Bio Natur - Der Weblog

31.1.2011

Grünes Geld - saubere Kohle

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 02:52

Nachhaltigkeit beim Thema Geld

Nicht dass Sie nun glauben, ich hätte den Drang, zum Geldhai mutieren zu wollen oder gar ins Lager der Hochfinanz zu wechseln. Wie könnte ich auch, wenn ich doch das Geld mit mindestens beiden oder noch mehr Händen aus den doppelverglasten Fenstern hinauswerfe, dass es sogar den Kreditinstituten meines Vertrauens manchmal schon zu viel wird.

Grünes Geld - Investieren Sie nachhaltigDoch für all jene unter Ihnen, welche vielleicht doch den einen oder anderen Euro auf der Seite liegen haben und dieses Geld oder umgangssprachlich Kohle unter den Gesichtspunkten verantwortungsvoller Investitionen und nachhaltiger Geldanlagen gewinnbringend und trotzdem sozial verträglich umschichten möchten, sei einmal die Webseite “Grünes Geld - Investieren Sie nachhaltig” empfohlen, wobei ich eigentlich nichts empfehlen sollte, was ich nicht selbst schon getestet habe. Aber in diesem Fall bitte ich eben aus bereits angeführten Gründen meiner gelddurchlässigen Doppelverglasung um Nachsicht.

Und zum Schluss wie so oft der Hinweis: Dies ist keine bezahlte Werbung, d.h. ich profitiere durch die Veröffentlichung in keinster Weise durch diesen Artikel. Natürlich würde ich schon gerne meinen Nutzen daraus ziehen, damit ich weiterhin mit beiden oder noch mehr Händen das dadurch verdiente Geld irgendwohin hinauswerfen kann, aber es erbarmt sich einfach kein Mensch meiner Geldnöte.

So, ich sehe gerade, dass ich meine beiden Artikel “E.T. und seine Freunde sind bösartig” und “Ein Pferd, dass hat 4 Beiner, an jeder Ecke einer” noch nicht intern verlinkt habe. Haben zwar beide nichts direkt mit Geld am Hut, aber möglicherweise kann ich sie Ihnen trotzdem schmackhaft machen. Sind schließlich beide kostenlos, also haben sie in irgendeiner Weise doch wieder mit dem Thema Geld zu tun. Sie sehen, ich kann letztendlich so lange über irgendetwas schreiben, dass es dann den Anschein hat, als hätte ich davon auch nur ansatzweise eine Ahnung.

Was ich Ihnen, und hier komme ich definitiv zum Ende meines Artikels, jetzt schon sagen kann: Ich brauche eine kleine Pause. Und so werden sich in den nächsten ca. zwei Wochen nur noch wenige Zeilen auf dem Weblog Bio Natur finden. Aber danach werde ich Sie mit frischem Material versorgen. Und dies nicht zu knapp, das kann ich Ihnen jetzt schon ohne die geringste Vorahnung versprechen. Also bleiben Sie mir auch in der sendefreien Zeit treu.       


30.1.2011

E.T. und seine Freunde sind bösartig

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 04:04

Interstellarer Darwinismus ist überall

Paläobiologen Simon Conway Morris: Darwinismus ist bei Aliens genauso existent.Bildquelle: Kress UFO-Alarm bei ProSieben 

Vorab eines: Die Titelwahl ist wohl nicht zu 100 Prozent korrekt, da sich der Darwinismus wohl nicht nur auf jene Reichweite innerhalb unserer Galaxie beschränkt, sondern eher der Ausbreitung des Weltalls zögerlich nachschleicht und demzufolge auch universal für das komplette Universum, also sozusagen universell universal seine Gültigkeit hat. Oder eben so ähnlich. Oder anders ausgedrückt: Der Darwinismus hat wohl nicht nur unsere Erde heimgesucht, sondern lässt sich ebenfalls auf alle Außerirdischen anwenden. Und aus dieser Konklusion können wir folgendes ableiten: E.T. ist genauso verdorben wie der Erdenbewohner Homo sapiens und all seine Vorgänger und möglichen legitimen Nachfolger, welche ihre friedfertigen Weltanschauungen verteidigen. Mit allen Mitteln selbstverständlich. Und so steht unseren möglichen extraterrestrischen Nachbarn nicht der Sinn nach friedlicher Koexistenz und freundlichem Universum-Miteinander mit der Gattung Mensch. sondern ganz naturgegeben stehen Ausbeutung und Unterwerfung an erster Stelle.  

Meine eigene Hypothese? Mitnichten, liebe LeserInnen. Die altehrwürdige Royal Society unter Federführung des Paläobiologen Simon Conway Morris kommt zu dieser Schlussfolgerung. Wenn der Darwinismus also die Evolution des Menschen bestimmt hat, weshalb sollte es sich in anderen Welten anders verhalten? Und je ähnlicher diese Lebensformen unserer eigenen Spezies entsprechen, desto gewaltbereiter und egoistischer werden diese bis dato unbekannten Wesen auch mit uns verfahren. Schön und interessant dazu auch der Artikel “Die unheimliche Stille” und wer erlöst eigentlich die Aliens? Und wer sich weiter in die konvergente Evolution einlesen möchte, möchte ich das Interview “Delfine waren uns überlegen“ des Spiegel mit eben jenem Simon Conway Morris nahebringen. Ist zwar schon aus dem Jahre 2003, aber gefällt mir trotzdem sehr gut.

Ich habe die leise Befürchtung, dass die Stille ”da oben” eine sehr trügerische ist. Möglicherweise haben jene “dort draussen” ihre Messer schon lange gewetzt. Und dann stellt sich natürlich für mich die Frage aller Fragen. Wenn in der Genesis 1,28 geschrieben steht “Macht Euch die Erde untertan“, für wen ist eigentlich diese Aufforderung geschrieben worden? Für uns Menschen oder möglicherweise doch für ganz andere Wesen. Irrt die Kirche also schon wieder einmal wie in so vielen anderen Dingen? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, aber eben eine böse Vorahnung. Wenn Herr Darwin wüsste, was er uns da für ein außerirdisches Süppchen serviert hat.

Also ich sage Ihnen jetzt ganz im Vertrauen, dass ich mich schon einmal auf das Schlimmste vorbereitet habe. Und vorsichtshalber bin ich auch gleich aus der Kirche ausgetreten. Man kann nie wissen, ob einem das später die neuen Damen und Herren der Erde nicht hoch anrechnen werden.    


28.1.2011

Ökodiktatur? Grüne Alleinherrschaft?

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 04:07

Wird der Staat zum energiesparenden Regime?

Ökodiktatur. Im Wortlaut ein hässlicher Begriff, welcher auch bei mir zu Anfang jene negativen Assoziationen weckte, welchen wir mit einer Diktatur im herkömmlichen Sinn verbinden. In Verbindung mit der Vorsilbe “Öko”, eigentlich eine durchwegs positiv besetzter Begriff, war mir diese Form des politischen, wirtschaftlichen oder geistigen Terrors allerdings neu. Und selbst nach intensiver Suche habe ich keine für mich befriedigende Definition für “Ökodikdatur” gefunden. 

Auf maennerherz bin ich auf ein interessantes Interview (Interview: Ökodiktatur oder ökosoziale Marktwirtschaft? Prof. Dr. Dr. Radermacher) mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Radermacher gestossen. Laut Prof. Radermacher haben wir drei verschiedene Szenarien zur Verfügung, welche uns aus der 2008 begonnenen Wirtschaftskrise zukünftig den Weg weisen können. Diese vorgestellten Szenarien implizieren in diesem Zusammenhang Lösungsansätze oder Mittel und Wege, wie sich letztendlich die Gesellschaft aus dem Würgegriff wirtschaftlicher Depression befreien kann. Siehe auch das Interview von Peter Mühlbauer unter Kollaps, Brasilianisierung oder weltweite ökosoziale Marktwirtschaft).

Radermacher, der selbst Mitglied der Global Marshall Plan Initiative (Grundlage und Idee hierfür ist eine gerechtere Globalisierung) ist, bietet als mögliche Alternativen drei verschiedene Wege aus dieser Geiselhaft an. Zum einen und an erster Stelle nennt er den möglichen Zusammenbruch der herrschenden Ökosysteme. Welche Kriterien hierfür die Vorherrschaft einnehmen, bleibt in den beiden Interviews allerdings aussen vor. Denkbar sind aber vor allem die Ressourcenverschwendung, welche darin gipfelt, dass wir im wahrsten Sinne über unsere Verhältnisse leben. Ich möchte dabei auf meinen Ende September 2009 verfassten Artikel Erschöpfungszustände verweisen, welcher den sogenannten Welterschöpfungstag Jahr für Jahr immer weiter nach vorne im Kalenderjahr rücken lässt. Grund hierfür ist, dass wir von Jahr zu Jahr mit den uns zur Verfügung stehenden jährlichen Ressourcen des Planeten Erde immer verschwenderisch umgehen und weder maßhalten und schon gar nicht haushalten können. Es fragt sich jedoch, ob es aus demokratischen Gesichtspunkten lohnenswert ist, Ziele, und seien sie auch noch so altruistisch, mit Mitteln des Zwangs durchzusetzen.

Menschen brauchen meiner Meinung kein autoritäres System, und zu diesen zähle ich staatliche Restriktionen, welche als sogenannte Öko-Diktatur den Weg von den Medien in die Haushalte finden, um durch politischen Zwang Ziele des Umweltschutzes durchzusetzen. Denn es sollte immer eines bedacht werden: Diktaturen jeder Couleur haben die unangenehme Eigenschaft, starr in ihren Systemen zu verharren und damit reagieren sie meist höchst unflexibel auf überraschende Veränderungen. Und gerade die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Gesellschaft und Politik oftmals von Entwicklungen derart schnell überrollt werden, dass ein Gegensteuern oftmals nur zeitverzögert erfolgen kann.

Der Mensch ist weder unpolitisch und schon gar nicht blind für die gegenwärtigen Umweltprobleme und zivilgesellschaftliches Tagesgeschehen. Doch wenn uns, wie es z.B. der Fall Stuttgart 21 in Deutschland gezeigt hat, die Möglichkeit genommen wird, an der Entscheidungsfindung teilzunehmen und die eigene Meinung und die eigenen Wünsche an den verantwortlichen Stellen einzubringen, wird sich auch eine Öko-Diktatur schnell in ihr Gegenteil verwandeln und die mündige Bürgerin und verantwortungsbewussten Bürger knebeln. Die Demokratie hat die Verpflichtung, das gesellschaftliche Potential, welches wohl in den meisten Menschen steckt, zu fördern und nicht durch vorgefertigte Exekutionen im Keim zu ersticken. Und so halte ich den Begriff Öko-Diktatur auch mehr für ein euphemistisches Wortspiel als eine effektive Möglichkeit, Ziele des Umweltschutzes durchzusetzen.         


24.1.2011

Ein Pferd, das hat 4 Beiner …

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 03:22

… an jeder Ecke einer

Vorsicht Pferde

Bildquelle: Kauzweb

Doch diese Eckpunkte werden, ähnlich wie beim Menschen, durch Bewegungsmangel und zuviel Futter durch Übergewicht übermäßig beansprucht. Helen Stephenson von der Universität Nottingham hat nun im Zuge eines Pilotprojektes 160 britische PferdehalterInnen um Ausfüllung eines Fragebogens gebeten. Doch was dazu gedacht war, dass die PferdehalterInnen ihre treuen Vierbeiner leichter einschätzen können, hat sich möglichwerweise genauso so bewahrheitet, wie es (nicht) gedacht war. Die TeilnehmerInnen haben höchstwahrscheinlich ihre Pferde wirklich leichter eingeschätzt als diese es gewichtsmäßig tatsächlich sind.

Und so kommt die Studie zu dem offiziellen Ergebnis, dass 20 Prozent der englischen Pferde übergewichtig sind, aber díe Dunkelziffer wohl um etliche Kilogramm respektive Prozentpunkte darüber liegt (Vorarlberg Online: Jedes fünfte Pferd in England übergewichtig). Ob die Schwergewichtler nun allzu oft mit Bic Mac und einer ordentlichen Portion Pommes frites bei Laune gehalten werden, bleibt offen. Hatten die weltberühmten Lipizzaner der Wiener Hofreitschule im April 2010 noch mit einem kapitalen Husten zu kämpfen (Kranke Lipizzaner: Herpesvirus als Ursache), so folgen nun die englischen Reittiere mit einer weiteren Zivilisationskrankheit nach Art des Menschen.

Ja, es menschelt doch tatsächlich in der Tierwelt. Und in diesem ganz speziellen Fall könnte man sogar von einer Symbiose von Ross und Reiter sprechen. Doch wie singen die britischen Brachialkomiker von Monthy Python so schön am Ende ihres “Das Leben des Brian“? Richtig!

And always look on the bright side of life
Always look on the light side of life …
 

   

22.1.2011

Japans Mammut Projekt

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 02:33

Etwas Großes entsteht im Land der aufgehenden Sonne

Wahrhaftig Großartiges haben die Töchter und Söhne Nippons vor. Geradezu gigantisch soll es werden, ein Mammut-Projekt im wahrsten Sinne des Wortes. Oder einfach gesagt: Japans Forscher möchten das Mammut wieder auferstehen lassen. Aus Erbgut eines gefrorenen Mammut-Kadavers aus russischen Tiefkühlfächern soll, wenn es nach Wissenschaftlern der Universität Tokyo geht, in den nächsten fünf bis sechs Jahren ein Klon des Urzeitriesen aus den Reagenzgläsern seinen Weg in die Wirklichkeit finden (Daily Yomiuri Online: Scientists aim to bring mammoth back to life). Und damit dieser Weg nicht allzu beschwerlich wird, soll jener neue alte Vorgänger des Elefanten genau in solch einen eingesetzt werden. Oder besser gesagt in eine Elefantenkuh.

Den mehrere 10 000 Jahre alten Vorgänger unserer heutigen Elefanten wollten schon andere Forscher aus den Tiefen der Zeit reanimieren und aus genau jenen wieder an die Oberfläche unseres Zeitalters katapultieren. Allerdings scheiterten diese 1999 von Bernard Buigues initiierten Versuche mehr als kläglich (interessant und teilweise amüsant dazu: Spiegel online: Jäger des verlorenen Fleisches). Und so stehen die heutigen Experten dem japanischen Klon-Experiment bisher auch mehr als skeptisch gegenüber. Doch Japan glaubt unbeirrt an den Erfolg des Projektes. Was dem Entwicklungsbiologen Teruhiko Wakayama vom Riken Center für Entwicklungsbiologie in Kobe 2008 mit Mäusen gelang, sollte anhand der Weiterentwicklung der Forschungen auch mit einem Mammut möglich sein (Handelsblatt: Japanische Forscher wollen Mammut klonen).

Jurassic Park auf japanisch: Wissenschaftler wollen Mammut klonen.Naja, dann kann ich nur meine besten Wünsche, verbunden mit viel Erfolg, nach Tokyo schicken. Eine Frage bleibt zum Schluss: “Was heißt eigentlich Jurassic Park auf japanisch?” Und eine zweite Frage daran anschließend: “Darf ich mich in fünf bis sechs Jahren am Elfenbeinschmuggel im grossen Stile beteiligen?”

Bildquelle: Cineclub

   


18.1.2011

Seilschaften und andere Fallstricke

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 15:45

Lobbyismus für Dummies: Eine effektive Anleitung von Alexander Lehmann

Alexander Lehmann (Blog Rette Deine Freiheit) hat seine neueste Animation unter dem Titel Lobbyismus für Dummies nun für alle zugänglich und zum downloaden ins Netz gestellt. Lernen Sie von den Profis, wie man effektiv Politiker beeinflusst. Sie wollten schon immer in den Bundestag mit Pauken und Trompeten ziehen, sind aber gelinde gesagt einfach zu “deppert”, dieses Vorhaben in die Wirklichkeit umzusetzen? Dem kann nun mit diesem einfachen elektronischen Leitfaden von Alexander Lehmann abgeholfen werden.

Anschaulich wird Ihnen erklärt, welche Aufgaben Sie als Politiker zu erfüllen oder eben nicht zu erfüllen haben, um die Interessen Ihrer Auftraggeber bestmöglich zu erfüllen, aber trotzdem dabei hermetisch das Volk von dieser Umsetzung abzuriegeln. Erfahren Sie, wie der Kreislauf Geschenke geben und natürlich in erster Linie Geschenke empfangen perfekt funkioniert. Und was tun, wenn das Volk unzufrieden ist? Kapitel 4 zeigt Ihnen, wie einfach Politik sein kann. Das Volk will und will einfach keine Ruhe geben, wenn es um Laufzeitverlängerungen für deutsche AKWs oder Atommüll geht? Keine Panik! Kapitel 5 weiss auch darauf eine Antwort.

So, lehnen Sie sich einfach zurück, lernen Sie dabei Kapitel für Kapitel und in 3 Minuten und 18 Sekunden wissen Sie, wie eine Demokratie auf höchst einfache Weise funktioniert und vor allem wie Sie mit Ihnen als Lobbyist perfekter denn je funktioniert. Wenn doch nur alles so einfach wäre im Leben.    


16.1.2011

Servus aus Wien: An die deutsche CSU

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:31

Ein Grüner sagt “Danke”

CSU Werbespot: Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm.

Den CSU-Werbespot Ein Blick hinter die Fassade der Grünen gibt es bei Klick auf das Strichmännchen.

Es gibt politische Parteien, welche einem Menschen wie mir sogar länderübergreifend so richtig ans (grüne) Herz wachsen. Forderte der österreichische Blaue HC Strache beim letzten Wiener Wahlkampf “Mehr Mut für unser Wiener Blut”, möchte der deutsche Verteidigungsminister und das CSU-Aushängeschild Karl-Theodor zu Guttenberg nun mehr “Mut zur Wahrheit“. Als Mann von Welt und vor allem von Adel eine gar löbliche und wünschenswerte Eigenschaft, ja sogar Herzensangelegenheit. Aber wer die Freiheit verteidigt, muss an sich selbst und alle anderen natürlich auch höchste Ansprüche stellen. Und um dieser Forderung umgehend nachzukommen, haben sich die humoristisch veranlagten Wahlstrategen der CSU sogleich ans Werk gemacht und diesen Auftrag in höchst unterhaltsamer Weise in einem Werbespot umgesetzt.

Und so hat sich die Kreativabteilung ganz besonders intensiv bemüht, den WählerInnen in Bayern und NichtwählerInnen im restlichen Bundesgebiet der Bundesrepublik Deutschland auf höchst anspruchsvolle Weise ihre ganz eigene Sichtweise über “Die Grünen” und alle im brackigen seichten subversiven Fahrwasser mitschwimmenden AnhängerInnen näherzubringen. Ein witziges und lustiges Video im Zeichentrickstil persifliert dabei den nach der Meinung der CSU typischen Menschen mit grüner Gesinnung. Ein kleines Strichmännchen, welches mit einer Strichmännchen-Steinschleuder bewaffnet durch den einsamen Strichmännchen-Wald zieht und strichmännchen-zähnefletschend durch die Strichmännchen-Lande gegen jede(n) und alles ist, wettert, protestiert und bewaffneten Widerstand leistet. Und am Schluss des Spots fällt das Strichmännchen-Steinchen, welches das Strichmännchen höchstpersönlich in die Strichmännchen-Luft schleuderte, auf den Strichmännchen-Kopf und hinterlässt eine rot blinkende Strichmännchen-Beule. “Recht geschieht diesem subversiven Strichmännchen-Element!”, kann ich da nur zustimmend beipflichten.

Doch nicht genug der Strichmännchen-Romantik. Eine Stimme im Off sprcht dazu einen wohlgeformten begleitenden Reim über die nach Meinung der CSU vorherrschenden Gesinnung der typischen Öko-RabaukInnen, Natur-Querschläger und Alles-Verweigerer aus dem grünen Lager. Da heißt es dann:

Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm
Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um
Grünsein und Dagegensein
mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelstein.
Ach, wie bin ich froh-ho, kein Grüner zu sein.

Ich bin höchst erfreut, dass in Bayern Politik erfrischend anders ist. Bedauerlich ist nur, dass nicht alle BayerInnen genauso denken und diesen Werbespot gegen grüne Gesinnung und Politik als dumm, peinlich, populistisch und polemisch halten. Da muss der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zukünftig noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um diese möglicherweise heimlich mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelsteinen durch bayerische Lande ziehenden und marodierenden Horden von ”Männlein” (von “Fraulein” war in dem Werbespot keine Rede) von der Notwendigkeit des CSU-Frohseins zu überzeugen. Aber wie heisst es so schön: Adel verpflichtet!

Ich dachte immer: “Wien ist anders!” Aber die bayerische CSU ist ja doch noch viel anderster oder eben so. Deshalb sende ich ganz liebe grüne Grüsse nach Bayern. An alle grünen Strichmännchen. Und ebenfalls an alle grünen Strichfraulein. Denn scheinbar dürfte die weibliche Wählerschaft keine große Rolle in der Zukunft der CSU spielen. Aber wenn man(n) so von der Rolle ist, ist dies eigentlich nur (beglück)wünschenswert.      


15.1.2011

Windkraft: Mit vollen Segeln gegen den Wind

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:08

Windräder in Österreich drehen sich im Kreis 

Windkraft in Österreich: Tendenz steigend

Quelle: Windkraftfakten 

Die einen sollten wollen, die anderen dürften, können aber nicht und die dritten wiederum dürften, aber können oder wollen nicht. So lässt sich die aktuelle Situation zum Ausbau der Windkraft in Österreich umreissen. Was 2010 endlich wieder neuen Schwung erhalten hat, nämlich die Errichtung neuer Windparks und Windräder, droht im Jahre 2011 aufgrund der Politik und fehlender Fördergelder zur erneuten lauen Brise zu werden. Und ganz ehrlich: Wir bewegen uns nun schon lange genug auf der schlüpfrigen Strasse der (schwarzen) Ölsardinen. Und dass diese ein Holzweg in Spiralform ist, bestreiten wirklich nur noch die schärfsten Klimaskeptiker.

Nach der bereits angesprochenen Flaute kommt wieder Bewegung in die Causa Ökostrom dank Windkraft. 2010 wurden acht zusätzliche Anlagen mit einer Gesamtleistung von 16 Megawatt errichtet, Tendenz im Jahre 2011 steigend (Großer Ausbau der Windenergie im Jahr 2011). Umgerechnet auf Österreichs Haushalte bedeutet dies, dass 617 fertige Winkraftanlagen mit einer gesamten Kapazität von 995 Megawatt den Stromverbrauch von 600 000 österreichischen Haushalten abdecken können. Dies bedeutet, 20 Prozent der BürgerInnen können mit umweltfreundlichem und sauberem Strom versorgt werden. Umgerechnet auf die Verminderung des CO2-Ausstosses fallen dadurch 1,3 Millonen Tonnen weniger Schadstoffbelastung an.

Doch die Fördermittel für neue Windkraft-Projekte sind erschöpft. Nicht für das Jahr 2011, sondern darüberhinaus bis zum Jahr 2015. Ein Problem dabei ist sicherlich, dass aus dem großen Topf nicht nur Windkraft-Projekte finanziert werden, sondern in der gleichen Schlange der Bittsteller auch Vertreter von Biomasse, Geothermie und Biogas stehen und ebenfalls ihr um Subventionen kämpfen. Und weil insgesamt nur 21 Millionen Euro zur Verfügung stehen, bläst der Wind aus allen Richtungen und vor allem jedem ins Gesicht. Hauptproblem dabei ist aber im Moment das Ökostromgesetz und die damit verbundene Einspeisetarif-Verordnung, welche als Grundlage für die Einspeisetarife des Ökostroms herangezogen werden. Und weil Österreich eben auch ein Land der Ministerien ist, müssen die damit verbundenen Verordnungen, Novellen und Bestimmungen ihren jeweiligen Sanktus auch von den jeweiligen Ministerien erhalten.

Das österreichische Wirtschaftsministerium unter Reinhold Mitterlehner hat zwar bereits im Dezember den Vorschlag eingebracht, als Basis für die Tarife einfach dieIG Windkraft: Bastelbogen Windrad Verlängerung der Vorjahrestarife von 9,7 Cent pro Kilowattstunde anzusetzen, aber das österreichische Umweltministerium von Nikolaus Berlakovich sagt dazu bis dato “Nein“. Dass der Umweltminister nicht alleine für die limitierten Fördermittel verantwortlich ist, ist schon klar. Aber wenn das Ziel und die Vorgaben des Ökostromgesetzes, nämlich ein Plus von 700 Megawatt Windkraft bis zum Jahre 2015, erreicht werden sollen, bedarf es doch eines etwas größeren Drucks auf die Bundesregierung. Der “Österreichische Nationale Aktionsplan Erneuerbare Energien” hat sich seine Ziele sogar noch höher gesteckt und spricht von 950 Megawatt bis 2015 und einem Ausbau auf 1570 MW Energie aus Windkraft bis 2020.

Der geschäftsführende Gesellschafter der ImWind Group, DI Johannes Trauttmansdorff-Weinsberg, fasst die aktuelle Misere zusammen: “Beim aktuellen Ökostromgesetz beißt sich die Katze in den Schwanz. Wir könnten Projekte sofort bauen, sind damit in der Reihung aber zu weit hinten. Mit anderen Projekten sind wir zwar in der Reihung früher dran, diese haben aber wiederum längere Realisierungszeiten. Somit blockieren wir uns selbst. Für die Finanzierung der millionenschweren Projekte sind die nicht aufeinander abgestimmten Regelungen sehr problematisch.” (Dazu auch: Wirtschaftsblatt: Heimische Windkraft hat wieder Rückenwind). 

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Katze nicht solange im Kreis dreht und einen artfremden Rattenschwanz sucht, bis sämtliche Lichter infolge fehlender Windenergie in Österreich ausgegangen sind. 


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