Stimmungsaufheller Natur… 4


…und das Stimmungsbarometer steigt! 

Na, wer sagt´s denn. Jetzt haben wir es amtlich oder besser gesagt wissenschaftlich! Zumindest haben zwei Wissenschaftler der University of Essex, genauer gesagt Joe Barton und Jules Pretty, in einer Studie (siehe z.B. bild der wissenschaft: Grün macht vergnügt) herausgefunden, daß der Aufenthalt des Menschen im Grünen in kausalem Zusammenhang zur menschlichen Psyche stehen. Egal ob nun ein gemütlicher Spaziergang auf dem Programm steht, die grüne Umwelt mit dem Fahrrad erkundet wird oder die löbliche und vor allem nützliche Gartenarbeit: Die ersten Minuten in freier Natur sind wahre Stimmungsaufheller für den gestressten Menschen unserer Gesellschaft, also wohl für fast alle Wesen der Gattung sprechender und denkender Homo sapiens. Wer nun sagt: „Garten hab´ich keinen, Radfahren kann ich nicht und vor lauter Wald seh´ ich sowieso keine Bäume!“, dem sei erwidert, daß der nächste großstädtische Park sicherlich gleich um die Ecke lauert.

Besonders förderlich ist hierbei, sozusagen das Non plus ultra natürlicher Stimmungsaufheller ein Lustwandeln im Walde. Nicht alleine die frische Luft macht´s, sondern vor allem das grüne Blätterdach mächtiger Bäume, blühende Sträucher und Büsche, die wartende Wegwarte am Wegesrand und das liebliche Plätschern eines kristallklaren Baches, sofern es diesen nach Deepwater Horizon noch gibt, wirken wahre Wunder, wenn es um unser Selbstwertgefühl geht.

Die Extradosis Natur also als Medikamentenersatz für unser fehlendes inneres Gleichgewicht? Die beiden Forscher haben mehr als 1200 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts analysiert und untersuchten dabei die Korrelation zwischen der Dauer des Aufenthaltes bzw. der Aktivität im Freien und der daraus resultierenden Wirkung auf die Psyche der Testpersonen. Und wen wundert´s: Bereits mit den ersten Minuten nach Beginn der Freizeitaktivität stieg das Wohlbefinden der Probanden signifikant an!

Auch diplomierte Psychologen hauen in dieselbe grüne Bresche. Gespräche in der freien Natur zeigen eine wesentlich intensivere Verarbeitungstiefe, verlaufen entspannter und steigern das Selbstwertgefühl. Also, liebes gestresstes arbeitendes Volk, links auf die Überholspur, beschleunigen und dann aber gaaaaanz tief Luft holen und entschleunigen.

Heinrich Maiworm, seines Zeichens Wanderphilosoph, bringt es auf einen einfachen Nenner, wenn er leicht deprimiert feststellt: „Wir Philosophen haben immer gedacht, wir müssten dafür sorgen, dass es den Menschen besser geht.“ Und nun sind es plötzlich die singenden Vögel, das Rauschen des Waldes und das Klingen des Baches, welche für unser Glück zuständig sind. Wobei ich sagen muß, daߠnatürlich ein entspannt geführtes philosophisches Gespräch unter der schattenspendenen, weit ausladenden Krone eines Kastanienbaumes, während Blaumeise oder die leider viel zu seltene Zwergammer spöttisch ihr Liedchen singen, auch nicht zu verachten ist. So kann ich nur sagen: „Raus in die Natur, denn schon fünf Minuten genügen, um sich viele Sorgen aus dem verstaubten Pelz unserer selbstgebauten Betongefängnisse zu schütteln!


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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4 Gedanken zu “Stimmungsaufheller Natur…

  • Julia

    Ich habe es schon immer gesagt und nun auch endlich wissenschaftliches Material um es zu belegen. Das hilft mir sicher bei der einen oder anderen Diskussion ob Pflanzen in unser Büro gehören oder nicht. herzlichen Dank, die Informationen werden ab heute verwendet ;).

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Liebe Julia, bitte bedenke aber immer eines: Neben dem grünen Dschungel innerhalb des Wohn- oder Arbeitsbereichs auch die frische Luft nicht vergessen. Es lässt sich als Wiener natürlich leicht von frischer Luft reden, schließlich sind wir glücklicherweise durch unzählige Grünoasen im innerstädtischen Bereich gesegnet.
    Aber selbstverständlich stimme ich Dir zu, dass Pflanzen auf alle Fälle in den Arbeitsbereich gehören, am besten Grünpflanzen. Denn die Farbe grün besitzt alleine schon eine positive psychologische Wirkung auf uns Menschen. Und gerade im Winter sorgen Pflanzen für ein wesentlich besseres Raumklima, haben sie doch eine regulative Wirkung auf das Austrocknen der aufgeheizten Büroluft. Auf Plants for People (http://www.plants-for-people.de/) findest Du Anregungen und auch hilfreiche Tipps, welche Büropflanzen für Euch in Frage kommen könnten.
    Liebe Grüsse aus der „grünen Hölle“ Wien sendet Paul

  • Julia

    Danke für den Tipp und zugegeben es gibt doch in den meisten Städten schöne Grünoasen, leider ist mein Büro aber mit Blick auf eine Straße was mir schonmal nicht viel Hilft, daher müssen es die Zimmerpflanzen bei mir tun.

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Ich weiss, es lässt sich leicht reden bzw. schreiben, liebe Julia. Aber bedenke immer, dass die Phantasie die beste/der beste FreundIn der Menschen ist. Auch vor meinem Fenster schlängelt sich ein graues Asphaltband, welches in unserem Sprachgebrauch für Strasse steht. Doch nur einmal angenommen, jene Betonwüste verwandelt sich plötzlich in ein Meer aus lautlosen Schmetterlingen, summenden und brummenden Hummeln und Bienen, Marienkäfern auf der Jagd nach Ameisen und und und. Also bei mir funktioniert dies immer wunderbar, zumindest dann, wenn ich für einen kurzen Moment die Augen schliesse und die Realität ausgrenze. Natürlich muss auch ich irgendwann wieder meine Augen öffnen und mich der grauen Wirklichkeit stellen, doch zumindest für ein paar Sekunden habe ich mithilfe meiner Phantasie dem Leben „dort draussen“ ein Schnippchen geschlagen. In diesem Sinne grüsst aus dem verträumten Wien, naja für wenige Augenblicke eben verträumt,
    Paul, der Ruinenbaumeister.
    P.S: Der Titel „Der Ruinenbaumeister“ ist eigentlich ein Buchtitel von Herbert Rosendorfer, wunderschön, absurd und skurill. Habe ich wahrscheinlich vor zwei Jahrzehnten oder so gelesen.