalten!

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 21:14


Leo Riebenbauer über “Grösste Anzunehmende Unfälle” erneuerbarer Energien

Leo Riebenbauer: Österreichischer Visionär erneuerbarer Energieformen.Wenn’s dort einen Super-GAU gibt, muss man sich einen Tag die Nase zuhalten, weil einer das Jauchefass umgeschüttet hat.” Viel treffender als Leo Riebenbauer kann man schwerlich das Restrisiko oder Risikopotential erneuerbarer Energieformen beschreiben. Der Ökofreak aus der östlichen Steiermark, dies meine ich weder despektierlich und schon gar nicht abwertend, was aber streng genommen sowieso dieselbe Bedeutung hat, hat nicht Visionen bezüglich erneuerbarer Energien, sondern er lebt diese aus und vor allem auch konsequent vor.

Das Interview “Ein Wanderapostel mit Visionen“ im Standard von David Krutzler mit dem eben jenem Wanderapostel mit den Öko-Ideen, wie Riebenbauer sich selbst bezeichnet, hat eine derart positive Faszination auf mich ausgeübt, dass ich spontan beschlossen habe, diesem grünen Herrn einen kurzen Artikel zu widmen. 

Seit zwei Jahrzehnten tüftelt und kämpft der ökologische Vorreiter nun schon gegen die atomaren und fossilen Reiter der Apokalypse, um nun selbst einmal die Bildsprache von Riebenbauer zu verwenden. In seinem “Büro für erneuerbare Energien” plant und verwirklicht er jene Pläne und Projekte, welche im Gegensatz zu Atomstrom und fossilen Energieträgern zukunftsweisend sind und darüberhinaus neue Arbeitsplätze schaffen. Denn der steirische Daniel Düsentrieb hat mittlerweile für 17 Menschen sogenannte “Green Jobs” geschaffen, also Arbeitsstellen auf dem Sektor der nachhaltigen Energiegewinnung.

Dass nicht immer alles eitler Sonnenschein und im grünen Bereich war, verschweigt Riebenbauer nicht. Das heutige langsam erwachende Bewusstsein für unsere Umweltprobleme und Energiesorgen stand vor 20 Jahren erst in den benzingetränkten und erdölgeschwängerten Kinderschuhen. Der Preis für ein Barrel Erdöl war im Keller, die Akzeptanz für Alternativen in Form von Alternativenergien lag im selben Loch gelagert. Und so machte sich eben Leo Riebenbauer auf, mit viel Enthusiasmus und in seiner Freizeit die Menschen von seinen Ideen zu überzeugen.

Ein Bauer verbrennt sein Stroh. Es ist Tag, doch die Sonne scheint nicht. Denn der Qualm des unnützen Strohs verdeckt die Sonne. Heute steht im niederösterreichischen Satteldorf eine Strohheizung und erzeugt aus dem überschüssigen Material Wärme. Und die anfallenden Aschereste dienen ganz nebenbei als Düngemittel und kommen als Gülle zurück zum Ursprung. So einfach ist das! Zumindest, wenn es nach Leo Riebenbauer geht.

Denn der Ingenieur mag es einfach. Keine globalen Lösungen müssen her, sondern im Kleinen liegt die Effizienz. Keine trägen, schwerfälligen Energiepläne, welche durch die Instanzen zur Langsamkeit verurteilt sind, sondern dezentrale Systeme, welche auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region schnell und bedarfsgerecht reagieren und in weiterer Folge die Energie dort produzieren, wo sie benötigt wird. Räumlich begrenzte Energiekonzepte, deren Umsetzung für Arbeitsplätze und verlustminimierte Bereitstellung des geforderten Bedarfs sorgen. Und diese einzelnen Subsysteme dann zu einem großen Ganzen zusammenführen. Dies ist der Traum von Riebenbauer.

Deshalb lässt er auch Kritik nicht gelten, dass erneuerbare Energien als nicht zu bewätigender Kostenfaktor gesehen werden. Zumindest, wenn es um die Aussagen auf politischer Ebene geht. Seine Schlussfolgerung ist einfach und präzise: “Wenn man auf Atomstrom und auf Benzin die Umweltkosten und kalkulierbaren Risiken draufschlagen würde, bräuchten wir keine Fördergelder für Ökostrom mehr.”

Also, wer beim nächsten Super-GAU sämtliche Restrisiken ausschalten möchte, möge sich als Schutzmaßnahme einfach die Nase zuhalten. Dies funktioniert leider nur im schon eingangs erwähnten Havarieren einer Biogasanlage. Im Falle von Fukushima oder Tschernobyl haben die meisten von uns leider die Nase gestrichen voll. Nicht nur einen Tag lang, sondern bereits seit 25 Jahren.            

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