Bio Natur - Der Weblog

3.1.2011

Klimaforschung vor der Klimaforschung

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 20:39

Apokalypse Now oder Schnee von gestern

Svante Arrhenius: Treibhauseffekt Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt.

Bildquelle: Nobelprize.org 

Die Reduzierung oder der Anstieg von atmosphärischem Kohlendioxid um etwa 40% mag Rückkopplungen steuern, die für das Voranschreiten oder den Rückzug der Eiszeiten verantwortlich sind.”

Sie glauben, dieser Satz entstammt einem x-beliebigen Bericht eines x-beliebigen Instituts oder einer x-beliebigen Forschungseinrichtung zur Erklärung, Problematik oder Untermauerung des fortschreitenden Klimawandels? Könnte selbstverständlich so sein, ist es aber nicht. Denn dieser Satz stammt von Svante Arrhenius, seines Zeichens Chemiker und Physiker aus Schweden. Und jener Herr Arrhenius lebte von 1859 bis 1927, also zu einer Zeit, als Treibhaus, Klimakatastrophen und vor allem der Klimawandel für die Mehrheit der Menschen unbeachtet ante portas standen. Svante Arrhenius sprach diesen Satz im Jahre 1895 aus, als sich die Menschheit gerade auf den mühsamen Weg machte, der Industriellen Revolution und all ihren unabsehbaren Folgen die eigene rußgeschwärzte Seele auf Gedeih und Verderb zu verkaufen. Mit Erfolg natürlich, wie wir rückblickend feststellen können.

Erstaunlich, dass sich schon Ende des 19. Jahrhunderts ein fortschrittlicher Geist wie der schwedische Chemiker Gedanken über die Wirkung von Kohlendioxid machte, abseits von Computern und fernab von Klimamodellen. Er vermutete, dass die Kohleverfeuerung und der damit verbundene Ausstoß von Kohlendioxid mindestens zu einer Verdoppelung der Konzentration dieses klimawirksamen Spurengases in der Atmosphäre führen könnte. Als Folge davon befürchtete er einen Anstieg der bodennahen Weltmitteltemperatur um ungefähr 6 °C. (Weiterführend dazu WechselWirkung 139 Seite 15: ”Weltproblem Klimawandel Was wissen wir? Was müssen wir tun? Von Christian-Dietrich Schönwiese, Frankfurt/M.”).

Dass Arrhenius den Treibhauseffekt mit den eher angenehmen Seiten verband, ist dabei nicht von der Hand zu weisen: “Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben.” Auch die Prämissen, um seine These zu untermauern, wie etwa eine gefrorene Schicht Kohlendioxideis, welche wie ein Glasdach wirke, wurde durch die moderne Wissenschaft überholt und richtiggestellt. Aber es bleibt trotz alledem festzuhalten, dass vielen Klimaskeptikern, welche diese Hypothese nun als fadenscheiniges Argument nehmen, um daraus eine Klimalüge zu basteln, nur ein Bruchteil an Weitsicht zu wünschen wäre, wie es ein Mann des ausgehenden Fin de siècle wie Svante Arrhenius an den Tag legte.

   

 

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