In-die-Augen-Streu-Bomben-Geschäfte…


… oder zweifelhafte Praktiken der Deutschen Bank(en)

Es gibt Dinge im Leben einer Bank, die sind geradezu unbezahlbar. Nein, verehrte Leserschaft, dazu zählt mit Sicherheit kein Menschenleben. Oder womöglich derer viele. Streubomben heißt die Zukunft jedes seriösen Bankhauses, welches mit Gewinnerzielungsabsicht um das nackte Überleben kämpfen muss. Ja, es herrscht Krieg auf den Finanzmärkten dieser Welt. Nicht nur bei uns in Österreich, überall befinden sich ehrenwerte Damenschaften und natürlich ebenso Herrschaften im permanenten Zustand des monetären Existenzminimum-Finanzkollapses. Warum also nicht auch die so vertrauenswürdige Deutsche Bank? Während die einen wie etwa eine unserer renommierten österreichischen Banken versuchen, ihre Bankstelle zur Tankstelle umzufunktionieren, anders herum geht es selbstverständlich auch, beschreitet die Deutsche Bank einen wesentlich effektiveren Weg und nimmt sich den Slogan „Es herrscht Krieg!“ beherzt an die vielgeschmähte Kapitalbrust.

Aufmerksam geworden bin ich durch den Artikel „Die fragwürdigen Geschäfte Deutscher Banken mit geächteten Waffen wie Streumunition„. Mein erster Gedanke war: „Gibt´s nicht!“ Diesem ersten Gedanken folgte jedoch: „Alles gibt´s!“ Also machte ich mich wieder einmal auf, unter die virtuelle Oberfläche real existierender ölverschmierter Ozeane, elektronischem Spielzeug für afrikanische Kinder oder zartem Lachsfilet mithilfe peruanischen Fischmehls zu tauchen.

Natürlich interessiert einen Menschen wie mich, was es mit diesem hässlichen Wort Streubombe überhaupt auf sich hat. Auf der Website „Sagt Nein zu Streubomben“ fand ich folgende Definition, welche ich sinngemäß und zusammengefasst wiedergebe:

Streubomben oder auch Streumunition besteht aus einem Behälter, welcher mit bis zu mehreren Hundert Submunitionen (Minibomben) gefüllt ist. Diese Submunition wird auf einer mehrere Fußballfelder großen Fläche verteilt, kann sich aber auch auf mehrere Hundert Hektar erstrecken. Durch fast jeden Einsatz von Streubomben bzw. durch deren ungerichtete und ungezielte Wirkung werden in den meisten Fällen Zivilpersonen in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Gefahren entstehen durch sogenannte Blindgänger, welche lange nach einem Angriff detonieren und unschuldige Menschen verstümmeln und töten.

Streubombenbehälter

Streubombenbehälter © Handicap International

Mit In-Kraft-Treten des Vertrages zur weltweiten Ächtung von Antipersonenminen am 01. März 1999 (Ottawa-Konvention) hat eine entscheidende Sensibilisierung für die Gefährlichkeit dieser Waffen stattgefunden. Ende 2007 fand in unserem schönen Wien die Konferenz zur weltweiten Ächtung von Streubomben statt. Im Juli 2009 hat Deutschland bei Human Rights Watch den Vertrag zum Verbot von Streumunition zur Ratifizierung hinterlegt (siehe „Deutschland hinterlegt Vertrag über Streumunition„). Am 01. August 2010 tritt das völkerrechtliche Verbot von Streumunition in Kraft. Vom 07.-09. Juni 2010 trafen sich in Santiago de Chile jene Staaten, welche bereits 2008 das Osloer Abkommen gegen Streubomben unterzeichneten. Und heute, fast auf den Tag genau ein Jahr später?
Die traurige oder besser gesagt skrupellose Wahrheit über das Geschäft mit dem Krieg verschafft uns wohl der Artikel „Leistung, die Leiden schafft“ (Originaltext der Pressemappe des Aktionsbündnis landmine.de). Noch wesentlich ausführlicher und vor allem detaillierter ist der Bericht der belgischen Nichtregierungsorganisation (NRO) Netwerk Vlandeeren. Die Organisation benennt namentlich in einer Studie (Worldwide investments in CLUSTER MUNITIONS) über die Unterhaltung von Geschäftsbeziehungen internationaler Investoren zu führenden Anbietern und Herstellern von Streumunition wie Alliant Techsystems, L3-Communications, Lockheed Martin, Textron, Singapore Technologies Engineering und Raytheon die beiden Großbanken Commerzbank (siehe Punkt 1.2.34 Seite 44 des Reports) und Deutsche Bank (siehe Punkt 1.2.40 Seite 45 des Reports) über deren Tochter DWS. Doch auch die Bayrische Landesbank, die WestLB oder der Versicherungsdienstleister Allianz finden sich in der international bestückten, quasi dem Who is who der Finanzwelt „Hall of Shame“ (Seite 17 ff) wieder, welche die Verflechtungen von Kriegsmaschinerie und Geldmaschinen aufzeigt.
Ich weiß es selbst und werde trotzdem immer wieder eines Besseren belehrt. Es ist unmöglich, einen einzigen Atemzug in diesem grenzenlosen Morast und skrupellosen Sumpf aus Geld und Krieg zu machen, ohne daran zu ersticken. Aber darüber schreiben wird man ja wohl dürfen. Und im Moment informiere ich mich gerade über sogenannte „Grüne Banken“, also Geldinstitute, welche sich anderen moralischen und ethischen Grundsätzen verschrieben haben, wie es jene bereits erwähnten monetären Munitionsdepots uns immer wieder vormachen. Dazu kann ich Ihnen vielleicht zum Abschluss den Artikel „Grünes Geld wird immer beliebter“ mit auf den Weg geben. Möglicherweise für die eine oder den anderen lohnenswert, darüber nachzudenken. Und sei es nur im Gedenken an eine Million Verletzte und Tote seit 1975, welche der sinnlose Einsatz von Landminen und Streubomben forderte. Jedes dritte bis vierte Opfer ist ein Kind. Ob dies die Banken wissen? Wozu denn, schließlich haben die Kinder kein Bankkonto bei ihnen eröffnet. Menschliches Kapital ist nur sinnvoll, wenn es ordentliche Dividenden und Zinsen bringt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Lassen Sie sich keinen Streubomben-Sand in die Augen streuen. Es grüßt Sie der Augenauswischer
Paul Bögle          


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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