Bio Natur - Der Weblog

17.12.2010

Das Gemüse macht die Musik

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 04:20

The Vegetable Orchestra

The Vegetable Orchestra: 100% vegetarische Musik

Bildquelle: The Village Voice Blogs 

Keine Frage: Der Ton macht die Musik. Doch wie in vielen Bereichen unseres Lebens ist eben auch wiederum hierbei einiges Schall und Rauch. Töne verflüchtigen sich, Oktaven kommen in den Stimmbruch, Symphonien verblassen unter den Taktstöcken. Oder anders ausgedrückt: Je älter das Gemüse, desto niedriger deren Vitamingehalt. Doch weil ein Ton alleine selten aus einer Plattitüde eine Attitüde macht, hat es sich ”The Vegetable Orchestra” zur Aufgabe gemacht, die Flüchtigkeit des tonalen Moments durch entsprechende kurzlebige Tongeber zu verstärken.   

Dieses Prinzip der Verflüchtigung und Auflösung hat sich die 1998 gegründete Wiener Künstlergruppe “The Vegetable Orchestra“ zu Herzen genommen. Doch nicht die Töne verlieren hierbei an Intensität, sondern die vorab designten und benutzten Instrumente im Verlauf und besonders am Ende der Konzerte neben ihrer Funktion auch ihre Vitamine. Wenn der Begriff “gehaltvolle und nahrhafte Musik” im wahrsten Sinne der Worte irgendwo seine Berechtigung hat, dann sicherlich bei dieser Art von Musik. Und wer sich an frischen Tönen erfreuen kann, darf bei der Gemüse-Kombo sicher sein, dass diese Gelüste auch mit dem letzten gespielten Ton befriedigt werden. Wobei die Zubereitung der Instrumente schon eine Sache für sich ist. Denn alles, was abgeschnitten, ausgehöhlt und weggeraspelt wird, wird nicht weggeworfen. Ganz im Gegenteil!

Die Wiener Künstergruppe The Vegetable Orchestra. 

Vor einem Konzert wird frisches Gemüse gekauft, dieses wird zu den Instrumenten transformiert, der Rest zu einer Gemüsesuppe verarbeitet und nach dem Auftritt werden die bissfesten Vitamin- und Tönespender an das Publikum verschenkt, nebst einer kräftigen Gemüsesuppe natürlich. Getreu dem Motto: Vorbereiten, aufbereiten, zubereiten.

Die Instrumente der Wiener Künstlergruppe The Vegetable Orchestra.Wer sich also vorstellen kann, zu pfeifenden Karotten, quietschenden Paprika, rasselnden Rettichen oder trommelnden Kürbissen zu jammen und swingen, sollte sich unbedingt einmal das Ensemble anhören. Und nicht vergessen: Vor dem Konzert nichts essen! Schließlich warten am Schluss der Konzerte die Reste von Gurkophon, Lauchgeige und Karottenflöte darauf, den notwendigen Vitaminschub zu verabreichen.

Und wer nachher sagt, dass war so gar nicht nach meinem Geschmack, muss wirklich völlig den fleischlichen Gelüsten verfallen sein. Aber vielleicht bringt ja diese Art von Kunst endlich einmal Veganer und Fleischfresser an einen gemeinsamen Tisch. Und sei es auch nur, um über A-Dur und C-Moll zu fachsimpeln. Wäre doch zu schön, wenn es mehr Anhänger von (ökologisch) wertvoller Musik gäbe.

Wer nun neugierig geworden ist, welche Töne und Stimmungen “The Vegetable Orchestra” ihren handgefertigten Instrumenten entlocken, möge sich das folgende Video ansehen. Hier läuft einem beim Wort ”Kunstgenuss” doch gleich das Wasser im Munde zusammen.

    


3 Kommentare »

  1. Suuuper! Das Orchester würde ich auch gern einmal life hören und sehen. Ein Konzert das dadurch nachwirkt, dass man es hinterher auch noch genießen kann. Das trifft genau unser Blog-Motto: www.8ung.info - Kunst und Kultur genießen.

    Kommentar von Dorle — 17.12.2010 @ 12:59

  2. Nachdem ich es selbst schon genossen habe, also das Konzert und die dazugehörigen Instrumente, kann ich Dir ohne Einschränkung sagen, dass es im wahrsten Sinne nach meinem Geschmack war. Und zu Eurem Motto nebst dazugehöriger Webseite. Weiter so, wobei ich hoffe, dass ich als Mann auf Eurer Seite hoffentlich genauso gerne willkommen bin. Schließlich freue ich mich ebenfalls über gute Informationen. So sende ich ganz liebe Grüsse aus Wien und in diesem Fall natürlich speziell an alle Frauen 50+.

    Kommentar von Paul Boegle — 18.12.2010 @ 21:00

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