Geo-Engineering, ein Himmelfahrtskommando 1


Die Schwefelsäulen dieser Erde

Vier Berichte zum Thema Geo-Engineering

sind bereits fertig. Entgegen meiner ursprünglichen Intention, einen kurzen Streifzug durch die technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu Climate Engineering und zur Bekämpfung des Klimawandels anhand weiterer menschlicher Eingriffe zu machen, liegen nun fast ebensoviele Zeilen vor mir wie es mittlerweile theoretische Konstrukte und gedachte Ansätze der Klimaarchitekten zu diesen Prozessen gibt. Im wahrsten Sinne ist ein kleines Märchen entstanden, allerdings steht dem meist einleitenden „Es war einmal …“ in diesem Fall wohl eher ein „Es wird möglicherweise einmal sein …“ mit Fragezeichen gegenüber.

Ich habe den letzten Artikel „Geo-Engineering und Nathan Myhrvold“ mit der Feststellung beendet, dass Nathan Myhrvold zwar ein theoretisches Konzept und mögliches Konstrukt entworfen hat, der steigenden Klimaerwärmung entgegenzuwirken, alleine an der Umsetzung scheitert es.

Zumindest in einer Sache scheint er sich sicher zu sein. Ein Schlauch (oder deren mehrere) soll es sein, hinaufgezogen an Süd- oder Nordpol durch Heißluftballons in die dünne Luft der Stratosphäre. Und dort hinauf soll jenes überschüssige Schwefeldioxid geblasen werden, welches durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Strom ohnehin reichlich vorhanden ist. Und über die dabei anfallenden Kosten hat der Tüftler auch schon konkrete Vorstellungen. 100 Millionen Dollar soll der ganze Spaß höchstens kosten, also wesentlich weniger als die Option, mithilfe von Transportflugzeugen Aerosole in die Stratosphäre zu befördern, welche dort ihr wohltuendes Werk verrichten sollen. Im von Intellectual Ventures Lab (wurde von Nathan Myhrvold gegründet) veröffentlichten White Paper mit dem Titel „The Stratospheric Shield A practical, low-cost way to reverse catastrophic warming of the Arctic—or the entire planet“ geht die Studie auf Seite 4 sogar nur von grob geschätzten Kosten von 24 Millionen Dollar und jährlichen Betriebskosten von annähernd 10 Millionen Dollar aus, bezogen auf einen Pumpleistung von 100 000 Tonnen pro Jahr. Und das Schönste, zumindest suggeriert uns dies die Idee von Myhrvold, es können herkömmliche Techniken genutzt werden, welche nur durch gewisse Modifikationen ergänzt werden müssen.  

Unter dem Synonym „Stratoshield“ finden wir weiterhin ein Einführungsvideo von Intellectual Ventures, welches die zugrundeliegende Idee dieses Stratoshields anschaulich darstellt.

Verdammt nochmal, da haben wir endlich den Nachfolger Archimedes´gefunden, die Lösung liegt klar und deutlich vor uns auf dem Reissbrett und wir greifen nicht zu. Wenn Nathan Myhrvold doch mit dem Ziel angetreten ist, uns durch einfache Lösungen all unserer Sorgen zu entledigen. Allerdings habe ich auf dem Basic Thinking Blog einen Artikel mit der Überschrift „Für eine strahlende Zukunft: Bill Gates und Toshiba bauen zusammen einen Atomreaktor“ gefunden.

Wie es der Zufall will, möchte also der langjährige Mentor von Nathan Myhrvold in Kooperation mit Toshiba und einer Firma namens „Terrapower“ sogenannte Mini-Atommeiler entwickeln (lassen), welche auf Basis von natürlichem oder aus konventionellen Atomkraftwerken anfallenden abgereicherten Uran betrieben werden. Vorteil dieser Laufwellenreaktoren (weiterführend zur Funktionsweise von Laufwellenreaktoren: Sanfte Brüter)  soll sein, dass sie dadurch fast wartungsfrei betrieben werden können und vor allem die Menschheit über Jahrhunderte mit Energie versorgen. Etwas angereichertes Uran ist natürlich schon vonnöten, aber wir wollen doch bei all unseren Diskussionen über Laufzeitverlängeungen z.B.. deutscher AKWs jetzt nicht kleinlich werden. Ich möchte mich jetzt auch nicht weiter über die Nutzung von Atomkraft auslassen, weder in angereicherter noch in natürlicher Form, denn meinen Standpunkt kennen Sie bereits.

Was ich jedoch erstaunlich finde, ist die Tatsache, dass Herren (und im Sinne der Gleichberechtigung sicherlich auch Damen) auf der einen Seite den Klimawandel durch neuartige Methoden zu stoppen versuchen, aber gleichzeitig den Ausbau der Atomkraft fördern. Diese Ambivalenz im Falle Myhrvold stellt sich folgendermaßen dar. Die bereits erwähnte Firma Terrapower wurde 2008 als eigenständiges Unternehmen gegründet. Und wer steckt dahinter? Terrapower ist ein kleines, aber höchst feines Spin-Off von Intellectual Ventures. Und Intellectual Ventures wiederum bekommt regelmäßig Zuwendungen von – richtig von Bill Gates. 

Alle Technologien, die sich erneuerbar nennen, sind nicht verlässlich, da sich nicht an allen Orten in ausreichender Menge vorhanden sind.“ Dieser Satz stammt ebenfalls von Bill Gates. Und weiter: „Kraftwerke auf Kohlenwasserstoff- oder Nuklearbasis sind viel einfacher zu handhaben. Aber erneuerbare Energien? Viel Glück damit! Dummerweise stoßen konventionelle Kraftwerke CO2 aus. Das ist eine ziemlich harte Nuss, die man knacken muss. Doch keiner will daran forschen.“ Ich dachte, eben jener Nathan Myhrvold forscht an genau diesem Problem mit seiner Idee, CO2 durch sein Stratoshield zu eliminieren? Welchem Herrn und Meister soll nun gedient werden? Natürlich jenem, welcher die Millionen bringt. Und der sagt selbstverständlich auch, wofür das schöne Geld verwendet wird.

Doch Bill Gates hat noch andere Ziele vor Augen. Eine Atom-Müllverbrennungsanlage muss her. Dass diese in Europa oder den USA nicht auf großen Anklang stossen wird, ist selbstverständlich auch dem Milliardär klar. Aber Standorte in Brasilien, Russland oder Indien, welche dafür im Gespräch sind, gibt es schließlich mehr als genug. Und dass dortige Großinvestoren gerne gesehen sind, wird wohl auch eventuelle Widerstände bei den dafür notwendigen Genehmigungsverfahren durch eine Hand voll Dollar erleichtern und auf wundersame Weise beseitigen.

Beseitigen will ebenfalls die amerikanische Firma Hyperion Power Generation diese Bonsai-Kraftwerke. Die haben zwar nichts mit Bill Gates, Nathan Myhrvold und anderen Vertretern und Befürwortern dieser neuen Wunderwaffe unserer Energieprobleme zu tun, glaube ich zumindest, aber deren Konzept sieht ähnlich aus. Dem Namen dieser Minibäume entsprechend werden die zwergenhaften Energieriesen für den Hausgebrauch ganz einfach in der Erde vergraben, sind dort sicher vor Terroristen, Flugzeugabstürzen und anderen Katastrophen. Fehlbedienung ist ein Fremdwort, Diebstahl des atomaren Materials ist völlig ausgeschlossen und die Bonsai-Meiler produzieren Strom ohne Unterlass. Tausende von solchen Mini-Atomkraftwerken sollen ein dichtes unterirdisches Netz für eine strahlende Zukunft bilden. Was aber bei aller dieser Antworten offen bleibt, ist eine einzige Frage. Ich hatte beiläufig erwähnt, dass für den Anlauf auch eine kleine Menge angereichertes Uran, Plutonium oder was weiss ich an spaltbarem Material benötigt wird. Wenn ich mir nun vorstelle, dass Zehntausende von Uran-Bonsais im Erdreich vergraben werden, ergibt dies doch auch wieder eine ganze Menge an radioaktivem Material. Und dieses muss letztendlich auch irgendwann einmal entsorgt werden. Oder lassen wir es dort, wo wir es eingelagert haben, im Erdreich gleich vor der Haustüre. Würde natürlich bei genauerer Überlegung schon Sinn machen. Tomaten erhielten einen enormen Wachstumsschub, Kartoffeln von nie dagewesener Grösse erfreuen das Herz jedes Hobbygärtners.

Einzig ein kleines weiteres Problem, neben der Entsorgungsfrage, bliebe ungelöst. Wer sich in Zukunft „die Radieschen von unten anschauen möchte“ und vor dieser Frage steht jeder Sterbliche, wird sich aufgrund des Platzmangels, welcher durch die riesenhaften Rdieschen entsteht, erst einmal neuen Platz schaffen müssen. Aber auch dafür gibt es sicherlich schon Lösungen. Maulwürfe von der Grösse einer Kuh und kilometerlange Regenwürmer fressen sich durch unsere Eingeweide und durch die Innereien der Erde. Aber bis dahin haben wir noch genügend Zeit. Wichtig ist, dass Bill Gates die Richtung vorgibt und alle folgen.

Ich möchte nun meine Artikelserie weder mit großartigen Prognosen oder weiterer Kritik beenden, denn dafür fehlt mir einerseits das tiefergehende technische Verständnis und andererseits habe ich mit Kritik und Bedenken im Verlauf der Darstellungen nicht gespart. Was aber viele nicht wissen. Vordenker in Sachen Geo-Engineering war in gewisser Weise eigentlich weder Nathan Myhrvold oder andere, sondern bereits 1988 der deutsche Wissenschaftler Klaus-Peter Kolbatz. Unter der Patentnummer Patent Nr. 20 2008 014 376.4 „Verfahren für eine in Autos installierte Sprühvorrichtung die Wassertropfen in die Luft bläst und damit die Aufheizung in der Atmosphäre bremst und Feinstaub aus dem Verbrennungsmotor oder andere Stoffe mit dem Wasserdampf bindet und so für saubere Luft in Ballungsgebiete sorgt.“ beschäftigt sich Kolbatz also schon mit Möglichkeiten, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken.

Warum der Wissenschaftler allerdings am 22.02..2008 eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet hat, die Klimaschutzpolitik neu zu überdenken, wird sein Geheimnis bleiben. Nicht dass er mit seinem Vorwurf unrecht hätte, allerdings begründet er dies damit, „dass es keinen Treibhauseffekt geben kann, da Wärme grundsätzlich nach oben steigt und ungehindert in das Weltall entweichen kann.“ Diese Theorie hat Herr Kolbatz mittlerweile sogar um die Theorie erweitert, dass es sich eigentlich um eine komplette CO2-Lüge handelt, welche wir verzweifelt und in seinen Augen vollkommen nutzlos zu bekämpfen versuchen. Vielmehr sind der Hauptgrund für die Aufheizung unserer Atmosphäre die allgegenwärtigen Mikrowellengeräte.

Der Verschwörungstheoretiker zu all unseren Bemühungen: „Die Treibhausschutzmaßnahmen sind kontraproduktiv und fördern die Klimaerwärmung.“ Nun, dann bliebe letztendlich noch der Versuch, unsere Essen wie vor 40 000 Jahren wieder im Garten über offenem Feuer zu garen und die Mikrowellen auf den großen Haufen Müll zu werfen, welcher sich vor unseren Gärten türmt. Vielleicht können wir ja wirklich durch diese Methode unser Klima kühlen. Wer allerdings keinen eigenen Garten besitzt und mit den Nachbarn, welche einen besitzen, im Dauerstreit liegt, dem kann ich jetzt auch nicht mehr helfen.

Ich bin mit dem festen Vorsatz gekommen, einige Geheimnisse zum Thema Geo-Engineering zu lüften. Ich gehe nun mit der Erkenntnis, dass ich noch weit mehr ungeklärte Geheimnisse zum Auftauen in meine virtuelle Mikrowelle gepackt habe. Welchen Knopf ich nun zu drücken habe, weiss ich allerdings selbst nicht. Vielleicht wissen es Sie und schreiben mir dies anhand einer leicht verständlichen Gebrauchsanweisung. So bleibt mir nur noch eines: Guten Appetit!  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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