Bio Natur - Der Weblog

29.3.2011

moveGreen: Kostenfreie Community

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 21:16

Netzwerk für erneuerbare Energien, Mobilität und Umwelt

Soziale Netzwerke gibt es viele. Wenn ich dabei an mich selbst denke, kann einem schon manchmal der Gedanke kommen, dass wir uns in diesem virtuellen Geflecht aus Communities, Verbindungen und Netzwerken hoffnungslos verfangen und verheddert haben. Ich habe ein eigenes Facebook-Konto, bin auf Twitter präsent, XING ist seit langer Zeit kein Fremdwort mehr für mich, eigene Videos auf einem eigenen Channel finden sich auf Youtube und auch sonst gebe ich Daten und Privates preis, ohne mir dessen immer wirklich bewusst zu sein.

moveGreen: Netzwerk für erneuerbare Energien, Mobilität und Umwelt

Da kommt es also auf ein soziales Gebilde mehr oder weniger auch nicht an. Doch die Plattform moveGreen verdient es, einmal kurz vorgestellt zu werden. Besonders, da sich das Netzwerk nach einem komplett überarbeiteten Relaunch besser denn je präsentiert. Hier lautet das Motto nicht: Mehr Schein als Sein. Die klare Vorgabe auf moveGreen besteht darin, als Kontaktnetzwerk mit spezieller Ausrichtung auf erneuerbare Energien, umweltfreundliche Mobilität und Umweltschutz zu dienen. Vorteile hat auf moveGreen, wer sich auf der Suche nach GeschäftspartnerInnen aus diesen grünen Bereichen befindet, eigene Ideen und Projekte vorstellen möchte, möglicherweise GeldgeberInnen für diese sucht oder ganz einfach nur neue Menschen im grünen Sektore kennenlernen möchte.

Einen besonderen Stellenwert hat aber der Bereich Stellen- und Bildungsangebote. Wer einerseits selbst auf der Suche nach einer Arbeitsstelle in diesen Bereichen ist oder neue MitarbeiterInnen rekrutieren möchte, sollte dementsprechend einmal einen Blick auf moveGreen werfen. Und weil natürlich auch ich in diesem Falle diesen Artikel aus einem gewissen Eigennutz schreibe, würde auch ich mich über rege Kontakte freuen.      

28.3.2011

Lichtverschmutzung: Wenn der Schein (nicht) trügt

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 13:52

Die künstliche Erleuchtung unserer Gesellschaft

Lichtverschmutzung: Eine weitere Form von Umweltverschmutzung.Originalquelle bei Klick auf das Vorschaubild: Cincano P. et al. 

Ich hatte mich dem Thema “Lichtverschmutzung” schon einmal im tristen November des Jahres 2009 angenommen. Und da sich am 26.03.2011 die Earth Hour zum fünften Male jährte, dachte ich an eine kleine Auffrischung dieser bisher immer noch wenig beachteten Form von Umweltverschmutzung.

Den Begriff “Dark Sky Park” werden wahrscheinlich die wenigsten von Ihnen bisher gehört oder gelesen haben. Was vielleicht zuerst seltsam anmutet, hat aber einen umso ernsteren Hintergrund. Der finstere Nachthimmel wird zu einem schützenswerten immateriellen Gut erklärt respektive soll erklärt werden. Und aus diesem guten Grunde widmet sich das “4th International Symposium for Dark-sky Parks” der Errichtung spezieller Zonen, welche den dunklen Nachthimmel vor dieser Art von Umweltverschmutzung schützen soll. Die vom 27.06. - 01.07.2011 in den Montsec-Bergen (Katalonien) stattfindende Veranstaltungsreihe lädt Astronomen, Hobby-Sternenbeobachter und Umweltschützer ein, sich aktiv am Prozess des Schaffens abgedunkelter Beobachtungszonen zu beteiligen.

Dass dieses neuzeitliche Phänomen der strahlend hellen Verseuchung unseres Planeten nicht nur Astronomen bei ihren Himmelsbeobachtungen stört, mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen. Doch wer schon einmal nachts z.B. auf einer spärlich beleuchteten Autobahn Richtung Großstadt unterwegs war, wird jene Lichtglocke aus Werbung, Strassenbeleuchtung, Lichtinstallationen oder Autoscheinwerfern und Wohnzimmerlichtern bereits kilometerweit vor Erreichen der eigentlichen Stadtgrenze erblicken können. Oder lassen Sie den Blick bei einem Spaziergang durch die Fussgängerzonen einer Stadt Ihrer Wahl an einem schönen Abend nach oben schweifen und versuchen Sie, zwischen den Häuserschluchten hindurch die Sterne am Firmament zu zählen. Viel zu zählen werden Sie nicht haben, da Ihnen der leuchtende Dunst der abstrahlenden Lichtquellen auch oder gerade bei klarem Himmel die Arbeit abnimmt.

Dass sich dieser Effekt bei bewölktem Himmel um ein Vielfaches verstärkt, haben nun ForscherInnen ausgiebig beobachtet. Christopher Kyba und sein Team von der Freien Universität Berlin haben in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei den Beweis erbracht, dass die Verstärkerwirkung von Wolken (eine genauere Unterscheidung über die verschiedenen Arten blieb dabei unberücksichtigt) einen Multiplikator von bis zu 10 gegenüber klarem Nachthimmel besitzt. Mit anderen Worten: Der Homo urbanus oder Stadtmensch sieht über sich den wolkenbedeckten Nachthimmel zehnmal heller als es dies ohne künstliche Lichtquellen der Fall wäre. Und selbst jene menschlichen Lebewesen, welche auf den gemeinhin als Land bezeichneten Regionen wohnen, dürfen sich noch über eine dreifache Verstärkung an Lichtverschmutzung “freuen”.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Light pollution, which causes the “light dome” dome of sky glow over urban areas, is an unintended result of this electric lighting, and because of it approximately 10% of the world’s population, and more than 40% of the US population, no longer view the night sky with dark adapted vision …” Also schätzungsweise zehn Prozent der gesamten Weltbevölkerung und 40 Prozent der US-amerikanischen BürgerInnen fristen heutzutage ein Dasein, um es überspitzt zu formulieren, ohne einen in seinen ursprünglichen Lichtverhältnissen scheinenden oder eben nicht scheinenden Nachthimmel zu Gesicht zu bekommen. Die gesamte Studie Cloud Coverage Acts as an Amplifier for Ecological Light Pollution in Urban Ecosystems geht dabei dann auch näher auf die umweltschädlichen Faktoren der Lichtverschmutzung ein. Besonders interessant ist die Studie aber in erster Linie, da sie sich mit den verschiedenen Lichtverhältnissen zu verschiedenen Jahreszeiten und insbesondere den Lichtkonstellationen wolkenloser, bewölkter und komplett wolkenverhangener Himmel beschäftigt. D.h., es wird der Lichtdom von Berlin und die daraus resultierenden Veränderungen sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht untersucht.

Einem anderen Aspekt widmet sich das interdisziplinäre Projekt “Verlust der Nacht“. “Da Licht positiv mit Werten wie Sicherheit, Wohlstand und Modernität besetzt ist, neigen wir dazu, unsere Umgebung intensiv zu beleuchten.” Soweit, so gut. Doch was einerseits nicht von der Hand zu weisende Vorteile hat, verbirgt andererseits eben jene damit verbundenen Schattenseiten unseres Be- und Ausleuchtungswahnes. Welche negativen Auswirkungen hat dieses künstliche Umgebungslicht zu allen Tages- und vor allem Nachtzeiten auf Mensch und Natur.

Das Projekt widmet sich deshalb der Fragestellung, welche Folgen ein unangepasster Konsum künstlichen Lichts auf den Organismus und möglicherweise auch unsere Seelenlandschaft hat. Welche Auswirkungen drohen uns aufgrund der allgegenwärtigen Kunstlichter, welche es immer schwieriger machen, eine klare Grenze zwischen Tag und Nacht zu ziehen. Die Berücksichtigung ökologischer und gesundheitlicher Schäden, kultureller und sozioökonomischer Nachteile wurden bisher vernachlässigt. Die Gründe für das zunehmende Bedürfnis des Menschen, alles im wahrsten Sinne zu be- und hinterleuchten, nicht ausreichend hinterfragt. Welche Alternativen würden sich anbieten? Wo bestehen Lösungsansätze für effektivere und wohl auch umweltfreundlichere und stromsparende Beleuchtungskonzepte?

Die Chronobiologie hat die Menschheit im Laufe der Evolution darauf konditioniert, sich anhand tages- und jahreszeitlicher Rhythmen dem unterschiedlichen Wandel von Sonne und Mond, Tag und Nacht, Sommer und Winter zu unterwerfen. Unsere innere Uhr tickt seit Jahrtausenden im Gleichklang mit diesen unterschiedlichen und eben natürlichen Schwankungen unterworfenen Lichtverhältnissen. Leistungskurven steigen und fallen mit den Uhrzeiten. Soziale Verhaltensmuster sind aufgrund dieses stetigen Wechsels entstanden. Erhöhte Aktivitäten und hektische Betriebsamkeit zu festgelegten Stunden, Ruhepausen und Erholungsphasen als Gegenpol zu anderen Stunden des 24-Stunden Tages.

Doch genauso bestimmte der natürliche Kreislauf von Hell und Dunkel Flora und Fauna. Nicht nur die Seefahrt hat sich am Sternenhimmel orientiert und navigierte anhand der verschiedenen Sternenbilder. Das Öffnen und Schließen von Blüten bei Pflanzen ist genauso diesem Rhythmus unterworfen wie die Regelung der Photosynthese. Vögel und Insekten richten sich nach dem Nachthimmel. Unnatürliche Lichtquellen machen sie im wahrsten Sinne orientierungslos. Doch dies soll nur ein grober Überblick über diese nicht mehr ganz so neue, doch leider vielfach noch wenig beachtete Form der Umweltverschmutzung gewesen sein.

Wer sich also selbst verpflichtet fühlt, einen lauen Sommerabend im Garten oder Weihnachten im Kreis seiner Liebsten zu verbringen, könnte ja in Zukunft auf das eine oder andere Highlight verzichten. Denn je weniger Lichtverschmutzung, desto mehr Sternenhimmel. Ihre Kinder werden Augen machen.               

Wer nun neugierig auf das Symposium geworden ist, welches ich zu Anfang des Artikels angesprochen habe und sich anmelden möchte oder einfach nur mehr Hintergrundinformationen zum Thema Lichtverschmutzung haben möchte, holt sich diese unter darksky@montsec.cat.

Und wer sich noch weiter mit dem Thema Lichtverschmutzung auseinandersetzen möchte, findet insbesondere auf Dark Sky - Initiative gegen Lichtverschmutzung gut aufbereitetes Bild- und Kartenmaterial.      

27.3.2011

AKW-Stresstest: Nur kein Stress

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 13:16

Prüfung von 146 Atomkraftwerken in der EU

In letzter Zeit taucht in den Medien immer wieder ein ominöser Begriff auf: Stresstest. Genauer gesagt AKW-Stresstest. Als Konsequenz von Fukushima haben die 27 Staats- und Regierungschefs im Jahr 2011 noch gar Großes vor. Sie wollen die insgesamt 146 Atommeiler (manche Quellen sprechen von “nur” 143 AKWs), welche sich auf Boden der EU und zusätzlich jene Kernkraftwerke der angrenzenden Anrainerstaaten wie etwa Russland, der Ukraine oder Weißrussland befinden, einer eingehenden Testreihe unterziehen. Sicherheit wird groß geschrieben in atomaren Zeiten wie diesen. Zu diesem Ergebnis kamen die VertreterInnen der einzelnen Mitgliedsstaaten nun in Brüssel.

Von den 27 EU-Staaten betreiben 14 Staaten aktive Atomstrompolitik. Wenn ich mir die interaktive Karte AKWs in Europa genauer betrachte, fällt dabei auf, dass die neuen Mitgliedsstaaten gerade einmal 21 aktive Atomreaktoren in Betrieb haben und der Großteil von 125 Reaktoren in den Kernländern der EU, den sogenannten EU-15-Staaten, stehen (Atomkraft in Europa - Es gibt keine sicheren AKW). Dass Italien per Volksentscheid aus dem Jahre 1987 kurz nach Tschernobyl vier Atomkraftwerke vom Netz nahm und ein weiteres im Bau befindliches AKW erst gar nicht fertigstellte, verschönerte die Atombilanz zwar nicht nachhaltig, aber war immerhin ein erster richtiger Schritt in Europa. Allerdings folgt nun unter Berlusconi wieder der Rückschritt in alte Zeiten.

Eine neuerliche Volksabstimmung in Italien zur Atomenergie in Italien, ursprünglich für den Sommer 2011 vorgesehen, wird nun im Juni durchgeführt. Die Überlegungen der Verantwortlichen dahinter? Im Juni sind viele ItalienerInnen auf Sommerfrische am Meer. Und wer im Meer badet, kann nicht gegen Atomkraft abstimmen. So zumindest das Kalkül von Berlusconi, Veronesi und VertreterInnen der Atom-Lobby. Ich hatte das Thema schon einmal kurz unter “Manche (Atom)Uhren ticken eben anders!” gestreift.

Nun also Stresstests für Atomkraftwerke. Erdbeben, Flutkatastrophen, terroristische Anschläge, alles ist möglich in atomaren Zeiten wie diesen. Lassen wir also unabhängige GutachterInnen und unbestechliche ExpertInnen auf die AKWs los und schauen, welche diese Stresstest bestehen und welche durch den Rost fallen. Und dann, nachdem alles ausgiebig getestet wurde und die atomare Spreu vom verstrahlten Weizen getrennt wurde, trennen wir genau jene Atommeiler vom Netz, welche den Vorgabenkatalog nicht bestanden haben. So einfach ist dies in atomaren Zeiten wie diesen.

Die EU-Umwelt- und EnergieministerInnen wollen in ihrer Funktion als politisches Sprachrohr eine einheitliche Prüfung. Da die Schweiz aber nicht Teil des europäischen Staatsapparates ist, haben die EidgenossInnen im Alleingang bereits beschlossen, vor Vorliegen eines allgemeingültigen Kriterienkataloges mit der Überprüfung der eigenen Kernkraftwerke jetzt schon zu beginnen. Für diese durchaus verständliche Maßnahme gibt es zwei Hauptgründe. Bis sich die EU-Staaten auf ein Konzept geeinigt haben, wird noch einiges an Wasser durch die spärlichen umweltfreundlicheren Wasserkraftwerke und Unmengen an heisser Luft durch die ebenso zahlenmäßig unterlegenen Windkraftwerke gespült und geblasen werden. Aber die “Uneinigkeit bei Kriterien für AKW-Stresstests“ betrifft in diesem Falle wohl mehr die unterschiedliche Sichtweise der europäischen Staaten im Hinblick auf den verbalen Kaugummi “höchste Sicherheit“.

Nach EU-Kommissar Günther Oettinger soll zwar in den nächsten Wochen jener Stresstest ausgearbeitet werden. Doch welche Kriterien dabei für die Neubewertung von Sicherheit und Risiken der bestehenden Kernkraftwerke und auch für die zukünftig geplanten Reaktoren ausschlaggebend sein sollen, darüber herrscht leider Uneinigkeit. Der in meinen Augen so wichtige Punkt “Alter der Anlagen” sorgt für heftige Kontroversen innerhalb der einheitlichen EU-Uneinigkeit. Deutschland und eben auch die Schweiz wollen wesentlich strengere Kriterien für die Bewertung anlegen als etwa der Rest Europas. Großbritannien hat sich überhaupt nur zur Teilnahme auf EU-Ebene bereit erklärt, weil eben jene gewünschte bindende Verpflichtung kaum durchzusetzen sein wird. Sprich eine Selbstverpflichtung zur Überprüfung der “hauseigenen” Atomkraftwerke wäre erklärtes Ziel, doch letzten Endes entscheiden immer noch Italien, Frankreich oder Großbritannien über Abschalten oder Weiterlaufen. Selbst dann, wenn sich gravierende Mängel und Sicherheitslücken auftun.

Aus Diplomatenkreisen war nun zu vernehmen, dass es einfach noch zu früh sei, aus den Ereignissen rund um Fukushima Konsequenzen zu ziehen. Von daraus abgeleitete notwendigen Maßnahmen ist dabei noch nicht einmal die Rede. Und selbst wenn sich irgendwann herausstellen sollte, dass in Japan nicht alles nach Wunsch verlaufen sein sollte, bleibt abzuwarten, ob ein Maßnahmenkatalog, welcher alle Beteiligten unter einem Dach vereint, überhaupt realitätsbezogene Forderungen beinhaltet. Wer möchte denn schon voraussagen, ob neben Erdbeben und Tsunami nicht auch Hacker und Cyber-Kriminelle in Zukunft nicht auch AKWs mithilfe des Internets stilllegen können? Wer möchte schon die eigene Hand ins Feuer der atomaren Eitlekeiten legen und uns erklären, dass das Containment (Sicherheitshülle des Reaktorkerns) auch den stärksten Sturm und die höchste Flutwelle unbeschadet übersteht?    

Und so hat sich das Schweizer Bundesamt für Energie (BfE) entschlossen, nicht auf Europa zu warten. Bis Ende März sollen erste Ergebnisse über potentielle Schwachstellen auf dem Tisch des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) liegen. Zu diesem Zeitpunkt wird die EU immer noch um des Kaisers Bart verhandeln. Dass maximal eine Diskussionsbereitschaft über erneuerbare Energien bestehe, wie es Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner so vorsichtig ausdrückte, dürfte der mächtigen Atom-Lobby auch nicht gerade ungelegen kommen. So kompliziert ist dies in atomaren Zeiten wie diesen.                     

24.3.2011

Umstellung Sommerzeit: Leg den Schalter um!

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 01:52

60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!

Earth Hour Tag: 60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!Ich darf noch einmal daran erinnern, dass am 27.03.2011 die Winterzeit endet und die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt werden. Was hat das Thema Winterzeit/Sommerzeit mit Umweltschutz zu tun? Sehr viel, denn wenige Stunden vor der Zeitumstellung sind alle Umweltschützer dazu aufgerufen, beim 5. Earth Hour Day mitzumachen.

Am 26.03.2011, pünktlich um 20:30 Uhr im deutschsprachigen Raum, werden in vielen Städten die Lichter ausgehen. Im positiven Sinne und im Namen der Umwelt. Also nicht wundern, wenn auch in Ihrer Heimatstadt für eine Stunde die Lichter verstummen, um lauthals zu mehr Klimaschutz aufzurufen.

Und bei der Gelegenheit denken Sie doch gleich auch über einen Wechsel zu Ökostrom nach. In Zeiten von Fukushima keine schlechte Alternative. Auch wenn ich damit möglicherweise wieder mit den Regeln des Journalimus der guten alten Schule breche und mich auf die zynische Seite der neuen Generation von Berichterstattung à la “Es ist nicht auszuschließen, dass …” schlage (siehe dazu meinen Artikel Konjunktiv-Katastrophen“). Aber ich war eben schon immer auf dem Holzweg. Hat übrigens nichts mit Dendrochronologie zu tun. Der Holzweg natürlich schon, zumindest im weitesten Sinne.

Und damit Sie sich schon einmal auf die Earth Hour einstimmen können, noch ein kurzes Video über die weltweit grösste Aktion unter dem Motto “60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!” Denn die Welt ist auch ohne künstliche Beleuchtung genauso schön. Zumindest für eine Stunde.   

22.3.2011

Konjunktiv-Katastrophen

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:56

Reale Berichterstattung irrealer Ereignisse

Ich habe einen wirklich interessanten Artikel von Burkhard Müller-Ullrich zur aktuellen Berichterstattung über die Möglichkeit eines atomaren Reaktorunfalls in Japan gelesen. Richtig, über die Wahrscheinlichkeit und Eventualität eines möglichen Desasters in Fukushima. Der Autor stellt unter “Verstrahlter Journalismus” die nicht unberechtigte Frage: “Herrscht beim Thema Atomkraft Rationalitätsverbot?

Müller-Ullrich wirft dabei in weiterer Folge die Fragestellung auf, ob denn nun in Japan ein Erdbeben und ein Tsunami stattgefunden hat oder eigentlich in erster Linie ein Reaktorunfall. Seit Tagen berichten deutschsprachige Medien über die von Fukushima ausgehende Strahlengefahr, doch die vielen tausend toten Menschen werden dabei unter den journalistischen Teppich gekehrt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass bei all der Hysterie, welche im Blätterwald rauscht und das Echo unverändert über die Landesgrenzen weiterträgt, bisher noch kein Mensch durch Verstrahlung ums Leben kam, aber durch die primäre Katastrophe Erdbeben und besonders durch den darauffolgenden Tsunami wohl weit mehr als Zehntausend Mensch ihr Leben ließen. Und dieses völlig unverhältnismäßige Verhalten, diese Verkehrung der Verhältnisse, wie er schreibt, lässt sich einzig und alleine durch ein Realitätsverbot begründen. Der menschliche Verstand setzt dann aus, sobald das Thema “Atomkraft” zur Sprache kommt.

Konsequent fügt er weitere Beispiele seiner aufgestellten Behauptung auf. Tausende chinesischer Bergarbeiter sterben jedes Jahr beim Kohleabbau, jener Prämisse für fossile Energieerzeugung. Doch wo bleiben vergleichbare Zahlen für die Toten durch Atomkraft? Damit ähnlich viele Menschen durch mögliche Super-GAUs ihr Leben verlieren wie bei realen Unfällen durch berstende Staudämme, müssten jährlich etliche weitere Fukushimas passieren. Aber es bleibt eben bei diesen Konjunktiv-Katastrophen. Fakt ist, dass Naturkatastrophen hauptverantwortlich für die täglich propagierten Schreckensmeldungen wären, aber diese durch “Was wäre wenn …”-Gedankenspiele inhaltsreich und doch wieder inhaltsleer ersetzt werden.

Burkhard Müller-Ullrich stellt deshalb den sogenannten deutschen Journalismus ins Abseits der tatsächlichen Zahlen und Fakten. Hier bestimmen nicht die Werte wie ”Wirklichkeit” und “Kennzahlen” die Berichterstattung, sondern in erster Linie “Kann-Zahlen” und “Möglichkeiten“. Zu Anfang seines Artikels bezeichnet er den Journalismus als zynisches Geschäft, einzig und allein dem Unheil verbunden und niederen Trieben verpflichtet. JournalistInnen erhalten ihr Honorar für die Befriedigung dieser niederen Triebe, nicht für sachliche Aufklärung.

Gefühlskitzel als Antrieb des Schreibens, welcher sich anhand bestimmter professioneller Kriterien messen lässt. Wenn bei uns ein Autobus mit wenigen Toten verunglückt, so besitzt dies einen weit höheren Stellenwert als derselbe Autobus mit Dutzenden von Leichen, welcher fernab der Heimat auf einem fremden Kontinent verunglückt. Einschränkung: Wenn es sich in der Ferne um “Landsleute” handelt, macht dies die Schreckensmeldung wieder umso interessanter und wertet dies dementsprechend wieder ungemein auf. Er bezeichnet das als einen Versuch, das irrationae Schicksal durch Rationalität zu kompensieren.

Zum Schluss vergleicht Müller-Ullrich jene neue Generation, jenes neue Denken des Journalismus mit der alten Garde der schreibenden Zunft. Altgediente JournalistInnen werden lobend als zynisch bezeichnet, diese “Old School“-VeteranInnen sind nicht wie heutige BerichterstatterInnen auf das Prinzip “ausschließen” konditioniert, sondern huldigen vielmehr dem “Warten wir mal ab, was passiert.” Diese alte Art des Schreibens sei sachlicher und nicht von Fabulierungen im Stile von “Es ist nicht auszuschließen, dass …” geprägt.    

Keine Frage, Burkhard Müller-Ullrich hat in vielen Dingen recht. Werbung definiert sich an Auflagenstärken, hohe Einschaltquoten sind meist gleichbedeutend mit Geldeinnahmen. Doch möglicherweise stellt diese neue, wenn es denn eine neue Form der Berichterstattung ist, mediale Landschaft auch in gewisser Weise eine Ohnmacht dar. In Zeiten, da das engmaschige Netz aus Politik und Wirtschaft eine wohl durchdachte und sorgfältige Recherche oftmals nicht zulässt, sind die Menschen, und auch JournalistInnen sind ebensolche, oft auf Vermutungen und Annahmen angewiesen. Informationen werden erst dann der Öffentlichkeit preisgegeben, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Die unglaubliche Desinformationspolitik der japanischen Regierung im Falle der havarierten Kernreaktoren ist der beste Beweis dafür.

Sachliches und verantwortungsvolles Schreiben bedarf dafür notwendiger Quellen, welche sich bereit erklären, durch kooperatives Verhalten zur Aufklärung vom Missständen beizutragen. Doch wenn eben jene Verantwortlichen selbst in keinster Weise zur Publizierung beitragen können oder in vielen Fällen nicht wollen, dann sind Mutmaßungen und mögliche Plausibilitäten vielfach das einzigste Stilmittel, um einen Zusammenhang zwischen Subjektivität und Objektivität herzustellen. Und solange sich Politik und Wirtschaft dieser Rolle nicht bewusst sind oder im schlimmeren Fall bewusst Tatsachen verschleiern, lassen sich am besten die Ängste der Menschen auf zynische Art und Weise manipulieren.         

21.3.2011

Have a break? Have NO KitKat!

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 20:04

Palmöl aus Indonesien für Schokoriegel von Nestlé

Nachdem ich bereits vor längerer Zeit einige der sogenannten Adbusting-Kampagnen von Greenpeace unter “Diese Anzeigen sind keine Anzeigen” vorgestellt hatte und gestern ein Video von Kraftwerk mit dem sinnigen Titel “Radioaktivität” nachgeschoben habe, soll heute eine Kombination beider Formen der Mediengestaltung folgen. Es sei hier vorab angemerkt, dass das Video von Greenpeace nichts für zartbesaitete Gemüter ist, doch der Zweck heiligt die Mittel. Und die Mittel von Greenpeace waren schon immer von besonderer Güteklasse. Also anschauen und vielleicht beim nächsten Griff ins Verkaufsregal das Video vor dem geistigen Auge abspielen. 

20.3.2011

Kraftwerk: Radioaktivität

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 20:30

Kraftwerk: Elektropop vom Feinsten aus dem Jahr 1975

In heutigen Zeiten von Fukushima und vergangenen Zeiten von Tschernobyl oder Majak einmal ein in Vergessenheit geratenes Lied der Gruppe “Kraftwerk” mit dem Titel “Radioactivity” aus dem Jahr 1975. Anhören und nachdenken. Ich hoffe, ich darf das Video auf meinen Blog stellen, aber die Gruppe “Kraftwerk” muss einfach der jüngeren Generation präsentiert werden. Ansonsten einfach auf Youtube nach “Kraftwerk Radioaktivität” suchen.

19.3.2011

Energy Globe Award 2011

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 09:34

Innovative Projekte zum Umweltschutz gesucht

Da ich mittlerweile doch vermehrt auf meinem Blog Projekte, Initiativen und Plattformen vorstelle, welche sich den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ökologie im weiteren Sinne widmen, diese aber oft der breiten Öffentlichkeit unbekannt sind und dementsprechend auch ein stiefmütterliches Dasein fristen, kommt ab sofort eine neue Kategorie ins grüne Spiel. Mit meiner neu geschaffenen Kategorie “Plattformen und Projekte” sollen deshalb all jene in meinen Augen nützlichen Non-Profit-Organisationen, aber auch kommerzielle Unternehmen, Firmen und natürlich sinnvolle Erweiterungen und Ergänzungen im Sinne des Umweltschutzes untergebracht werden.

Energy Globe Foundation vergibt den Energy Globe Award 2011.Weg also von der roten sozialdemokratischen Achse Berlin-Wien und Fukushima (zumindest kurzfristig) und hin zum Umweltschutz. Den Anfang macht die Energy Globe Foundation. Für das Jahr 2011 steht wieder die Preisverleihung des Energy Globe Award an. Und aus diesem guten Grunde sucht die Plattform wieder nachhaltige Projekte, welche einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten und dafür auch belohnt werden möchten. Aufgerufen sind also all jene Menschen und dahinterstehenden Unternehmen, welche Lösungen z.B. im Bereich Energieeffizienz, Ressourcenschonung, erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und Umweltschutz anbieten können und präsentieren wollen.

Es ist unsere Pflicht und Verantwortung, dafür zu sorgen, dass unsere Jugend auch morgen noch eine lebenswerte Umwelt vorfindet.” Unter diesem Leitsatz wird seit 1999 der begehrte und renommierte Preis im Zeichen des Umweltschutzes vergeben. Projekte und Initiativen aus den Themenbereichen Erde, Feuer, Wasser, Luft und selbstverständlich Jugend werden einer strengen Prüfung unterzogen. Und neu hinzugekommen ist 2011 die Kategorie “Energiespargemeinde“.

Wer sich und die eigenen Ideen und Verwirklichungen also einem breiten Publikum vorstellen möchte, hat noch bis zum 17.06.2011 die Möglichkeit, die eigenen Projekte einzureichen.  

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