Geschichte 2


Seltsam, dachte ich mir wieder einmal unlängst. Das schöne Sprichwort „Die Geschichte wiederholt sich“ hat doch mehr Wahrheitsgehalt als wir gemeinhin annehmen. Oder wie es der französische Schriftsteller Henry de Montherlant so treffend umschreibt: „Die Geschichte ? Das gleiche Stück mit unterschiedlichen Rollenbesetzung.“ (zu finden in: Tagebücher 1930-1944, Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1961, S.168).

Diese Erkenntnis alleine hat mich jetzt nicht zum Nachdenken gebracht, wobei das auch schon genügt hätte, um zu hinterfragen, ob die Menschheit ihr langes Geschichtsbuch nicht schon nach dem ersten Kapitel hätte ins Eck stellen können, schließlich kommt ja nichts mehr Neues nach. Es hätte doch a la longue genügt, wenn nach dem Prolog ein unbekannter Chronist, nennen wir ihn der Einfachheit halber Geschichtenerzähler Ohne Terrestrische Thronfolger, oder kurz GOTT, einfach nach seinem Erstlingswerk den Vermerk „Ab jetzt kommt nichts Neues mehr“ angefügt. Vielleicht noch ein kurzer Aktenvermerk in der Art von „Wegen Langeweile keine Neuauflage“ des kongenialen Konkurrenzverlages Terrestrisches Endstadium Und Folgedessen Endgültiges Lesevergnügen, im folgenden als TEUFEL bezeichnet.

Jetzt wissen Sie, ja genau Sie, Sie kleine Leseratte, warum es auch heißt: „Der TEUFEL steckt im Detail ! Denn genau dieses kleine Detail ist es, dieser Aktenvermerk, diese unscheinbare Randnotiz, hingeschmiert mit einer geradezu unleserlichen Schrift, so als hätte ein Arzt ein Rezept für oder gegen Herzrhythmusstörungen aufgeschrieben, je nach dem, mit welchem Verlag man gerade liebäugelt. Der Buchdrucker GOTT hätte natürlich etwas gegen die besagten Störungen aufgeschrieben, wäre da nicht dieses kleine Detail, ganz hinterlistig und vollkommen unscheinbar nachträglich angefügt worden, verschreiben wir doch lieber ein Medikament für die Störungen, je störender, um so besser.

Und da kommen wir endlich zu dem, was in der Überschrift geschrieben steht, wir kommen zur Geschichte, unserer ganz persönlichen, unserer universellen, unserer allgemeinen, völlig absurden Menschheitsgeschichte, welche sich immer und immer in schöner Regelmäßigkeit wiederholt. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, ein gutes Buch ein zweites Mal oder einen schönen Film auch ein drittes Mal anzuschauen respektive zu lesen. Schließlich fallen einem, zumindest geht es mir so, oftmals gewisse Randfiguren, bestimmte Sätze erst bei einer gründlichen Betrachtung auf, welche bei einmaligem Genuss untergegangen wären. Das heißt, Wiederholungen sind ein probates Mittel, um zu lernen, um zu verstehen und um zu erkennen.

Warum gilt dieses aber nicht auch für unsere Menschheitsgeschichte ? Warum wiederholen wir in schöner Regelmäßigkeit gerade die Dinge, von denen wir glaubten und auch immer wieder davon sprachen und sprechen: Daߠmuß jetzt aber nicht noch einmal geschehen. Warum gab, gibt es und wird es immer wieder des Teufels Generäle geben ? Sie kennen das Stück „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayr ? Wenn ja, vielleicht wieder einmal lesenswert, wenn nein, dann ganz bestimmt lesenswert.

Wir sagen immer und immer wieder: Die Geschichte darf sich nicht wiederholen ! Welcher Teil der Geschichte denn ? Manchmal denke ich, die Passagen, in denen von Menschlichkeit und Toleranz die Rede war, sind ersatzlos gestrichen worden, die dürfen sich scheinbar nicht mehr wiederholen. Aber die Generäle des Teufels stehen immer wieder auf, werden jeden Tag zu neuem Leben erweckt, dürfen ihr eigenes Programm spielen, so oft und so viel sie wollen, je mehr Wiederholungen, desto besser. Manchmal glaube ich wirklich, nach Kapitel 1 hätte Schluß sein sollen. Aber auch ich bin auf eine bestimmte Art auch nur ein Wiederholungstäter, denn ich wiederhole mich jetzt, wenn ich sage: Generäle sollten zum Teufel gehen. Nicht alle, aber eben derer viele haben den Krieg zu ihrem Lebensinhalt gemacht. Aber wie schon gesagt, der Teufel steckt im Detail. Und der größte Teufel unserer Geschichte steckte im militärischen Gewand eines Gefreiten. Vielleicht hätten die damaligen Verantwortlichen Adolf Hitler gleich zum General ernennen sollen. Warum ? Dann hätte ihn der Teufel wirklich früher geholt !


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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2 Gedanken zu “Geschichte

  • ani

    Sehr interessanten Artikel ist das!Ich lese immer deinen Blog mit großem Interesse!Ich danke Dir sehr für die tolle Tipps! Wünsche viel viel Spaß und Erfolg beim Bloggen! 😉 LG, Ani 🙂

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Ich danke herzlichst für die Blumen, die Du mir streust. Und wie Du in der richtigen Reihenfolge schon schreibst: Erst kommt bei mir der Spaß, der Erfolg stellt sich (oder auch nicht) irgendwann automatisch ein. Wobei, gerade der eben zur Diskussion stehende Artikel natürlich nicht sehr spassig ist, aber wenn ich jeden Tag die Nachrichten verfolge, könnte man sehr wohl glauben, daß viele Menschen ihren Spaß und eine wohldosierte Freude an Kriegen haben. Aber die Unbelehrbarkeit des Menschen ist wohl eine seiner hervorragenden Eienschaften.