naturefund.de – Kampf um jeden Meter 1


Ich habe bereits in meinem Artikel „Formel 1: Mit Vollgas zur Formel Grün“ ein Hilfsmittel namens CO2-Rechner erwähnt, welches Ihnen und mir als Verbraucher als Berechnungsgrundlage unseres persönlichen CO2-Ausstosses hilfreich sein kann. Heute möchte ich deshalb dies zum Anlass nehmen, neben den verschiedenen CO2-Rechnern des Webprojektes naturefund.de ein bestimmtes Hilfsprojekt näher vorzustellen.

Naturefund.de hat es sich als Naturschutzorganisation zur Aufgabe gemacht, aktiv Lebensraum zum Erhalt der Artenvielfalt dieses grünen Planeten zu schaffen, zu bewirtschaften und vor allem zu bewahren. Ich habe dementsprechend diesem Artikel bewusst das Leitmotiv „naturefund.de – Kampf um jeden Meter“ vorangestellt, da es im wahrsten Sinn des Wortes um jeden Quadratmeter tropischen Trockenwaldes geht, welchen es entlang der Pazifikküste Nicaraguas, und nicht nur dort, zu schützen gilt.

Die Botaniker unterscheiden ca. 40 Arten von Regenwäldern (Dieter Kloessing: Pflanzen in Costa 1: Tropische Waldformen, 1.2 Tropischer Trockenwald und 1.3 Übergang vom tropischen Trocken- zu immergrünen Regenwald). Weshalb richtet sich also das Augenmerk von  

Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!

auf ein Stückchen Natur mit dem spröden und unspektakulären Namen tropischer Trockenwald?Wenn wir an die Tropen Mittel- oder Südamerikas denken, verbinden dies die meisten Menschen wohl unweigerlich mit immergrünen dichten Regenwäldern voller üppiger saftiger Vegetation und bunten Vögeln in den regennassen Baumwipfeln. Schlangen züngeln lautlos kriechend über dicke flechtenbehangene Äste, Affen kreischen unsichtbar in den Baumkronen und auf samtenen Pfoten schleichen Raubkatzen durch das grüne Dickicht aus tropfenden Farnen.

Der tropische Trockenwald hingegen bietet dem Naturfreund ein vollkommen anderes Bild. Laubwerfende Bäume, bedingt durch die mehrmonatige Trockenzeit, prägen hier das Bild. Akazien und Kakteen bilden den Schwerpunkt der Fauna dieser letzten noch verbliebenen Waldinseln. Jiñocuabo, Caoba, Ceibo und Roble herrschen vor, in denen seltene und teilweise sogar endemische Tierarten Zuflucht suchen. Der Nationalvogel Nicaraguas, der grün-orange gefiederte Türkisbrauenmotmot mit dem prächtigen türkisfarbenen Schwanz, ist hier genauso beheimatet wie die wunderbare und in ihrem Erscheinungsbild so vielfältige Boa constrictor. Die Pracht-Erdschildkröte mit ihrem graubraunen oder erdbraunen Panzer und den roten, gelben und schwarzen Linien und Flecken, das nachtaktive Neunbinden-Gürteltier oder die kaum erforschte Ozelotkatze haben sich an dieses karge Leben angepasst. Regenwolken, welche mit den Ostwinden herangetragen werden, werfen ihre kostbare Fracht meistens bereits an den vorgelagerten Gebirgsketten ab, resultierend daraus müssen Flora und Fauna eine durchschnittlich neunmonatige Trockenzeit überstehen. So auch der Jaguarundi, das Leittier des naturefund.de-Projektes Wir kaufen Land für den Jaguarundi.

Ein Jaguarundi auf der Jagd

Ein Jaguarundi auf der Jagd: Foto Bodlina (Quelle: Naturefund.de: Wir kaufen Land für Natur)

Der Jaguarundi oder auch Wieselkatze erscheint auf den ersten Blick wie ein schwarzer Puma oder Jaguar im Miniaturformat. Abgestorbene Bäume und Büsche geben der kleinen Wildkatze Deckung auf der Jagd nach Hasen, Eidechsen, Vögeln und anderen kleinen Nagern. Doch der Jaguarundi verschmäht ebenfalls nicht Blätter und Früchte, welche er als guter Kletterer erreichen kann. Wie viele Tiere hat er jedoch mit der Zurückdrängung durch den Menschen zu kämpfen. Dieser sogenannte Habitatsverlust, die stetige Verkleinerung seines natürlichen Lebensraumes, haben ihn letztendlich dort hingebracht, wo ihn eigentlich kein Mensch haben möchte, nämlich auf die rote CITES-Liste gefährdeter Tierarten.

Tropische Trockenwälder sind eine der weltweit am stärksten bedrohten Lebensräume. Während die feuchten Tropen für eine Besiedlung und Nutzung durch den Menschen aufgrund der klimatischen Bedingungen ungeeignet sind, bieten die tropischen Trockenwälder geradezu ideale Verhältnisse. Riesige Agrarflächen (Mais), die Abholzung und eine intensive Beweidung durch Nutzvieh (Ziegen) haben die tropischen Trockenwälder entlang der Pazifikküste fast vollkommen zerstört. Naturefund hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, zusammen mit der lokalen und gemeinnützigen Organisation ADECA (siehe auch Alexander von Humboldt Stiftung „Neues aus Nicaragua„) ein 140 000 Quadratmeter großes Areal an der Pazifikküste Nicaracuas zu kaufen, um dort im Rahmen des initiierten Waldfonds dauerhaft und nachhaltig ein Stück tropischen Trockenwald zu schützen. Weiterhin soll im Rahmen des geplanten Umweltbildungsprojektes die angrenzende Finca als Vorreiter und vor allem als Vorbild in Sachen ökologischer Landbau dienen.

ADECA-Direktor Enrique Ramirez Asencio gibt seiner Hoffnung mit dem folgenden Satz (frei aus dem Spanischen übersetzt) Ausdruck: „Wenn wir in starken Netzwerken zusammenarbeiten, kann die Welt nicht explodieren.“ Vielleicht wollen auch Sie sich einem starken Netzwerk anschließen? Einem Netzwerk mit dem Namen naturefund.de. In einem Punkt muß ich natürlich Herrn Asencio widersprechen! Wenn die Population des immer seltener werdenden Jaguarundi zumindest ein kleines bisschen explodieren würde, hätten wir alle etwas davon. In diesem Sinne übergebe ich nun das Wort an:
Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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