Hungrige Männer hören nur auf die …, 1


… die ein Stück Brot haben.

Earl Butz, US-Landwirtschaftsminister unter Eisenhower, war sicherlich ein Mann voller Widersprüche. Führte doch ein rassistischer Witz zu seinem politischen Niedergang. Aber jener eingangs erwähnte Satz hat heute mehr denn je seine Gültigkeit und vor allem an Brisanz weiter an Aktualität gewonnen. Am 16. Oktober 2010 fand wie jedes Jahr seit nun mehr 30 Jahren der Welternährungstag statt. Wobei angesichts von nahezu einer Milliarde Menschen der Begriff „Welternährungstag“ falsch gewählt ist.

Bankett des Hungers anlässlich des WelternährungstagsEin Bankett des Hungers in Paris mit leeren Tellern in endlos langen Reihen soll auf die steigende Unterernährung und den Hungertod von täglich 10 000 Kindern aufmerksam machen. Sicherlich liegt der Fokus dieser oftmals vergessenen Problematik auf unzureichender Ernährung aufgrund des Klimawandels und dem Ausverkauf von Agrarland. Die Klimakatastrophe als Teil unserer Berichterstattung in den Medien ist dabei immer noch jener Punkt, welchen die Industrienationen als ursächliche Verbindung zwischen Hungernden und fehlenden Lebensmittelressourcen verbinden. Klimakonferenzen als Schlagzeile bringt uns für kurze Momente der Dritten Welt näher, bevor andere Probleme unsere Aufmerksamkeit erfordern und Headline um Headline in unseren Wohnzimmern Platz nimmt, ohne jedoch auf Dauer prägend, einprägend zu wirken.

Ich bin auf meiner Suche nach neuen Ergebnissen zum Welternährungstag nun auf einen höchst interessanten und sehr aufschlussreichen Artikel von Anne Schweigler und Peter Clausing auf Womblog (ursprünglich publiziert am 14.10.2010 in Junge Welt gestossen, welche sich der Problematik aus einer vollkommen anderen, aber um so dringlicheren Richtung nähern. Unter dem Titel „Im Griff der Monopole – Teil I“ sehen die beiden Autoren den Welthunger vor dem Hintergrund der mehr als zweifelhaften Geschäftspraktiken der Saatgutindustrie und der damit einhergehenden Instrumentalisierung von Saatgut als politisches Machtmittel und sogar als Waffe.

Habe ich bisher selbst nur gentechnisch verändertes Saatgut unter jenen Gesichtspunkten für das geeinte Europa (Genetische Verschmutzung) und unser aller Wohlbefinden in Form genmanipulierter Lebensmittel (Toscanella – Tomaten aus der Toscana?, Landliebe von Campina – ohne Gentechnik, Alles Müller oder was? Einfach gen-ial! ) gesehen, gehen Anne Schweigler und Peter Clausing einen grossen Schritt in Richtung globale Bedrohung durch diese Konzerne weiter und zeichnen ein wesentlich düsteres Bild.

Seien es nun Knebelverträge, welche Landwirte und Kleinstbauern beim Bezug des Saatguts z.B. von Monsanto unterzeichnen müssen oder die geradezu irrwitzigen Patentrechte, welche geistige Eigentumsrechte an einem Schnitzel sichern sollen (siehe auch hier meinen Beitrag „Die Patentnummer 0815 PB …„, sind dabei nur die Spitze des Monopol-Eisberges dieser Saatgut-Monstergebilde.

Ich gratuliere den beiden zu einem absolut lesenswerten Artikel und zu ihrer sehr fundierten Recherche, welche gerade zum Welternährungstag ein Thema behandelt, welches vor lauter Dürrekatastrophen und Überschwemmungen oftmals untergeht, aber dezidiert und ausführlich die heutige Monopolstellungen und die damit ausgehenden Gefahren von Unternehmen wie Monsanto, Syngenta, DuPont oder Pioneer beleuchtet. 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen