Lasst wohlbeleibte Pflanzen um mich sein! 1


Shakespeare für eine grüne Arbeitswelt

Keine Angst, ich werde mich heute nicht dem grossen Shakespeare ergeben. Also packen Sie Ihren ergebenen Kapitulationsblick wieder hinter die Netzhaut (aber diesen Artikel trotz alledem bis zum (bitter)süssen Ende durchlesen, denn dann gibt es noch ein paar wertvolle Tipps). Obwohl, bei näherer Betrachtung hätte ich schon grosse Lust, in die Rolle von Julius Cäsar hineinzuschlüpfen und der intriganten (Arbeits)Welt lauthals entgegenschleudern:

„Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“

Ich vertrete zwar die Meinung, dass fliegende und pollensammelnde Bienen, welche tagsüber fleissig ihren Dienst verrichten, fetten glatzköpfigen faulen Männern vorzuziehen sind, aber auch Julius Cäsar war nicht unfehlbar.

Eine Biene bei der Arbeit. Eine Rose als Arbeitgeber

Paul Bögle und seine fleissigen Mitbewohner

Was wäre unsere planungssichere Welt ohne diese lethargischen trägen Menschen, welche sich im Status Quo ihrer Genügsamkeit und Selbstgefälligkeit nicht suhlen können und dürfen und genügsam gleich Lemmingen von den Klippen der Unveränderbarkeit in die Abgründe des Unabänderlichen springen? Nichts natürlich, schließlich kann diese Welt nicht nur aus dem Typus Gaius Cassius bestehen, jenem hohläugigen Menschen, welcher zuviel denkt und demzufolge gefährlich ist.

Aber, um bei der Wahrheit zu bleiben, und in diesem Falle muss ich dies leider, kam mir die Idee zu diesem Artikel aufgrund eines Kommentares von Julia zu meinem Artikel Stimmungsaufheller Natur und meiner darauf gegebenen Antwort. Sie werden sich jetzt stirnrunzelnd fragen, warum dieses „leider bei der Wahrheit bleiben.“ Nun ja, schauen Sie doch auf die Uhr. Es ist bereits spät am Abend und ich habe mein gesamtes Lügenkontingent von ca. 150 bis 200 Lügen, glaubt man statistischen Erhebungen und ich bin ein Mensch, welcher so ziemlich alles glaubt, für den heutigen Tag bereits aufgebraucht. Auf eine Lüge mehr oder weniger soll es mir dabei nicht ankommen, keine Frage, aber als angepasster Durchschnittsmensch inmitten einer angepassten Durchschnittsgesellschaft möchte ich mich schon der Mehrheit unserer Gesellschafts-Herdentiere anpassen, sozusagen im gemeinsamen Strom von Lug und Trug mitschwimmen.

Wo wollte ich eigentlich hin, bevor ich Sie schamlos angelogen habe bzw. eben nicht, weil ich mich entschlossen hatte, Sie ausnahmsweise nach einem harten hundertfach verlogenen Arbeitstag mit der Wahrheit zu konfrontieren. Übrigens, es gibt ein schönes kaukasisches Sprichwort: „Wer die Wahrheit sagt, sollte sein Pferd gesattelt lassen!“ Sie wissen, welch wunderbaren geistvollen Gehalt dieses Sprichwort beinhaltet? Menschen, welche einen lasziven Hang zur Wahrheit haben und diesen auch gegenüber den Nächsten in allen passenden oder unpassenden Augenblicken und Situationen wollüstig ausleben, stossen dementsprechend öfter auf eine Mauer der Ablehnung und des Widerstandes. Ein schöner Artikel von Uli Kulke findet sich übrigens unter Hundertfünfzig Lügen pro Tag, nicht nur lesenswert für alle notorischen Lügner und Notlügen-Lügner.  

Ich sehe schon, ich habe die Zügel wieder einmal schleifen lassen und bin im Dickicht meines eigenen Lügengeflechts verloren gegangen. Also zurück auf den Weg der Wahrheit. Was also tun, wenn, wie in meinem oben erwähnten Artikel, der nächste Park durch die abgasgeschwängerte Luft eines 378 Meter breiten Betongrabens getrennt wird und ich mich partout den Freudensinnen natürlichen Grüns hingeben möchte. Nun, die wohlverdiente Mittagspause ist nur von kurzer Dauer und so verhallt der Ruf „Hinaus in die Natur!“ ungehört in den hohlen Gemäuern des Bürogebäudes. Also bleibe ich gleich im Büro und erfreue mich an meiner selbstgezogenen Natur innerhalb der vier Wände.

Welche Pflanzen kommen aber überhaupt in Frage, um mich in meiner Arbeitsplatzumgebung etwas heimisch zu fühlen. Antworten auf diese Frage gibt etwa die Seite Plants for People. Lassen Sie sich nicht vom englischen Titel abschrecken, denn Pflanzen für Menschen ist in schönstem Deutsch gehalten. Die Plattform gibt viele Informationen und hilfreiche Tipps, wie sich die positive Wirkung von Pflanzen auf die Arbeitsumgebung übertragen lässt. Auch Heidi Fülle bietet mit ihrem Artikel „Die besten Pflanzen fürs Büro“ Anregungen für die Arbeitstiere unter uns, wie sich der Hektik des Arbeitstages erträglich begegnen lässt. Und auf Lebende Luftreiniger – Pflanzen im Büro finden sich unter dem Artikel (es ist immer von Vorteil, wenn man etwas zu Ende liest) bestimmte typische Problemstellungen der Arbeitswelt (Formaldehyd, Elektrosmog, Lacke und Reinigunsmittel) und die dafür geeigneten grünen natürlichen Helferlein. Oder wussten Sie, dass in einer Welt voller Computer, Telefone und sonstiger Elektrosmog verbreitender Geräte der Säulenkaktus in nächster Umgebung wahre Wunder wirkt? (Siehe dazu z.B. Der DHA Garten-Tipp: SOS für Büropflanzen)

Auch Katzen haben ihre grünen Seiten, natürlich in freier Natur.

Paul Bögle: „Lasst dicke faule Katzen um mich sein!“

In diesem Sinne grüsst Paulus Gaius Cassius die arbeitende Bevölkerung innerhalb einer begrünten Arbeitswelt. Grüner Daumen hoch!    


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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