Bio Natur - Der Weblog

29.12.2010

Fracing: Erdgasförderung mit Chemikalien

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 23:03

Flüssiges Gold Erdgas: Die Chemie macht´s möglich

Ich bin auf einen Artikel mit dem Titel “Achtung in Amerika ermittelt der Staatsschutz gegen Gegner des Hyraulic Fracing!” gestossen. “Hydraulic Fracing“, der Begriff klingt interessant, doch um was handelt es sich dabei? Und weshalb interventiert die grösste Demokratie, na gut nach China die zweitgrösste Demokratie vielleicht, gegen einen Schauspieler namens Mark Ruffalo, dessen Namen ich bisher weder im Zusammenhang mit Fernsehen, Kino und schon gar nicht in Verbindung mit dem Umweltschutz vernahm. Also blicken wir tiefer und wie sich herausstellen wird, im wahrsten Sinne des Wortes sehr tief.

Besagter Herr Ruffalo wurde also vor nicht allzu langer Zeit vom amerikanischen Ministerium für Heimatschutz oder im Original United States Department of Homeland Security (DHS) als “Gefahr für die nationale Sicherheit” bezeichnet und in weiterer Folge sogar auf die “terror-advisory watch list” gesetzt (The Guardian: Mark Ruffalo ‘added to terrorism watchlist’ over Gasland.). “Ui, ui, ui” denke ich mir und schnalze mit der Zunge. “Na, ein feiner Herr, dieser Mark Ruffalo. Wahrscheinlich einer der meist gesuchtesten Terroristen dieses Planeten. Der steckt bis zum Hals oder darüberhinaus aber schön in der Sch…e, Sie wissen schon wo.”

Herr Ruffalo steckt jedoch weder in besagten Fäkalien noch sonstwo drin, sondern hat seine Nase nur in Dinge gesteckt, welche ihn und alle anderen Staatsbürger nach Dafürhalten der grössten zweitgrössten Demokratie aller vorübergehender Zeiten scheinbar nichts angehen und er und alle anderen mündigen Bürger deshalb auch besagtes Näschen nicht dorthin zu stecken haben und schon gar nicht sich darüber zu echauffieren haben. Deshalb verweise ich gleich auf das ganz am Ende dieses Artikels stehende Video von Monitor mit dem Titel “Hydraulic Fracking - Einfach mal Gift ins Grundwasser“, welches anschaulich über die Gefahren dieser Art der Erdgasförderung aufklärt. Unbedingt ansehen! Also Fracing oder Fracking (deutsch ausgesprochen) oder Fraccing? Drei Worte für ein und dieselbe Geschichte. Und diese Geschichte hört sich folgendermaßen an.

Fracing, Fracking, Hydraulic fracing: Erdgasförderung mit Chemikalien.

Bildquelle: Celsias 

Erdgas = Bohrloch = Förderung = Geld. Die Gleichung ist Ihnen etwas zu wenig und nicht aussagekräfig genug? Nun, dann machen wir es ausführlicher. In den Eingeweiden unserer Erde lagern neben ehemals unzähligen natürlichen Schätzen bisher unerschlossene riesige Erdgasvorkommen. Und da sich seriöse Unternehmen wie BP oder in diesem Falle Exxon (Tankstellenmarke Esso), BNK Petroleum oder Realm Energy verpflichtet haben, dem Teufel die Hörner aufzubohren und dieser bekanntlich sehr tief im Erdreich seine Höllenzelte aufgeschlagen hat, müssen dementsprechend lange Bohrgestänge dazu dienen, diese Zielsetzung zu erfüllen. Dass sich dabei auf dem Weg nach unten, also zum Höllenfürsten höchstpersönlich, noch zufälligerweise große Erdgasvorkommen befinden, welche die Höllenfürsten dort oben gerne abschöpfen möchten, macht die Sache dementsprechend spannend.

Und weil der Teufel ein höchst unkonventioneller Zeitgenosse ist, werden im Zuge dessen auch höchst unkonventionelle Methoden der Erdgasförderung eingesetzt. Und eine vielversprechende Fördermethode ist eben jenes besagte Fracing. Doch nicht nur die USA selbst haben es auf den Leibhaftigen selbst und seine unterirdischen Schätze abgesehen, sondern da Fra Diavolo ein international tätiges Wesen ist und somit auch verteufelt gut in Deutschland schon seit langer Zeit nicht untätig sitzt und steht, sondern werkelt und hantiert, werden erste Testbohrungen bereits von Exxon und anderen in deutschen Landen durchgeführt. Dabei wird, um das Gas aus abgeschotteten Zwischenräumen ans Tageslicht zu bringen, ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und zugesetzten Chemikalien unter Hochdruck in die Gesteinsschichten gepresst. Dieses Gemisch, welches in die bis zu mehrere Kilometer tiefen vertikalen und horizontalen Bohrungen injiziert wird, bricht das Gestein durch die Druckverhältnisse und Spannungen auf und durch die entstandenen Risse und Spalten kann das Erdgas entweichen und an die Oberfläche gesaugt werden. So einfach ist Geld verdienen.

Was möglicherweise nicht ganz so einfach ist, sind zukünftige Prognose zu stellen. Kann das mit hochgiftigen Chemikalien versetzte Wasser irgendwann in unser Grundwasser gelangen? Die Betreiber sagen ”Nein!” Nun, was sollen sie auch darauf anderes sagen. Sie argumentieren damit, dass zwischen den auszubeutenden Gesteinsschichten und dem Grundwasser mehrere Hundert Meter undurchdringliches Gestein liegen. Zumindest ist Exxon dieser Meinung. Allerdings stelle ich mir ad 1 die Frage, ob diese “mehrere Hundert Meter“ auch kontinuierlich “mehrere Hundert Meter” sind und vor allem bleiben oder ob nicht irgendwo auf dieser Strecke plötzlich aus ”mehrere Hundert Meter” nicht auf einmal nur noch “mehrere wenige Meter“ werden und ad 2: Wenn dieses so effiziente Fracing durch Druck und Spannungen die in Frage kommenden Gesteinsschichten aufbrechen kann, warum eigentlich nicht auch die nicht in Frage kommenden Felsformationen? Oder wissen die Chemikalien, wo sie ihr zerstörerisches Werk beginnen dürfen und wenn geschrieben steht “Hier nicht brechen! Hier kommt Ihnen Grundwasser entgegen!“, heißt es auch für die Chemie “Stopp!

Weiterhin stelle ich mir die Frage, wobei ich mich dabei für meine Fragerei bei den USA entschuldigen muss, ob eine Technik, welche eigentlich noch nicht einmal in SerienreifeFracing: Heisses Wasser, kalte Profitgier. gegangen ist, nicht in naher oder ferner Zukunft bisher unkontrollierte Mechanismen in Gang setzen wird, welche aufgrund des heutigen Kenntnisstandes noch nicht in die Planspiele von Exxon und Co einkalkuliert wurden.

Bildquelle: Riskante Gasförderung 

Selbst Exxon sagt, dass von den in den Untergrund gepumpten Millionen Litern an chemisch versetzter Flüssigkeit nur 30 Prozent wieder nach oben gefördert werden können. Und die anderen 70 Prozent? 2008 wurden bei Testbohrungen von Exxon in Niedersachsen an die 12 Millionen Liter Flüssigkeit Richtung Höllenfürst gepumpt. Rein rechnerisch müsste selbst Satan schon jämmerlich ersoffen sein, denn 8,4 Millionen chemisch verseuchtes Wasser hält wohl selbst der grausamste Pferdefuß nicht aus. Apropos Pferdefuß! Wir sprachen bei all unserem Streben nach Profit noch gar nicht von den Substanzen, welche da stillschweigend unser Erdreich kontaminieren.

<><><><><><><><><><><><><><><>Quelle: SPIEGEL-ONLINE-Recherchen

Fracing in Niedersachsen: Diese Chemikalien verwendete Exxon
Chemikalie CAS-Nummer
Tetramethylammonium chloride 75-57-0
Petroleum distillate hydrotreated light 64742-47-8
Ethoxylated octylphenol 9036-19-5
Magnesium chloride 7786-30-3
Magnesium nitrate 10377-60-3
ein Biozid 55965-84-9

Nicht dass ich nun als Laie mit diesen Substanzen und Chemikalien etwas anfangen könnte, aber wenn ich mir Seite 3 des Sicherheitsdatenblattes von AppliChem durchlese, welches die Handhabung von Tetramethylammoniumchloride behandelt und dort geschrieben steht: “Weitere Angaben zur Ökologie: Nicht in Gewässer, Abwasser oder Erdreich gelangen lassen!“, so muss wohl die Frage erlaubt sein, was dann das viele schöne Tetramethylammoniumchlorid genau dort macht, wo es eigentlich nicht hin soll. Mit den anderen Stoffen möchte ich Sie eigentlich nicht weiter belasten, schließlich belasten diese schon ohne mein Zutun in indirekter Weise Sie und das Grundwasser. Auch soll hier mein Bericht enden. Und zwar mit der Feststellung, dass wir auch im Falle von Techniken wie Fracing oder Geo-Engineering unser stetig vor uns herschreitendes Problem der Generationengerechtigkeit wieder ein Stückchen vor uns herschieben.Ich möchte sicherlich nicht den Teufel an die Wand malen und schon gar nicht bei den Hörnern packen. Schließlich ist auch Exxon und andere Teil dieser geschlossenen Gesellschaft. Und zu dieser hat schon Sartre geschrieben: “Die Hölle sind immer die anderen!” Und nun zum versprochenen Video Hydraulic Fracking - Einfach mal Gift ins Grundwasser.


28.12.2010

GreenAction: Aktiver Umweltschutz

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 22:58

Willkommen in der Greenpeace-Community

Greenpeace und den Greenpeace Blog werden viele von Euch bereits kennen und hoffentlich auch nutzen. Und für alle, welche sich auch aktiv am Umweltschutz beteiligen möchten, was selbstverständlich auch bei Greenpeace geht, gibt es jetzt die Community GreenAction im neuen grünen Gewand und Outfit. Finde auf der Plattform Mitstreiter im ewigen (waffenlosen) Kampf Grün gegen Böse. Rekrutiere Mitstreiter für eigene Umweltkampagnen und Projekte, welche ohne eine starke grüne Gemeinschaft unmöglich sind. Beim nochmaligen Durchlesen hört sich das jetzt wie die Werbung für ein neues Onlinegame an, aber ich lasse es trotzdem so stehen.

Und weil ich meine Artikel möglichst dicht intern und untereinander verlinken will, schließlich brauche selbst ich die gütige Mithilfe der Suchmaschinen, mir aber zu meinem letzten Artikel “Placebo: Allheilmittel mit Heilwirkung” kein geeigneter Übergang und sinnvoller Zusammenhang zu diesem Artikel einfällt, verlinke ich eben dieses Mal ohne Plan und Ziel und hoffe trotzdem auf die Lesebereitschaft.  

Also, sofort reinschauen bei GreenAction.

GreenAction: Community für aktiven Umweltschutz.


27.12.2010

Placebo: Allheilmittel mit Heilwirkung

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 20:22

Placebo: Effekt ohne Effekte.Der Placeboeffekt: Gut, aber billig

Es ist doch immer wieder erstaunlich. Da frisst sich die Menschheit “deppert” an all jenen Heilsverkündern moderner Medizin, welche Arzt und Apotheker ungefragt über den Tisch wandern lassen. Der Homo sapiens wirft sich alles an bunten Tabletten, weissen sprudelnden Pulvern und narkotisierenden Säften greifbar und nicht greifbar, niet- und nicht nagelfest, dreh- und für Kinderhände nicht aufschraubbar ist, in seinen dauerentzündeten Hals und was ist das Ende vom Hohelied der wohlgepflegten Hypochondrie? Sie und er stirbt gleichberechtigterweise trotz dieser intensiven Bemühungen im Laufe jenes Lebens ganz am Ende jenes Lebens für den Rest des Lebens. Da kann ich nur gratulieren und “Lebewohl!” sagen. 

Bildquelle: Mind triumphs over matter

Glaubten PsychosomatikerInnen und andere zwischen Gesundheit und Krankheitsbildern hin- und herinterpretierende, herum experimentierende und nach oben und unten forschende Forscherinnen und Wissenschaftler, dass der sogenannte Placeboeffekt nur dann wirkungsvoll funktioniert, wenn er auf der Grundlage von Tarnen und Täuschen aufgebaut ist, so finde ich nun folgende Meldung, welche mich und mein körperliches Unwohlsein sowie das perfekt darauf abgestimmte seelische Ungleichgewicht völlig aus der Bahn wirft: “Placebo wirkt auch ohne Täuschung.

Hatten die Menschen also früher noch die Hoffnung, an die Wirkung von Scheinmedikamenten zu glauben, obwohl diese keine Wirkung hatten, Hauptsache die Betroffenen wussten nicht, dass sie von dieser Nicht-Wirkung nichts wissen durften, wird ihnen jetzt dieser letzte Rest an glaubhafter Glaubwürdigkeit infolge der Erkenntnis, zu wissen, was man früher nicht wissen durfte, genommen. Sie haben verstanden? Nein, haben Sie natürlich nicht. Also noch einmal von vorne.

80 Patienten wurden in einer dreiwöchigen Studie (siehe PLoS ONE: Placebos without Deception: A Randomized Controlled Trial in Irritable Bowel Syndrome) unter Führung von Ted Kaptchuk in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle litten unter Symptomen eines Reizdarmsyndroms. Während die einen Probanden weiterhin still vor sich hin leiden mussten und ohne entsprechende medikamentöse Behandlung ihrem Schicksal überlassen blieben, bekamen die anderen Zuckerpillen. Und das Schöne an der ganzen Studie: Den Teilnehmern wurde nicht einmal verschwiegen, dass sie Placebos einnahmen. Ganz im Gegenteil! Dreist wurde sogar auf die einzunehmende heilversprechende Substanz das Wort “Placebo” draufgeschrieben.

Und um dem Ganzen die Krone der Schein-Heiligkeit oder sollte ich schreiben garantierten Wirkungslosigkeit aufzusetzen, erzählten die Wissenschaftler den Probanden sogar explizit, dass sie in keinster Weise dazu verpflichtet seien, an den sogenannten Placeboeffekt glauben zu müssen. Einfach die bunten Smarties runterschlucken und fertig!

Erstaunlicherweis kamen die Forscher nach dieser, allerdings sehr kleinen und demzufolge nicht aussagekräftigen, Studie zu dem verblüffenden Ergebnis, dass sich bei 59 Prozent (im Gegensatz zu 35 Prozent bei der unbehandelten Gruppe) die Beschwerden signifikant gebessert hatten. Dies lässt nun den Schluss zu, dass neben dem positiven Denken schon alleine ein medizinisches Ritual wie die Einnahme von vollkommen nutzlosen Tabletten eine gewünschte Wirkung hinsichtlich der erfolgreichen Behandlung von Krankheiten zeigen kann. Deshalb stellen sich die Forscher die Frage: “Was wäre gewesen, wenn wir den Probanden die Nutzlosigkeit der Placebos verschwiegen hätten?” Möglicherweise hätte dies sogar zu einem noch grösseren Erfolg geführt.

Vielleicht sollten wir, ich eingeschlossen, doch nicht andauernd kopfschüttelnd über indigene Stämme und den letzten verschwindend geringen Rest an Urvölkern lächeln, wenn deren Medizinmann mit Knochen um die zu heilende Person tanzt und dabei markerschütternde Rufe ausstösst.

Placeboeffekt: Tarnung und Täuschung oder echte Hilfe?

Bildquelle: Vorarlberg online 

Oder wie heisst es so schön: Der Glaube versetzt Berge. Was ich jetzt allerdings mit den Bergen von Medikamenten mache, welche sich im Laufe der Zeit zuhause angesammelt haben, weiss ich trotzdem nicht. Vielleicht sollte ich warten, bis diese nach ihrem Ablaufdatum ihre versprochene medizinische Wirkung nebst den Nebenwirkungen verlieren. Und wenn sie völlig wirkungslos sind, dann schlucke ich sie herunter, träufle sie mir auf das kleine Löffelchen und löse sie im Gläschen Wasser auf. Mal sehen, ob sie dann noch besser oder endlich wirken. Schließlich weiss ich ja dann, dass sie eigentlich überhaupt nicht mehr wirken können.

Nein, bevor Sie nun voreilig sämtliche Errungenschaften moderner Medizin verdammen, möchte ich Ihnen noch den Artikel Placeboeffekt ohne Täuschung des Patienten? an Ihr (hoffentlich) gesundes Herz legen. Wenn es denn so einfach wäre, hätten wir einen riesigen Schritt Richtung Unsterblichkeit getan. Aber wer möchte denn schon ewig leben? 

              


25.12.2010

Geo-Engineering, ein Himmelfahrtskommando

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 16:56

Die Schwefelsäulen dieser Erde

Vier Berichte zum Thema Geo-Engineering

sind bereits fertig. Entgegen meiner ursprünglichen Intention, einen kurzen Streifzug durch die technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu Climate Engineering und zur Bekämpfung des Klimawandels anhand weiterer menschlicher Eingriffe zu machen, liegen nun fast ebensoviele Zeilen vor mir wie es mittlerweile theoretische Konstrukte und gedachte Ansätze der Klimaarchitekten zu diesen Prozessen gibt. Im wahrsten Sinne ist ein kleines Märchen entstanden, allerdings steht dem meist einleitenden ”Es war einmal …” in diesem Fall wohl eher ein “Es wird möglicherweise einmal sein …” mit Fragezeichen gegenüber.

Ich habe den letzten Artikel “Geo-Engineering und Nathan Myhrvold” mit der Feststellung beendet, dass Nathan Myhrvold zwar ein theoretisches Konzept und mögliches Konstrukt entworfen hat, der steigenden Klimaerwärmung entgegenzuwirken, alleine an der Umsetzung scheitert es.

Zumindest in einer Sache scheint er sich sicher zu sein. Ein Schlauch (oder deren mehrere) soll es sein, hinaufgezogen an Süd- oder Nordpol durch Heißluftballons in die dünne Luft der Stratosphäre. Und dort hinauf soll jenes überschüssige Schwefeldioxid geblasen werden, welches durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Strom ohnehin reichlich vorhanden ist. Und über die dabei anfallenden Kosten hat der Tüftler auch schon konkrete Vorstellungen. 100 Millionen Dollar soll der ganze Spaß höchstens kosten, also wesentlich weniger als die Option, mithilfe von Transportflugzeugen Aerosole in die Stratosphäre zu befördern, welche dort ihr wohltuendes Werk verrichten sollen. Im von Intellectual Ventures Lab (wurde von Nathan Myhrvold gegründet) veröffentlichten White Paper mit dem Titel “The Stratospheric Shield A practical, low-cost way to reverse catastrophic warming of the Arctic—or the entire planet“ geht die Studie auf Seite 4 sogar nur von grob geschätzten Kosten von 24 Millionen Dollar und jährlichen Betriebskosten von annähernd 10 Millionen Dollar aus, bezogen auf einen Pumpleistung von 100 000 Tonnen pro Jahr. Und das Schönste, zumindest suggeriert uns dies die Idee von Myhrvold, es können herkömmliche Techniken genutzt werden, welche nur durch gewisse Modifikationen ergänzt werden müssen.  

Unter dem Synonym “Stratoshield” finden wir weiterhin ein Einführungsvideo von Intellectual Ventures, welches die zugrundeliegende Idee dieses Stratoshields anschaulich darstellt.

Verdammt nochmal, da haben wir endlich den Nachfolger Archimedes´gefunden, die Lösung liegt klar und deutlich vor uns auf dem Reissbrett und wir greifen nicht zu. Wenn Nathan Myhrvold doch mit dem Ziel angetreten ist, uns durch einfache Lösungen all unserer Sorgen zu entledigen. Allerdings habe ich auf dem Basic Thinking Blog einen Artikel mit der Überschrift “Für eine strahlende Zukunft: Bill Gates und Toshiba bauen zusammen einen Atomreaktor” gefunden.

Wie es der Zufall will, möchte also der langjährige Mentor von Nathan Myhrvold in Kooperation mit Toshiba und einer Firma namens “Terrapower“ sogenannte Mini-Atommeiler entwickeln (lassen), welche auf Basis von natürlichem oder aus konventionellen Atomkraftwerken anfallenden abgereicherten Uran betrieben werden. Vorteil dieser Laufwellenreaktoren (weiterführend zur Funktionsweise von Laufwellenreaktoren: Sanfte Brüter)  soll sein, dass sie dadurch fast wartungsfrei betrieben werden können und vor allem die Menschheit über Jahrhunderte mit Energie versorgen. Etwas angereichertes Uran ist natürlich schon vonnöten, aber wir wollen doch bei all unseren Diskussionen über Laufzeitverlängeungen z.B.. deutscher AKWs jetzt nicht kleinlich werden. Ich möchte mich jetzt auch nicht weiter über die Nutzung von Atomkraft auslassen, weder in angereicherter noch in natürlicher Form, denn meinen Standpunkt kennen Sie bereits.

Was ich jedoch erstaunlich finde, ist die Tatsache, dass Herren (und im Sinne der Gleichberechtigung sicherlich auch Damen) auf der einen Seite den Klimawandel durch neuartige Methoden zu stoppen versuchen, aber gleichzeitig den Ausbau der Atomkraft fördern. Diese Ambivalenz im Falle Myhrvold stellt sich folgendermaßen dar. Die bereits erwähnte Firma Terrapower wurde 2008 als eigenständiges Unternehmen gegründet. Und wer steckt dahinter? Terrapower ist ein kleines, aber höchst feines Spin-Off von Intellectual Ventures. Und Intellectual Ventures wiederum bekommt regelmäßig Zuwendungen von - richtig von Bill Gates. 

Alle Technologien, die sich erneuerbar nennen, sind nicht verlässlich, da sich nicht an allen Orten in ausreichender Menge vorhanden sind.” Dieser Satz stammt ebenfalls von Bill Gates. Und weiter: “Kraftwerke auf Kohlenwasserstoff- oder Nuklearbasis sind viel einfacher zu handhaben. Aber erneuerbare Energien? Viel Glück damit! Dummerweise stoßen konventionelle Kraftwerke CO2 aus. Das ist eine ziemlich harte Nuss, die man knacken muss. Doch keiner will daran forschen.” Ich dachte, eben jener Nathan Myhrvold forscht an genau diesem Problem mit seiner Idee, CO2 durch sein Stratoshield zu eliminieren? Welchem Herrn und Meister soll nun gedient werden? Natürlich jenem, welcher die Millionen bringt. Und der sagt selbstverständlich auch, wofür das schöne Geld verwendet wird.

Doch Bill Gates hat noch andere Ziele vor Augen. Eine Atom-Müllverbrennungsanlage muss her. Dass diese in Europa oder den USA nicht auf großen Anklang stossen wird, ist selbstverständlich auch dem Milliardär klar. Aber Standorte in Brasilien, Russland oder Indien, welche dafür im Gespräch sind, gibt es schließlich mehr als genug. Und dass dortige Großinvestoren gerne gesehen sind, wird wohl auch eventuelle Widerstände bei den dafür notwendigen Genehmigungsverfahren durch eine Hand voll Dollar erleichtern und auf wundersame Weise beseitigen.

Beseitigen will ebenfalls die amerikanische Firma Hyperion Power Generation diese Bonsai-Kraftwerke. Die haben zwar nichts mit Bill Gates, Nathan Myhrvold und anderen Vertretern und Befürwortern dieser neuen Wunderwaffe unserer Energieprobleme zu tun, glaube ich zumindest, aber deren Konzept sieht ähnlich aus. Dem Namen dieser Minibäume entsprechend werden die zwergenhaften Energieriesen für den Hausgebrauch ganz einfach in der Erde vergraben, sind dort sicher vor Terroristen, Flugzeugabstürzen und anderen Katastrophen. Fehlbedienung ist ein Fremdwort, Diebstahl des atomaren Materials ist völlig ausgeschlossen und die Bonsai-Meiler produzieren Strom ohne Unterlass. Tausende von solchen Mini-Atomkraftwerken sollen ein dichtes unterirdisches Netz für eine strahlende Zukunft bilden. Was aber bei aller dieser Antworten offen bleibt, ist eine einzige Frage. Ich hatte beiläufig erwähnt, dass für den Anlauf auch eine kleine Menge angereichertes Uran, Plutonium oder was weiss ich an spaltbarem Material benötigt wird. Wenn ich mir nun vorstelle, dass Zehntausende von Uran-Bonsais im Erdreich vergraben werden, ergibt dies doch auch wieder eine ganze Menge an radioaktivem Material. Und dieses muss letztendlich auch irgendwann einmal entsorgt werden. Oder lassen wir es dort, wo wir es eingelagert haben, im Erdreich gleich vor der Haustüre. Würde natürlich bei genauerer Überlegung schon Sinn machen. Tomaten erhielten einen enormen Wachstumsschub, Kartoffeln von nie dagewesener Grösse erfreuen das Herz jedes Hobbygärtners.

Einzig ein kleines weiteres Problem, neben der Entsorgungsfrage, bliebe ungelöst. Wer sich in Zukunft “die Radieschen von unten anschauen möchte” und vor dieser Frage steht jeder Sterbliche, wird sich aufgrund des Platzmangels, welcher durch die riesenhaften Rdieschen entsteht, erst einmal neuen Platz schaffen müssen. Aber auch dafür gibt es sicherlich schon Lösungen. Maulwürfe von der Grösse einer Kuh und kilometerlange Regenwürmer fressen sich durch unsere Eingeweide und durch die Innereien der Erde. Aber bis dahin haben wir noch genügend Zeit. Wichtig ist, dass Bill Gates die Richtung vorgibt und alle folgen.

Ich möchte nun meine Artikelserie weder mit großartigen Prognosen oder weiterer Kritik beenden, denn dafür fehlt mir einerseits das tiefergehende technische Verständnis und andererseits habe ich mit Kritik und Bedenken im Verlauf der Darstellungen nicht gespart. Was aber viele nicht wissen. Vordenker in Sachen Geo-Engineering war in gewisser Weise eigentlich weder Nathan Myhrvold oder andere, sondern bereits 1988 der deutsche Wissenschaftler Klaus-Peter Kolbatz. Unter der Patentnummer Patent Nr. 20 2008 014 376.4 ”Verfahren für eine in Autos installierte Sprühvorrichtung die Wassertropfen in die Luft bläst und damit die Aufheizung in der Atmosphäre bremst und Feinstaub aus dem Verbrennungsmotor oder andere Stoffe mit dem Wasserdampf bindet und so für saubere Luft in Ballungsgebiete sorgt.” beschäftigt sich Kolbatz also schon mit Möglichkeiten, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken.

Warum der Wissenschaftler allerdings am 22.02..2008 eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet hat, die Klimaschutzpolitik neu zu überdenken, wird sein Geheimnis bleiben. Nicht dass er mit seinem Vorwurf unrecht hätte, allerdings begründet er dies damit, ”dass es keinen Treibhauseffekt geben kann, da Wärme grundsätzlich nach oben steigt und ungehindert in das Weltall entweichen kann.” Diese Theorie hat Herr Kolbatz mittlerweile sogar um die Theorie erweitert, dass es sich eigentlich um eine komplette CO2-Lüge handelt, welche wir verzweifelt und in seinen Augen vollkommen nutzlos zu bekämpfen versuchen. Vielmehr sind der Hauptgrund für die Aufheizung unserer Atmosphäre die allgegenwärtigen Mikrowellengeräte.

Der Verschwörungstheoretiker zu all unseren Bemühungen: “Die Treibhausschutzmaßnahmen sind kontraproduktiv und fördern die Klimaerwärmung.” Nun, dann bliebe letztendlich noch der Versuch, unsere Essen wie vor 40 000 Jahren wieder im Garten über offenem Feuer zu garen und die Mikrowellen auf den großen Haufen Müll zu werfen, welcher sich vor unseren Gärten türmt. Vielleicht können wir ja wirklich durch diese Methode unser Klima kühlen. Wer allerdings keinen eigenen Garten besitzt und mit den Nachbarn, welche einen besitzen, im Dauerstreit liegt, dem kann ich jetzt auch nicht mehr helfen.

Ich bin mit dem festen Vorsatz gekommen, einige Geheimnisse zum Thema Geo-Engineering zu lüften. Ich gehe nun mit der Erkenntnis, dass ich noch weit mehr ungeklärte Geheimnisse zum Auftauen in meine virtuelle Mikrowelle gepackt habe. Welchen Knopf ich nun zu drücken habe, weiss ich allerdings selbst nicht. Vielleicht wissen es Sie und schreiben mir dies anhand einer leicht verständlichen Gebrauchsanweisung. So bleibt mir nur noch eines: Guten Appetit!  

      

 

24.12.2010

Ferienregion TirolWest - Familienurlaub total

Abgelegt unter: Bezahlte Rezensionen — Paul Boegle @ 02:13

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Ferienregion TirolWest: Made in Austria

Was haben die Orte Landeck, Zams, Fließ, Tobadill, Grins und Stanz gemeinsam? Sie bilden gemeinsam die Ferienregion TirolWest. Inmitten der Tiroler Alpen und umgeben von der großartigen Bergwelt des Skigebietes Venet mit dem atemraubenden Bergpanorama der Dreitausender stehen diese Skiorte im Tiroler Oberland für Gastfreundschaft, einzigartiges Flair, spezielle Angebote für Familien und vor allem für eines: Unbegrenzten Skigenuss in einer der schönsten Berglandschaften.

Ferienregion TirolWest: Winteraktiv 2011 Ferienregion TirolWest: Prospekte und Infomaterial Ferienregion TirolWest: Gastgeberverzeichnis 2010/2011.

Skigebiet Venet in der Urlaubsregion TirolWest.Zum Vergrößern des Planes der Ferienregion TirolWest klicken Sie einfach auf das Bild. Aber Vorsicht! Je größer das Bild, desto größer werden Ihre Augen werden. Und öffnen Sie den Plan nicht vor den Augen Ihrer Kinder. Sonst können Sie einpacken. Und zwar die Koffer nebst dem Nachwuchs.

Ferienregion TirolWest: Kinder haben Vorfahrt

Eins, zwei, drei - kostenfrei. Die Skiregionen im Alpenraum stehen Kopf. Alleine die Ferienregion TirolWest steht mit beiden Brettern Ferienregion Tirol West: Skiparadies und Kinderparadiesfest auf den eigenen Skipisten. Ein einmaliges und unglaubliches Angebot macht´s möglich. Eltern aufgepasst und dabei die Kinder festhalten! Buchen Sie in der Zeit vom 24.01. - 29.01.2011 oder vom 14.03. - 25.03.2011 Ihren Urlaub in Landeck, Zams, Fliess, Tobadill, Grins oder Stanz und der Aufenthalt wird für Ihre Kleinsten zum Flohzirkus. Verzeihung Skizirkus natürlich. Pistenflöhe im Alter von 3-6 Jahren genießen während dieser Zeit mit der Aktion Eins, zwei, drei - kostenfrei in der Skischule Venet alle Ferienregion TirolWest: Wo Kinder willkommen sind und Eltern gleich mitkommen.Rechte ohne Pflichten. Und dort können Sie Ihren Nachwuchs ganz beruhigt wieder loslassen und das tun, was alle in TirolWest am liebsten tun: Wedeln, Carven, Boarden. Und zwischendurch natürlich ein kleiner Einkehrschwung in einer der urigen Skihütten entlang der Pisten.

Eins, zwei, drei - kostenfrei, die Gratis Kinderskiwochen:

Gratis Kinderskiwochen in der Ferienregion TirolWest5 Tage kostenloser Skipass

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Ski, Schuhe, Stöcke, Helm: Alles gratis. 5 Tage lang. Die komplette Skiausrüstung.

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Ski 6: Ein Skipass = 6 Skigebiete

Gemeinsam sind wir noch stärker lautet das Motto des Skipasses Ski 6. Im Verbund mit den Skiregionen Serfaus-Komperdell, Fiss-Ladis, Nauders, Kaunertaler GletscherFerienregion TirolWest: Snowboarder kommen ebenso wie Skifahrer auf ihre Kosten. und Fendels präsentiert sich die Venetregion im Westen Tirols deshalb jetzt noch stärker und macht die Ferienregion TirolWest für große und kleine SkifahrerInnen so interessant wie noch nie. Ein einziger Skipass bedeutet unbegrenzten Pistenspaß. Das Familienskigebiet auf dem Krahberg bietet den idealen Einstiegspunkt, um neben den 22 Pistenkilometern der eigenen Skiregion weitere mehr als 300 Pistenkilometer der Kooperationspartner auf Brettern oder Snowboard zu erkunden.

In acht Minuten von 780 Höhenmetern auf über 2200 Meter. Beste Aussichten und ein atemberaubendes Bergpanorama bringt die ganze Familie mit der Venet Bergbahn dorthin, wo sich die verschneiten Wege der Skifahrer und Tourengeher trennen und auch wieder kreuzen. Während die Kleinsten auf dem Gipfel des Krahberges auf dem Übungslift erste Geh- und vor allem Stehversuche auf den Brettern unternehmen, welche die (Berg)Welt bedeuten oder sich auf dem Kinderspielplatz und Zauberteppich vom anstrengenden In-den-Pulverschnee-fallen erholen, zieht es die Carver-Gemeinschaft auf die breiten Gleitparadiese der Weinbergbahn. 1250 Höhenmeter auf der Abfahrt nach Riefenahl hinterlassen leise ihre Spuren im Schnee.

Ferienregion TirolWest: Skisafari mit dem Skipass Ski 6. 

Und Anfänger und all jene, welchen der Schnee keine besonderen Hindernisse in den Weg legen sollte und die sich ungetrübtem Skivergnügen hingeben möchten, lassen sich von der Sonne als ständigem Wegbegleiter den Weg nach Süden weisen. Kurze Abhänge und sanfte Gleitpassagen in Richtung Fließ sorgen dafür, dass strömender Schweiß nicht die Sicht auf das großartige Panorama der Tiroler Alpen nimmt.

Wer kennt sie nicht, die Crème de la crème in Sachen Top-Skiregionen: Ischgl/Samnaun, St. Anton am Arlberg, Serfaus-Fiss-Ladis, Nauders/Reschenpass undFerienregion TirolWest: Pulverschnee, blauer Himmel und kilometerlange Abfahrten. den Kaunertaler Gletscher. Doch was haben Sie davon, wenn diese Garanten für unbegrenztes Skivergnügen für Sie in unerreichbarer Ferne liegen. Die Ferienregion TirolWest liegt mitten drin. Und wer sich ein einziges Mal auf das Abenteuer Skisafari einläßt, wird garantiert zu WiederholungstäterInnen. 11 Top-Skirarenen warten darauf, erobert zu werden. 11 Top-Skiregionen rund um die Ferienregion TirolWest wollen erkundet werden. 11 Top-Skigebiete im Reich der verschneiten Dreitausender.          

Fragen kostet nichts. Eine Anfrage zu Ihren ganz speziellen Wünschen in der Ferienregion TirolWest kostet noch viel weniger. Ausgenommen natürlich, Sie möchten persönlich unter 0043 5442 65600 beraten werden. 

Ferienregion TirolWest: Familienfreundlicher Skiurlaub zu kleinen Preisen.

Ein einmaliges Erlebnis in der Urlaubsregion TirolWest, welches durch seine Einmaligkeit ganz schnell zum mehrmaligen Spaßfaktor mit Pulverschnee-Suchtgarantie wird.

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23.12.2010

Bio Natur wünscht “Grüne Weihnachten”

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:12

Also “weisse Weihnachten“, doch ”grüne Weihnachten

Nicht dass Sie mich nun missverstehen. Natürlich wünsche ich Ihnen schon “weisse Weihnachten“. Also Weihnachten mit Schnee. Aber symbolisch als grüner Blog mit Schwerpunkt Umwelt darf ich mir selbst nicht untreu werden und spreche Ihnen in diesem ganz speziellen Fall “grüne Weihnachten” aus. Und all meinen lieben LeserInnen, welche keine “weissen Weihnachten” mögen, darf ich zum wiederholten Male eben “grüne Weihnachten” wünschen, obwohl möglicherweise aufgrund unserer selbst fabrizierten Wetterkapriolen aus eben diesen Gründen die “grünen Weihnachten” wiederum zu “weissen Weihnachten” werden.

Aber sei es, wie es ist. So will auch ich im Moment die Waffen schweigen lassen, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick und ziehe mich in meine virtuelle Höhle zurück.

Bio Natur, der Weblog wünscht im Namen von Paul Bögle all seinen und meinen Leserinnen und Lesern “Weisse Weihnachten” und “grüne Weihnachten”.


22.12.2010

Schneechaos auf europäischen Airports

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:34

Hilfspersonal schaufelt Schnee

Aufgrund der andauernden Schneefälle und des unerwarteten Kälteeinbruchs mitten im Winter haben die Flughäfen in Europa nun in Kooperation mit den davon betroffenen Regierungen beschlossen, Personal zu rekrutieren. Was in Deutschland schon lange unter Ein Euro Job bekannt wird, soll nun auch in Großbritannien unter 0,8517 Britisches Pfund Job eingeführt werden. Natürlich kommt es dabei immer auf den jeweiligen Tageskurs an. Verdienen die Hilfskräfte also an einem Tag den einen oder anderen Sterling mehr, kann sich dies am nächsten Tag schon wieder ändern, je nach umgerechneten Wechselkurs. Um jedoch gewisse Härten auszugleichen, beschloss die Europäische Zentralbank die Einführung des sogenannten Eiszapfen-Index, eine Kombination aus mehreren Indizes. Dabei fließen in die Umrechnung die Taugeschwindigkeit der Schneebälle bei 4,3 Grad Celsius genauso ein wie die Fallgeschwindigkeit von Dachlawinen bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 1,3 m/s.

Um die prekäre Situation auf Deutschlands Drehkreuz Nummer 1, dem Frankfurter Flughafen, zu entspannen, hat die deutsche Bundesregierung nun umgehend erste Hilfskräfte vor Ort geschickt, um wieder Dame und Herr der Lage zu werden. Umfassende und äusserst genaue und der deutschen Mentalität entsprechend akkurat penibel geführte Trockenübungen zeigen auf dem untenstehenden Bild die erste Dame und Herren, wie sie sich auf ihren ersten Auslandseinsatz unter dem Namen “Der Airbus ist gestrandet” freuen. Pünktlich um 14:22 Uhr landete das Räumkommando auf dem Flughafen Heathrow und begann umgehend, die Startbahn für den österreichischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Berlakovich freizuräumen, welcher gerade mit 12tägiger Verspätung vom Klimagipfel 2010 aus Cancun zurückkam und in Heathrow zwischenlanden musste.

Ein Euro Job für Hilfskräfte: Flughafen Heathrow wird von den Schneemassen befreit.

Bildquelle: IBC Solar Blog

Selbst der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich erfreut von der beispiellosen Aktion und fügte wohlwollend hinzu: “Ja, das gefällt Papas Sohn. Arbeitslose sollen Schnee schippen. Aber das muss für die Zukunft noch alles etwas schneller und flüssiger von der Hand gehen. Besonders diese Frau da in der Mitte hat noch nicht das richtige Händchen für diese Art von Arbeit. Die sollte einmal so wie ich in der Politik tätig sein. Da wüsste sie ganz schnell, was Arbeit heißt. Aber diese Hartz IV EmpfängerInnen sind eben nicht zum Arbeiten geboren.”

Guido Westerwelle im Auslandseinsatz.

Bildquelle: Welt Online 

Voller Tatendrang griff der Minister daraufhin selbst zum Arbeitsgerät und räumte in einer noch nie dagewesenen Räumungsaktion den gesamten Flughafen von Heathrow eigenhändig und alleine. In einer von BBC ausgestrahlten Sondersendung unter dem Titel “German Giant Guido, the Triple G-Man” konnte sich die gesamte Welt vom Eifer des deutschen Aussenministers überzeugen. Die von ihm verwendete Schneeschaufel, welche bei seinem Auslandseinsatz allerdings unter der Brachialgewalt in die Brüche ging, wird jetzt bei Madame Tussaauds in London ausgestellt.  


19.12.2010

Asche zu Asche? Asche zu Vinyl!

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 10:38

Der Tod macht die Musik

Sie können sich sicher noch erinnern? In meinem letzten Artikel “Das Gemüse macht die Musik” habe ich Ihnen die in Wien beheimatete Künstlergruppe “The Vegetable Orchestra” vorgestellt, welche aus Gemüse Musik machen. Doch nun hat Wien, die unbestrittene und ungekrönte Hochburg des gepflegten Sterbens und der sprichwörtlich “scheenen Leich”, Konkurrenz bekommen. Ob Sie es glauben oder nicht, der bisherige Innovationsort in Sachen “Nur ein toter Mensch ist ein glücklicher Mensch” soll als Hort des finalen Nulllinien-Happy Ends und der Asystolie-Melancholie abgelöst werden. Es ist traurig, aber nur allzu wahr. Die globale “Es lebe hoch, was endlich sinkt” Hochburg Wien soll in den Niederungen der gewöhnlichen Sterblichkeit versinken. Hatte ich Ihnen noch vor wenigen Tagen die sogenannte Aquamation nahegebracht und schmackhaft gemacht, um Ihre Leichensäfte nach Ihrem Ableben in die richtigen (dunklen) Kanäle zu lenken, bin ich heute schon wieder einen Schritt weiter am Abgrund. 

Sie werden nun entgeistert und leise röchelnd aufschreien: “Das darf nicht sein! Nur ein toter Wiener ist ein echter Wiener!” Ich bin ebenso entsetzt wie Sie und pflichte Ihnen mit einem protestierenden Herzstillstand bei, meine Damen und Herren der gepflegten Leichenblässe. Und das Schändlichste an der ganzen Sache ist, dass der Sargnagel ausgerechnet aus Großbritannien zu uns herüberkommt. Stellen Sie sich vor, die Briten wollen uns vormachen, was “Schöner Sterben” in Zukunft bedeutet. Haben nicht einmal den Euro eingeführt, aber wollen uns erzählen, was lebenswertes Sterben ausmacht. Darf denn so etwas wahr sein? Essen jeden Tag Fish and Chips, ein Grund an sich, das Zeitliche zu segnen, aber wollen einem echten Wiener Schnitzel erklären, wie es final paniert wird. Ist denn das die Möglichkeit? Haben einen Prinzen, der nicht König werden kann, weil die Queen immer noch auf dem Thron sitzt, aber wollen dem einzig wahren Exitus letalis Hochadel die Krone streitig machen. Ist denn das zu fassen? 

And Vinyly: Machen Sie aus Ihrem toten Körper eine Langspielplatte. Asche zu Asche oder Asche zu Vinyl.Sie werden denken: “Ja, red doch endlich, sonst sitzen wir noch bis in alle Ewigkeit hier. Oder noch besser. Wir sitzen, obwohl wir eigentlich schon liegen sollten.” Also, es gibt eine britische Firma samt seinem britischen Firmenbetreiber Jason Leach und mit dem völlig unverfänglichen Namen “And Vinyly“. Hört sich im ersten Moment harmlos an, ich weiss. Aber die haben es faustdick hinter der abgenagten Schädeldecke und den toten Augenhhlen. Die wollen doch tatsächlich die Asche toter Menschen auf Schallplatten pressen. Die Technik dazu haben sie schon, sagen sie. Wer stirbt, wird verbrannt und danach auf Vinyl gepresst. Können Sie sich das vorstellen? Ihr schöner Körper soll den putzigen Würmern vornthalten werden, nur weil sich jemand einbildet, sie sollten auch aus dem Jenseits weiterhin grosse Töne spucken. Stellen wir uns gemeinsam folgende Situation vor.

Ihre Frau sitzt zwei Wochen nach Ihrer Einäscherung und anschließenden Verpressung mit dem Langzeitgeliebten im wohlig warmen Wohnzimmer und sagt: “Du Schatz, leg doch mal den alten Deppen auf. Ich möchte wissen, ob der noch was zu sagen hat oder ob er schon unrund ist!” Und dann greift der neue Alte ins Regal, zieht eine flache schwarze Scheibe mit der Aufschrift “Schon zu Lebzeiten ein Leichnam” heraus und fragt mitfühlend: “Welche Seite möchtest Du denn hören, mein Schatz?” Und sie flötet zärtlich zurück: “Ist doch ganz egal. Der hatte sowieso nur langweilige Seiten.” Und dann kratzt die Nadel furchtbar kreischend über Ihre verbrannten Gedärme, bohrt sich lustvoll in die zu Asche gewordene Männlichkeit und von dort wandert sie leicht eiernd und schlingernd weiter Richtung gewesenem Kleinhirn. Immer und immer wieder. Schlingernd durch die Gedärme, eiernd über die Eier, drehend durchs Kleinhirn. Was für eine Vorstellung, nicht wahr?

Und während Sie mit 33⅓ rpm durch die Landschaft katapultiert werden, flüstert Ihre Ex zu Ihrem Nachfolger, welcher zu Lebzeiten schon Ihr Vorgänger war: “Du, ich glaub, da ist ein Kratzer in der Rille.” Und er sagt darauf: “Aber Du hast doch immer gesagt, dass bei dem sowieso alles hängt.” Mitleidiges Gelächter macht sich im Zimmer breit, während die Nadel gerade die Rille Ihres ehemaligen Hinterteils verlässt, um sich zügig auf den Weg nach vorne zu machen. Dorthin, wo Ihre schwarze Witwe den Hänger vermutet. Und Sie? Sie drehen sich weiter im Kreis. Genauso wie zu Ihren besseren Zeiten, aber das wissen Sie ja selbst.

Auch auf die Gefahr hin, dass Sie nun Schlechtes von mir denken. Aber ich habe mir doch schon ernsthaft überlegt, ob ich mich nicht auch als Langspielplatte verewigen soll. Erstens könnte ich dann weiterhin meinen Mitmenschen auf die Nerven gehen. Mit 33 und einer Drittel Umdrehung pro Minute sicherlich eine lohnenswerte Überlegung. Zweitens würde mich brennend interessieren, ob ich, während ich mich so vor mich hin drehe, kotzen muss, weil mir vom Karussell fahren immer schlecht wurde. Und drittens wäre es interessant zu hören, wie ich mit einer Lautstärke von 180 db klingen würde. Am besten natürlich in Dolby Surround.

Das einzige Problem bei meinen Phantastereien ist dabei meine Körpergrösse. Ich wurde von Charles Darwin gerade einmal mit 173 cm ausgestattet. Und wenn ich annehmen muss, dass, wie in einem Technik-Forum nachgelesen, die Gesamtlänge an Rillen (oder möglicherweise auch nur einer einzigen Rille) etwa 500 Meter beträgt, habe ich leichte Zweifel, ob ich mit meiner Körperlänge einen halben Kilometer Vinyl überhaupt ausfüllen kann. Ganz zu schweigen von dem abscheulich großen Platz um die vielen (oder nur eine?) Rillen herum. Was bleibt mir also? Entweder ich stelle mich als Maxi-Single in das häusliche Regal, das müsste sich mit 173 cm doch irgendwie ausgehen. Oder ich wähle einen anderen Weg, um meinen Hinterbliebenen gehörig auf die Nerven zu gehen. Ich dachte dabei an die Möglichkeit, mich als kaltgepresstes Salatöl zur Verfügung zu stellen. Ein Schluck und … . Sie wissen schon, so wie mit dem Karussel fahren.            


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