Paradiesische Zustände
Wenn ich es recht bedenke, geschieht es unserer Fauna und Flora ganz recht ! Dieser vollkommene Blödsinn mit dem Umweltschutz muß jetzt einfach ein Ende haben. Dieser Schwachsinn mit dem Schutz bedrohter oder sogar kurz vor und vielfach schon nach vom Aussterben stehender Tierarten kann so nicht weitergehen.
Wie Sie ja bereits wissen, bin ich ein tief religiöser Mensch. Naja, zumindest war ich es einmal, also vielleicht nicht auf längere Sicht, aber immerhin kurzfristig, sehr kurzfristig. Dieses Bekenntnis meiner Hochachtung für die Kirche können Sie aber auch gerne unter http://weblog.bio-natur.at/2009/10/06/franzvonassisikirchevatikan/ selbst nachlesen. Also, ganz ehrlich, wir könnten es noch so schön haben. Alle miteinander könnten wir im Paradies leben, glücklich bis an unser irdisches Leben Ende. Keiner von uns müsste Lotto spielen, Sozialhilfe wäre ein Privileg derjenigen, die sich einmal so richtig schlecht fühlen möchten, die Armutsgrenze wäre ein fiktives Konstrukt, sozusagen der Bunjeesprung für den an Langeweile leidenden Adam. Die an Lethargie vor sich hin siechende Eva dürfte zweimal im Jahr eine kleine Autobombe zünden, selbstredend ohne Tote oder Verletzte, schließlich befinden wir uns in der Ursuppe paradiesischen Zusammenlebens.
Es gibt jedoch eben dieses kleine Problem: Wir befinden uns in einem Wäre-Hätte-Sollte-Paradies. Also in einem Paradies des Konjunktivs, einem unerfüllbaren Wünsch-Dir-was der Neuzeit. Und wer ist schuld an dieser ganzen Misere ? Wer hat uns da reingeritten ? Wem haben wir zu verdanken, daß wir jedes Wochenende zwanghaft Lotto spielen müssen mit dieser idiotischen Idee, daß nur sechs Richtige halbwegs den uns zustehenden Lebensstandard verheißen ? Ich sage Ihnen was, im Paradies hätte jeder schon mit einer richtigen Zahl ausgesorgt gehabt, ach was sage ich, mit gar keiner Zahl.
Aber nein, es gab Neider. Bösartige Wesen, welche uns diesen Erfolg einfach nicht gegönnt haben. Ein einziger Baum, wahrscheinlich sowieso ungespritzt, also ohne diese herrlichen Pestizide, ein einziger Apfel, ich bin mir sicher, wurmstichig, weil ja ungespritzt, haben genügt, den Schranken herunterzulassen, das Tor zuzumachen, den Schlüssel umzudrehen. Und dann diese Schlange dazu. Bei dieser Art Lebewesen sehe ich schon auf den ersten Blick: So was kann einfach nur kriechen, hat nicht einmal den Anstand, dem Menschen auf zwei Füßen in die Augen zu schauen. Nein, nein, alles außer dem Menschen gehört ausgerottet.
Wenn ich schon an Äpfel denke ! Hängen faul irgendwo in der Sonne herum, arbeiten den ganzen Tag nichts und lassen sich auch noch tragen. Und dann dieses schleimige Wesen, diese Schlange, ein Kaltblüter, typisch, muß sich wie der Apfel erst mal stundenlang faul in die Sonne legen, um überhaupt irgendwas leisten zu können. Ich verstehe all diejenigen, welche zum Entschluss gekommen sind, daß nur eine Erde ohne Bäume, naturnahe Wiesen und wilde Tiere ein guter Planet ist. Wer will schon mit sowas unter einem Dach leben ? Ich sicherlich nicht. Aber trotzdem bin ich froh, daß es den Apfel und die Schlange gab, welche uns aus dem Paradies vertrieben haben. Stellen Sie sich einmal vor, wir hätten keine Schuldigen gefunden. Dann müssten wir zugeben, daß wir für unseren heutigen Ist-Zustand selbst verantwortlich sind. Und wer will schon Verantwortung übernehmen.
So, jetzt muß ich aber aufhören, mir fällt ein, ich habe noch nicht Lotto gespielt. Und ich habe das Gefühl, dieses Mal kommen meine sechs richtigen Zahlen. Und dann kaufe ich ein neues Paradies. Aber nicht für uns, sondern für all die Äpfel, Schlangen, Würmer und Bäume und was da sonst noch kreucht und fleucht. Wäre gut möglich, daß die mit unserer Erbsünde gar nichts zu tun haben wollen.



