Eyjafjalla – wenn die Natur hustet… 1



…steht der Mensch still.

Ja, liebe Menschenkinder, so ist es nun einmal. Kaum erhebt die Natur, in diesem Falle in Form des isländischen Vulkans Eyjafjalla, ihre Stimme, herrscht Stillschweigen unter den Menschen. Womit rühmen wir uns nicht tagtäglich? Wir haben das Rad erfunden, welches uns Tag für Tag von Stau zu Stau führt, wir bauen mit Stahlbeton Wolkenkratzer, welche mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes in die Wolken ragen, wir imitieren die Vögel mit unseren donnernden dem Schall davonfliegenden Jets, alleine wenn die Natur ein einziges Mal ihre immer leiser werdende Stimme erhebt, haben auch wir unseren Mund zu halten.

Wo sind sie nun hingekommen, unsere Antworten auf sämtliche Fragen? Wer gibt uns nun Lösungen für ein doch so scheinbar kleines Problem namens Eyjafjalla, einen bis dato namenlosen Vulkan auf einer winzig kleinen Insel namens Island? Wer macht sich jetzt auf, die Natur beherrschen zu wollen mit seinen schier unbegrenzten technischen Errungenschaften und Hilfsmitteln?

Der Mensch? Nein, der Mensch steht da, hilflos orientierungslos machtlos. So großartig bezeichnen wir uns als Krone der Schöpfung, als Beherrscher der Naturgewalten, als Domteure dieser Welt. Wir bauen und bauen, wir fahren und fahren, wir fliegen und fliegen, wir forschen und forschen. Erdbebensicher, unfallsicher, lebenssicher, selbstsicher.

Und nun? Die Natur hat ihre Stimme erhoben, Eyjafjalla hat leise gewispert, ein fast unhörbares Raunen geht durch die Eingeweide dieser unserer Welt, aber ohrenbetäubend für den Menschen, die friedliche Stille unserer Hightech-Welt zerfetzend, ein furchterregendes Brüllen für uns alles beherrschende Dompteure.

Und nun? „Quo vadis, Domine Homo sapiens?“ „Wohin gehst Du, Herr Mensch?“ Herr Mensch, wohin nun des Weges. Wo sind unsere Notfallpläne, um die Natur in den Griff zu bekommen? Wo sind die eilig ins Leben gerufenen Kommissionen, welche jetzt diesem boshaften Vulkan Eyjafjalla sein vorlautes Maul stopfen? Wo sind die Piloten, welche sich aufmachen, um auszuschwärmen und die Asche meiner Mutter, unserer Mutter Erde, wieder einzusammeln? Sie sind am Boden geblieben, auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt, Bruchpiloten mit geknickten stählernen Flügeln, nicht flügge, sondern flügellahm, nicht bahnbrechend, sondern marodierend, nicht beherrschend, sondern ohnmächtig beherrscht.     

Eyjafjalla hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, hat unsere Bilanzen gefälscht, hat unsere Flugschreiber manipuliert. Oder sind es womöglich wir selbst, die den Rotstift führen, Bilanzen schönen und Flugschreiber auswerten? Wer führt wen an der Nase herum, die Natur uns oder wir die Natur?


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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