Servus aus Wien: An die deutsche CSU


Ein Grüner sagt „Danke“

CSU Werbespot: Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm.

Den CSU-Werbespot Ein Blick hinter die Fassade der Grünen gibt es bei Klick auf das Strichmännchen.

Es gibt politische Parteien, welche einem Menschen wie mir sogar länderübergreifend so richtig ans (grüne) Herz wachsen. Forderte der österreichische Blaue HC Strache beim letzten Wiener Wahlkampf „Mehr Mut für unser Wiener Blut“, möchte der deutsche Verteidigungsminister und das CSU-Aushängeschild Karl-Theodor zu Guttenberg nun mehr „Mut zur Wahrheit„. Als Mann von Welt und vor allem von Adel eine gar löbliche und wünschenswerte Eigenschaft, ja sogar Herzensangelegenheit. Aber wer die Freiheit verteidigt, muss an sich selbst und alle anderen natürlich auch höchste Ansprüche stellen. Und um dieser Forderung umgehend nachzukommen, haben sich die humoristisch veranlagten Wahlstrategen der CSU sogleich ans Werk gemacht und diesen Auftrag in höchst unterhaltsamer Weise in einem Werbespot umgesetzt.

Und so hat sich die Kreativabteilung ganz besonders intensiv bemüht, den WählerInnen in Bayern und NichtwählerInnen im restlichen Bundesgebiet der Bundesrepublik Deutschland auf höchst anspruchsvolle Weise ihre ganz eigene Sichtweise über „Die Grünen“ und alle im brackigen seichten subversiven Fahrwasser mitschwimmenden AnhängerInnen näherzubringen. Ein witziges und lustiges Video im Zeichentrickstil persifliert dabei den nach der Meinung der CSU typischen Menschen mit grüner Gesinnung. Ein kleines Strichmännchen, welches mit einer Strichmännchen-Steinschleuder bewaffnet durch den einsamen Strichmännchen-Wald zieht und strichmännchen-zähnefletschend durch die Strichmännchen-Lande gegen jede(n) und alles ist, wettert, protestiert und bewaffneten Widerstand leistet. Und am Schluss des Spots fällt das Strichmännchen-Steinchen, welches das Strichmännchen höchstpersönlich in die Strichmännchen-Luft schleuderte, auf den Strichmännchen-Kopf und hinterlässt eine rot blinkende Strichmännchen-Beule. „Recht geschieht diesem subversiven Strichmännchen-Element!“, kann ich da nur zustimmend beipflichten.

Doch nicht genug der Strichmännchen-Romantik. Eine Stimme im Off sprcht dazu einen wohlgeformten begleitenden Reim über die nach Meinung der CSU vorherrschenden Gesinnung der typischen Öko-RabaukInnen, Natur-Querschläger und Alles-Verweigerer aus dem grünen Lager. Da heißt es dann:

Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm
Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um
Grünsein und Dagegensein
mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelstein.
Ach, wie bin ich froh-ho, kein Grüner zu sein.

Ich bin höchst erfreut, dass in Bayern Politik erfrischend anders ist. Bedauerlich ist nur, dass nicht alle BayerInnen genauso denken und diesen Werbespot gegen grüne Gesinnung und Politik als dumm, peinlich, populistisch und polemisch halten. Da muss der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zukünftig noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um diese möglicherweise heimlich mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelsteinen durch bayerische Lande ziehenden und marodierenden Horden von „Männlein“ (von „Fraulein“ war in dem Werbespot keine Rede) von der Notwendigkeit des CSU-Frohseins zu überzeugen. Aber wie heisst es so schön: Adel verpflichtet!

Ich dachte immer: „Wien ist anders!“ Aber die bayerische CSU ist ja doch noch viel anderster oder eben so. Deshalb sende ich ganz liebe grüne Grüsse nach Bayern. An alle grünen Strichmännchen. Und ebenfalls an alle grünen Strichfraulein. Denn scheinbar dürfte die weibliche Wählerschaft keine große Rolle in der Zukunft der CSU spielen. Aber wenn man(n) so von der Rolle ist, ist dies eigentlich nur (beglück)wünschenswert.      



Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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