Aquamation: Vom ökologisch richtigen Sterben 1


Gute Reise oder Sterben, ohne der Umwelt zu schaden

Ich mache mir von Tag zu Tag so meine Gedanken. Und je mehr Tage ins schöne Bögle-Bloggerdasein-Land ziehen, desto eintöniger werden diese. Sollten Sie dies als lineares Denken titulieren wollen, so muss ich Ihnen diesbezüglich leider zustimmen. Aber sei´s drum und deshalb sei es so. Und so bleibt es natürlich nicht aus, dass sich in einem unbedachten Moment dieser Nachdenk-Nachdenklichkeit immer wieder ein bestimmter Gedanke in den Vordergrund schiebt: „Alles hat irgendwann ein Ende!“ Nicht zwei wie jene viel besungene Wurst, sondern eben jenes endgültige, alles entscheidende, alles beendende Ende. Im Volksmund auch als Gevatter Tod verschrien. Und da es sich nirgends so würdevoll und schön sterben lässt wie in Wien, quasi die Hochburg des Todes schlechthin, stellt sich dementsprechend die Frage: „Wie stirbt es sich am allerschönsten?“

Und weil Herr Sensenmann, und im Sinne der Gleichberechtigung, oder Frau Sensenfrau nun einmal vor nichts und niemandem Halt machen, muss ein Blogger der grünen Schiene (Untertitel: „Paul Bögle, ein Blogger sieht grün!“) die Fragestellung erweitern und umformulieren in: „Wie stirbt es sich ökologisch am allerschönsten?“ Und so hat mich mein lineares Gedankengut auf den Begriff der „Aquamation“ gebracht. Und weil ich die unangenehme Eigenschaft habe, (fast) jeder Fragestellung nachzulaufen, führten mich meine virtuellen Beine hin zu Aquamation – die Öko-Beerdigung.

Die ganze Welt redet von begrenzten Ressourcen. Monte Carlo baut in die Höhe, weil sich die Reichen im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr ausbreiten können. Malaysia holzt Tag für Tag Baum für Baum ab, weil die Papierindustrie Platz braucht. Afrika würde gerne den Platz in den Wüsten für Anbaugebiete nutzen. Süd- und Mittelamerika roden den Regenwald, weil Platz nicht gleich Platz ist. China braucht noch mehr Platz für noch mehr Kohlekraftwerke. Und Europa und die USA brauchen sowieso immer Platz, für was auch immer. Bis auf Monte Carlo natürlich, die wissen wenigstens, für was sie Platz brauchen.

Aber alle vergessen, dass das grosse Sterben tagtäglich ebenfalls sein kleines lauschiges Plätzchen beansprucht. Aber dafür haben nun findige Platzmacher die phänomenale Aquamation aus den Tiefen der Hölle geschaufelt. Und so wird der Prozess der Aquamation in jenem oben bereits erwähnten Artikel folgendermaßen umrissen: „Aquamation ist ein vierstündiger Prozess, für den man die Leiche gemeinsam mit Kalium und Wasser in einen Stahltank gibt. Das Wasser wird auf 93° Celsius erhitzt, was offensichtlich die effizienteste Temperatur ist um Fleisch und Organe zu zersetzen. Die Knochen bleiben übrig, aber das ist in Krematorien ja auch nicht anders. Der Vorteil von Aquamation ist, dass sie nur 10 Prozent der Energie einer Verbrennung benötigt und keine Gifte emittiert werden. Außerdem bleiben Prothesen, beispielsweise die von Knie und Hüfte übrig und lassen sich zumindest theoretisch wiederverwerten.“

Nun, dies klingt doch auf den ersten todesverachtenden Blick nicht schlecht. Ergänzen wir den zitierten Text nun noch mit den beiden Sätzen, welche ich auf dem Bestatterweblog zum Thema Aquamation gefunden habe „Was übrig bleibt sind ein hervorragender Flüssigdünger und die Knochen. Ausprobiert habe man das mit Schweineleichen und dabei herausgefunden, daß es bei 93° C am besten funktioniert.“, kann ich dieser neuen Form des Bestattungswesens einiges abgewinnen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich später einmal bei 93 Grad Celsius vier Stunden lang bei kleiner Flamme gar gekocht werde, hat das schon was. Da bekommt der Begriff „Warmduscher“ doch plötzlich eine vollkommen neue Bedeutung.

Die einzige Frage, welche ich mir bei all der Kocherei allerdings stellen muss: „Was, wenn der Strom ausfällt?“ Muss die anwesende Trauergemeinde mich dann kräftig umrühren, damit ich mich portionsgerecht verflüssige. Denn wie wir alle wissen, verderben viele Köche den Brei. Aber ich werde trotz alledem weiterhin mein eigenes Süppchen kochen, selbst wenn es meine letzte ist, in welcher ich zu liegen komme. Und die ich dann auch auszulöffeln habe.



Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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