Bio Natur - Der Weblog

31.10.2010

UN-Artenschutzkonferenz liefert Ergebnisse

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 00:47

Nagoya (hoffentlich) kein zweites Kopenhagen

Die UN-Artenschutzkonferenz 2010 im japanischen Nagoya kann sich (zumindest teilweise) sehen lassen. Was letztes Jahr in Kopenhagen zur Farce geriet, könnte nach dem der zu Ende gegangenen Artenschutzkonferenz in Nagoya zu wirklichen Ergebnissen führen. Besonders Deutschland drängte dabei auf die Umsetzung gravierender Verbesserungen zum Wohle der Umwelt. Angesichts der Tatsache, dass fast gleichzeitig die Laufzeitverlängerung deutscher AKWs um im Schnitt bis zu zwölf Jahren nun endgültig beschlossene Sache ist, eine geradezu groteske Einstellung unseres Nachbarlandes (siehe dazu etwa Laufzeitverlängerung für AKW - Gefahr für Mensch und Umwelt oder Manche (Atom)Uhren ticken eben anders).

Die Vorgaben der Teilnehmer liegen beschlussreif auf dem Tisch, aber jetzt müssen Taten folgen. Besonders jenes Ziel, den bis jetzt unaufhaltsamen Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 stoppen zu wollen, wurde bis zum heutigen Zeitpunkt eigentlich komplett verfehlt. Was schon seit 1992 als Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity) völkerrechtlich bindend sein sollte, nämlich bis zum Jahr 2010 das sogenannte 2010-Ziel die drei vorrangigen Punkte

  • die Erhaltung biologischer Vielfalt,
  • eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und
  • die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen

konsequent umzusetzen, darf als klägliches Scheitern verurteilt werden. Lautete noch das hehre Ziel für die Erhaltung der biologischen Vielfalt im strategischen Plan der Konvention, welches 2002 in Johannesburg im sogenannten Umsetzungsplan des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung (WSSD) erneuert wurde, die gegenwärtige Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 signifikant zu reduzieren, sind die Regierungen bis dato mehr zurückgestolpert als nur ein kleines Stückchen vorwärts getaumelt. Wenn eine der drei Komponenten Ökosystemvielfalt, Artenvielfalt und genetische Vielfalt innerhalb von Arten umgesetzt wurde, dann wohl nur dank genetischer Manipulation und Gentechnik der letzte Punkt.

Die Verpflichtung der unterzeichnenden Staaten, Artenschutz sowohl in situ (im Lebensraum) als auch ex situ (ausserhalb des Lebensraumes durch unterstützende und begleitende Massnahmen wie z.B. Gen-Datenbanken, Tierparks, botanische Gärten) zu betreiben, wird durch die Überfischung der Meere, rigorose Abholzung, exzessive Landwirtschaft, unkontrollierten Landraub und die verdammenswerte Praxis, sich rigoros die Patentrechte an Pflanzen und Tieren zu sichern, ad absurdum geführt.

Dieser dritte und aus wirtschaftlicher Sicht wichtigste Streitpunkt, nämlich die Bekämpfung der sogenannten Biopiraterie, welcher auch Hauptthema in Nagoya war, stellt die Mitgliedsstaaten vor die wohl grösste Aufgabe, einen gemeinschaftlichen Konsens zu erarbeiten.

Der gerechte Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen bedeutet nichts anderes, als die prozentuale Beteiligung der Herkunftsländer, welche ihre genetischen Ressourcen zur Verfügung stellen, an den damit erzielten Gewinnen. Dieses Access and Benefit Sharing (ABS) soll sicher stellen, dass die führenden Industrienationen und allmächtigen Konzerne, welche durch die Entwicklung von landwirtschaftlichen oder pharmazeutischen Produkten mit bereitgestellten genetischen Informationen durch (meist) Entwicklungsländer betriebswirtschaftlich profitieren, diese Gewinne auch gerecht an die Ursprungsländer anteilsmäßig weitergeben. Denn nicht nur Pflanzen, Tiere und ihre Produkte sind wirtschaftlich nutzbar, sondern auch die genetischen Informationen einzelner Individuen, beispielsweise als Ausgangsmaterial für pharmazeutische Forschungen und als Ergebnis daraus z.B. Medikamente, welche gewinnbringend verkauft werden können.

Diese unter dem Begriff Biopiraterie geführten Kontroversen sollen nach Meinung der Experten mit dem neuen Nagoya-Protokoll ein für alle Mal die Interessenskonflikte zwischen Industrie- und Entwicklungsstaaten bereinigen. Alleine mir fehlt der Glaube. Beginnt ab heute eine neue Zeitrechnung, wenn es darum geht, traditionelles und althergebrachtes Wissen indigener Stämme leistungsgerecht zu entlohnen? Es fehlen immer noch allgemeingültige und in weiterer Folge verbindliche Definitionen. Die tagelangen Debatten in Nagoya haben eines gezeigt: Die Meinungen differenzieren nicht nur, sondern stehen oftmals unversöhnlich gegenüber.

So steht China und Indien auf dem Standpunkt, dass das Wissen und die natürlichen Ressourcen der im Lande lebenden Minderheiten als Allgemeingut der Gesamtheit zur Verfügung steht. Als Ergebnis daraus lässt sich ableiten, dass diese genetischen Ressourcen öffentlich zugänglich sind und demnach die daraus entstehenden Gewinne nicht den indigenen Stämmen zugesprochen werden, sondern den beiden Ländern in ihrer Gesamtheit. Eine Art Gensteuer als gerechtes Entlohnungssystem für alle am Wirtschaftsprozess Beteiligten würde sicherlich Sinn machen. Dazu wäre es aber notwendig gewesen, dass sich die immer noch grösste Wirtschaftsmacht USA mit an den UN-Verhandlungstisch gesetzt hätte. Aber da die Vereinigten Staaten sich standhaft bis zum heutigen Tag und höchstwahrscheinlich weit darüberhinaus weigern, ihre Unterschrift unter die Biodiversitäts-Konvention zu setzen, stehen die willigen Staaten weiterhin ohne ihren wichtigsten Partner da. Denn die USA glänzten in Japan durch Abwesenheit. Und wenn, so wie Brasilien bereits im Vorfeld der Artenschutzkonferenz unmissverständlich verlautbart hatte, die Unterschrift definitiv zu verweigern, falls eine explizite Gensteuer nicht im Vertrag ratifiziert werde, so bedeutet dies doch eine enorme Geiselhaft und Druck.  

Erstmals sind indigene Rechte und traditionelles Wissen im Rahmen einer völkerrechtlichen Konvention wie der CBD in einem solchen Ausmaß zur Kenntnis genommen worden. Den Worten der Vertreterin der kolumbianischen indigenen Gruppierungen fehlt, außer dem darin enthaltenen notwendigen Zweckoptimismus, leider die Inhaltsschwere. “Zur Kenntnis nehmen” ist gut und schön, doch wo sind jene Instanzen und Kontrollmechanismen, welche die Interessen dieser Schwächsten auch in die Hand nehmen und die erwirtschafteten Gelder zielgerichtet in die dafür bestimmten Kanäle leiten?

Doch die UN-Artenschutzkonferenz wirft noch weit mehr Fragen als die zufriedenstellende Klärung der Biopiraterie auf. Warum wurde das Abkommen nur auf einen Zeitraum von zehn Jahren beschränkt? Wir wollen jetzt in einer einzigen Dekade nachholen, was uns seit Beginn der ersten Verhandlungen 1992 weder gelungen noch ansatzweise geglückt ist? 20 Ziele zum Schutz der Artenvielfalt, welche unter dem grünen Hut von mehr als 190 Mitgliedsstaaten in einem verschwindend kurzen Zeitraum zum Erfolg gebracht werden sollen? Sind bis zum jetzigen Zeitpunkt etwa zehn Prozent der Landflächen und ein Prozent des Meeres und der dazugehörigen Küsten als Schutzgebiete deklariert, sollen diese Werte nun auf 17 bzw. zehn Prozent angehoben werden. Ich freue mich bereits jetzt auf die (faulen) Kompromisse, welche eingegangen werden, wenn z.B. die japanische Fangflotte ihre nassen Felle namens Blauflossen-Thunfisch in geschützte Gewässern davonschwimmen sieht oder Malaysia der Meinung ist, dass eine Ölpalm-Plantage einen durchaus adäquaten Ersatz für die gleiche Fläche Regenwald darstellt.

Und hier kommen wir zur nächsten Fragestellung: Wer bitteschön finanziert das ganze grüne Dickicht aus Annäherungen, Anschauungen und möglichen Aktionsplänen? Und vor allem wann fließen die Finanzströme in die beabsichtigten und geplanten Projekte? Es wurde viel mit Zahlen jongliert. Doch diese Bälle wurden hin und her geworfen, ohne dass sich daraus konkrete Finanzierungen ergaben. Dass der vorgefertigte Strategieplan Geld kostet, ist den Tischnachbarn klar. Dass Milliarden benötigt werden, steht außer Frage. Der Forderung Brasiliens nach 200 Milliarden, ob nun Euro oder Dollar gemeint waren, sei einmal dahingestellt, entgegnete die EU sanft, aber um so bestimmter, dass eine Festsetzung konkreter Zahlenbeträge derzeit nicht umsetzbar sei. Die Konklusion daraus? Man schiebt das delikate Problem vor sich her. Und zwar praktischerweise dorthin, wo es geeignet erscheint, nämlich zur nächsten UN-Artenschutzkonferenz. Und die findet in Indien statt. Morgen? Nein, erst in zwei Jahren. Und dann verbleiben nur noch acht Jahre, um die ins Auge gefassten Pläne und Strategien umzusetzen.           

Japan hat die Verhandlungen im eigenen Land sicherlich strategisch positiv geleitet und in die richtigen Bahnen gelenkt. Aber, und hier hing Kopenhagen mehr als ambivalentes Schwert des halbtoten Damokles über den teilnehmenden Staaten. Es mussten zwanghaft vorzeigbare Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der nächste Klimagipfel im mexikanischen Cancun Ende 2010 wäre ansonsten nur als destrasiöse Fortsetzung von Dänemark und der eben zu Ende gegangenen UN-Klimakonferenz von Tianjin angesehen worden.

Das Nagoya-Protokoll wird Kyoto sicherlich um nichts nachstehen. Positive Erweiterung zum Vorgängermodell, welches mit 2012 ausläuft, ist mit Sicherheit die Berücksichtigung des Faktors Biodiversität und ein erster Brückenschlag in Richtung Unterbindung von Biopiraterie. Aber ansonsten lässt die Konferenz viele Fragen offen. Die gravierendste dürfte dabei jene sein, ob die leergeräumten Plätze in vier Jahren auch wieder mit den aktuellen oder sogar neuen verhandlungswilligen Teilnehmern besetzt sein werden. Denn die gegenwärtige Zustimmung der souveränen Staaten bedeutet noch lange nicht, dass sie diesem ausgehandelten Vertrag zukünftig auch beitreten werden. Und in diesen vier Jahren können noch einige Festmeter Holz geschlagen werden, Milliarden Kubikmeter Wasser verunreinigt werden, unzählige Tierarten ausgerottet werden und eine Unmenge an Pflanzen entwurzelt werden.

Nagoya war ein guter Anfang. Zumindest wenn es um die sprachliche Annäherung der mehr als 190 Partner ging. Aber nun müssen Taten folgen. Am besten gleich im Dezember in Cancun.    

30.10.2010

Rennie und Talcid: Hilfreich gegen den Dauerbrenner Sodbrennen!

Abgelegt unter: Bezahlte Rezensionen — Paul Boegle @ 03:34

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Rennie: Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz!

Rennie: Wirksam und hilfreich gegen die Volkskrankheit Sodbrennen und Magenübersäuerung

1. Ursachen für Sodbrennen

Übersäuerung, Sodbrennen, Magenbeschwerden. Dies kommt Ihnen seltsam vertraut vor? Doch was kommt danach? Im schlimmsten Falle eine Magenschleimhautentzündung, wie die Gastritis im Volksmund genannt wird. Und was der Volksmund so leichtfertig ausspricht, hat sich in unserer heutigen schnelllebigen, hektischen und durch Fastfood geprägten Zeit zu einer Volkskrankheit entwickelt, welche jeden Dritten von uns heimsucht.

Sodbrennen hat jedoch weitaus mehr Ursachen als die bereits beschriebenen Faktoren. Das unangenehme Brennen hinter dem Brustbein, welches sich meist bis in die Rachenpartie hinaufzieht, kann sich durch den Genuss eines Glases Grapefruitsaft (Zitrusfrüchte) genauso äußern wie durch die morgendliche Tasse Kaffee, ein Glas Rotwein beim abendlichen Essen, Schokolade oder Stress und Nikotin. Bewegungsarmut, seelische Frustration oder die Einnahme von Medikamenten, der bittere Geschmack in Hals und Mund, verbunden mit dem empfindlichen Brennen, dem wiederkehrenden Aufstossen und einem unspezifischem Brustschmerz, die Möglichkeiten für das Entstehen von Sodbrennen sind vielfältig. Der schnell hinunter geschlungene Snack in der zu kurzen Mittagspause, ein spätes und möglicherweise sogar fettes Essen vor der Nachtruhe, der gemütliche Fernsehabend in liegender Position, der Rückfluss des sauren überschüssigen Magensaftes kennt keine natürlichen Grenzen. 

2. Was ist überhaupt Sodbrennen?

Um das Entstehen von Sodbrennen zu verstehen, sollten wir uns eines vor Augen halten. Zwischen Magen und Speiseröhre befindet sich ein Schließmuskel, der sogenannte untere Ösophagussphinkter, welcher im Normalfall Magen und Speiseröhre voneinander trennt. Wenn nun dieser Schließmuskel nicht richtig schließt oder eben ein Zuviel der aggressiven Magensäure im Magen produziert wird, fließt dieser salzsäurehaltige Magensaft zurück in die Speiseröhre. Stellen Sie sich also ein Ventil vor, welches zwei Funktionen übernimmt. Zum einen sorgt der auch als Mageneingangspförtner bezeichnete Schließmuskel dafür, dass Speisen durch die Speiseröhre in den Magen hinein gelangen können. Und andererseits verhindert dieses Ventil in umgekehrter Richtung, dass die Nahrung mitsamt der für den Verdauungsprozess so wichtigen Magensäure wieder in die Speiseröhre zurückfließen kann, um eine schmerzhafte Reizung zu verhindern. Wenn gelegentlich doch Magensäure zurückfließt, was in einem so komplexen Mechanismus wie dem menschlichen Organismus vorkommen kann, so ist dies nicht weiter dramatisch. Wir bezeichnen dies dann als Aufstoßen, denn die Speiseröhre ist in der Lage, eine begrenzte Menge Flüssigkeit durch entsprechende Pumpbewegungen wieder zurück in den Magen zu befördern. Problematisch wird es erst dann, wenn ein verstärkter Rückfluss von Magensäure diese Funktion unterbindet und es zu einem verlängerten Kontakt von ungeschützter Speiseröhre und Magensäure kommt. 

Dieser Reflux, wie der besonders starke Rückfluss der Magensäure bezeichnet wird, führt dann in weiterer Folge zu einer entzündlichen Erkrankung der Speiseröhre. Wir sprechen in diesem Fall von Sodbrennen, während der Mediziner dieses Hauptmerkmal der gastroösophagealen Refluxerkrankung im Fachjargon als Gastro Esophageale Reflux Disease oder kurz GERD bezeichnet.

Dieses Zurückfließen der Magensäure in die Speiseröhre erklärt auch den Umstand, warum besonders viele Betroffene gerade nachts über verstärkte Symptome klagen. Schmerzen und Schluckstörungen hindern dabei oftmals die Betroffenen am Ein- und Durchschlafen. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, fehlende Produktivität und Reizbarkeit sind nur einige der resultierenden Folgen, welche zu einer langfristig verminderten Lebensqualität führen.

Wir sollten jedoch eines nicht vergessen: Die Magensäure ist ein wichtiger Bestandteil des Magensaftes. Ohne die Magensäure und die darin enthaltene Salzsäure wäre es unserem Verdauungsapparat nicht möglich, die Nahrung aufzuspalten. Weiterhin übernimmt der Magensaft die Funktion, Bakterien abzutöten. Damit der Magen durch diese aggressive Säure nicht angegriffen wird, schützt ihn eine Schicht aus Magenschleimhaut. Und diese Schutzschicht fehlt leider in der Speiseröhre, wodurch es zu den bekannten Reizungen und dem Brennen durch die Magensäure kommt.

Imedo: Gesundheitsportal und Erfahrungsaustausch zum Thema Gesundheit.Tipp: Vermindern Sie den nächtlichen Reflux, indem Sie neben der Einnahme von Rennie oder Talcid das Kopfteil des Bettes etwas nach oben stellen! Ebenfalls interessant und vielleicht hilfreich ist die Tatsache, dass sich der Magensaft in der rechten Körperhälfte befindet. Schlafen Sie dementsprechend auf der linken Körperhälfte, um sich auch durch diese Massnahme etwas Linderung zu verschaffen.

3. Sodbrennen wirksam bekämpfen

Es ist selbstverständlich unmöglich, sämtliche Symptome, Ursachen und Kausalitäten bezüglich Sodbrennen innerhalb eines einzigen Artikels zusammenzufassen. Sollten Ihnen diesbezüglich noch gewisse Lücken und Informationen, welche mit Sicherheit hier vergessen wurden, im wahrsten Sinne des Wortes also ”sauer aufstoßen” respektive aufgrund der Nichterwähnung und -berücksichtigung noch fehlen, verweise ich in diesem Zusammenhang auf das Info-Magazin, welches Ihnen noch weitaus mehr Hintergrundwissen zum “Dauerbrenner Sodbrennen” zum kostenlosen Download bereit stellt.   

Es wird selbstverständlich immer wieder darauf hingewiesen, mit dem Rauchen aufzuhören, die Ernährungsgewohnheiten umzustellen, sich mehr an der frischen Luft zu bewegen und vor allem Stress zu vermeiden. Gut gemeinte und sicherlich nützliche Ratschläge, welche sich auf das allgemeine Wohlbefinden von Körper und Geist unbestritten positiv auswirken. Allerdings streiten die Experten immer noch, ob aufgrund dieser Verhaltensmassnahmen auch langfristig das Sodbrennen gelindert respektive vollkommen beseitigt wird.

Gab es in der Vergangenheit wirksame Mittel gegen Sodbrennen oftmals nur auf Rezept, stehen Ihnen bei leichtem Sodbrennen mit Rennie und bei mittelschwerem Sodbrennen mit Talcid zwei bewährte Medikamente zur Verfügung, welches rezeptfrei schnelle und unkomplizierte Hilfe verspricht.

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Bei säurebedingten Magenbeschwerden

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29.10.2010

Der Grüne Elektronik Ratgeber von Greenpeace

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 22:38

Internationale Elektronik-Hersteller: Spreu und Weizen

Grüne Elektronik Ratgeber von Greenpeace

Die nun zum bereits 16. Mal veröffentlichte Ausgabe der von Greenpeace erstellten Untersuchung internationaler Elektronik-Anbieter ist zu haben. Hauptaugenmerk gilt dabei den von den Herstellern verwendeten Chemikalien, welche bei der Produktion der elektronischen Erzeugnisse eingesetzt werden. Viele Hersteller verzichten in Fernsehern, Druckern oder Computern immer noch nicht auf den Einsatz von Polyvinylchlorid (PVC), Phthalate oder die sehr problematischen bromierten Flammschutzmittel, welche einerseits zwar flammenhemmend wirken und die Flammenausbreitung verlangsamen, aber leider auch schwer abbaubar sind und zudem durch die Anreicherung in Lebewesen ihre toxische Wirkung verbreiten. 

Aber auch dem Thema Recycling wird dementsprechende Aufmerksamkeit gewidmet. Haben die VerbraucherInnen leicht zugängliche Möglichkeiten, die Altgeräte fachgerecht zu entsorgen, mit ein Punkt, welcher in die Bewertung einfliesst. Und natürlich spielt die Energieeffizienz der elektronischen Geräte weiterhin eine tragende Rolle. Doch nicht nur Unternehmen konnten punkten und sich auf den vorderen Rängen etablieren, welche wie Nokia, Sony Ericsson oder Philips bei der Vermeidung problematischer Chemikalien und sehr guter Energieeffizienz führend sind, sondern auch die Zusage von HP, ab dem Sommer 2011 auf Beryllium und berylliumhaltige Verbindungen zu verzichten, ergaben Punktegewinne.

Allerdings bleibt allen Herstellern gemeinsam, dass sie hinsichtlich Elektroschrott und besonders bei der Umsetzung der neuen RoHS 2.0 Richtlinien (Restriction of (the use of certain) hazardous substances) oder zu deutsch “Beschränkung (der Verwendung bestimmter) gefährlicher Stoffe” enormes Aufholpotential haben. Wer das Ziel hat, die Vorgaben der Konzentration von höchstens 0,1 % von z.B. chlorierten/bromierten Flammschutzmitteln oder chlorierten Weichmachern in den homogenen Werkstoffen der Elektro- und Elektronikgeräte zu erreichen, hat noch einen steinigen Weg vor sich.

Und einen besonders steinigen Weg haben Hersteller wie Toshiba, Microsoft und wie zum wiederholten Male Nintendo vor sich. Fehlende, falsche und nicht verwirklichte Zeitpläne bei der Verbannung problematischer Chemikalien, unklare und vage Zusagen über bevorstehende Umsetzungen der Planvorgaben, kein Konzept bei Elektroschrott. Super Mario und Co fühlen sich scheinbar auf den letzten Plätzen des Rankings für grüne Elektronik pudelwohl.

Schaut man sich die auf Greenpeace Österreich deutschsprachige animierte Grafik (siehe Greenpeace: Guide to Greener Electronics) an und vergleicht die ersten Versionen aus dem Jahre 2006 mit den aktuellen Versionen 2010, so fällt zumindest auf, dass sich einiges getan hat innerhalb der letzten vier Jahre in puncto grüne Elektronik. Allerdings nicht unbedingt zum Positiven. Aber hier sollte man differenzieren. Denn was sich auf den ersten Blick als eindeutiger Rückschritt entpuppt, sollte bei näherer Betrachtung genauer untersucht werden.

Und hier setzt meine Kritik bei der Auswertung von Greenpeace an. Denn es ist nicht klar ersichtlich, inwieweit sich die Bewertung z.B. der RoHS 2.0 Richtlinien in den verschiedenen Zeiträumen widerspiegelt. Auch interessant wäre zu erfahren, ob und in welcher unterschiedlichen Gewichtung die einzelnen Faktoren zum Gesamtergebnis des Rankings beitragen. Bedeutet etwa eine Steigerung von 10 % auf dem Sektor Energieeffizienz bei einer gleichzeitigen Reduktion von 10 % des Faktors Recycling letztendlich ein Nullsummenspiel. Selbstverständlich ist das Handling solch einer dynamischen Listung ungleich schwieriger als eine auf nicht veränderlichen Einflussfaktoren beruhende Reihung, aber ich würde mich über etwas mehr Transparenz freuen.

Weiterhin darf angemerkt werden, dass die Erstellung des Ratgebers für grüne Elektronik zum einen auf öffentlich zugänglichen Informationen, aber in erster Linie auf der Kommunikation zwischen den einzelnen Parteien aufgebaut ist. Und hier sehe ich das grösste Problem für ein aussagekräftiges Ranking der Elektronik-Hersteller durch Greenpeace. Wer möchte schon sämtliche elektronischen Leichen im eigenen Unternehmenskeller und die dazugehörigen überlaufenden Chemiefässer preisgeben, wenn dies dem Image vom grünen Saubermann schadet? Die englischsprachige Erklärung über die Verwendung und Bewertung der einzelnen Kriterien, welche ab der achten Version deutlich ausgebaut wurde (siehe Ranking Criteria Explained January 2010) trägt mit Sicherheit zur Verbesserung der Transparenz bei, aber für einen Laien wie mich wäre eine verständlichere Zusammenfassung sehr hilfreich.

Und, aber dies wird explizit erwähnt, wichtige Bewertungskriterien wie Produktions- und Arbeitsbedingungen werden vollständig außer Acht gelassen. Wenn also ArbeiterInnen den giftigen Dämpfen der verwendeten Chemikalien durch fehlende Absaugungen permanent ausgesetzt sind, so ist dies zwar ein nicht von der Hand zu weisender Nachteil, welcher aber in keinster Weise auf die Ergebnisse Einfluss hat. Ich kann der Forderung nach Berücksichtigung solcher Faktoren deshalb keinen Nachdruck verleihen, da ich ansonsten meine gerade aufgestellte Forderung nach mehr Transparenz und Einfachheit selbst ad absurdum führen würde. Ich möchte damit lediglich auf die Problematik aufmerksam machen, welche sich immer wieder beim Erstellen solcher Rankings stellen und betone, dass ich damit nur zum Nachdenken und möglichen Verbessern zukünftiger Listen beitragen will.  

Was bleibt zu guter Letzt? Der Grüne Elektronik-Ratgeber von Greenpeace ist sicherlich eine gute Entscheidungshilfe und Informationsgrundlage für den Kauf zukünftiger Fernseher, Drucker, Computer, Spielekonsolen usw. Aber es bleibt sicherlich noch einiges im Verborgenen der einzelnen Elektronik-Anbieter und dies wohl aus gutem Grunde. Wenn Sie dem Link Firmenranking “Grüne Elektronik” folgen,  finden Sie die Übersicht zu den einzelnen Versionen des Grüne Elektronik-Ratgebers, denn interessant ist er für uns VerbraucherInnen auf jeden Fall.

    


28.10.2010

Verbraucherinitiative e.V.

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 23:24

Plattform für kritische VerbraucherInnen

Unsere heutige Konsumlandschaft entwickelt sich immer mehr zur unübersichtlichen Sumpflandschaft. Morastige Tümpel unter dem Deckmantel Fairtrade, seichte Gewässer namens Greenwashing, faulige Teiche, welche randvoll mit selbstgebastelten nichtssagenden Gütesiegeln angefüllt sind. VerbraucherInnen sehen sich einem Gewirr aus grünen Allgemeinplätzen und pseudo-ökologischen Rettungsankern gegenüber, welche mithilfe der Medien durch die immer kreativeren Marketingabteilungen in die heimischen Wohnzimmer transferiert werden.

Die Verbraucherinitiative e.V.: Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher

Der 1985 gegründete Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher oder weniger sperrig Die Verbraucherinitiative e.V. hat es sich seither zur Aufgabe gemacht, KonsumentInnen über die Hintergründe der Produktion und der Märkte aufzuklären. Was ich bereits unter dem österreichischen kostenlosen Datenbankzugang für ökologische Produkte mit dem Namen ÖkoKauf Wien geschrieben habe, nämlich nur die gemeinsame Stärke stellt ein schlagkräftiges Instrument gegen die Marktvormachtstellung grosser Inustriekonzerne dar, hat sich die Plattform für kritische VerbraucherInnen zum Ziel gesetzt.

Stand bisher fast immer nur die ökologische Verträglichkeit von Produkten und Dienstleistungen im Vordergrund, drängt in zunehmendem Maße ebenso die soziale Komponente aus dem Schatten heraus. Europa und gerade der deutschsprachige Raum bietet mit Verbrauchermessen wie etwa der Goodgoods oder der Fairena Treffpunkte für KonsumentInnen und Anbieter, doch es wird meiner Meinung nach der sozialen Verträglichkeit von ökologischen Ge- und Verbrauchsgütern ein immer noch viel zu geringer Stellenwert eingeräumt.

Ein funktionierendes globales Ökosystem muss dringend jenen schwächsten Gliedern grössere Aufmerksamkeit schenken, welche ebenfalls am Warenkreislauf und in weiterer Folge am Wertschöpfungsprozess Anteil haben. Fairer Handel darf sich nicht nur darauf beschränken, einen bestimmten festgesetzten Preis für ein Konsumgut zahlen zu wollen. Erst wenn durch langfristige Abnahmeverpflichtungen und Abnahmemengen in Form nicht sittenwidriger Verträge die nachhaltige Existenzsicherung von Kleinbauern in Afrika oder Genossenschaften in Süd- und Mittelamerika gewährleistet wird, kommen wir dem Ziel “Hilfe durch Handel” wieder ein Stückchen näher.

Natürlich bietet die Interessensgemeinschaft auch Verbrauchertipps, versucht Transparenz im Hinblick umwelt- und umweltpolitischer Problemstellungen zu schaffen oder stellt sich auch in den Dienst der Wirtschaft, sofern diese sich regelkonform und zielführend verhält. Vielleicht sind Sie auf der Suche nach grünen Geldanlagen oder wollen ganz einfach nur weitere Details zur energieeffizienten Sanierung zur Steigerung des eigenen Wohnkomforts einholen? Schauen Sie doch deshalb selber einmal auf der Seite vorbei. Glauben Sie mir, den einen oder anderen wertvollen Tipp habe auch ich schon gefunden.           



24.10.2010

ÖkoKauf Wien: Für grüne HandwerkerInnen

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 02:57

Kostenloser Datenbankzugang zu ökologischen Produkten

ÖkoKauf Wien, das ökologische Einkaufsprogramm der Stadt Wien.

Wo sind die HäuslebauerInnen und HandwerkerInnen, welche ihr Augenmerk auf ökologisch gesunden Innenausbau der eigenen vier Wände richten? Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) der Stadt Wien bietet mit ihrem kostenlosen Service ÖkoKauf Wien Interessierten einen kostenlosen Datenbankzugang an, welche ökologisch sinnvolle Produkte für den Innenausbau verwenden wollen. Egal ob ArchitektIn, BaumeisterIn oder auch private AnwenderIn, Klimaschutz und Umweltverträglichkeit geht uns alle an.

Und nebenbei: Die Luftqualität der eigenen Wände hängt in erster Linie von den verwendeten Baumaterialien und Werkstoffen ab. Wer also bereits im Vorfeld abklärt, welche Tapeten, Kleister, Wandfarben, Bodenbeläge, Klebstoffe oder Bauplatten Schadstoff-Emissionen in welcher Höhe später abgeben, wird sich zukünftige böse Überraschungen und damit eventuell verbundene teure Umbauten ersparen.

Warum also nicht einen kostenlosen Dienst wie jenen der MA 22 nutzen, wenn durch die richtige Information z.B. flüchtige organische Kohlenwasserstoffe, wie sie immer noch viele Lösemittel enthalten, aus dem Kinderzimmer verbannt werden. Desweiteren bietet die Seite Ergebnisse und Kriterien beim “ÖkoKauf Wien” zu fast allen Produkten des täglichen Öko-Lebens Downloads an.

Wer auf der Suche nach der richtigen Beleuchtung ist oder gerne wissen möchte, was sich hinter den R-Kürzeln der Lösungsmittel in Farben und Lacken verbirgt, sollte sich vorab informieren. Zu den bereits erwähnten R-Kürzeln nur folgendes:  

R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung

R42 Sensibilisierung durch Einatmen möglich

R43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich

R45 kann Krebs erzeugen

R46 kann vererbbare Schäden verursachen

R49 kann Krebs erzeugen beim Einatmen

R60 kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen

R61 kann das Kind im Mutterleib schädigen

R 62 kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen

R 63 kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen

R 68 irreversibler Schaden möglich

Wer also bereits vor dem Hausbau oder dem geplanten Innenausbau ökologisch denkt und demzufolge richtig handeln möchte, sollte sich im eigenen Interesse das ökologische Einkaufsprogramm der Stadt Wien anschauen. Denn was wir als einzelne VerbraucherInnen nur schwerlich durchsetzen können, nämlich die Einflussnahme in puncto Qualität und Umweltfreundlichkeit der gewünschten, geforderten und verwendeten Produkte und Dienstleistungen, darf in diesem Falle durch die Marktstellung einer Großstadt wie Wien ruhigen Gewissens genutzt werden.

Wer in Zukunft also unliebsamen Überraschungen wie Chlorbleiche, PVC, formaldehyd- und phosphathaltigen Produkte, aggressiven Reinigungsmitteln oder auch Möbeln und Belägen unter Einsatz von seltenen Tropenhölzern aus dem Weg gehen möchte, die Stadt Wien bietet hierzu eine sehr gute, hilfreiche und in erster Linie auch kostenfreie Möglichkeit.

Und zum Schluss wieder einmal etwas in eigener Sache, was ich bereits in Artikeln wie “Der Wildstauden-Virus der Patricia Willi” oder auch den gentechnikfreien Landliebe-Produkten zum besten gegeben habe: Dieser Artikel wurde aus freien Stücken geschrieben und beinhaltet keine Geldleistungen oder sonstige damit verbundene Vorteile für den Autor.  

        

23.10.2010

Happy Meal von McDonald´s - Essen ohne Ende

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 01:47

Happy Meal - härter wie Stahl und unkaputtbar

Wissen Sie, was ein Happy Meal Menü von McDonald`s und Plutonium-239 gemeinsam haben? Nein, können Sie natürlich nicht wissen. Und ehrlich gesagt kann ich es natürlich auch nicht so genau wissen, da es solch einen Vergleich nicht gibt und auch meine Zeit wohl kaum ausreichen dürfte, um den letzten Beweis für meine kühne These anzutreten. Aber reden wir in ein paar Jahrtausenden weiter. Es ist auf alle Fälle die Halbwertszeit, welche ich im Visier habe.

Happy Meal Project von Sally Davies: Happy Meal Menü von McDonald´s. Foto Tag 1 am 01.04.2010Wie Sie unter Majak - das Tschernobyl vor Tschernobyl vielleicht bereits gelesen haben, beträgt diese Messkomponente für den radioaktiven Zerfall bei Plutonium-239 mehr als 24 000 Jahre. Und die New Yorker Künstlerin Sally Davies hat nun mit ihrem Happy Meal Project Fastfood-Geschichte geschrieben oder besser gesagt fotografisch dokumentiert.

Sally Davies ging nun eines schönen Tages, genauer gesagt am 10. April 2010 zu McDonald´s und bestellte sich ein Happy Meal Menü. Nun tat Sally Davies aber nicht das, was jeder normale Mensch mit solch einem handelsüblichen Exemplar machen würde, nämlich essen. Nein, Sally Davies nahm das ganze Fresspaket mit nach Hause, legte es auf einen Teller und fotografierte die Fritten und den Burger. Diesen Vorgang wiederholte sie am 02. April 2010, natürlich folgte ein fotografischer Beweis des Zerfallprozesses am 03. April 2010 und so weiter und so fort. Ein halbes Jahr später war Sally Davies immer noch am fotografieren. Immer den gleichen Burger und dieselben Pommes frittes, jenes Happy Meal Menü vom 10. April 2010.

Die beiden Fotos, aufgenommen von Sally Davies, zeigen die erste Aufnahme vom 10. April 2010 und ein wahllos gewähltes Happy Meal Menü Foto vom 28. September 2010, also 171 Tage später. Was hat sich grossartig geändert?

Happy Meal Project von Sally Davies: Happy Meal Menü von McDonald´s. Foto Tag 171 am 28.09.2010

Falls Sie sich die komplette Diashow des Langzeit-Experiments ansehen möchten, unter folgendem Link können Sie sich über die Fortschritte auf dem Laufenden halten. Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich auch bei genauerem Hinsehen nur minimale Veränderungen erkennen lassen. Die Künstlerin beschreibt die Fortschritte ihres Happy Meal Projects damit, dass sich der Geruch nach Stunden verflüchtigte und damit wohl mit ein Hauptgrund war, dass ihre Hunde jegliches Interesse an der Fastfood-Delikatesse verloren. Die Pommes frittes wurden zwar hart, aber ansonsten war Sally Davies ganz begeistert von der Farbechtheit der McDonald`s Kartoffelprodukte. Und Sie schwärmte darüberhinaus vom hübschen Glanz der beiden Brötchenhälften, welcher sich über die Wochen bildete.

Manche meiner LeserInnen werden mich als einen durch und durch gottlosen und atheistischen Menschen in Erinnerung haben. Aber angesichts der Langlebigkeit der McDonald´s Produkte komme selbst ich in Versuchung, ob ich in Zukunft nicht einen Bic Mac auf einem kleinen Hausschrein trapieren sollte und diesen aufgrund seines ewigen Lebens anbeten soll. Und als Opfergabe lege ich jeden Tag ein paar Pommes frittes dazu, natürlich die ewiges Leben spendenden von McDonald´s.

Ich glaube, dass sogar Friedrich Nietzsche, wenn er denn noch leben würde, sein finales ”Gott ist tot!” zugunsten der Erweiterung “… aber es lebe der Bic Mac“ überdenken würde. Und wenn wir schon bei Nietzsche sind. Wir kennen alle sein berühmtes Werk “Also sprach Zarathustra“. Sie wissen schon: Das Tier, auf der anderen Seite ein Übermensch, dazwischen ein Seil namens Mensch, den Abgrund dürfen wir dabei natürlich auch nicht ausser acht lassen und so weiter und so fort. Dieses ganze Dilemma hat, wie sollte es anders sein, auch die Musik aufgegriffen, in unserem Falles der grosse Richard Strauss mit seiner sinfonischen Dichtung mit dem gleichen Titel “Also sprach Zarathustra“. Kommt Ihnen sicherlich bekannt vor, auch wenn Sie es im Moment nicht hören können.         

Die Melodie kommt Ihnen irgendwie trotzdem bekannt vor? Keine Frage, diente sie doch Stanley Kubrick in seinem Meilenstein “2001: Odyssee im Weltraum” als Titelmelodie. Wir haben nun eine Kette, angefangen mit einem literarischen Werk, welches musikalisch interpretiert und schlussendlich anhand eines cineastischen Meisterwerkes verfilmt wird. Sie fragen sich zurecht: “Und was hat das Ganze jetzt mit Sally Davies, dem Happy Meal Project und vor allem mit McDonald´s zu tun?”

Die Frage ist vollkommen berechtigt. Und die Antwort meinerseits darauf möglicherweise noch viel obskurer, aber nicht minder plausibel. Stellen Sie sich doch vor, wir wollen den Weltraum wirklich erobern. Nicht so ein bisschen wie bisher, einmal zum Mond und wieder zurück. Houston, wir haben ein Problem und diesen Schwachsinn gibt es dann wirklich nur noch im Film. Nein, der Homo sapiens ist zu Höherem berufen, denken Sie doch nur an das neue Zeitalter Anthropozän. Angefangen vom Mars bis hin zu Galaxien, deren Namen wir im Moment noch nicht einmal kennen, wir wollen uns überall breit machen. Heldinnen und Heroen fliegen monate-, jahre-, möglicherweise jahrzehntelang durch die Weiten des Alls, immer auf der Suche nach neuen zukünftigen Mülldeponien. Und was brauchen diese Menschen wohl am dringendsten? Richtig, etwas zu essen! Wir auf Mutter Erde haben es da gut. An jeder Ecke ein “Drive in”, soweit die Autoreifen fahren. Und unsere EntdeckerInnen ferner Welten da oben? Kein “Fly in” weit und breit, vom “Drive in” ganz zu schweigen.

Also brauchen unsere Eroberer der Planeten Proviant. Proviant, welcher auf Dauer sein Aussehen, seine Form und seine Farbe behält. Schliesslich isst das AstronautInnen-Auge mit, Geschmack und Nährwert vernachlässigen wir der Einfachheit halber. Und was würde sich da wohl anbieten? Sie sagen es: Es kann nur ein kräftiges Happy Meal Menü von McDonald´s sein. Ein Burger erobert die Milchstrasse. Ronald McDonald bekämpft ein schwarzes Loch mit seinen unzerstörbaren Pommes. Der Chesseburger sei mit Dir! Die Zukunft bietet uns allen endlich wieder Perspektiven. Unverrottbare, keimfreie, antibakterielle Hochglanz-Fastfood-Generation, ich schenke Dir einen neuen Gott.

Da bleibt mir letztendlich nur noch eines zu sagen, obwohl man mit vollem Mund nicht sprechen soll: “Scotty, bic mac me up!“  

22.10.2010

Der Wildstauden-Virus der Patricia Willi

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 20:33

And the Prix Bio von Bioterra 2010 goes to …

… Patricia Willi aus Luzern. Der mit 10 000 Schweizer Franken dotierte Preis Prix Bio für besondere Leistungen auf den Gebieten biologische Landwirtschaft sowie Bio- und Naturgarten wird von Bioterra an die “wilde Staudengärtnerin” aus dem schweizerischen Luzern vergeben. 

Susanne Hochuli, die Präsidentin der Bioterra-Jury begründete die Preisverleihung an Patricia Willi mit ihrem Engagement zugunsten der einheimischen Wildpflanzen und des bei Hobbygärtnern so ungeliebten Naturgartens. Ich bin zwar ein Freund von Guerilla Gardening, aber dier wilden Patricia gebührt mein ganzer Respekt und meine Hochachtung. Und da soviel Einsatz auch im Namen der Bienen und Hummeln belohnt werden muss, sei hiermit der Slogan der Schweizerin “Hier ist die Natur nicht Rahmen, sondern Inhalt” und die damit verbundene Webseite “Die Wildstaudengärtnerei Patricia Willi” explizit empfohlen.

Zum Abschluss nur noch eines, wie immer der Form halber: Ich habe bereits in meinem Artikel Landliebe von Campina - ohne Gentechnik darauf verwiesen, dass ich für die Berichterstattung weder bezahlt wurde noch andere Vorteile daraus ziehe. Und diese Tatasache soll auch für den hier geschriebenen Artikel Gültigkeit haben. Selbstverständlich finden Sie auch bezahlte Werbung auf meinem Weblog, aber diese wird immer als solche gekennzeichnet.

Bioterra vergibt den Prix Bio 2010 an die wilde Staudengärtnerin Patricia Willi.

Patricia Willi (links) bei der Preisverleihung des Prix Bio mit Susanne Hochuli, der Präsidentin der Bioterra-Jury. (Bildquelle: Bioterra.ch)

    



18.10.2010

Hungrige Männer hören nur auf die …,

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 03:00

… die ein Stück Brot haben.

Earl Butz, US-Landwirtschaftsminister unter Eisenhower, war sicherlich ein Mann voller Widersprüche. Führte doch ein rassistischer Witz zu seinem politischen Niedergang. Aber jener eingangs erwähnte Satz hat heute mehr denn je seine Gültigkeit und vor allem an Brisanz weiter an Aktualität gewonnen. Am 16. Oktober 2010 fand wie jedes Jahr seit nun mehr 30 Jahren der Welternährungstag statt. Wobei angesichts von nahezu einer Milliarde Menschen der Begriff “Welternährungstag” falsch gewählt ist.

Bankett des Hungers anlässlich des WelternährungstagsEin Bankett des Hungers in Paris mit leeren Tellern in endlos langen Reihen soll auf die steigende Unterernährung und den Hungertod von täglich 10 000 Kindern aufmerksam machen. Sicherlich liegt der Fokus dieser oftmals vergessenen Problematik auf unzureichender Ernährung aufgrund des Klimawandels und dem Ausverkauf von Agrarland. Die Klimakatastrophe als Teil unserer Berichterstattung in den Medien ist dabei immer noch jener Punkt, welchen die Industrienationen als ursächliche Verbindung zwischen Hungernden und fehlenden Lebensmittelressourcen verbinden. Klimakonferenzen als Schlagzeile bringt uns für kurze Momente der Dritten Welt näher, bevor andere Probleme unsere Aufmerksamkeit erfordern und Headline um Headline in unseren Wohnzimmern Platz nimmt, ohne jedoch auf Dauer prägend, einprägend zu wirken.

Ich bin auf meiner Suche nach neuen Ergebnissen zum Welternährungstag nun auf einen höchst interessanten und sehr aufschlussreichen Artikel von Anne Schweigler und Peter Clausing auf Womblog (ursprünglich publiziert am 14.10.2010 in Junge Welt gestossen, welche sich der Problematik aus einer vollkommen anderen, aber um so dringlicheren Richtung nähern. Unter dem Titel “Im Griff der Monopole - Teil I“ sehen die beiden Autoren den Welthunger vor dem Hintergrund der mehr als zweifelhaften Geschäftspraktiken der Saatgutindustrie und der damit einhergehenden Instrumentalisierung von Saatgut als politisches Machtmittel und sogar als Waffe.

Habe ich bisher selbst nur gentechnisch verändertes Saatgut unter jenen Gesichtspunkten für das geeinte Europa (Genetische Verschmutzung) und unser aller Wohlbefinden in Form genmanipulierter Lebensmittel (Toscanella - Tomaten aus der Toscana?, Landliebe von Campina - ohne Gentechnik, Alles Müller oder was? Einfach gen-ial! ) gesehen, gehen Anne Schweigler und Peter Clausing einen grossen Schritt in Richtung globale Bedrohung durch diese Konzerne weiter und zeichnen ein wesentlich düsteres Bild.

Seien es nun Knebelverträge, welche Landwirte und Kleinstbauern beim Bezug des Saatguts z.B. von Monsanto unterzeichnen müssen oder die geradezu irrwitzigen Patentrechte, welche geistige Eigentumsrechte an einem Schnitzel sichern sollen (siehe auch hier meinen Beitrag “Die Patentnummer 0815 PB …“, sind dabei nur die Spitze des Monopol-Eisberges dieser Saatgut-Monstergebilde.

Ich gratuliere den beiden zu einem absolut lesenswerten Artikel und zu ihrer sehr fundierten Recherche, welche gerade zum Welternährungstag ein Thema behandelt, welches vor lauter Dürrekatastrophen und Überschwemmungen oftmals untergeht, aber dezidiert und ausführlich die heutige Monopolstellungen und die damit ausgehenden Gefahren von Unternehmen wie Monsanto, Syngenta, DuPont oder Pioneer beleuchtet. 

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