Bio Natur - Der Weblog

25.2.2011

E10: Biosprit kraft- und saftlos

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 22:51

Biotreibstoff E10: Grüner Tiger im Tank oder Öko-Melkkuh?

Eigentlich hatte ich gestern nach den Windkanalmessungen der Buckelwale angekündigt, Sie heute in die costaricanische Hauptstadt San José zu entführen. Doch irgendwie ist mir auf halber Strecke der Sprit ausgegangen und so habe ich kurzfristig umdisponiert. Mit Ende des Jahres 2010 wurde an deutschen Zapfsäulen die neue Benzinsorte E10 angepriesen und wird bis in die Gegenwart natürlich auch verkauft. Unter dem Deckmantel Klima- und Umweltschutz wird dem Kraftstoff seither bis zu 10E10: Ethanol im Treibstoff für den Umweltschutz. Prozent Ethanol beigemischt, was zu einer Verminderung des CO2-Ausstosses durch des Menschen liebstes Fortbewegungsmittel führen soll. Neben den bisher handelsüblichen Benzinsorten selbstredend, schließlich verträgt nicht jedes Auto älteren Baujahres die Öko-Injektion im Benzintank.

Doch ist nun wirklich “Alles super mit Ethanol”? Je mehr Tankstellen 2011 mit Ethanol mobil machen, desto öfter steht E10 in der Schusslinie. Und selbstverständlich wehren sich jene Vereinigungen, Industriezweige und Interessensgemeinschaften gegen die aufgestellten Behauptungen, welche mit dem neuen Treibstoff die gesunden Ökodämpfe namens Gewinn in die eigenen Geldspeicher absaugen. Allen voran der “Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB)“, welcher nun in einer Pressemitteilung die einseitige Debatte um E10 vehement kritisiert (siehe Biokraftstoffproduzenten kritisieren einseitige Debatte um E10).

Da werden dann gewichtige Argumente für E10 aus dem ethanolgetränkten Ärmel gezaubert: “BUND und VCD wollen offenbar mehr Öl aus Diktaturen einführen, sie wollen Ölsande aus Kanada nutzen und in der Tiefsee bohren, und das kein Jahr nach der Katastrophe im Golf von Mexiko. Wer die schweren Umweltschäden dieser Erdölförderung hinnimmt und ausgerechnet zertifizierte Biokraftstoffe ausschließen will, verweigert sich der Realität.” Gut gebrüllt, Löwe!

Der BUND hält von solcherlei Realitätsdenken allerdings wenig. “E10 sei eine Mogelpackung und ein Fall von Verbrauchertäuschung, was die Umweltbilanz betrifft“, bringt es der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger auf einen einfachen Nenner. Der auch als Agrosprit bezeichnete Treibstoff sei um nichts besser als herkömmliches Benzin. Als Gründe für seine Behauptung führt er an, dass durch den erhöhten Ethanolbedarf auch die dafür notwendige Anbaufläche für Weizen, Mais und Zuckerrüben, welche als Rohstoff für die Gewinnung dienen, ausgeweitet werden müsse. Und weil nun festgestellt wurde, dass sich durch E10 der Benzinverbrauch der Autos um mehrere Prozentpunkte erhöht, braucht es rein rechnerisch auch mehr Anbaufläche, um diesen erhöhten Bedarf zu decken. Flächenumwandlung heißt das Zauberwort. Und da auch moderne LandwirtInnen mit den ökonomischen Gesetzen moderner Marktwirtschaft vertraut sind, hat sich auch bis zu ihnen längst herumgesprochen, dass damit Gewinne erzielt werden. Denn die Nachfrage bestimmt den Preis. Und je höher der Preis, desto mehr Flächen werden mit umso mehr eingesetztem Dünger bewirtschaftet.

So seien im vergangenen Jahr 2 Prozent der Wiesen und Weiden in Deutschland in Ackerflächen umgebrochen worden. Dies führe zu einem Verlust biologischer Vielfalt und schädige das Klima, da der Humus unter den Wiesen viel Kohlendioxid binde.” (taz: Agrosprit schädigt die Umwelt). Doch neben dieser Problematik verweist der BUND auf eine weitere Folge des Einsatzes von Ethanol im Treibstoff, welcher aber in keiner Umweltbilanz berücksichtigt werde. Denn nicht nur in Deutschland wird dieser Wertewandel beobachtet. Weltweit folgen die Bauern dieser Strategie. Wertvolle Anbauflächen für Nahrungsmittel werden rigoros durch diese gewinnversprechenden Energiepflanzen substituiert und der Wachstumsprozess durch den ungebremsten Einsatz von Pestiziden unterstützt. Die fehlenden Flächen dagegen müssen ebenfalls kompensiert werden. Also werden weitere Waldflächen gerodet. Und dies wiederum führt zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen. Und so weiter und so fort.       

Dass nach einer Erhebung des “Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) vom 18.02.2011 die Preise für Ethanolbenzin ihren (vorläufigen) Höchststand seit dem Beginn der Messungen im August 2006 erreicht haben, wird zwar zur Kenntnis genommen (siehe dazu auch ADAC kritisiert Bioethanol-Preispolitik an Tankstellen). Doch selbst dafür gibt es eine Erklärung. Schließlich haben dies nicht jene zu verantworten, welche plötzlich dem Golf von Mexiko das ölverseuchte Wasser ab-und den bösen Öldiktaturen die ölverschmierten Hälse umdrehen wollen, sondern dafür müssen schon die Mineralölkonzerne die Verantwortung übernehmen.

Doch diese fühlen sich selbstverständlich auch nicht verantwortlich. Natürlich wisse man um den erhöhten Spritverbrauch durch E10. Da es aber nun beschlossene Sache ist, dass das bisher ersatzweise in den Tank gefüllte Superbenzin E5 mit 95 Oktan wegen E10 vom Markt genommen wird und dadurch jene, deren Spritkarossen mit diesem Treibstoff nicht klar kommen, auf das höherwertige (und teurere) Benzin mit 98 Oktan umsteigen müssen, sei zwar bedauerlich, aber nicht zu ändern. Shell argumentiert dementsprechend so: “Sowohl die Produktionsmöglichkeiten der Raffinerien als auch die Anzahl der Kraftstofftanks in Raffinerien und Tanklagern sowie insbesondere an den Tankstellen sind in der Regel begrenzt”, begründete das Unternehmen die Entscheidung. Die Tanks werden nun für das neue E10 gebraucht. Der Bau neuer Tanks lohne sich nicht.” (Augsburger Allgemeine: E10-Benzin: Teurer Öko-Sprit)

Ich bin beileibe kein Freund des Autofahrens und fahre Tag für Tag mit der Schnellbahn. Aber selbst ich muss respektieren, dass viele Menschen aufgrund fehlender Infrastruktur oder körperlicher Gebrechen auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen sind. Doch wenn die deutsche Bundesregierung den Ölkonzernen vorschreibt, aufgrund gesetzlicher Regelungen zum Wohle des Klimaschutzes unter Androhung hoher Strafen einen bestimmten Anteil an Biosprit, welcher aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird, auf Teufel komm raus zu verkaufen (dazu auch Super E10: Tricksereien gehen weiter), kann einem schon der Verdacht kommen, dass der Hunger dieser Welt eigentlich gar nicht so schlimm sein kann. Oder liegt hier ganz einfach nur ein Missverständnis vor?         

24.2.2011

Wal-Pocken: Buckelwale im Windkanal

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 12:27

Die Buckelwalflosse im Flugzeugbau und Energiesektor

Nachdem ich mich nun die letzte Zeit vermehrt mit unserem Costa Rica Urlaub und dabei speziell mit den dabei beobachteten Buckelwalen (Wale vor Costa Ricas Pazifikküste) beschäftigt habe, passt das heutige Thema mehr als gut zu den vorangegangenen Artikeln. Wenn wir an Buckelwale denken, fällt uns wahrscheinlich als erste Eigenschaft der berühmte, aber immer noch fast unerforschte Gesang dieser Meeressäuger ein.

Wal-Pocken: Die Brustflosse eines Buckelwales.

Bildquelle: Welt der Wunder 

Doch die drei Forscher Mark Murray, Timothy Gruber und David Fredriksson von der U.S. Naval Academy haben sich jetzt aus einem völlig anderen Grund den Buckelwalen gewidmet oder besser gesagt nur einem kleinen großen Teil. Die Brustflossen oder auch Flipper standen im Zeichen ihrer Untersuchungen. Und hier auch nur wiederum ein bestimmtes Detail, die sogenannten Beulen, mit welchen die Brustflossen übersät sind. Diese Wal-Pocken, Erhebungen auf den Flossen, müssen schließlich eine bestimmte Funktion haben und die Evolution hat sich sicherlich etwas dabei gedacht. So dachten die Forscher und sie lagen richtig. Doch nicht nur diese drei Wissenschaftler haben sich in letzter Zeit dieser Problematik angenommen, sondern auch Laurens Howle von der Duke University in North Carolina beschäftigt sich mit dieser Eigenart (Mehr Strom dank Wal-Pocken).

Denn eigentlich müssten diese Taberkeln hinsichtlich des Strömungsverhaltens kontraproduktiv wirken. Oder weshalb baut der Mensch Flugzeugflügel und Turbinen von Strömungskraftwerken mit glatten ebenmäßigen Oberflächen, wenn dadurch nicht die bestmögliche Energieeffizienz erreicht wird? Nun, der Mensch baut viele nutzlose Dinge und irrt sich noch wesentlich häufiger als sie/er diese Irrungen und Wirrungen realisiert. So auch im Falle der Wal-Pocken.

Denn siehe da: Die Windkanalmessungen der Ingenieure und Biologen haben gezeigt, dass die mit Unebenheiten gespickten Brustflossen der Buckelwale eine bessere Manövrierbarkeit bieten als herkömmliche glatte Flügel. Und diese Eigenschaft bedingt einen wesentlich stärkeren Auftrieb, einen geringeren Strömungswiderstand und als Summe dessen eine um Längen bessere aerodynamische Effizienz.

Übertragen auf unser Zeitalter bedeutet dies: Buckelwale würden besser, günstiger und sicherer fliegen als jeder Airbus. Diese Hypothese mag jetzt vielleicht etwas überzogen sein, aber die durch die Unebenheiten entstehenden Verwirbelungen führen nach Erkenntnis der Forscher an naturgetreuen Nachbauten der Brustflossen zu 8 Prozent mehr Auftrieb und 32 Prozent weniger Strömungswiderstand. Und weiterhin konnten die Windkanalmessungen belegen, dass sich die für den Auftrieb von Flugzeugen notwendigen Strömungen erst bei einem viel steileren Anströmwinkel von der Oberseite der Flossen löste. Dieser von PilotInnen so gefürchtete Strömungsabriss könnte deshalb nach Meinung der Forscher durch solche Erhebungen an den Flugzeugflügeln vermindert werden.

Wer sich mit diesem Thema näher auseinandersetzen möchte: Physics of Fluids: Leading-edge tubercles delay stall on humpback whale (Megaptera novaeangliae) flippers und besonders das deutschsprachige Projekt Buckelwalflosse, welches auch die Digitalisierung einer Buckelwalflosse anschaulich erklärt, bieten weiterführende Informationen, warum der Buckelwal einfach der bessere Überflieger ist.

So, und nach diesem passenden Ausflug in die (verschmutzten) Weltmeere unserer Zeit kehre ich wieder nach Costa Rica zurück. Mein nächster Reisebericht wird sich dabei mit der Hauptstadt San Jose beschäftigen. Bis dahin wünsche ich Ihnen: Schwimmen Sie unfallfrei durch die Zeit. Mit oder ohne Brustflosse.    

        

23.2.2011

Wale vor Costa Ricas Pazifikküste

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 04:09

Endlich springen die Wale

Nachdem ich Sie nun mit meinen beiden vorhergehenden Berichten und den darin enthaltenen Videos (siehe Costa Rica: Buckelwal oder Krokodil? und Wale vor der Isla del Caño) über unsere Whale watching-Tour im Süden an der Drake Bay lange genug hingehalten habe und Sie zugegebenermaßen noch sehr wenig über die eigentlichen Objekte unserer Begierde, die Wale selbst, gesehen haben, mache ich es jetzt kurz und schmerzlos. Hier also der dritte und letzte Teil mit dem Titel: “Costa Rica: Wale vor der Pazifikküste“. 

22.2.2011

Costa Rica: Buckelwal oder Krokodil?

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 04:13

Buckelwale am Horizont

So saßen wir also (siehe Wale vor der Isla del Caño) gemeinsam mit unseren neuen Bekannten am Tisch, tranken einen Cafe negro und warteten auf bessere Zeiten. Unten am Strand trieb ein amerikanisches Krokodil zusammen mit unseren Tagesplänen faul im warmen Wasser des Pazifik und wir saßen mit den trockenen Handtüchern buchstäblich auf dem Trockenen. Von einem nahen Baum blickte uns ein wunderschöner Leguan hämisch an, freute sich wahrscheinlich mit seiner großen Verwandtschaft drunten am Wasser über unsere Angst vor vier Meter langen Baumstämmen mit spitzen Zähnen, welche unerkannt im Wasser treiben. Sozusagen von Reptil zu Reptil.

Costa Rica: Ein grüner Leguan fühlt sich wohl.

Der junge Mann aus Süddeutschland, der Benzintank war mittlerweile gut gefüllt, fragt nebenbei, ob es die Möglichkeit gibt, hier eine Whale-Watching-Tour zu buchen. Heute noch? Die Boote fahren normalerweise vor 8:00 Uhr am Strand weg. Und jetzt ist es schon 10:00 Uhr. Martina schaut aus ihrem kleinen Büro heraus. Fragen kann man ja einmal. “Martina, wir wollen Wale sehen. Am besten sofort und gleich. Mach was!

Und Martina macht etwas. Ich habe es zwar schon erwähnt, aber sicher ist sicher: Martina Wegener ist eine Deutsche, welche in der Drake Bay ihre Zelte dauerhaft aufgeschlagen hat und jederzeit bei der Buchung von Touren behilflich ist. Wie es der Zufall will, hat ihr Freund Evaristo eben erst sein neues SpielzeugEvaristo und sein neues Spielzeug. Sogar mit Toilette, was beim Wale beobachten ein Vorteil ist. bekommen. Und jenes Spielzeug hat selbst noch keine Wale gesehen. Ein Telefonat von ihr und nun wird Evaristo auf die Suche nach Sprit geschickt. “In eineinhalb Stunden können wir loslegen” sagt sie freudestrahlend und macht sich schon wieder davon, um für uns eine Kühlbox mit kalten Getränken und anderen Dingen herzurichten. Wir bleiben sitzen und trinken einen weiteren Cafe. Der Leguan schüttelt bedächtig seinen Kopf und schleicht langsam eine Etage höher.

Um 11:45 Uhr macht sich unsere kleine Gruppe auf. Hinunter zum Strand, genau zu unserem Freund, dem Baum mit den vielen Zähnen. Kein Krokodil weit und breit, doch das Schnellboot von Evaristo treibt träge im seichten Wasser wenige Meter entfernt. Und was, wenn das Paul Bögle im Pazifik. Das einzige Krokodil weit und breit.Krokodil doch noch da ist? Auch schon egal, wir wollen Wale sehen. Also Schuhe ausziehen, Hosen raufkrempeln und rein in feindliches Gebiet, zumindest für wenige Meter.

Die beiden Außenbordmotoren heulen auf, weisser Schaum bildet sich am Heck des Bootes und in einer sanften Kurve nehmen wir Kurs nach Westen aufs offene Meer. Weit draussen liegt die kleine unbewohnte Insel Isla del Caño, übrigens ein gutes Tauch- und Schnorchelgebiet, schemenhaft über der wabernden bläulichen Wasserlinie, hebt sich nur schemenhaft gegen den fast im selben Blauton lastenden Himmel ab. Welle für Welle springt unser Boot darauf zu, schiebt links und rechts das Wasser vom Bug nach hinten und zieht die Gischt hinter sich her, bevor sich die Spuren in der Weite der sich kräuselnden Oberfläche verlieren.

Über dem Festland türmt sich eine breite Front dunkler Wolken. Doch je weiter wir uns von der Drake Bay wegbewegen, umsoCosta Rica: Der Pazifik in all seinen Facetten. Von San Jose nach Palmar del Sur mit Nature Air. blauer steht der Himmel über uns. Wir fahren im wahrsten Sinne des Wortes ins Blaue, während die Sonne ihr gnadenloses heisses Tageswerk über uns verrichtet. Hunderte kleiner Wasserzungen reflektieren die Strahlen. Unzählige kleine Spiegel glitzern lüstern auf der Wasseroberfläche und blenden uns, bis wir den Blick schmerzhaft abwenden müssen.

Das streng monotone Heulen der beiden starken Benzinmotoren bringt uns Meter für Meter der dunkelgrünen Masse der Insel näher. Langsam schälen sich die Konturen erster Bäume aus dem grünen Halbdunkel, das Branden des Wassers gegen vorgelagerte Felsen wird sichtbar und das helle Band des Strandes hebt sich gegen den Hintergrund des Waldes ab. So gleiten wir bereits 20 Minuten über das azurblaue und von tieferen und helleren Blau-, und Türkistönen geäderte Wasser, als plötzlich dunkle Dreiecke neben unserem Boot im selben Tempo dahinjagen. Nur für Sekundenbruchteile werden die Rückenflossen der Delfine sichtbar, tauchen kurz an der Oberfläche auf und durchschneiden die Wellen, bevor sie wieder im Wasser verschwinden. Evaristo drosselt die Motoren, das verstummende Lärmen dröhnt in unseren Ohren nach, während das Boot langsam schaukelnd zum Stillstand kommt. Mit unverminderter Geschwindigkeit gleiten die Meeressäuger backbord an uns vorüber, immer wieder im gleichen Rhythmus durch die plätschernden Wogen pflügen sie sich ihrem Ziel entgegen. Unsere Begegenung ist nur von kurzer Dauer, rastlos bahnen sich die Tiere ihren Weg und lassen uns alleine auf dem Meer zurück.

Angestrengt schauen wir noch lange dorthin, wo sich die schwarzen Schatten zum letzten Mal zeigten. Doch ausser dem schmerzenden Glitzern reflektierender Sonnenstrahlen bleibt alleine das Meer in ständiger Bewegung. Wieder nehmen wir Fahrt auf, die Frequenzen der Schallwellen werden höher und höher und das Boot schießt wieder über den Pazifik. Wieder ist ein Schatten auf der Oberfläche zu sehen, grünlich-gelb undeutlich, aber unverkennbar eine grüne Meeresschildkröte. Träge treibt sie dicht an der Oberfläche dahin, doch kaum kommen die Motoren zum Stillstand, taucht sie langsam ab und entschwindet in den Tiefen der See. Ein paar Brauntölpel fliegen uns hinweg, gleiten mit dem wind auf das Festland zu. Einer der Vögel stürzt sich plötzlich steil nach unten, verschwindet hinter dem Boot. Als ich ihn wieder zu Gesicht beomme, treibt er langsam auf der Oberfläche und schaukelt im Takt der Wellen auf dem Meer dahin.

Ein weiteres Mal startet unser Gastgeber die Motoren und dieses Mal sollte es für längere Zeit keine Unterbrechung mehr geben. Immer näher kommt die Küstenlinie desDer Wal ist ein Säugetier. Der Mensch ebenfalls. kleinen Eilandes, immer schärfer zeichnet sich der Sandstrand gegen den Wald ab, immer deutlicher lasse sich die einzelnen Bäume unterscheiden. Felsnadeln ragen aus dem Meer, das Wasser brandet giftig gegen die rauhe Oberfläche der steinernen Zacken, färbt sich weiss, bleibt sekundenlang in der Luft stehen, um erschöpft wieder zurückzufallen. Unser Boot gleitet an der Küste entlang und wir umrunden in schneller Fahrt die Insel. Immer wieder hält Evaristo per Funk Kontakt zu anderen Booten. Krächzend dringen unbekannte Stimmen aus dem Äther. Plötzlich wendet unser Kapitän und im 90 Grad Winkel geht es von der Insel weg auf das offene Meer hinaus. Haben wir endlich die erhofften Riesen der Meere geortet?

Überzeugen Sie sich selbst, denn ich will Sie nun mit dem zweiten Teil meines gedrehten Videos alleine lassen. Einige werden nach Betrachten meiner Aufnahmen wahrscheinlich sagen, dass die Qualität doch zu wünschen übrig lässt. Lassen Sie mich zu meiner Rechtfertigung sagen, dass es ungleich schwieriger ist, auf einem schaukelnden und teilweise in voller Fahrt dahinrauschenden Schnellboot aus der Hand zu filmen als auf festem Boden und womöglich mithilfe eines Statives ruhige Filmsequenzen zu drehen. Lassen Sie mich weiterhin anmerken, dass es teilweise sehr ermüdend ist, über mehrere Stunden das Auge am Sucher der Videokamera zu haben und permanent auf die Oberfläche des Meeres zu starren. Und lassen sich mich zu guter Letzt, und das war wirklich der schwierigste Teil, zu meiner Verteidigung sagen, dass es einerseits zwar sehr spannend ist, die Meeresoberfläche nach dem gewünschten Objekt abzusuchen, aber andererseits auch sehr nervenaufreibend, den alles entscheidenden Sprung des Wales zu verpassen.

Es war über Stunden, denn ich hatte zum Schluss etwa vier Stunden Filmmaterial, eine geradezu paranoides Verhalten, welches ich teilweise an den sonnigen Tag legte. ”Was, wenn der Wal jetzt zum alles entscheidenden Sprung aus dem Wasser ansetzt und ich gerade in die verkehrte Richtung schaue? Und noch schlimmer: Was, wenn die Kamera plötzlich nicht mehr funktioniert? Oder wenn der Akku plötzlich leer ist? Oder wenn das Boot gerade aus einem Wellental nach oben schaukelt und ich den Himmel anstatt den Wal im Visier habe? Oder wenn jemand auf dem Boot in diesem Moment die Hand in die Kamera hält? Oder wenn ich aus Versehen auf den Stop-Schalter drücke?” Sie sehen, Wale (gilt aber eigentlich für alle Lebewesen außer für Faultiere, denn diese Zeitgenossen legen ein sehr kamerafreundliches Verhalten an den Tag) in freier Wildbahn zu filmen kann mit mörderischem Stress verbunden sein.

Was bleibt als Schlusssatz? Der obligatorische Hinweis, mich wieder auf dem Weblog Bio Natur zu besuchen. Denn ebenso wie es die Wale mit uns taten wende ich bei Ihnen die gleiche Taktik, auch als Hinhaltetaktik bekannt, an. Sehen Sie also im zweiten Teil eine Walmutter mit ihrem Schutzbefohlenen und schließlich das langsame Herantasten an unseren Hauptakteur. Aber ganz im Sinne von Alfred Hitchcock werde ich die Spannung steigern und in meinem Falle bedeutet dies, dass ich Ihnen erst im dritten und wirklich letzten Teil die absoluten Highlights präsentieren werde. Aber dann richtig, dies kann ich Ihnen definitiv versprechen.

Bis dahin sage ich ”Danke” und bleiben Sie mir gewogen.                      

20.2.2011

Earth Hour 2011: Lichter aus!

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 04:45

Earth Hour 2011: 60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!Licht aus, Klimaschutz an!

Bevor ich wieder mit meiner Artikelserie über die Schönheiten Costa Ricas fortfahre, ein kurzes Intermezzo im Sinne des Umweltschutzes. Bitte jetzt schon den 26. März 2011 rot im Terminkalender anstreichen. Denn bereits zum 5. Mal heißt es an diesem Tag: Für 60 Minuten Lichter aus zum Wohle der Umwelt.

Der Earth Hour Tag 2011 steht dabei unter dem Motto “60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!” Rund um den Globus sind alle Menschen aufgerufen, beginnend mit dem 26. März 2011 bis einschließlich 18. April 2011 auf Ökostrom zu wechseln, um durch diese Maßnahme Zeichen im Sinne des Umweltschutzes zu setzen und innerhalb dieser 60-Tage-Frist gemeinsam möglichst viel CO2 einzusparen.

2010 folgten Hunderte Millionen Menschen dem Aufruf zu mehr Klimaschutz. Einzelpersonen, Unternehmen und Gemeinden in 4616 Städten aus 128 Ländern betätigten dabei den Lichtschalter. Melden Sie sich jetzt auf Earth Hour 2011 an. Ich habe es schon zum Wohle unserer Umwelt getan. Denn Lichtverschmutzung ist Umweltverschmutzung.

Herzlich Willkommen!

Schön, dass Sie am 26. März 2011 um 20.30 Uhr bei Earth Hour dabei sind und gemeinsam mit
hunderten Millionen Menschen ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen wollen!
    

19.2.2011

Wale vor der Isla del Caño

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 23:47

08.02.2011: Show der Superlative in Costa Rica

Nachdem dem gestrigen Tag, welchen wir wie Tarzan und Jane mit einer Canopy-Tour durch die Dächer des Sekundär- und Primär-Regenwaldes verbrachten, wissen wir heute mit unserer Zeit nichts anzufangen. Die verschiedenen Vögel haben ihre nächtlichen Lager in den nahen Baumwipfeln bereits verlassen, der singende und pfeifende frühmorgendliche Lärm unserer gefiederten Nachbarn ist verstummt. Schmetterlinge flattern geschäftig durch das hohe sonnenverbrannte Gras, immer dicht überhalb der bräunlichen Gräser fliegen sie einzeln oder tanzen in kleinen Gruppen durch die beginnende Hitze des Tages.Helekonia: Benannt nach Helecon, dem griechischen Berg und Sitz der griechischen Musen.

Das tiefe Brummen eines Kolibris kündigt seinen morgendlichen Besuch an, lange bevor er in Sichtweite kommt. Wie jeden Tag macht er Halt an einer riesigen Helekonia-Staude. Für einige Sekunden bleibt er in der Luft stehen, sucht den Sitz der Musen (Helicon = griechischer Berg und Sitz der Musen) nach Nektar ab und bestäubt nebenbei die Blüten der farbenprächtigen Blütenstände. Unser tägliches Spiel beginnt. Ich höre das tiefe Brummen, greife nach der Kamera und lege mich auf die Lauer. Heute beschließe ich, mich auf der rechten Seite für den Schnappschuss bereit zu machen. Fiebrig sucht mein Zeigefinger den Auslöser, kurze Verschlusszeit wird gewählt, der brummende kleine Vogel braucht nur noch in mein Blickfeld zu kommen und abdrücken. Das Summen wird lauter, meine Anspannung steigt, das rechte Auge klebt förmlich am Sucher. Der Kolibri kommt von links, bleibt für Sekunden in der Luft stehen und sucht die Helekonia nach Nektar ab. Perfekt! Allerdings nur für den Kolibri. Denn der kommt heute von der linken Seite angeflogen. Noch bevor ich mich neu positionieren kann, sucht er bereits wieder das Weite.

Kolibri: Tieftönendes Brummen auf der Suche nach Nektar.Morgen beginnt das Spiel von vorne, die Karten werden neu gemischt. Ich hatte insgesamt 13 Tage Zeit, den kleinen gefiederten Genossen digital abzulichten. Eine wirklich befriedigende Aufnahme gelang mir dabei nicht. Entweder hatte ich die Kamera nicht bei der Hand, der Kolibri kam wie beschrieben von der “falschen” Seite angeflogen oder ich lag gerade faul in der Hängematte undKolibri: Hochleistung bei der Nahrungsaufnahme. war selbst zu träge zum Fotografieren. Aber schließlich haben auch andere Mütter schöne Töchter und stellvertretend für meinen widerspenstigen Freund sollen die beiden nebenstehenden Kolibris ihre wunderbare Spezies vertreten, deren Aufnahme mir bei einem Ausflug zum Vulkan Poas gelangen, allerdings unter künstlichen Bedingungen. Aber auch ich darf nicht immer wählerisch sein.

So planen wir für den heutigen Tag, hinunter nach Agujitas an den Strand zu spazieren und trotz der nicht sehr einladenden Atmosphäre im Pazifik zu baden. Einer meiner Fehler bei unserer Reiseplanung. Wer sich mit dem Gedanken trägt, in Costa Rica einen Badeurlaub einzuplanen, sollte genau und vor allem mit Bedacht wählen. Trotz der mehrere Tausend Kilometer langen Küstenlinie sowohl am Pazifik als auch am Atlantik sind wirklich badetaugliche Strandabschnitte rar gesät. Die Karibik- oder eben Atlantikküste bietet sicherlich einige gute Strandabschnitte, desweiteren der Nordwesten auf der Pazifikseite, die Halbinsel Nicoya und die Gegend um den Nationalpark Manuel Antonio. Doch da diese aufgrund ihrer Beliebtheit sehr stark frequentiert sind, sind sie dementsprechend überlaufen und in weiterer Folge die Unterkünfte übermäßig teuer.

Einige von Ihnen werden mir jetzt entgegenhalten: “Zum Baden fährt man sowieso nicht nach Costa Rica.” Das stimmt selbstverständlich, aber bei 30 Grad und mehr ist es manches Mal nicht schlecht, sich eine kleine Abkühlung zu gönnen. Doch gerade in Costa Rica sind Unterströmungen (Rip-Strömungen) sowohl am Atlantik als auch am Pazifik eine Gefahr, welche nicht zu unterschätzen ist und vor der leider oftmals nicht einddringlich genug gewarnt wird. Aber Atmosphäre hin und Strömung her, unser Entschluss für heute steht fest. Wir machen uns auf den täglichen Weg von unserem Bungalow hinunter in das 300 Seelen-Dorf Agujitas und wollen uns eine Erfrischung im Pazifik genehmigen.          

Auf den Strassen von Costa Rica.Auf den Weg bedeutet in unserem Fall 2,5 Kilometer Fussmarsch über eine staubige und von Schlaglöchern übersäte Strasse. Busse? Gute Idee, aber leider nicht in dieser Gegend. U-Bahn? Fährt in ganz Costa Rica keine. Strassenbahn? Müssten erst die Schienen verlegt werden. Also Taxi? Das kann hier dauern. Also freut sich die allerbeste Ehefrau dieser Welt wie jeden Tag auf ihre reichliche Dosis Bewegung in glühender Hitze, auf staubtrockener Strasse und inmitten extremer Luftfeuchte.

Wir sind noch keine 500 Meter weit gekommen, als uns langsam schaukelnd ein Auto entgegenkommt. Vorsichtig weicht es den tiefen Löchern aus, langsam umfährt es die grossen Steine, welche links, rechts und mitten auf der Strasse liegen, tastet sich Meter für Meter den Berg hinauf. Auf unserer Höhe angekommen, kurbelt der Fahrer, ein junger Mann, das Fenster herunter. Das gesprochene Englisch deutet unverkennbar auf die deutsche Muttersprache hin. Neugierig beugt sich auf dem Beifahrersitz seine junge Freundin nach vorne, beobachtet mich aus dem Hintergrund.

Die beiden haben sich auf der Suche nach einer Tankstelle verfahren, wobei die Suche nach stationären Benzinspendern in dieser Gegend, wie wir sie in Europa kennen, sowieso vergebliche Liebesmühe ist. Benzin wird hier im Süden des Landes per Schnellboot in großen Kanistern oder Fässern an die Drake Bay gebracht und an zentraler Stelle per Trichter in die Autotanks oder Motorboote geschüttet. Doch wo befindet sich solch ein Benzindepot? Auch wir wissen es nicht. Am besten zurück, den Berg hinunter und noch einmal fragen. Wir wandern weiter, der Wagen fährt noch ein kleines Stückchen bergauf, um eine Stelle zum Wenden zu suchen. Eine Idee kommt uns. Wir haben in Agujitas Martina Wegener kennengelernt, eine Deutsche, welche seit etwa zwei Jahren ihr Domizil in Costa Rica aufgeschlagen hat und selbst Touren für Touristen organisiert. Und ganz nebenbei betreibt sie noch mit einer costaricanischen Köchin eine kleine Pension mit angeschlossenem Restaurant. Natürlich nicht nach europäischen Maßstäben, aber Casado con pollo oder ein frischer Red Snapper schmecken unter freiem Himmel einfach besser als in geschlossenen Wänden. So, liebe Martina, wenn Du diese Zeilen liest, lass mir Deinen Leguan im Garten schön grüssen und wir bleiben über Facebook in Kontakt. Und wer in der Drake Bay oder eben genauer gesagt in Agujitas auf der Suche nach einer gut betreuten Tour oder einem guten Essen ist, Martina ist eigentlich überall bekannt. 

Wenn jemand weiss, wo es den heissbegehrten Sprit gibt, dann wohl Martina. Also schlagen wir den beiden einen Handel vor. Wir dürfen im Auto mitfahren und im Gegenzug bringen wir sie zu Martina. Also rein ins Auto, runter den Berg und bei Frau Wegener vorbeischauen. Ich will die Sache abkürzen. Alles hat bestens funktioniert, danach sitzen wir zu viert noch bei einem Kaffee und erzählen den beiden, dass wir jetzt schwimmen gehen wollen. Am Nebentisch sitzt eine junge Französin mit ihrem Freund aus Israel. Wie dies nun einmal so ist bei Gesprächen am Nebentisch: Man hört zu. Und da die junge Dame aus Paris auch etwas Deutsch spricht, versteht sie, was die allerbeste Ehefrau und ich uns für heute vorgenommen habe.

Ich gebe nun ihr Statement nicht im Wortlaut, aber sinngemäß wieder. Die beiden jungen Menschen sind mit den gleichen Plänen wie wir in den Tag gestartet. Doch dasAmerikanisches Spitzkrokodil im Corcovado Nationalpark bei San Pedrillo, Costa Rica. Baden ist ihnen vergangen. Der Grund dafür war etwa vier Meter lang und sah im Wasser aus wie ein treibender Baumstamm. Allerdings handelte es sich nicht um einen solchen, sondern um ein amerikanisches Spitzkrokodil, neben dem Krokodilkaiman (Brillenkaiman) das grösste in Costa Rica lebende Reptil. Sehen wir einmal von der Boa constrictor, der tödlichen Buschmeister, dem grünen Leguan, der Lederschildkröte oder der in ihrem Bestand sehr gefährdeten grünen Meeresschildkröte ab.

Die (nicht abschließende) Aufzählung soll Ihnen bereits einmal einen Vorgeschmack auf den Artenreichtum des kleinen mittelamerikanischen Landes geben, wobei angemerkt werden muss, dass bestimmte Arten auch ganz bestimmte Lebensräume innerhalb des Landes beanspruchen und natürlich ein Aufeinandertreffen sehr selten ist. Einen kleinen Vertreter unserer heutigen “Problem” traf ich dann im Corcovado Nationalpark bei San Pedrillo. Wobei auch dieser es vorzog, sich ganz friedlich im Wasser Eine Boa constructor in ihrem Baumversteck.treiben zu lassen, anstatt sich um mich zu kümmern, obwohl ich einen nahegelegenen Fluss bis zum Bauchnabel im Wasser stehend durchqueren musste. Ähnliches widerfuhr oder widerfuhr mir eben nicht mit einer ganz entzückenden jungen Boa, welche sich in Strandnähe ein gemütliches Plätzchen in einem Baumloch suchte anstatt mich mit Haut und Haaren oder in meinem Falle besser mit Haut und Glatze zu verschlingen.  

Aber zurück zu unseren Plänen für den heutigen Tag, welche sich allerdings von einem Moment auf den anderen auf wundersame Weise verflüchtigt hatten. Oder anders ausgedrückt: Die allerbeste Ehefrau der Welt wollte plötzlich nicht mehr im Meer schwimmen. Zur Ehrenrettung des amerikanischen Krokodils muss aber ganz klar gesagt werden, dass es sich dabei um kein angriffslustiges Krokodil wie etwa dem australischen Leistenkrokodil handelt. Aber vier Meter Rumpflänge sind doch ein beeindruckendes Argument, um die eigenen Entscheidungen noch einmal gründlich zu überdenken. Und genau dieses taten wir dann auch.

Und überdenken muss ich nun auch die Länge meines Artikels. Wie ich sehe, nimmt er schön langsam die Ausmaße einer ausgewachsenen Boa constructor bzw. eines stattlichen amerikanischen Krokodils an. Und weil ich ein ebenso friedliches Wesen bin und mit Ihnen in keine Konflikte kommen möchte, verziehe ich mich lieber in meine eigene kleine Höhle. Aber weil Sie natürlich so tapfer bis hierher durchgehalten haben, sollen auch Sie einen kleinen Leckerbissen bekommen. Es folgt zum Schluss der erste Teil unserer Walbeobachtung. Aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie in meinem Video noch nicht viel von den grössten Säugetieren unserer Meere zu Gesicht bekommen. Denn erstens haben es uns und besonders Evaristo, unserem ausdauernden Kapitän, die Wale am 08.02.2011 auch nicht leicht gemacht und zweitens möchte ich Sie zum Wiederkommen bewegen.      


18.2.2011

Costa Rica ohne System

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 21:52

Reiseberichte nach Lust und Laune

Einens vorab, bevor ich wirklich mit meinen Berichten über unseren Jahresurlaub 2011 in Costa Rica beginne. Anders als letztes Jahr über den Vietnam, als ich dezidiert Tag für Tag in der vorgegebenen Reihenfolge den Reiseablauf nach Datum wiedergegeben habe, möchte ich dieses Mal ganz einfach nach Lust und Laune unsere Erfahrungen und Erlebnisse in Mittelamerika niederschreiben.

Mit ein Grund dafür ist sicherlich eine etwas unglückliche Reiseplanung, für welche ich leider dieses Mal verantwortlich zeichnete. Aber dazu später mehr. Also lassen Sie sich ab morgen ganz zwanglos durch die Flora und Fauna der sogenannten “Reichen Küste” führen, wie Costa Rica bereits 1502 von Christoph Kolumbus genannt wurde (oder auch nicht). Deshalb werde ich Ihnen morgen auch ein erstes Video online stellen, welches ein absolutes Highlight während unseres Urlaubes war: Whale watching oder eben zu deutsch Walbeobachtung.

Buckelwal: One-Wal-Show der Superlative vor der Pazifikküste Costa Ricas.Was uns am 08.02. vor der pazifischen Westküste im Süden des Landes, genauer gesagt rund um die Isla del Caño vor der Peninsula de Osa geboten wurde, lässt sich nur schwerlich in eigene Worte fassen. Und deshalb möchte ich Sie schon heute auf ein Schauspiel der Superlative neugierig machen, welches ich live miterleben und glücklicherweise auch filmen durfte. Ein Wal, genauer gesagt ein Buckelwal, hat uns eine der atemraubenden Shows geliefert, welche ich in meinem bisherigen Leben so noch niemals sah und deshalb auch schwerlich in Worte fassen kann. Nicht dass Sie glauben, der Buckelwal auf dem nebenstehenden Bild hat sich uns nur unter Wasser präsentiert. Aber ich möchte Sie natürlich zum Wiederkommen animieren und zeige Ihnen  deshalb nur ein “Undercover”-Foto dieses Buckelwals.Ein Tag in Costa Rica beginnt: Rote Aras in den grünen Dächern auf der Peninsula de Osa.

Lassen wir also die Spiele beginnen und seien Sie versichert, dass es sich lohnen wird, sich dieses Video anzusehen. Doch diese Walbeobachtung sollte nicht unser einziges Highlight sein, aber dazu später (viel) mehr im Verlauf meiner Reiseberichte.     

15.2.2011

Costa Rica: Schluss mit lustig

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 22:36

Costa Rica sagt “Hasta luego

Paul Bögle: Waschtag in Costa Rica. Der Staub eines Tages im Corcovado Nationalpark in der Drake Bay.Zurück in der Zivilisation. Leider. Doch auch das Paradies und in diesem Falle die Drake Bay im Süden Costa Ricas hat ein Ablaufdatum. Vier Wochen durch die sogenannte Schweiz Mittelamerikas neigen sich dem Ende entgegen. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich noch in San Jose, der Hauptstadt des kleinen zentralamerikanischen Landes, und denke mit Wehmut zurück an viele schöne Erlebnisse inmitten unberührter Natur und so noch niemals in freier Wildbahn gesehener Flora und Fauna. Aber die Wirklichkeit holt mich mit jeder Stunde ein, langsam verblassen die Farben, stehlen sich bereits jetzt schon leise Richtung Vergangenheit und Vergangenes.

Das nebenstehende Bild zeigt, dass oftmals die kleinen Dinge des Lebens von überraschender Wichtigkeit sein können. In diesem Fall natürlich auf Anraten der allerbesten Ehefrau dieser Welt. Scheinbar dürften sich meine Körperdüfte, vermischt und untrennbar verbunden mit jenen Ausdünstungen meiner Tag und Nacht getragenen Kleidung, nicht mehr mit den Ansprüchen ihrer Nase vertragen haben. Und so ließ mir eben meine mir Angetraute keine andere Wahl, als mich mitsamt meiner mir ans Herz und wohl auch schon an den Körper gewachsenen Kleider unter frisches Wasser zu begeben. Einziger Vorteil dieser Aktion: Ich hatte danach wieder für mehrere Tage Ruhe! 

Doch das Gedächtnis und viele Fotos und Videoaufnahmen halten das Erlebte und Gesehene fest. Und so werde ich mich die nächste Zeit auch verstärkt mit Costa Rica und den Facetten beschäftigen, werde von vielen aufregenden Erlebnissen berichten, aber auch einige Dinge beim Namen nennen müssen, welche vielleicht nachfolgenden Costa Rica Reisenden bei der Entscheidungsfindung und Vermeidung gemachter Fehler helfen können.

Meine angekündigte Pause ist also hiermit beendet und Paul Bögle wirft Gilet und Wanderstiefel wieder ab und kleidet sich zwangsläufig wieder mit jener Tracht des Mitteleuropäers, welcher langsam wieder in den hektischen und von allerlei Regeln bestimmten Alltag zurückfinden muss. Im Gegensatz zum letzten grossen Reisebericht über den unvergleichlichen Vietnam lasse ich dieses Mal verstärkt Videoaufnahmen in die Artikel mit einfliessen, da ich von mancher Seite hören musste, dass oftmals (laufende) Bilder doch mehr als tausend Worte aussagen.

So sage ich fürs erste “Hasta luego” aus San Jose und bereite nun sukzessive einen Artikel nach dem anderen über die Erfahrungen unserer Reise in Costa Rica vor.    

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