Die Hummel, ein aerodynamisches Wunder 1


Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Hummeln können fliegen ! Ja, ich spreche tatsächlich von diesen kleinen, pelzigen, häufig gelb-schwarz gestreiften Luft-Mopeds, welche uns schon zeitig im Jahr auf der Suche nach den ersten Blüten begegnen. Sie wissen schon, sie schauen aus wie Bienen, klingen wie Propellermaschinen aus dem Legoland und benehmen sich wie Menschen, d.h. sie bauen Staaten, die Frauen arbeiten und die Männer, also die Drohnen, wärmen gelegentlich die Eier. Also nicht was Sie jetzt schon wieder denken, natürlich die Eier, welche den Nachwuchs bilden.

So, Sie werden jetzt sagen: Und wo steckt der tiefere Sinn der ganzen Geschichte ? Naja, wie schon gesagt, ich habe Hummeln fliegen gesehen. Aha, und weiter ? Ja begreifen Sie denn nicht, welch anatomisches und aerodynamisches Wunder die Hummel ist ! Die Hummel dürfte überhaupt nicht fliegen. Luftfahrttechnisch gesehen hat die Hummel nicht die geringste Chance, sich in die Lüfte zu erheben und auch dort zu bleiben. Fragen Sie doch einmal einen Aerodynamiker, was Ihnen der zur Bauweise der Hummel erzählen wird.

Also, fangen wir doch bei der Hummel einfach selbst an und vermessen dieses possierliche Tierchen. Der gelb-schwarze Brummer bringt es bei einer Flügelfläche von 0,7 cm² auf ein Körpergewicht von etwa 1,2 Gramm. Dies bedeutet, die Hummel ist entweder übergewichtig oder untergroß, auf jeden Fall aber hat sie eindeutig ein vollkommen falsches Verhältnis von Körpergewicht zu Flügelvolumen, um sich in die Lüfte erheben zu können. Sagt natürlich wer ? Richtig, sagt natürlich wieder einmal der Mensch. Und was sagen wir sonst noch über den kleinen fliegenden Pelz. „Nach den Gesetzen der Aerodynamik dürfte die Hummel gar nicht fliegen können. Aber die Hummel weiß das nicht und fliegt eben einfach !“. Punkt, aus, Ende.

Hummel

Warum Hummeln fliegen können.

Nein, so ganz einfach ist es eben nicht, zumindest glaubt dies der Mensch. Aber wie wir sehen, es ist doch relativ simpel, auch wenn sich die Natur wieder einmal weit komplexerer Mechanismen und ausgeklügelterer Techniken bedient als sich der Mensch dies vorstellen kann. Einige sogenannte Management-Trainer, andere nennen diesen Berufszweig Motivations-Trainer, nahmen sich das Beispiel der Hummel zum Vorbild und erklärten dementsprechend vollmundig: „Man kann auch Unmögliches erreichen, wenn man nicht akzeptiert, daß es unmöglich ist !“.

Was für ein menschlicher Schwachsinn. Es wäre vielmehr angebracht, sich zu überlegen, warum viele Lebewesen aus ihren Ressourcen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wesentlich mehr herausholen als der Mensch, inklusive sämtlicher Motivationskünstler. Aber mit der uns angeborenen Ignoranz lebt es sich immer noch einfacher und wesentlich bequemer als mit einem gewissen Maß an Akzeptanz gegenüber Lebewesen, deren Leistungen für uns nicht erklärbar sind. Und kaum daß wir sie erklären können, ja dann müssen wir sie auch schon übertreffen, koste es was es wolle.

Wenn Ihnen also wieder einmal solch ein übergewichtiger, fetter, kleiner Brummer die Vorfahrt nimmt, denken Sie vielleicht daran, daß er gar nicht fliegen dürfte. Und wenn er es dennoch tut, drücken Sie doch ein Auge zu und wünschen ihm eine gute Reise. So schließe ich wieder einmal mit Rainer Maria Rilke, den einige von Ihnen bereits aus Der Panther kennen.

Die kleinen Dinge 

Die meisten Menschen
wissen gar nicht, wie schön die Welt ist
und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen,
in irgendeiner Blume, einem Stein,
einer Baumrinde oder
einem Birkenblatt sich offenbart.
Die erwachsenen Menschen,
die Geschäfte und Sorgen haben
und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,
verlieren allmählich ganz den Blick
für diese Reichtümer,…

 

Weitere lesenswerte Seiten zum Thema: Physik in der Aerodynamik, Bienen können fliegenbombus.de…Die Hummel-Seiten,           



Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen