2010


Wie Sie ja bereits wissen, habe ich am 04. Oktober 2009 in 2009 – Ein Rückblick spontan beschlossen, dieses Jahr, welches wir mit 2009 bezeichnen, ad acta zu legen. Nicht, weil ich von 2009 die Nase voll habe, da müsste ich von vielen anderen Dingen (Taxi – Motor an, Motor aus, Es werde Licht, Das Atom vom Strom oder Second-Hand-Spielzeug) schon lange mein Riechorgan zum Jahre 2009, sprich ad acta, legen. Aber, wir haben es in der Schule und selbstverständlich auch anderswo gelernt, nach 2009 kommt wieder etwas und dieses Etwas heißt 2010. Was Ihnen, mir, uns das Jahr 2010 bringen wird, weiß ich natürlich nicht, aber zumindest soll 2010 für einige Arten aus Fauna und Flora ein ganz besonderes Jahr werden.

Ich spreche von der Wahl der Pflanzen und Tiere des Jahres 2010. Wissen Sie eigentlich, wann zum ersten Mal ein Tier des Jahres gewählt wurde ? Die Lösung steht am Ende dieses Artikels, so zwinge ich Sie, weiterzulesen. Und wehe, Sie scrollen jetzt durch den Text und schauen nach, bevor Sie zu Ende gelesen haben ! Eines kann ich Ihnen jedoch leider schon jetzt verraten: Den meisten bedrohten Arten des jeweiligen Jahres hat dieses Zuteilwerden besonderer Aufmerksamkeit nicht wirklich viel genützt (siehe Dem Wendehals hat s nichts gebracht), aber als unverbesserlicher Optimist mache ich trotzdem weiter und Sie auf die Pflanzen und Tiere des Jahres 2010 aufmerksam. Und wenn ich schon dabei bin, dieses Vorstellen der jeweiligen Pflanzen und Tiere geht 2011 weiter, und 2012 ebenso und dann natürlich 2013. Ach nein, 2013 ist ja bereits die Welt untergegangen, zumindest wenn es nach diesem amerikanischen Katastrophenfilm von Roland Emmerich geht. Da aber jedes Jahr zig Katastrophenfilme in Hollywood produziert werden und dies meine ich jetzt nicht unbedingt nur auf die Handlung bezogen, bin ich der festen Überzeugung, daß ich auch 2013 über die Pflanzen und Tiere des Jahres 2013 schreiben werde. Aber bis dahin haben wir und wohl auch Roland Emmerich noch etwas Zeit, uns neue Horrorszenarien auszumalen, kommen wir also in unser Jetzt und Heute zurück, wir leben schließlich mit genügend Katastrophen, da mag Hollywood noch das geringste Übel sein.

Also, ich habe Ihnen bereits die Wegwarte als Blume des Jahres 2009 vorgestellt, wer aber tritt in ihre Fußstapfen ? Die Blume des Jahres 2010 hat im wahrsten Sinne blaues Blut, zumindest wenn man Blut von Blüte ableitet. Die Blume des Jahres 2010 heißt Sibirische Schwertlilie und auch wenn ihr Name mehr an die kalte Tundra des asiatischen Teils von Russlands erinnert, so ist die Sibirische Schwertlilie auch in unseren Breitengraden beheimatet. Zumindest steht sie noch in vielen Gärten als beliebte Zierpflanze mit ihren im Mai und Juni violett-blauen Blüten, da viele Lilien-Arten in Europa bereits seit mehreren Jahrhunderten kultiviert und gezüchtet werden. Doch wie viele Pflanzen ihrer Art, welche feuchte Wiesen, Niedermoore und die Ränder von Wasserläufen als natürlichen Lebensraum benötigen, machen eben diese Trockenlegungen vielerorts die Sibirische Schwertlilie zu einer Rarität unter den wildlebenden Blumen. Auch wenn Ihnen diese Lilienart bekannt vorkommen mag, handelt es sich in den meisten Fällen nur um gezüchtete Arten, welche sozusagen aus den heimischen Gärten geflüchtet sind. Mehr zur Blume des Jahres 2010, der Sibirischen Schwertlilie unter Edler Blaublü(h)tler.

Sie wollen mehr zur Natur des Jahres 2010 wissen ? Sie sind der Meinung, Ameisenlöwen brüllen und fressen Fleisch. Naja, beim Brüllen muß das Insekt des Jahres 2010 noch etwas üben, aber das mit dem Fleisch klappt schon ganz ordentlich. Und da bereits Billy the Kid und die Daltons als gefährlich eingestuft wurden und oft in der Versenkung verschwinden mussten, die Larven der Ameisenjungfern, eben die Ameisenlöwen, machen dies allerdings freiwillig, soll es auch im Falle des Insekts des Jahres 2010 am Steckbrief Ameisenlöwe nicht scheitern.

Und wenn wir schon dabei sind, über die finsteren Gesellen des Tierreichs zu sprechen, ja dann darf das Tier des Jahres 2010 nicht fehlen. Mit seinen schwarzen Streifen über den Augen schaut der nachtaktive Allesfresser aus wie ein tierischer Bankräuber, aber der knapp ein Meter lange Räuber macht es sich lieber in ewig langen Tunneln unter der Erde im Schoße seiner Familie gemütlich als sich vom Menschen jagen zu lassen. Sie wissen nicht, von welcher Marderart ich spreche und folgedessen wer das Tier des Jahres 2010 ist. Nun, dem kann abgeholfen werden: Das Tier des Jahres 2010 ist der Grimbart ! Immer noch keine Idee, wer denn nun mit diesem im wahrsten Sinne fabulösen Namen Grimbart gemeint sein kann ?

Ich könnte Sie jetzt wieder einmal mit Johann Wolfgang von Goethe martern, in unserem Falle suchen wir schließlich einen Marder. Wer vielleicht die Muse hat, das Epos Reineke Fuchs, welches in 12 Gesänge unterteilt ist, zu lesen, den will ich beileibe nicht daran hindern. Denn dort werden Sie bereits im ersten Gesang am Ende der ersten Strophe erfahren, wessen einziger Fürsprecher auf Seiten des Fuchses steht und wem der Titel Tier des Jahres 2010 gebührt. Aber all jene, denen die Zeit davonläuft, möchte ich nun doch nicht über Gebühr strapazieren und verweise auf den Link Schwarz maskierter Regenwurm-Jäger.

Es gäbe noch viel zu erzählen über die Natur des Jahres 2010, einen Unmenge könnte ich Ihnen mitteilen zur Heilpflanze des Jahres 2010, der Gewürznelke. Ich könnte Ihnen wahre Geschichten über kleine Drachen erzählen. Wenn Sie wüssten, daß die Schleiereule gar nicht fliegen kann, sondern der Pilz des Jahres 2010 ist. Ja, es wäre noch so vieles berichtenswert, aber auch meine Zeit vergeht wie im Fluge und deshalb verweise ich Sie jetzt auf die Jahreswesen des Jahres 2010. Halt, ein Versprechen muß ich zum Schluß einlösen, schließlich haben Sie bis zum Ende diesen Artikels durchgehalten.           

Auflösung der Frage: Zum ersten Mal wurde vom NABU der Wanderfalke als Vogel des Jahres 1971 gekürt. Im Laufe der Jahre schlossen sich immer mehr Naturschutzorganisationen dieser Wahl der Natur des Jahres an. So wurde 1980 der Lungen-Enzian zur Blume des Jahres 1980 ernannt, die erste Nutztierrasse war 1984 das Kärnter Brillenschaf und im selben Jahr wurde die Bachschmerle als Fisch des Jahres gewürdigt.

  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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