Landliebe von Campina – ohne Gentechnik 1


Es geht auch anders, sprich ohne Gentechnik

Es gibt durchaus vernünftige Alternativen zu „Alles Müller oder was?“ und andere Produzenten, welche uns ihre Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Rohstoffen versüssen. Sei es durch die zunehmende direkte Perversion gentechnischer Verschmutzung wie im Falle Syngenta oder Monsanto oder durch gentechnische veränderte Futtermittel, welche dann die Grundlage für indirekt genmanipulierte Lebensmittel bilden.

Deshalb ist es auch unumgänglich, nicht nur zu tadeln und anzuklagen, sondern lobenswerte Beispiele jener Produzenten und Hersteller publik zu machen, welche sich dem Grundsatz „ohne Gentechnik“ verschrieben haben. Ich darf voranstellen, dass ich für diesen Artikel weder bezahlt werde noch andere Vorteile daraus ziehe. sondern alleine aus der Intention der Informationsweitergabe schreibe.

Landliebe ohne GentechnikCampina, eine der führenden deutschen Molkereien hat nun bekanntgegeben, seine mit 2008 begonnene „Ohne Gentechnik“-Kampagne (siehe Greenpeace: Landliebe – ohne Gentechnik) auf weitere Produkte auszuweiten. Die Erweiterung der „Ohne Gentechnik“-Produktpalette, welche mit Frischmilch und H-Milch den Weg in die Verkaufsregale fand, wird nun unter anderem durch „Ohne Gentechnik“ Käse und Joghurt aufgemotzt.

Campina garantiert den VerbraucherInnen dabei, dass die Zulieferer, hier natürlich besonders die Landwirte, die verwendete Milch völlig ohne Verwendung von genmanipuliertem Soja produzieren. Die neue Strategie bestätigt sich auch in steigenden Umsatzzahlen, wobei wir hier zu den Schattenseiten kommen. Ich möchte im folgenden die Gründe von abgespeist.de wiedergeben, welche unter Kann denn Liebe Lüge sein? aufgeführt sind.

Grundsätzlich stimmt abgespeist.de mit der „Ohne Gentechnik“-Schiene von Campina und den angebotenen Landliebe-Produkten überein. Aber, und hier dürfte sicherlich noch Erklärungsbedarf vorhanden sein, wer sich ein Marktmonopol geschaffen hat, möchte auch davon profitieren. Doch hier stellt sich eben immer die Frage: Auf wessen Kosten? Zitat abgespeist.de: „Die Entscheidung für die Landliebe-Milch ist allerdings eine teure, denn sie kostet pro Liter bis zu 50 Cent mehr als andere Milch. Bei den Bauern kommt nur ein winziger Bruchteil des satten Preisaufschlages an. Kein Wunder, denn Verbraucher bezahlen den Mehrpreis vor allem für eines: ausgebufftes Marketing.“ Und weiter heisst es: „Aber so viel Gefühl gibt es natürlich nicht umsonst – Landliebe kostet pro Liter etwa so viel wie Bio-Milch. Im Gegensatz zu dieser aber unterliegt Landliebe-Milch keinen speziellen, gesetzlich verankerten Richtlinien, deren Einhaltung ein Prüfsiegel bestätigt. Nachprüfbare Belege für die angeblich hohe Qualität der Milch liefert Campina nicht. Gefühle statt Fakten – so beschert Landliebe Campina 300 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, Tendenz steigend.“

Es folgen noch weitere Gründe, welche nach Meinung von abgespeist die Markenpolitik von Campina in Frage stellen. Die Ambivalenz ist nachvollziehbar. Auf der einen Seite steht ein Vorreiter in Sachen „ohne Gentechnik“, aber andererseits wiederum wird diese derzeitige Monopolstellung des Profits wegen ausgenutzt. Doch ich sehe bei all diesen negativen Aspekten die guten Seiten. Die Vorbildfunktion der Landliebe-Produkte schafft sicherlich durch den publizierten Umsatzwachstum Anreizfunktion. Und da bekanntlich die Konkurrenz niemals schläft, werden in naher Zukunft gerade auf dem Sektor gentechnikfreier Lebensmittel „Nachahmungstäter“ ihr Werk beginnen. Und da sich Erfolg in unserer heutigen Zeit eben am Umsatz orientiert, sollte der Markt unter dem Dach des „Ohne Gentechnik“-Siegels sich dementsprechend auch öffnen. Und dann wiederum wird (hoffentlich) der zu erwartende Konkurrenzdruck die Preise auch wieder verbraucherfreundlich regulieren.

Der Hinweis von Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer vom BUND, „… dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in Zukunft nur gesichert werden kann, wenn auch große Supermarktketten wie Edeka, Aldi und Lidl mit ihren Eigenmarken folgen“ wird meiner Meinung auch den gewünschten Erfolg mit sich bringen, nämlich gentechnikfreie Produkte zu vernünftigen Preisen.

Ich habe mich mit diesem Artikel sicherlich in den (kostenlosen) Dienst von Campina gestellt, wenn ich auch anmerken darf, dass noch nicht alles Gold ist, was bisher unter dem Deckmantel „ohne Gentechnik“ glänzt. Aber hier appeliere ich auch auf die Konsenzbereitschaft von Campina. Im Sinne des Umweltschutzes, zum Wohle der Tiere, als Partner der Landwirte und nicht zuletzt als kritischer Konsument. 

  




Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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