Mitsubishi: Ein Auto voll mit Sushi


Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an!

Wer kennt sie nicht, die zuverlässigen Autos von Mitsubishi? Ganz „made in Japan“. Weniger bekannt dürfte da schon der Blauflossen-Thunfisch sein, zumindest in unseren westlichen Breitengraden. Doch in Japan steht eben dieser Knochenfisch ganz weit oben. Und zwar auf der Speisekarte, wo er eigentlich gar nicht hingehört. Damit teilt er zumindest das gleiche Schicksal wie der Schrecken der Meere, der Haifisch. Sie wissen schon, jene Bestie, welche es tagein, tagaus auf den Menschen abgesehen hat und der doch tatsächlich, statistisch gesehen, etwa vier bis sechs Menschen pro Jahr „erlegt“. So ganz nebenbei: In Deutschland sterben pro Jahr an die zehn Personen durch Bienen- und Wespenstiche, in den USA sollen es um die 50 jährlichen Todesfälle durch diese Insekten sein (Tod nach Bienenstich). Also, liebe MitbürgerInnen, der neue Feind wartet direkt in unserem Garten, auf ihn mit Gebrüll! Ach nein, vergessen Sie auch das, das mit den Bienen hat sich eigentlich auch schon durch das sogenannte Colony Collapse Disorder (CCD).

Nun gut, also kommen wir wieder zurück zum Blauflossen-Thunfisch. Oder noch besser, fahren wir mit einem neuen Mitsubishi gleich in die Fanggründe dieser Delikatesse. Wer Sushi und Sashimi, keine Ahnung, was das ist, aber es interessiert mich auch nicht, wer also diese Dinge der japanischen Küche liebt, kommt am Blauflossen-Thunfisch nicht vorbei. Wobei eigentlich der Blauflossen-Thunfisch an den Fangnetzen der Menschen nicht vorbeikommt. Aber bei Preisen von 120 000,– Euro für solch ein Prachtexemplar ist es doch nur allzu verständlich und legitim, dass der Mensch von Welt seine Gier obszön zur Schau stellt. Stellen Sie sich einmal vor, Ihnen gelingt solch ein Fang? Was könnten Sie sich nicht alles dafür kaufen. Zum Beispiel sechs Mitsubishi Colt 1.5 Turbo mit 5-Gang-Getriebe, zumindest im Jahr 2010. Ob Ihnen das 2011 auch noch gelingt, weiss ich natürlich nicht. Möglicherweise werden Sie dann schon im Trüben fischen oder besser gesagt im Leeren und dann bleibt die neue Grossraum-Garage leider leer, genauso leer wie unsere Weltmeere.
Ich habe heute einen Brief in meinem elektronischen Postfach gefunden. Geschrieben von Katja Wiese von Naturefund an Mitsubishi. Ich gebe nun den gesamten Inhalt im Wortlaut wieder, ohne ihn weiter zu kommentieren.

An der Vorstand von Mitsubishi Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Geschäftsführerin der Naturschutzorganisation Naturefund, die in diesem Jahr Partnerin vom Atlantis Natur- und Umweltfilmfest der Stadt Wiesbaden ist. Der Eröffnungsfilm „The end of the line“ mit dem deutschen Titel „Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane“ hat mich sehr betroffen gemacht. Wussten Sie, dass etwa 90 Prozent aller Großfische bereits weggefangen wurden?

Besonders betroffen war ich jedoch über die Nachricht, dass der internationale Konzern Mitsubishi nicht nur Autos und Elektrogeräte verkauft, sondern auch aktiv an der Überfischung beteiligt ist.

Ist es wahr, dass Mitsubishi aktuell 40 bis 60 Prozent vom weltweiten Fang des vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Thunfisch aufkauft und einfriert? Sind Sie sich bewusst, dass Ihr Konzern damit direkt zur Ausrottung dieser mittlerweile sehr seltenen Fischart beiträgt?

Der Blauflossen-Thunfisch kommt im Atlantik und im Mittelmeer vor und gilt in Japan aufgrund seines schmackhaften Fleisches als Delikatesse. Er wird vor allem als Sushi verwendet und die Nachfrage nach Sushi steigt weltweit. Da diese Fischart immer seltener wird, steigen auch die Preise für das Fleisch.

Obwohl der Blauflossen-Thunfisch kurz vor der Ausrottung steht, hat Mitsubishi im Jahr 2008 seine Tiefkühl- und Transportkapazitäten ausgebaut und größere, modernere Fischerboote mit dem Fang des Blauflossen-Thunfisch beauftragt. Fischereiexperten und -Expertinnen vermuten, dass Mitsubishi gezielt Tiefkühlvorräte an Blauflossen-Thunfisch anlegt. Wenn es keinen Blauflossen-Thunfisch mehr gibt, können Sie für Ihre geschätzten 60.000 bis 70.000 Tonnen tiefgekühlten Thunfisch einen wesentlich höheren Preis fordern.

Ist es wahr, dass Mitsubishi absichtlich zur Ausrottung des Blauflossen-Thunfisch beiträgt, weil Ihr Konzern, wenn es keinen Blauflossen-Thunfisch mehr gibt, seine tiefgefrorenen Thunfischvorräte mit mehr Profit verkaufen kann? Will Mitsubishi wirklich mit der Ausrottung einer Fischart Geld verdienen?

Die Zerstörung einer Fischart aufgrund einer kurzfristigen Profitabsicht macht keinen Sinn, denn die Menschheit ist von intakten Ökosystemen in den Ozeanen abhängig. Unserer Ansicht nach lässt sich langfristig ohnehin mehr Geld mit stabilen Fischbeständen als mit ihrer Ausrottung verdienen. Zudem ist Mitsubishi ein multinationaler Konzern mit einer Vielzahl von Produkten. Sie sind damit auf ein positives Image und die Zustimmung Ihrer Kunden und Kundinnen angewiesen.

Um diese Frage zu klären, bitte ich Sie, uns innerhalb von zwei Wochen zu antworten. Vielleicht ist Mitsubishi derzeit dabei, seine Fischereipolitik zu überdenken und nachhaltig zu gestalten. Darüber würden wir uns sehr freuen und Ihnen anbieten, mit Naturefund zusammenzuarbeiten. Mit seinem großen Netzwerk kann Naturefund Mitsubishi dabei unterstützen, den seltenen Blauflossen-Thunfisch zu erhalten, ein positives Image zu erlangen und langfristig mit einer nachhaltigen Unternehmenspolitik Geld zu verdienen.

Unsere Anfrage an Sie haben wir mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen abgestimmt. Doch nicht nur Naturefund, sondern auch viele andere Menschen wollen wissen, inwieweit Mitsubishi den Blauflossen-Thunfisch ausrotten oder ihn bewahren will. Transparenz ist zur Klärung dieser Frage entscheidend. Daher verschicken wir diesen Brief bundesweit als Pressemitteilung und veröffentlichen ihn gleichzeitig im Internet. Wir werden Ihre Antwort ebenso offen diskutieren und parallel dazu auch in Englisch sowie Japanisch veröffentlichen.

Bitte haben Sie keine Angst vor einer transparenten Diskussion. Der Film „The end of the line“ ist bereits veröffentlicht und die darin genannten Informationen über Mitsubishi werden intensiv diskutiert. Transparenz und ein gemeinsamer Austausch kann für Ihren Konzern hilfreich sein, um tatsächlich nachhaltig zu arbeiten und die breite Zustimmung der Öffentlichkeit zu erlangen. Naturefund begleitet und unterstützt Sie gerne auf diesem Weg.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Wiese

Geschäftsführerin

Naturefund e. V.
Sonnenberger Straße 20a
D-65193 Wiesbaden


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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