Atomkraft: „Ja bitte!“


Wir brauchen mehr Kernkraftwerke

Macht es eigentlich wirklich noch Sinn, sich gegen Atomkraft auszusprechen und den Ausstieg aus der Atomkraft zu fordern? Hat sich die Politik und die dicht mit ihr vernetzten VertreterInnen der Atomkraft-Industrie und Pro-Atom-Lobby nicht schon lange verselbständigt und führt ein unkontrollierbares Eigenleben außerhalb der demokratischen Grundsätze? Werden die BürgerInnen überhaupt noch wahrgenommen und der Wunsch nach einer atomfreien Zukunft respektiert?

Ich aber nun einmal meinen Blog durchstöbert. Am 12.10.2010 habe ich den Artikel „Atomkraft? Nej tack“ geschrieben. Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor habe ich im Artikel „Das Atom vom Strom“ über das Endlager für Atommüll im sibirischen Sewersk berichtet. Weihnachten 2010 habe ich damit verbracht, in meinem Artikel „Geo-Engineering, ein Himmelfahrtskommando“ unter anderem auf die Tatsache hinzuweisen, dass Bill Gates und die Firma Toshiba einen Atomreaktor für den Hausgebrauch entwickeln möchten.

Ich habe unterschwellig gegen Atomstrom in der Vorstellung der Adbusting-Kampagnen von Greenpeace gewettert. Da fällt mir noch nebenbei die Greenwashing Kampagne von Vattenfall ein, also vielleicht zwei Minuten Zeit nehmen für das folgende Video. 

Am 23.09. des Jahres 2010 wollte ich das Atomzeitalter mithilfe meines Artikels „Manche (Atom)Uhren ticken eben anders!“ aufhalten. Ein utopisches Unterfangen, aber es war einen Versuch wert. Zwei Wochen zuvor hatte ich zum Einspruch gegen Mochovce aufgerufen. Ich habe mich in das Jahr 1957 zurückbegeben und mich ausführlich mit dem immer noch nur wenigen Menschen bekannten GAU im damals noch unter Sowjetherrschaft stehenden Majak beschäftigt. Ein atomares Desaster, ähnlich dem viel bekannteren Tschernobyl (siehe dazu „Majak – das Tschernobyl vor Tschernobyl„).

Fast auf den Tag genau auf das strahlende 25-Jahre-Jubiläum von Tschernobyl (26.04.1986) leuchtet nun der Himmel über Japan. Das japanische Atomkraftwerk in Fukushima hält die Welt in Atem und Gerd Jäger, Technikvorstand des (atomaren) Energieriesen RWE äußerst sich dazu folgendermaßen: „Naturkatastrophen in der Größenordnung des Tsunamis in Japan sind in Europa einfach nicht zu erwarten.“ (Roth nennt Merkels Äußerungen zu Atomkraft zynisch). Da passt es bestens ins Bild, dass die Bundestagsfraktionsvorsitzende Birgit Homburger von der deutschen FDP am gefassten Beschluss über die Laufzeitverlängerungen deutscher AKWs festhält respektive diesen nicht einmal in Frage stellt.

Scheinbar habe ich einfach immer noch nicht verstanden, wie Politik in demokratischen Staaten funktioniert. Nicht die ohnmächtige Mehrheit bestimmt den Weg, sondern eine schlagkräftige Minderheit sagt uns, wohin wir zu steuern haben. Also her mit neuen Atomkraftwerken. Nach „Apokalypse Now“ aus dem Jahr 1979 könnten wir wieder einmal eine Fortsetzung vertragen. Nach den Atomunfällen 1952 (Chalk River), fünf Jahre später in Kyschtym (Majak) und im britischen Windscale, dem auch bereits in Vergessenheit geratenen amerikanischen „Three Miles Island“ und unzähligen anderen Unfällen sind die Drehbücher fix und fertig und warten nur darauf, filmreif aus der Steckdose in unsere heimischen Wohnzimmer zu kriechen. Japan ist schließlich weit weg und der Aus-Schalter der Fernbedienung liegt griffbereit neben uns.  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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