Print What You Like 1



Weniger Druck für die Umwelt beim Webseiten-Druck

Keine Angst, ich will mich heute nicht fremdsprachlich betätigen, schließlich habe ich schon meine liebe Not und noch liebere Mühe, keine Ahnung, ob dies nun grammatikalisch richtig ist oder jeglicher Grundlage entbehrt, mich in den sprachlichen Tiefen und vor allem seichten Untiefen der deutschen Sprache zurechtzufinden. Aber wenn es um die Umwelt geht, bin sogar ich bereit, unter fremder Flagge zu segeln und das kleine kostenlose Helferlein „Print What You Like“ ist nun einmal über den grossen Teich zu uns herübergeschwappt. Doch nicht alles, was unter dem amerikanischen Sternenbanner (wie etwa Monsanto) über die virtuellen Weltmeere kreuzt und real existierenden ölverpesteten Ozeane pflügt, muss zwangsläufig schlecht sein.

Print What You Like: Druckertinte sparen, kein Druckerpapier verschwenden

Wie heisst es so schön strapaziös (auch ein schönes Wort): Die grossen Dinge beginnen im Kleinen! Und so möchte ich Ihnen heute, selbstredend habe ich wieder stundenlang im Internet geschnüffelt und beim diesbezüglichen Schnüffeln bin ich auf einen anderen Stöberer namens infoblog.li gestossen, welcher mich und meine virtuelle Nase auf „Print What You Like“ gelenkt hat.

„Druckertinte ist teurer als Blut“ hat bereits im Jahre 2006 ein Rechenkünstler festgestellt und zumindest für fast jede Flüssigkeit bis heute recht behalten (siehe z.B. Basic Thinking Blog: Druckertinte ist teurer als menschliches Blut – oder Liquid Ecstasy). Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, bin ich ein Mensch, ja, staunen Sie und brüllen Sie doch sarkastisch sardonisch Ecce homo, welcher dem Reisen nicht gänzlich abgeneigt ist.

Und zu diesem Behufe, gefällt mir ganz besonders gut, diese österreichische Kreation des guten Wortgeschmacks, bin ich desöfteren genötigt respektive nötige ich mich notwendigerweise selber, mir Informationen über geplante oder bereits fixierte Reiseziele per Computer auszudrucken. Wer jetzt glaubt, sie/er hätte bereits das Schlimmste überstanden und ich komme ausnahmsweise direkt zum Punkt, Schluss, aus, die/der irrt wieder gewaltig.

Kommen wir doch noch einmal, gemeinsam natürlich, nein, auch Sie da hinten bleiben bei mir und stehlen sich bitte nicht davon, also zurück in die Reihe, wenn hier einer stiehlt, dann bin das ich und zwar gehörig Ihre Zeit. Was wollte ich sagen? Genau, zu diesem Behufe war der eigentliche Auslöser, Aufhänger und Durchhänger. Gehen wir davon aus, Ihnen stünde der Sinn nach Deklination, also der sogenannten Wortbeugung dieses bei uns in Österreich so geläufigen Begriffes „Behufe“. Die Kennerin und der Profi in Sachen grammatischer Beziehungen wird natürlich sofort laut vernehmbar gähnen und mir so seine Missfallensbekundungen mitteilen wollen. Aber was sein muss, muss sein, also zurück ins Glied, auch jene ohne dasselbe.

Konstruieren wir doch, nur des besseren Verständnisses wegen, ein astreiner Genitiv, werden Sie anerkennend und leise durch die Zähne pfeifend denken, den Fall der Fälle. Also quasi, Sie bedienen sich des Wortes „Behuf“, schon wieder ein perfekt gesetzter Genitiv, ja, ich weiss, ich bin gut, besonders im Genitiv. Eines noch, bevor wir uns in die höheren Sphären von casus rectus, auch als Nominativ oder gerader Kasus bezeichnet und den drei anderen Formen, den ungeraden Kasus oder eben casus obliqui, hinwenden. Richtig, die ungeraden Kasus heissen Genitiv, Dativ und Akkusativ. Sie zweifeln daran, dass die Mehrzahl von Kasus, also der sogenannte Plural, ebenfalls Kasus ist? Ist aber so, und zwar wenden wir hier die wenig bekannte, aber höchst effektive u-Deklination an, was nichts anderes bedeutet, als Kasus, nicht im Singular, sondern eben im Plural, mit einem gedehnten „Uuuuuuu“ auszusprechen. Sie verstehen? Kasus im Singular wird eben „Kasus“ ausgesprochen, während Kasus im Mehrheitsfall „Kasuuuuus“ ausgesprochen wird. Raffinierte Sache, diese u-Deklination, nur wissen muss man es eben.

Ich sag Ihnen jetzt etwas, wie immer im Vertrauen, also schreibe ich jetzt ganz leise. Mir ist wieder einmal das Garn ausgegangen und folgedessen habe ich zum x-ten Male meinen Faden der Ariadne im Gestrüpp meiner Verbalmonstrositäten verloren. Sie wissen schon, die Geschichte mit Theseus und dem Minotaurus, aber das können Sie selber unter „Wider den Voyeurismus“ nachlesen. Machen wir es kurz: Der Plural von Behuf lautet „die Behufe“, natürlich nur im Nominativ und die Mehrzahl im Dativ heisst „den Behufen“. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen, gäbe es schon, aber irgendwann reicht es, selbst mir.

Kommen wir also zurück zu unserem eigentlichen Thema, fragt sich jetzt nur noch, welches dieses war. Ich weiss schon, wir sprachen davon, dass es oftmals unumgänglich ist, trotz der Möglichkeit des Abspeicherns von Webseiteninhalten auf der Festplatte diese in Papierform festhalten zu wollen oder müssen. Ich ärgere mich dabei immer wieder darüber, dass neben dem für mich wichtigen Kontext in zunehmendem Maße Unwichtiges oder sogar Störendes ausgedruckt wird. Sei es der bunte Hintergrund der Webseite, welcher notwendigerweise Druckertinte verschwendet und meine vom zunehmenden Augen übermässig beansprucht, seien es die unzähligen Werbebanner, welche meine Konzentration stören und ebenfalls für erhöhten Verbrauch der Druckertinte und des Papiers sorgen oder auch Bilder, die meinem Bedürfnis nach Information kontraproduktiv entgegenstehen. Allerdings ist auch der umgekehrte Fall denkbar. Ich möchte nur ein bestimmtes Bild drucken ohne den „störenden“ Text, wobei mich, aber dies nur nebenbei angemerkt, Text eigentlich niemals stört, besonders dann nicht, wenn er von mir kommt.

Bitte glauben Sie mir eines! Ich werde weder dafür bezahlt, Ihnen „Print What You Like“ auf meinem Bio Natur Weblog vorzustellen noch ziehe ich andere Vorteile daraus. Es geschieht einzig und allein aus dem Bedürfnis, unserer Umwelt etwas Gutes zu tun, auch wenn dies vielleicht in einigen nun doch vom Genitiv schon übermüdeten LeserInnen-Augen übertrieben klingt. Wenn Ihnen diese Argumentation nicht gefällt, denken Sie doch an Ihr Geldbörsel. Weder Druckerpapier ist billig und „Druckertinte ist teurer als Blut“, wie wir bereits festgestellt haben.

Sie können den kostenlosen Online-Dienst „Print What You Like“, welcher übrigens ohne Installation auf dem eigenen Computer funktioniert, auf zweierlei Arten nutzen. Entweder Sie geben die gewünschte Internetadresse auf der Startseite des Webdienstes neben „Enter a URL“ ein und editieren dann Ihren gewünschten Ausdruck entsprechend Ihrer Vorstellungen oder Sie melden sich bei „Print What You Like“ an. Dies hat den Vorteil, dass Sie im Mitgliederbereich wesentlich mehr Möglichkeiten und Funktionen zur Auswahl haben, etwa können Sie die Inhalte mehrerer Webseiten bearbeiten und vereinen und dann gemeinsam platz- und tintesparend ausdrucken. Auch Schriftgrösse und Schriftart lassen sich verändern und ganz sinnvoll ist das Speichern der bearbeiteten Inhalte als PDF-Datei.

Probieren Sie es doch gleich einmal mit diesem Artikel und drucken Sie die relevanten Informationen aus. Ich bin sicher, Sie können meinen Artikel auf wenige Wörter komprimieren. Wehe Ihnen, unterstehen Sie sich! Soviel Liebe für den Genitiv und dann nur ein Gen… übrig lassen. Sie wissen doch, dass ich sowieso gegen vieles allergisch bin, was mit Gen… beginnt, schauen Sie ruhigen Gewissens auf Toscanella – Tomaten aus der Toscana? vorbei.

In diesem Sinne grüsst Sie der unter Hochdruck arbeitende Ausdruck-Drückeberger Paul Boegle.                 



Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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