Pack (bitte nicht) die Badehose ein


Heute habe ich für Sie einen absoluten Insider-Tipp parat. Der ist so geheim, daß ich gar nicht weiß, ob ich mein Wissen überhaupt mit Ihnen teilen soll. Natürlich erwarte ich mir von Ihnen auch eine kleine Gegenleistung, aber dazu später. Jetzt will ich erst einmal meinen Köder auslegen, wenn Sie weiterlesen, können Sie sowieso nicht mehr „Nein!“ sagen. Also, ich lasse Sie noch ein paar Sekunden schmoren.

Tatam tatam tatam tatam tam tam tatatattam. Und weil´s so schön war, gleich noch einmal: Tatam tatam tatam tatam tam tam tatatattam. 

So, jetzt habe ich Sie lange genug zappeln lassen, ich glaube, ich habe Sie weichgekocht mit meinem Tatam tatam tatam tatam tam tam tatatattam. Wie schon gesagt, ich habe den Urlaubstipp für Sie, sozusagen brandheiß, brandaktuell und brandgefährlich. Hat alles mit Hitze zu tun ? Soll es auch, schließlich passt es zum folgenden Thema.

Haben Sie vielleicht irgendwann in Erwägung gezogen, eine Kreuzfahrt zu machen? So richtig schön 14 Tage oder wenn Sie wollen, natürlich auch länger relaxen, sich von vorne bis hinten, also vom Bug bis zum Heck verwöhnen lassen, faulenzen von Lee bis Luv, von achtern bis ganz nach vorne braun werden. Dann sind Sie bei mir richtig, denn wenn Ihnen einer mit sensationellen Reiseinformationen dienen kann, bin ich Ihr Mann (siehe als Beweis meiner Kompetenz den Meine-beliebtesten-Reiseziele-Artikel Das Atom vom Strom). Ich habe in Ihnen nun Begehrlichkeiten geweckt? Sie waren bisher der vollkommen falschen Meinung, daß Sommer, Sonne, Sand und Meer in Kombination mit einer Schiffreise nur auf den Malediven, den traumhaften Seychellen, auf Mittelmeer-Kreuzfahrten oder in Form einer Nilkreuzfahrt möglich ist? Weit gefehlt, meine Damen im neckischen Bikini, überhaupt nicht wahr, meine Herren in Bermuda-Shorts!

Wenn Sie so richtig Sonne tanken wollen, wenn Ihnen der Sinn nach knuspriger, brauner und kerngesunder Sonnenbräune steht, wenn Sie für kurze Zeit dem Alltagsstress entfliehen wollen, wenn Sie Kraft tanken wollen für die zukünftige Aufgaben, welche das Leben an Sie stellt, dann bereisen Sie doch die Antarktis. Nur so am Rande: Kerngesund hat genauso wenig mit Atomkern zu tun wie Kraft tanken mit Atomkraft, aber dies wirklich nur am Rande.

Ich habe mich wieder einmal bei den Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) umgeschaut, was es denn so Neues auf unserem Planeten gibt. Dies sind natürlich nicht meine richtigen Kollegen, man sagt dies eben so wie man sagt: „Frohe Weihnachten!“, obwohl man das Christkind am liebsten am Baum aufhängen würde, selbst wenn gar keiner im Wohnzimmer steht, aber dies ist eine andere (Weihnachts)Geschichte.

Meine richtigen Kollegen in meinem richtigen Leben, also fernab der Antarktis und mehr in Wien und Umgebung zuhause heißen z.B. Franz, übrigens liebe Grüße und danke für Deine Kommentare und Deine Treue beim Lesen meiner Artikel, muß auch mal gesagt werden, sonst habe ich meinen letzten Leser verloren und für wen schreibe ich dann überhaupt noch. Also, zurück zum AWI.

Der Leitartikel vom 30. November 2009 lautet: Erster umfassender Bericht über den Klimawandel und die Umwelt in der Antarktis. Nun gut, denke ich mir im kalten Wien, mal schauen, wie es denn so um die Antarktis steht, kälter als hier in Wien kann es dort sicherlich nicht sein. Aber ich sollte (noch nicht) recht behalten ! Der Bericht, welcher vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research – SCAR) erstellt wurde, beinhaltet zehn Punkte. Eine Kernaussage dabei ist etwas auf den ersten Blick völlig Unverständliches und ich habe mir wirklich lange überlegt, ob ich dies auf meinem Blog überhaupt veröffentlichen soll, weil dies wieder Nahrung all jenen gibt, welche den Klimawandel als für zu überzogen dargestellt und zu pessimistisch bewertet halten.

Der erste Punkt der Zusammenfassung der Hauptergebnisse lautet und ich gebe dieses jetzt im deutschen Wortlaut wieder, also ich zitiere aus der deutschen Übersetzung des Berichtes des AWI:

1. Das Ozonloch hat den Großteil der Antarktis in den letzten 30 Jahren vor der globalen Erwärmung geschützt.

Sie haben richtig gelesen. Das durch Verschulden der Menschen entstandene Ozonloch hat einen positiven Effekt auf die Erderwärmung ! Das Ozonloch kühlt den Südpol, paradox, aber wahr. Halt, bevor nun einige glauben, sie könnten dort weitermachen, wo sie noch nicht einmal aufgehört haben, stellen sich leider ein paar unbedeutende Probleme in den Weg. Zum einen wird dieser erfreuliche Tatbestand nicht von allzu langer Dauer sein, da die Antarktis die ganzen Auswirkungen des Klimawandels erst in den nächsten Jahrzehnten zu spüren bekommen wird.

Um aber noch einmal auf dieses Paradoxon zurückzukommen. Als Hauptgrund nennen die Wissenschaftler den Rückgang des stratosphärischen Ozons, welches wiederum den sogenannten antarktischen Polarwirbel verstärkt hat und damit unmittelbar zu einer Veränderung der Wetterverhältnisse beiträgt. Für alle Hobby-Meterologen und Wissbegierigen unter uns bietet die Seite Das Ozonloch über der Antarktis wächst derzeit, trotz Abnahme der FCKWs. Sind die FCKWs doch nicht alleine verantwortlich? perfekte und vor allem auch weiterführende Informationen und Links, besonders im mittleren Teil wird anschaulich und vor allem verständlich erklärt, wie diese Polarwirbel entstehen und funktionieren. Großes Lob und vielen Dank für die vielen hilfreichen Informationen dafür.

Nachdem ich oben den ersten Punkt aus der Forschungsarbeit wiedergegeben habe, soll nicht alles weitere wortwörtlich wiedergegeben werden, sondern für all jene, welche sich selbst tiefer in die Materie einlesen wollen, bietet die folgende PDF-Datei Ein Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses für Antarktisforschung (Scientific Committe on Antarctic Research – SCAR) alle wesentlichen Punkten in einer Zusammenfassung.

So, wir sind wieder einmal aKaiserpinguine (Quelle: http://www.awi.de/fileadmin/user_upload/News/Press_Releases/2009/4._Quartal/0000_Kaiserpinguine01_AWI_w.jpg)m Ende eines Artikels angelangt und ich bitte Sie um Verständnis, daß ich den Klimawandel nur kurz ansprechen kann. Aber da ich noch sehr viele Probleme auf meinem Blog ansprechen und veröffentlichen muß und jeder dieser Berichte umfassende Recherchen erfordert, kann ich einfach nur auf die Probleme aufmerksam machen und darf Sie um ein vielleicht nur kleines Maß an Eigeninitiative beim Stillen des eigenen Wissensdurstes bitten.

Und damit kommen wir zu dem Wunsch bzw. der Bitte, um deren Erfüllung oder zumindest Beachtung ich zu Anfang gebeten hatte. Eines jener Lebewesen, welches (noch) die antarktischen Regionen bevölkert, ist der Kaiserpinguin, ein soziales Lebewesen, welches bisher noch nicht zu den gefährdeten oder bedrohten Vogelarten auf unserem Planeten gehört. Doch je mehr dieses sensible Ökosystem Antarktis gestört wird, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, daß auch der Kaiserpinguin in absehbarer Zeit zu den gefährdeten Arten gehört und auf der Roten Liste der UICN geführt werden muß. Vielleicht haben Sie ja wirklich in absehbarer Zeit vor, eine Reise in die Antarktis zu unternehmen und vielleicht wollen Sie sich auch an der dortigen Tierwelt, welche sich über einen langen Zeitraum an die dortigen unwirtlichen und lebensfeindlichen Bedingungen in geradezu unglaublicher Weise angepasst hat, noch erfreuen.

Dann bitte ich Sie: Nehmen Sie sich viel warme Kleidung mit, am besten nach dem Zwiebelprinzip an- und bei Bedarf auch wieder auskleiden. Bikini und Badehose sind in der Antarktis fehl am Platz, denn die Antarktis muß das bleiben, was sie ist. Eine eiskalte, aber unbeschreiblich schöne Landschaft und Teil dieses wunderbaren Planeten Erde.     


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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