Die Patentnummer 0815 PB…


für die Nutzung der Genmanipulation …

wird hiermit Herrn Paul Bögle erteilt. Sehr verehrte Leserinnen, liebe Leser, jetzt ist es amtlich. Ich habe mich zum Patent angemeldet, habe sozusagen meinen eigenen Körper samt meinen hoffentlich schon veränderten Genen patentieren lassen, bin ab sofort ein hochoffizielles und vor allem schützenswertes Gut, welches nur nach Rücksprache mit mir selbst vermarktet werden darf. Fragen Sie mich jetzt bitte nach rechtlichen oder wirtschaftlichen Einzelheiten, ob dem auch so ist, aber ich habe beschlossen, den Weg des geringsten Gen-Widerstandes zu gehen. Für all jene, welche nun stirnrunzelnd kopfschüttelnd vor diesem Artikel sitzen und sich fragen: „Warum wünscht er sich verändertes Erbmaterial, ist er nicht schon mit seiner normalen DNA genug belastet?“ Nein, ist er nicht, der liebe Herr braucht verändertes Erbgut, damit der Rubel ordentlich rollt. Ich will endlich reich werden. Ich möchte im Geld baden, bis ich absaufe. Ich brauche Kohle, Marie, Knete, Zaster, kurzum wenn ich zum Genmanipulations-Millionär aufsteigen will, hilft mir nur eines. Neue Gene müssen her, je veränderter, um so besser. Wenn sich meine alten Gene im Spiegel anschauen, quasi sinnbildlich gesprochen, müssen sie grün werden vor Neid. Wer bitte braucht alte arme Gene, wenn nur neues Erbgut reich macht? Getreu dem Motto: Alte Gene, arme Sau, neue DNA, Schwein gehabt! Sie werden gleich sehen, warum.    

„Nun ist er also vollkommen verblödet, unser lieber Herr Bögle, werden Sie sich möglicherweise denken!“ „Macht nichts“, entgegne ich Ihnen nonchalant, „denn ich weiß schon, was ich tue! Und wenn ich erst meinen Körper vermarktet habe, werde ich derjenige sein, welcher als letzter lacht!“

Aha, nun sind Sie also doch neugierig geworden? Wissen Sie was, ich bin ein solch herzensguter, weil genmanipulierter Mensch, ich werde Ihnen das Geheimnis meines zukünftigen Erfolgs mitteilen. Ohne Kosten für Sie selbstverständlich, keine Angst, Sie können ruhigen Gewissens weiterlesen, ich bitte Sie nicht zur Kasse (dies hat schon Monsanto vor). Versprochen bei meiner genveränderten DNA-Seele!

Ich muß allerdings voranschicken, daß ich nicht Urheber dieser sensationellen Idee bin. Wer nun eilig bereits am Lorbeerkranz für mein Haupt bastelt, um mich zum Gen-Kaiser krönen möchte, diese Leser muß ich leider enttäuschen. Wer sich später, quasi als wandelnde Patentnummer durchs Leben wandelnd, eine unübersehbare Spur an Geldscheinen hinter sich lassend, bei den Verantwortlichen nie gekannten Reichtums bedanken möchte, der darf dies selbstverständlich tun, aber nicht bei mir, dem Daniel Düsentrieb der DNA.

Sprechen Sie also Ihren Dank jenen Vorreitern vorbildlicher Vermarktung genmanipulierter Erzeugnisse mit Namen Monsanto aus. Denn dieser US-Agrarmulti möchte tatsächlich sowohl Anwender in Form der Landwirte als auch die Verbraucher in Form von Ich-Du-Er-Sie-Es-Wir-Ihr-Sie zur Kasse bitten. Wie das, werden Sie sich fragen? Schauen Sie und staunen Sie: Unter Greenpeace: Kein Patent auf Schinken und Schnitzel, 300 Organisationen fordern neue Patentgesetze oder auch süddeutsche.de: Das patentierte Schnitzel von Silvia Liebrich finden Sie die Antworten auf all Ihre Fragen. Da kann ich nur sagen: Guten Appetit! 

Aber sollten Sie, so wie ich es gemacht habe, mit dem Gedanken spielen, sich und ihre genmanipulierten Innereien zu Geld machen zu wollen, es ist höchste Eile geboten. Wahrscheinlich wird sich irgendein Konzern sowieso schon mit Ihren Blutbildern, Röntgenaufnahmen und vielleicht auch, sollten Sie ein Mann sein, mit Ihrem Sperma beschäftigen. Und dann, eines schönen Tages, stehen zwei freundliche Herren im dezenten, aber irrsinnig teuren Nadelstreifenanzug vor Ihrer Türe, in unserer heutigen Zeit ist die Anwesenheit noch wesentlich freundlicherer Damen im dunklen Kostüm jedoch nicht ausgeschlossen, die noch viel freundlicheren Herren mit den breiten Schultern und den wahnsinnig schicken Sonnenbrillen im Hintergrund beachten Sie dabei bitte nicht, denn diese dienen nur der Staffage. Und jene liebenswerten gesunden Geschöpfe werden Ihnen einen unscheinbaren Vertrag unter Ihr rinnendes Näschen halten, auf welchem Sie nur die ersten, aber dementsprechend wichtigsten Zeilen, werden lesen können. Den Rest vergessen Sie einfach, wer kann und überhaupt wer will schon all das Kleingedrucke in solchen Verträgen lesen. Wichtig ist nur folgendes, wobei die geschlechtsspezifischen Details aufgrund Ihrer genveränderten DNA zukünftig sowieso vollkommen belanglos sind, verwaltungstechnisch wäre es deshalb zu überdenken, nicht einfach fortlaufende Nummern zu vergeben, aber dies müssen andere dunkle Kostüme und Nadelstreifenanzüge entscheiden:

Patentnummer 007 4711

ausgestellt am 23. Mai 2010 von der Weltpatentbehörde Genf

Hiermit wird Frau/Herrn Jenny Bond/James Bond bekannt gemacht, daß mit heutigem Datum sämtliche Verwertungsrechte an Ihrer Person an die

Gesellschaft für unbeschränkte Gentechnikverwertung übergehen (im folgenden GfuG).

Alle zukünftig mit Ihrem Körper und Erbgut erzielten Einnahmen sind aufgrund des folgenden Gewinnabführungsvertrages an die GfuG einkommensteuerpflichtig und werden im Rahmen der jährlichen Gen-Gesellschafter-Versammlung zu 4 Prozent an die Genmanipulierten ausgeschüttet, ausgeschlossen von dieser Regelung sind dabei alle Rindviecher. Die restlichen 96 Prozent werden an die Schweine ausgeschüttet. Rechtsgrundlage bildet hierbei die in §1,II,1-58 der Genmanipulationsverordnung geregelte Gesetzesregelung, welche vorsieht, daß die Verfütterung der von unserem Konzern hergestellten genmanipulierten Futtermittel an Masttiere, insbesondere Kühe und Schweine (nicht Sie, Anm. d. Verf.) sowie Gemüse- und Obstsorten einen entscheidenden Eingriff in Ihr Erbgut darstellt und deshalb nach gewissenhafter Untersuchung Ihrer DNA, welche wir über nun nicht im Detail zu erörternden Umwege über nun nicht im Detail zu erörternde Quellen von nun nicht im Detail zu erörternden Personen gegen nun nicht im Detail zu erörternde Geldsummen erhalten haben, es als erwiesen ist, daß Sie als Konsument dieser von uns mit nun nicht im Detail zu erörternden anderen Geldsummen unterstützten Produkte ein völlig neues Erbgut erhalten haben. Dementsprechend sieht der Welt-Genmanipulations-Gerichtshof  in seinem Urteil vom 04.01.2009 (siehe WGGH-Urteil 5,IV) vor, daß Sie eine exklusive Erfindung unseres Konzerns darstellen und somit der Gewinnbesteuerung unterliegen.

Alles Weitere möchte ich Ihnen nun vorenthalten, da für Ihre Zukunft vollkommen belanglos und unwichtig. Wer also so wie ich mit dem Gedanken spielt, Tiere, Gemüse und Obst weiterhin zu essen und zugleich irrwitzige Geldsummen zu verdienen, dem sei angeraten, schnellstens zu handeln. Ansonsten müssten Sie sich dafür entscheiden, als Erfindung irgendeines Unternehmens Ihre letzten Tage auf dieser Welt zu verbringen, Männern, welche jetzt gerade damit liebäugeln, am Wertschöpfungsprozess durch Zuhilfenahme von Samenbanken partizipieren zu wollen, darf ich entgegenhalten, daß auch Ihr wertvoller Samen nicht mehr Ihr Eigentum ist, also sozusagen auch nicht unter oder besser mit der Hand verschleudert werden darf. Sie sollten also darauf verzichten, sich durch unlautere Mittel etwas Geld aus dem Ärmel zu schütteln.  

Sollten Sie bereits unterschrieben haben, machen Sie sich nichts draus. Vielleicht könnten Sie sich noch für ein paar Wochen in unmittelbarer Nähe eines Kernkraftwerkes aufhalten und mit dem Werbeslogan „Strahlende Schönheit kommt von innen!“ Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wer entsprechende Urlaubsangebote sucht, wird sicherlich in meinem Urlaubsreisen-Katalog der besonderen Art fündig.

Es grüßt Sie das erste selbstvermarktende Wiener Schnitzel Paul Bögle, Verzeihung Patentnummer 0815 PB.          


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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