Die Natur – Natürliches Krisenmanagement… 1


…als Strategie und Problemlöser für Wirtschaftsbosse?

Beim allnächtlichen Stöbern in den virtuellen Weiten, Welten und Wogen namens Internet, in vielen Fällen handelt es sich allerdings nur um virtuelle seichte Tümpel, bin ich doch wieder einmal fündig geworden. Ein Blog mit dem vielversprechenden Namen „Neues vom rechten Stirnlappen“ nahm meine Aufmerksamkeit in Anspruch und, weil ich nun einmal ein ruhe-, rast- und auch sonstiger -loser Mensch bin, beschloß ich, ein Weilchen zu verweilen. „Wie löst die Natur Probleme?„, so der Titel eines Blogbeitrages. „Das möchte ich auch gerne wissen“, dachte ich neidvoll und begann zu lesen.

Schon im ersten Satz wurde ich auf einen Beitrag mit dem interessant klingenden Titel „Manager sind wie Ameisen„, veröffentlicht auf Zeit online, geleitet, welcher sich mit der sogenannten Wirtschaftsbionik befasst. „Wirtschaftsbionik, hört sich verdammt wissenschaftlich und für den Laien wie mich viel zu kompliziert an“, so spann ich den Faden der Unterhaltung mit mir weiter, in Ermangelung geeigneter Gesprächspartner zu solch nachtschlafender Zeit der einzige Weg, Konversation zu betreiben. Übrigens, wenn ich schon beim Spinnen bin, aber dies nur nebenbei, ich finde es wieder einmal erwähnens- und natürlich lobenswert, daߠBlogs genau aus diesem Grunde auf andere Artikel verlinken, denn nur so entstehen sinnvolle Netzwerke in ihrer ursprünglich gedachten Form, nämlich dem Hinleiten auf brauchbare Informationen, so wie es am Beispiel von Henning Patzner vorbildlich geschehen ist.

Aber nun wieder zurück zu meinem begonnenen Faden, denn wie Sie als leidgeprüfte LeserInnen wissen, hängt der bei mir oftmals am seidenen Faden, weil ich meist irgendwann den Faden verliere und irgendwann nicht mehr weiß, welch Kreativ-Spinnerei ich begonnen habe und mich meist, so wie es gerade im Moment wieder geschieht, irgendwann im Endlos-Rhetorik-Knäuel imaginärer Sprechblasen verliere, welche dann der Reihe nach zerplatzen, ohne jemals ihre schillernde Sprach-Haut über Sie gebreitet zu haben. Zu schnell, zu viel, zu versponnen, zu verschachtelt? Macht nichts, glauben Sie mir! Auch dieses syntaktische Kartenhaus und diese sprachlose Sprach-Sprechblasen-Sprachbarrieren-Semantik wird unweigerlich einstürzen und mich alleine und vollkommen wortlos zurücklassen.

Zurück zur Natur! Wir können also von der Natur lernen? Nicht schlecht, fragt sich dementsprechend nur noch, wann wir damit beginnen wollen. Einen Anfang macht zumindest die Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Fach Wirtschaftsbionik. Verzeihen Sie mir, wenn ich auf die Definition verzichte, mich interessieren vielmehr die Zielsetzungen, welche sich hinter dieser Begrifflichkeit verbergen.

Die Natur bietet Lösungen für die vielfältigsten Problemstellungen an. Diese von der Natur, z.B. Bienen, Ameisen oder Termiten, vorgegebenen und entwickelten Strategien müssen dabei jedoch nicht grundsätzlich besser sein als jene, welche der Homo sapiens entwickelt hat. Auch ist es oftmals nicht möglich, daß sie auf menschliche Krisen übertragbar bzw. anwendbar sind. Die Wirtschaftbionik untersucht dabei vielmehr die zugrundeliegende Dynamik, Komplexität und Dezentralisierung, wie sie z.B. in Insektenstaaten vorherrscht. Ebenfalls von Bedeutung ist hierbei, wie sich aufgrund von Millionen einzelner Lebewesen Strukturen im Hinblick auf Kommunikation, Kooperation sowie Konfliktlösungen auf menschliches Verhalten transformieren lassen.

Warum schwärmt ein Bienenschwarm ohne scheinbar oberste Instanz in die gleiche Richtung? Wer koordiniert die Richtung? Wer gibt vor, wie sich ein anscheinend unkoordiniertes Kollektiv zielgerichtet und vor allem taktisch diszipliniert gegen Feinde schützt? Wie schafft es ein riesiger Organismus, bestehend aus unzähligen „primitiven“ Einzelorganismen, die lebenswichtigen Aufgaben an die entsprechenden Aufgabenträger zu delegieren? Warum funktioniert die Logistik der Transportwege der Ameisen so reibungslos und welche Ameisenalgorithmen stecken dahinter? Welche Informationen und vor allem wie geben die Arbeiterinnen eines Bienenschwarms diese Informationen weiter, damit die Nahrungsquellen gefunden werden? Welche Mechanismen stecken hinter diesem ungehinderten und effektiven Informationsfluß, damit dieser sämtliche daran beteiligten Schnittstellen ohne Informationsverlust passieren kann? Ein Bienenvolk sucht sich einen günstigen Standort. Doch wer zeichnet für die Standortwahl verantwortlich? Wer prüft den Standort nach welchen Kriterien und wer trägt letztendlich die Entscheidung? Was passiert bei Meinungsverschiedenheiten? Welches Kontrollorgan dient als Konfliktlöser?

Fragen, mit denen sich die Wirtschaftsbionik beschäftigt und deren Antworten vielleicht in Zukunft verstärkt als Instrumente für wirtschaftliche Krisen herangezogen werden könnten. Die Sache hat nur einen Haken. Eine mitentscheidende Voraussetzung ist kooperatives Verhalten. Doch welcher Manager, welcher Machthaber, welcher Wirtschaftsstratege bringt diese Fähigkeit mit. So wird es also weiterhin den Bienen, Ameisen und Termiten vorbehalten sein, auch in Krisenzeiten effektiv ihre Probleme zu lösen. Aber zumindest kann der moderne Mensch von sich behaupten, eine interdisziplinäre Wissenschaft mit dem wohlklingenden Namen Wirtschaftsbionik geschaffen haben.

Und die ungelösten Probleme? Aber bitte, nicht so kleinlich! Bei so vielen Fragestellungen aus dem Reich der Tiere wird es doch erlaubt sein, zumindest eine einzige Frage unbeantwortet zu lassen! In diesem Sinne grüßt Sie der Spinner, der am seidenen Faden hängt.          


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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