Diese Anzeigen sind keine Anzeigen
Adbusting nach Art von Greenpeace
Sollten Sie vorhaben, die folgenden ”keine Anzeige”-Entwürfe weiterzuverbreiten, welche Greenpeace ganz im Sinne von Culture Jamming oder Adbusting entworfen hat, dann beherzigen Sie bitte wirklich jene Sätze, welche Greenpeace den “keine Anzeige”-Kampagnen vorangestellt hat. Greenpeace schreibt im Wortlaut dazu:
“Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefürchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierungen oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos – denn die Anzeigen sind ja deutlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis „keine Anzeige“ versehen sind!“
Die folgenden Anzeigen sind dementsprechend keine Anzeigen. Sämtliche nachfolgenden Fotos entstammen dem Greenpeace Magazin.
1. keine Anzeige … von Henkel:
Adbusting-Kampagne mit Bezug auf den Artikel “Terra Activ von Henkel: Putzen mit Palmen“.
Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie
Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.
Greenpeace Magazin 3.10
2. keine Anzeige … von Mc Donald´s
“Ich habe mir fest vorgenommen, nicht mehr auf meine Ernährung zu achten. Auf zu McDonald’s!”
Unsere Normkartoffeln in ordentlich Rapsöl frittiert ergeben 100 % triefende McDonald’s- Pommes. Eine große Portion mit zwei Tütchen Mayo - und schon haben Sie bei uns Ihren Fett-Tagesbedarf (70 Gramm) abgedeckt.
Dazu eine Lift-Apfelschorle, im “test”-Magazin (5/2001) “einziges konserviertes Produkt”. Urteil: “Schmeckt unsauber und fremdartig” - “mangelhaft”.
Beim Menü mit einem “Royal TS” reichen schon mittlere Pommes, um übers Fett-Tagesziel hinauszuschießen. Doch in unseren Burgern steckt mehr: E 262, E 300, E 331, E E15, E 452, E471, E 472, E 481, E 516 und Chesteraroma. Mhm!
Der Chefsalat - unser perfektes Fitness-Alibi! Geschmacksfreier Eisbergsalat, Schinken, (Schwein, Wasser, Dextrose, Lactose, Salz, Nitritpökelsalz, Zucker, E 300, Glukosesirp, Aromen) und ein Fabrik-Ei. Ein gutes Gefühl!
Burger und Pommes muss man kaum kauen - da ist man nicht so schnell satt. Und nach fettreichem Essen kommt der Hunger bald wieder. Also: Gönnen Sie sich bei uns ein Käffchen - und futtern Sie weiter!
Greenpeace Magazin 2.04
3. keine Anzeige … von BP
Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen.
Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko.
Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt.
bp
big problems
Greenpeace Magazin 4.10
4. keine Anzeige … von der Rügenwalder Mühle
Rügenwalder Mühle 4x mit!
Mit Fleisch aus Massentierhaltung
Mit Natriumnitrit (E250)
Mit Zucker
Mit Gensoja im Tierfutter
Natürlichkeit liegt im Trend, also macht die Rügenwalder Mühle jetzt auch mal ein bisschen auf „pur“ und lässt vier überflüssige Zusatzstoffe weg. Aber selbstverständlich liefert ihnen Deutschlands umsatzstärkste Wurstmarke weiter echte Massenware – aus Agrarfabriken, in denen Tausende Schweine industriell gemästet werden.
„Achten Sie doch meinetwegen auf Bio-Qualität. Ich tu’s nicht.“
– Jörg Pilawa –
Greenpeace Magazin 4.09
5. keine Anzeige … von RWE Autostrom
„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“
Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.
IrRWEege befahren
RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten
Greenpeace Magazin 6.09
6. keine Anzeige … von Informationskreis KernEnergie
Deutschlands ungeliebte Klimaschützer
verursachen jede Menge CO2-Emissionen.
Auch dann, wenn sie gerade nicht in Flammen stehen, wie das AKW Krümmel am 28. Juni.
Der Klimawandel ist uns ein willkommener Anlass für eine Desinformations-Kampagne, die das ramponierte Image unserer Branche aufpolieren soll. Also verbreiten wir intensiv die Lüge, Kernkraftwerke würden “null” CO2-Emissionen verursachen. Und verschweigen einfach, wie viel Kohlendioxid der AKW-Betrieb indirekt bei Uranförderung, Anreicherung, Anlagenbau etc. frei setzt - nämlich rund 31 Gramm pro Kilowattstunde (durchschnittlicher Wert für deutsche Meiler, Öko-Institut 2007). Nicht nur Windräder sind da klimafreundlicher, sondern auch Erdgas-Blockheizkraftwerke. Denn die nutzen auch die anfallende Wärme - die in AKWs einfach verpufft.
Foto: Kernkraftwerk Krümmel
Jahreserzeugung: 10 Mrd. kWh,
Jahres-CO2-Ausstoß: 310.000 Tonnen
Greenpeace Magazin 5.07




Wunderbare Nichtanzeigen. Mir persönlich gefallen die Palmöl-, die Tankstellen, die irRWEge-, sowie die Atromstromnichtanzeige am besten. Weiter so!
Kommentar von Mehrwert — 10.12.2010 @ 17:13
Ich müsste natürlich jetzt anstandshalber “Danke” sagen, aber in diesem Falle würde ich mich mit fremden Lorbeeren schmücken. Aber da ich ein sehr einnehmendes Wesen bin, sage ich es trotzdem und darf im Namen von Greenpeace noch einmal auf die Seite http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=keineanzeige verweisen, wo sich noch viele weitere wunderschöne “keine Anzeige”-Anzeigen finden. Aber das “Weiter so!” nehme ich ganz alleine für mich in Anspruch und freue mich, dass mein Blog Deine Aufmerksamkeit gefunden hat.
Kommentar von Paul Boegle — 10.12.2010 @ 22:26