Bio Natur - Der Weblog

10.1.2010

Vietnam

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 00:25


Bio Natur - Der Weblog hat im Laufe seines, zugegebenermaßen, noch recht kurzen Internet-Daseins schon einige Wandlungen und möglicherweise sogar Mutationen hinter sich gebracht. Manchmal stellt er sich als Weihnachtsblog dar, dann wieder zieht er sich das Kostüm des Reiseveranstalter-Blogs über, aber auch als Glücksspiel-Blog hat er sich schon versucht. Und immer wieder weicht der Weblog von seinen ursprünglichen Pfaden ab, nämlich den Themenschwerpunkten Bio und Natur, um seinen Betreiber wieder einmal in fremde Länder zu entlassen.

So möchte ich mich als schreibende und virtuell sprechende Stimme meines Blogs wieder, manche werden sagen, schon wieder, von Ihnen verabschieden, um mich zusammen mit der besten Ehefrau der Welt, Sie wissen schon, meine mir anvertraute und angetraute Gattin, in fremde Länder zu begeben. Ja, ja, ich weiß, jetzt kommen wieder die Fragen und Vorwürfe: Aber der war doch erst in Riga und zwar ohne die entzückende, Ihnen natürlicherweise unbekannte Tochter, wir können uns ganz genau erinnern, wie er wollüstig und mit den fadenscheinigsten Gründen als Grund dafür angab, daß Rabeneltern in Wirklichkeit gute Eltern sind.

Aber ich verabschiede mich trotzdem nun von Ihnen und vertraue darauf, daß wir uns in vier Wochen wieder hier treffen. Vielleicht könnten Sie ja die in der Zwischenzeit auf das geliebte Kind aufpassen. Ich hoffe, daß ich Ihnen dann viel Spannendes und möglicherweise auch Hilfreiches zu Vietnam, unserem auserkorenenen Reiseziel, liefern kann. Eines muß ich allerdings noch vorab loswerden.

Wie immer, wenn wir in ferne Gefilde reisen, um fremde Länder, neue Menschen und unbekannte Kulturen kennenzulernen, informiere ich mich umfassend im allwissenden und mittlerweile fast schon allmächtigen Internet über die Region, welche wir besuchen werden. Meist stosse ich dabei auch auf weiterführende und vor allem auf nützliche Informationen. Aber irgendwie zieht sich ein einziges großes Thema wie ein roter Faden durch viele dieser Foren und Ratgeber. Immer wieder werden wir Touristen der westlichen Welt vor den alles abzockenden Taxifahrern und Strassenhändlern in diesen so oft titulierten Entwicklungs- oder Dritte-Welt-Ländern gewarnt.

Erstens darf ich hier eines sagen. Was gibt uns das Recht, ein Land als Entwicklungsland zu bezeichnen. Jedes Land der westlichen, östlichen, nördlichen und südlichen Hemisphäere ist ein Entwicklungsland. Wir haben alle, egal auf welchem Kontinent wir unsere Zelte aufgeschlagen, Nachholbedarf, sei es in wirtschaftlicher, infrastruktuereller, gesellschaftlicher, geistiger oder kultureller Richtung. Denn gerade diese Bereitschaft, sich weiterentwickeln zu wollen, zeichnet eine aufgeschlossene, lernfähige und wissbegierige Gesellschaft aus. Wenn jemand zu mir sagt, Österreich sei ein Entwicklungsland, dann fasse ich es als Kompliment auf, auch wenn dies in den meisten Fällen anders gemeint ist. Österreich ist genauso wie Vietnam ein Entwicklungsland, denn ein Land und deren Einwohner sollten tagtäglich danach streben und danach trachten, sich weiter entwickeln zu wollen, geistig zu reifen.

Ebenso verhält es sich mit dem unsäglichen Terminus Dritte-Welt-Länder. Anscheinend ist hier die Entwicklung doch wieder einmal wie in so vielen anderen Dingen an mir vorüber gegangen. Seit wann bitte schön gibt es plötzlich drei Welten? Haben wir es in unserer sogenannten Ersten Welt wirklich notwendig, daß wir uns nicht nur gesellschaftlich von ärmeren Regionen abgrenzen? Müssen wir nun auch noch explizit darauf hinweisen, daß wir uns unsere eigene Welt erschaffen haben. Verspüren wir wirklich den inneren Drang und ist es womöglich unser sehnlichster Wunsch, neben den Landesgrenzen jetzt auch eine eigene Welt für uns zu beanspruchen. Wollen wir all jene, welche uns nicht zu Gesicht stehen und die uns mit ihren Problemen belasten könnten, auch noch vom Erdball werfen? Sollen sich Menschen, die vor Hungerskatastrophen in das scheinbar gelobte Land namens Westen flüchten, eine eigene Erde erschaffen, um dort einen Neubeginn wagen zu können? Müssen wir das Buch Genesis noch einmal neu schreiben, um eine Zweite Welt und eben jene Dritte Welt zu kreieren, auf daß endlich unser sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht?

Heißt Erste Hilfe, daß nur Menschen der Ersten Welt diese Hilfe in Anspruch nehmen können? Haben dann Menschen der Zweiten Welt das Anrecht auf Zweite Hilfe und bleibt den Menschen der sogenannten Dritten Welt somit nur noch die Dritte Hilfe, jene Überbleibsel der nicht beanspruchten Ersten und Zweiten Hilfe? Aber mir geht gerade ein Licht auf, ein kleines Licht zugegeben. Jetzt erhalten die Begriffe Erstschlag und Zweitschlag, welche seit dem Kalten Krieg als ewiges Atombomben-Gespenst in meinem und wahrscheinlich in vielen anderen Köpfen herumgeistern, auch einen tieferen Sinn. Erstschlag würde also nichts anderes bedeuten, als daß die Erste Welt ihre Atomwaffenarsenale auf die Zweite Welt regnen läßt, worauf dann die Zweite Welt ihrerseits im Zweitschlag die Erste Welt mit all diesen wunderbaren Waffen beglückt. Aber was bliebe dann noch der im Volksmund genannten Dritten Welt übrig?

Ein Drittschlag? Aber gegen wen, wenn schon Erste und Zweite Welt so eifrig um die Gunst der Erst- und Zweiteinschläge rittern? Sei´s drum, lassen wir die beiden Welten in Ruhe ihre Atomwaffen weiterentwickeln, ich wollte mich mit der Abzocke auf unserem einzigen Planeten beschäftigen. Ich habe zwar Taxifahrer schon zu meinen natürlichen Feinden auserkoren, aber ich verstehe eines nicht. Ich bekomme in vielen Reiseblogs und Foren zu lesen, daß man sich in Acht nehmen soll, daß man sich nicht beim Fahrpreis über´s Ohr hauen lassen solle, daß Strassenhändler ihre Waren zu weit überhöhten Preisen an die touristische Frau und den Mann bringen wollen.

Da steht dann geschrieben, daß einer für umgerechnet 4,50 Euro vom Flughafen Saigon befördert wurde, während ein anderes Ehepaar sage und schreibe 5,00 Euro bezahlen musste. Stellen Sie sich vor, um 50 Cent mehr bezahlt! Da wird dann von den Touristen als Melkkühen geschrieben und von den Vietnamesen, welche die Langnasen, also uns Europäer, nach Strich und Faden ausnehmen.

Ich habe dies jetzt insgeheim für die nächsten drei Wochen ausgerechnet. Wenn wir jeden Tag in etwa viermal geschäftlichen Kontakt mit den Einheimischen haben und jeder davon uns 50 Cent zuviel abnehmen kann, wären dies auf drei Wochen hochgerechnet etwa 40 Euro. Jetzt stellt sich für mich die alles entscheidende Frage: Ist das wirklich viel?

Wir leisten uns den Luxus, ich inbegriffen, Tausende von Kilometern weit zu fliegen, um uns fremde Länder auf fremden Kontinenten anzuschauen, stossen dadurch Unmengen an CO2 aus, nur um unsere Vergnügungssucht zu befriedigen. Wir geben Hunderte von Euros für Flugtickets aus, leisten uns die teuersten Hotelzimmer und dann beschweren wir uns in unserer dekanten und überheblichen Art über die Strassenhändlerin und den Taxifahrer, welche uns ein paar Cent mehr berechnen. Eigentlich sollten wir demnach froh und dankbar sein, daß wir alle miteinander in einer solch ehrenwerten und ehrlichen Gesellschaft wie der unseren leben, in der Betrügen scheinbar ein Fremdwort ist. Ist es nicht erbaulich, daß immer nur die anderen lügen und betrügen? Wie schön, daß die Verbrecher nur in unseren selbst gewählten Urlaubsorten existieren und wir ansonsten vollkommen unbehelligt und in unserer heilen Ersten Welt leben. Wir können uns glücklich schätzen, daß Neid und Mißgunst so weit weg von uns ist, fernab unserer Zivilisation.

Irgendwie verstehe ich dann aber eines nicht. Warum fliegen wir dann eigentlich dorthin, wo nur die Bösen zuhause sind. Bleiben wir doch lieber zuhause in unseren gut geschützten vier Wänden, gehen wir doch besser unseren heimischen ehrenwerten Geschäften nach. Bleiben wir im eigenen Land, wo Milch und Honig fliessen. Lassen wir die Verbrecher dort, wo sie hingehören und bleiben wir dementsprechend da, wo wir unserer Meinung hingehören, im selbstgebauten Erste-Klasse-Eitel-Sonnenschein-Refugium Eigenheim mit Swimmingpool und Gemüsegarten.

Aber ich persönlich freue mich riesig auf Vietnam, auf die Menschen dort, auf die Natur, auf den Verkehr von Saigon und auf Sonne, Strand und Meer in einem fernen Land. Und vielleicht finde ich dort eine deutsch- oder englischsprachige Zeitung, wo etwas über Bankenskandale, Schwarzgeldkonten, gefälschte Prüfberichte oder überhöhte Managergehälter im altehrwürdigen Europa geschrieben steht.

Aber halt, das sind ja keine Betrügereien, hier geht es schließlich um Millionenbeträge. Betrüger sind nur diejenigen, welche sich auf liebenswerte Art und Weise 50 Cent erschwindeln. Und betrogen werden immer nur wir, betrügen tun immer nur die anderen! Wir sind die ehrenwerte Gesellschaft der Ersten Welt, einer schönen heilen Welt.

So endet dieser Bericht und wir treffen uns hoffentlich alle wieder gesund, in etwa einem Monat. Vorausgesetzt meine Frau und ich haben überhaupt noch Lust, in diese Welt der guten und vertrauensvollen Langnasen zurückzukehren. Wenn nicht, wird meine Frau vielleicht Strassenhändlerin und ich werde Taxifahrer. Und wehe, Sie fallen uns in die Finger, bei uns kommen Sie mit 50 Cent nicht davon, 65 Cent müssen es schon mindestens sein. Wir haben schließlich gute Lehrmeister. Nein, nicht die Vietnamesen, sondern unsere eigene Gesellschaft.

  

8.1.2010

Kreationismus - was bitte?

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 00:37

Ich hatte gestern wieder einmal die Chance und vor allem auch die Zeit, eine sehr gute Dokumentation über die Entstehung der Erde im Fernsehen zu verfolgen. Nicht, daß dies mein erster Bericht über die Entstehungsgeschichte unseres Planeten Erde war. Aber es ist doch immer wieder spannend, wie unser Erdball sein Gesicht wieder und wieder veränderte. Vom glühend heißen Lavaball in seinen Anfängen vor 4,5 Milliarden Jahren bis zum eiskalten Schneeball, vom mit in Ozeanen lebenden Einzellern bevölkerten blauen Wasserball bis zum mit tropischen Pflanzen, hohen Bäumen, Farnen und endlos weiten Grünflächen malerischen Paradies, auf dem sich die größten Lebewesen der Erdgeschichte in riesigen Herden langsam äsend vorwärts bewegten.

Die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatten kollidierten und ließen riesige Faltengebirge wie die Alpen entstehen, der Colorado fraß sich in Millionen von Jahren immer tiefer in die Schlucht des Grand Canyon und erschuf diese einmalig schöne Landschaft. Immer wieder entpuppten sich die Naturgewalten als kreative Schöpfer einer wandelbaren Erdoberfläche, Feuer und Eis trugen in Milliarden von Jahren ihre Kämpfe aus, Dürreperioden wechselten sich mit abgrundtiefen Ozeanen ab. Wasser, Feuer, Luft und Erde, jene vier Elemente, die schon von den griechischen Philosophen Thales von Milet, Anaximenes oder Empedokles erkannt und untersucht wurden. Unbändige Kräfte der Natur, die sich in einem für uns Menschen unvorstellbar langen Zeitraum von mehr als vier Milliarden Jahren unvereinbar gegenüberstanden, gegensätzlicher nicht sein konnten und können, unnatürlich natürliche Antipoden, aber doch erst durch ihr gekonntes Zusammenspiel jenen Planeten mit all seinen existierenden und erloschenen Lebewesen und Pflanzen formten, welchen wir heute unseren Heimatplaneten nennen.

Die Erde ist zwischen vier und fünf Milliarden Jahr alt? Habe ich dies gerade geschrieben? Dann kann ich auch gleich hinzufügen, daß ich kein Anhänger des sogenannten Kreationismus bin. Manche werden sich nun fragen, ob Kreationismus womöglich mit Kreativität in enger Wahlverwandtschaft steht. Oder hat Kreationismus gar etwas mit Kretin zu tun? Oder hat beim Kreationismus sogar ein  Modeschöpfer seine begnadeten Finger im Spiel und will uns die neueste Herbstkollektion schmackhaft machen. Mitnichten, der Kreationismus ist weder kreativ noch will ich die Verfechter einer kreationistischen Weltanschauung als Kretins bezeichnen und, vielleicht hängt der eine oder andere Modeschöpfer sogar dem Kreationismus an, mit Spitzen-Unterwäsche oder Samt- und Seidekreationen kommen wir hier auch nicht weiter.

Kreationismus bedeutet schlicht und einfach: Die Erde ist zwischen 6 000 und maximal 10 000 Jahre alt. Grundlage dieser Theorie ist, daß nicht die Evolution bei der Erschaffung der Arten ihre Hand im Spiel hatte, sondern federführend und letztendlich alleinverantwortlich war eine allmächtige und überdimensionale Hand einer allwissenden Macht. Zumindest wenn Sie, wie gesagt, ich halte es da eher mit Darwin und den meisten Anthropologen, Geologen, Paläontologen und anderen Geowissenschaftlern, den Theorien des aus dem amerikanischen Raum entstandenen Kreationismus oder auch Intelligent Design (siehe dazu z.B. Thomas Waschke Thesen zu Intelligent Design (ID) anhängen. Die Hardliner unter den Kreationisten, die Kurzzeit-Kreationisten (zur Unterscheidung der verschiedenen Ansätze kreationistischen Denkens siehe z.B. Die Skeptiker Kreationismus), vertreten unbeirrbar den Standpunkt, das Buch Genesis, welches die Erschaffung der Welt durch einen intelligenten Designer, eben Gott, beschreibt, reiche für sämtliche Erklärungsversuche aus und könne demnach auch nicht irren.

Kurzzeit-Kreationismus bedeutet die Leugnung sämtlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse, manche sprechen sogar von vorsätzlicher Fälschung der naturwissenschaftlichen Befunde. Wo sich Paläontologen und andere Wissenschaftler einig sind, nämlich daß die Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist, sprechen die Kreationisten von einem Alter von ca. 6 000 bis 10 000 Jahren. Ist die Entstehung unseres Planeten ein Produkt eines, mehrerer oder wahrscheinlich einer Abfolge vieler Zufälle, begründen dies die Kreationisten mit jenem einen Gott, welcher die Erde innerhalb von sieben Tagen erschaffen hat. Sahen Darwin und seine Nachfolger in der Entwicklung der Tiere, Pflanzen und schließlich des Menschen einen Prozess natürlicher Auslese, Selektion und vieler Mutationen, von denen sich nur die lebensfähigsten Arten durchsetzen konnten, erkennt der Kreationismus nur Gott als Schöpfer und Erschaffer allen Lebens an.

Hierbei sei am Rande noch bemerkt, daß der vielfach zitierte und oft gebräuchliche Begriff des “Survival of the Fittest”, also jene Lebewesen werden überleben, welche am besten an ihre Umweltbedingungen angepasst sind, nicht von Darwin geprägt wurde, sondern vom Sozialphilosophen Herbert Spencer. Spencer bezog sich dabei auf den Wettbewerb zwischen Individuen innerhalb einer Gesellschschaft, d.h jene Menschen werden zu den Gewinnern zählen, welche sich am besten an die Gegebenheiten ihrer gesellschaftlichen Umwelt anpassen können und auch dementsprechend auf Veränderungen reagieren können (hierzu z.B. Michael Beetz Herbert Spencer und der Evolutionsdiskurs).

Während also die verschiedenen Forschungsbereiche Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge, den Kontinentaldrift als mitverantwortliche Ursache für früheren Klimawandel und damit begründete Eiszeiten und viele weitere Faktoren dafür verantwortlich machen, daß sich das Leben auf der Erde immer wieder neu anpassen musste, sagen die Kreationisten schlicht und einfach, die sintflut hat alles Leben ausgelöscht und einzig und allein der liebe gute Noah von Gottes Gnaden mit seiner lieben Frau und seinen drei Söhnen, welche alle ebenfalls gnädig vom Master of Desaster verschont blieben, und seine Arche hat uns vor dem Desaster des Aussterbens bewahrt.

Da jedoch auch die kreationistischen Anhänger die Zeichen der Zeit erkannt haben, und mögen diese auch nur 6 000 Jahre alt sein, bedienen sie sich des Internets, um ihre Thesen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Was für den Informationssuchenden Wikipedia, ist für den Kreationisten Conservapedia und CreationWiki. Wenn Sie etwa der irrigen Meinung sind, ich muß allerdings gestehen, ich bin und bleibe es, daß Dinosaurier vor zig Millionen Jahren die Erde bevölkerten, lassen Sie sich auf CreationWiki Dinosaur eines Besseren belehren. Kreationisten berufen sich dabei auf das bereits erwähnte Buch Genesis 1 und liefern die passende Erklärung gleich nach. Dinosaurier lebten in trauter Eintracht mit uns Menschen und vielleicht leben sie ja immer noch irgendwo gut versteckt auf irgend einer unbekannten oder noch nicht erforschten Insel, wahrscheinlich gut behütet von King Kong und Godzilla. Aber Fakt ist, zumindest wenn es nach den Kreationisten geht, die Dinosaurier lebten zeitgleich mit Adam und Eva und erst die Sintflut machte ihrem paradiesischen Leben einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Warum? Dinosaurier waren einfach zu groß, als daß sie Platz auf der Arche Noah gehabt hätten. Aber Funde von Dinosaurierknochen, welche noch nicht versteinert sind, können diese These eindeutig beweisen. Und wer jetzt noch gewillt ist, zu erfahren, woher die Kängurus kommen und was eigentlich wichtiger ist, von wem die hüpfenden australischen Beuteltiere denn abstammen, dem empfehle ich den Spiegel Online Artikel Das Lexikon des Herrn.

Doch nicht genug damit. Kreationismus scheint doch etwas mit der anfangs in Frage gestellten Kreativität zu tun haben. Den Siegeszug der Kreationisten unterstützend begleiten soll ein Museum mit dem wohklingenden Namen Creation Museum. Was gibt es dort zu entdecken? Natürlich Adam und Eva! Als elektronische Puppen natürlich. Aber wer tiefgreifende und fundierte Erkenntnisse über 6 000 Jahre Erd- und vor allem bibeltreue Menschheitsgeschichte erlangen möchte, für den sind die 21,95 Dollar für Erwachsene und 11,95 Dollar für Kinder bis zwölf Jahre (Stand 01/2010) sicherlich eine lohnende Investition. Zumindest in dieser Beziehung haben die Kreationisten den Grundsatz “Survival of the Fittest” bestens verstanden und vor allem auch beherzigt.  

Eine mehr als amüsante Geschichte zum Thema Kreationismus habe ich unter dem Titel “Die Schöpfungsgeschichte als Grundpfeiler unseres Glaubens  von Prof. Dr. PC. FC. Karel Juschegin” gefunden.

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