Biosphären – Garten Eden nouveau


Aus mir unerfindlichen Gründen bin ich wieder einmal gestolpert, also rein metaphorisch gesprochen. Es ist natürlich bildlich gesprochen, Sie wissen schon, wenn ich sage, ich bin ein Wüstenschiff, werden Sie sich denken, so ein Kamel und glücklicherweise haben beide Parteien recht. Und so ist es auch mit meiner metaphorischen Stolperei, wenn ich stolpere, bin ich nicht gestolpert, sondern ich bin auf etwas Interessantes aus scheinbar wahllos zusammengewürfelten Buchstaben gestossen, umgangssprachlich wird solch ein Konstrukt auch als Buch oder als neudeutsch e-book bezeichnet, je nachdem, in welcher Form diese Buchstabenketten vorliegt.

Meine heutige geistige Stolperfalle trägt den vielversprechenden Titel „Sevilla-Strategie„. Jetzt muß ich alle Fußballbegeisterten unter Ihnen bremsen, es handelt sich nicht um ein neues taktisches System des FC Sevilla, Sie wissen schon, einer dieser Konkurrenten dieser Außerirdischen, nein Überirdischen, oder waren es diese Galaktischen, Sie wissen, diese spanische Großbank, welche sich einen Spielball für 93 Millionen namens Christiano Ronaldo hält. Entschuldigung, meine Frau sagt mir gerade, das ist keine Großbank, sondern ein Fußballverein namens Real Madrid, aber das mit dem Spielball lasse ich jetzt einfach so stehen, denn die Sklaverei wurde meines Wissens schon lange abgeschafft, ergo kann dieser junge Mensch kein Sklave sein, sondern er spielt eben mit einem Ball, also ist er für mich auch ein Spielball, aber lassen wir das.

Aber nicht genug, die Sevilla-Strategie ist auch keine neue Eröffnung in der wohlgeordneten Mikro-Welt Schach, wer also gerne in den Kategorien schwarz-weißer zweidimensionaler Quadraturen denkt, auch diesen Leser muß ich vor den Kopf stossen, wieder einmal rein metaphorisch gedacht, aber leider hat die Sevilla-Strategie nichts mit Königsindisch, Damengambit oder der Benoni-Verteidigung zu tun.

1995 wurde in Sevilla eine Expertenkonferenz einberufen, welche die Ausarbeitung eines Papieres zum Ziel hatte, das Streben der Menschheit nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung in Einklang mit dem Schutz unserer biologischen Artenvielfalt zu bringen. Oder etwas weniger höflich gesagt: Wie können wir die Natur vor dem Menschen schützen, aber gleichzeitig den Menschen in diese kulturellen, ökologischen, wirtschaftlichen  und landschaftlichen Subsysteme integrieren ? Ein sinnvoller von der UNESCO bereits 1970 gedachter Ansatz dabei war die Errichtung sogenannter Biosphären-Reservate, deren grenzübergreifende Leitlinien eben 1995 in Sevilla ausgearbeitet wurden. Diese MAB-Programme, Man and Biosphere (Der Mensch und die Biosphäre), sind dabei regional begrenzte Gebiete, welche im Idealfall Meeres-, Küsten- und terrestrische Ökosysteme miteinander vereinen, um sowohl natürliche Interdependenzen der spezifischen Arten zu erhalten und wiederzubeleben als auch künstlich geschaffene Dependenzen und Beziehungen zwischen Natur und Mensch auf einer vernünftigen Ebene zu regulieren und für alle Partner einvernehmlich zu regeln.

Die Einführung dieser sogenannten Biosphären-Reservate erinnert mich in irgendeiner Weise an das 1999 verfilmte und titelgebenden James-Bond-Abenteuer „Die Welt ist nicht genug“. Aber wenn das Zusammenleben von Mensch und Natur nur noch anhand von Restriktionen, Richtlinien und Bestimmungen funktioniert, freue ich mich wenigstens an jeder erfolgreichen Fortsetzung. Und zu guter Letzt, wer sich noch ausführlicher mit dem UNESCO-Programm beschäftigen möchte, den schicke ich jetzt auf die Seite UNESCO-Biosphärenreservate. Und allen anderen wünsche ich eine „Gute Nacht“, also rein metaphorisch gesprochen und denken wir alle nicht nur in schwarz-weißen Kategorien, etwas Grün hat noch keinem geschadet, und dies meine ich jetzt nicht metaphorisch.

        


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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