Geld verdienen mit Gevatter Tod 1



Wenn es eine wirkliche Geldmaschine gibt, dann wohl nur die namens Tod. Mit dem Tod, am besten mit dem eigenen, läßt sich auf einfachste, unkomplizierteste und wohl müheloseste Weise Geld verdienen, nachhaltig und ein Leben lang. Nicht das eigene Leben lang, schließlich haben wir dieses zugunsten uneingeschränkter Einkommensmöglichkeiten geopfert, denn ein gewisses Opfer müssen wir selbstverständlich bringen, aber wie heißt es so schön: Nicht einmal der Tod ist umsonst, denn der kostet das Leben.

Was bringt mich aber nun auf solch ein destruktives Gedankengut, zumindest wenn es um die allgemeingültige Meinung der am Leben Hängenden geht ? Ich will mich keinesfalls mit fremden Lorbeeren schmücken, aber Auslöser dieses Gedankenganges war der nun nicht mehr unter den Leben weilende King of Pop mit Namen Michael Jackson, welcher von Gevatter Tod freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert wurde, durch die Pforten seines Hauses zu treten. Naja, ob der Sensenmann eine freundliche Art hat, wird wohl jeder von uns selbst entscheiden müssen, spätestens dann, wenn es an uns ist, selbst über die Schwelle seines Hauses zu treten.

Eines ist aber unbestritten. Je kleiner das Lebenslicht von Michael Jackson brannte, desto größer strahlten seine Erfolge. Und da Erfolg in unserer heutigen Gesellschaft hauptsächlich nach monetären Gesichtspunkten gemessen wird, hat sich Michael Jackson selig mittlerweile zu einem Kernreaktor außer Kontrolle entwickelt. Liebe Lesergemeinde, Sie dürfen sich das Verlöschen des King-of-Pop-Lebenslichtes jetzt nicht als einen langsamen Prozess vorstellen, nein es ist wie dieses „Der Letzte macht das Licht aus !“ und in dem Fall war eben Michael Jackson derjenige welcher. Doch auch diese Lorbeeren mit dem Lebenslicht kann ich mir nicht unbescholten auf mein kahlköpfiges Haupt setzen, die Assoziation der Geldmaschine Michael Jackson und Gevatter Tod habe ich durch die Gebrüder Grimm gefunden. Vielleicht kennt noch die Eine oder der Andere, es müsste sich dabei allerdings schon um etwas ältere Leser handeln, denn wer liest denn noch heutzutage und Märchen sind etwas im heutigen Alltag, welche hauptsächlich in Politik und Hochfinanz zum Besten gegeben werden. Gevatter Tod ist solch ein Kleinod, geschrieben von den Gebrüdern Grimm. Nein, liebe Leserschaft der Generation neu und ganz neu, es handelt sich dabei weder um eine Boygroup aus dem Musikbusiness, auch wenn wir gerade über Michael Jackson sprechen, noch sind die Gebrüder Grimm Vertreter der sogenannten Molekularküche. Sie wissen schon, Köche, denen das Leben ganz furchbar übel mitgespielt hat, eigentlich wollten diese Menschen Biochemiker oder Astrophysiker werden, aber die Studiengebühren waren einfach zu hoch, also blieb nur noch der Weg in die Küche.

So, jetzt bin aber wieder einmal gehörig vom Thema abgekommen, wir haben vor lauter essbaren Molekülen völlig den Zeitpunkt verpasst, als der King of Pop plötzlich im Finsteren stand, nicht er persönlich, aber eben seine irdische Hülle oder das, was nach seinen unzähligen Operationen zum Wohle der Schönheit noch übrig geblieben ist. Da standen sie nun, der tote King, der glückliche Gevatter und das rauchende Lebenslicht vom ehemals lebenden King. Und jetzt greifen endlich die Mechanismen der Propaganda Geldmaschine.

Also, ich stelle mir das einmal so vor. Dazu muß ich aber noch einmal zurückkommen auf die Gebrüder Grimm und das Märchen vom Gevatter Tod. Dort suchte ein hoffnungslos überforderter Vater, der bereit stolzer Erzeuger von zwölf Kindern war, für das dreizehntes Produkt seiner Lenden einen Paten, einen Gevatter. Zuerst lief ihm der liebe Gott über den Weg, den wollte er aber nicht, da der Vater der nicht einmal von der Hand zu weisenden Meinung war, dieser bevorzuge die Reichen, anstatt den Armen unter die Arme zu greifen. Übertragen auf Michael Jackson wäre jetzt denkbar, daß dieser zum lieben Gott gesagt hat: „Dich nehme ich sicher nicht, denn Du hast mich dunkelweiß anstatt reinweiߠin die Welt geschickt !“ Dann begegnete Klein-Michael dem Teufel, doch wiederum schlug er das Angebot der Patenschaft aus, dieses Mal mit der Begründung, der Teufel lüge und betrüge. Der King of Pop hatte also einen Boxpromoter kennengelernt, der wahrscheinlich T. Eufel hieß. Da aber bekanntlich aller guten Dinge drei sind, war diese dritte Begegnung diejenige mit dem Gevatter Tod. Zähe Verhandlungen, ein Hin und Her, Paragraphen-Reiterei, endlose Ablösegespräche und dann endlich das Argument, mit welchem der Sensenmann punkten konnte, welches da lautete: „Ich mache alle Menschen gleich. Ich kenne keine Unterschiede !“ Das gefiel dem King of Pop und er unterschrieb den Vertrag. Und damit Michael Jackson sah, daß es dem Tod ernst war mit seiner Aussage, gab er ihm das Versprechen, ihn genauso berühmt zu machen wie den King of Rock, also Elvis Presley. Aber natürlich erst nach seinem Tod und wie gesagt, der kostet eben das Leben. Aber die Lebenden verdienen jetzt wenigstens so richtig Geld, mit Michael und selbstverständlich immer noch mit Elvis. Und wenn sie (noch) nicht gestorben sind, dann streiten sie noch heute. Über Tantiemen, Wiederverkaufsrechte, Wiederverwertungsrechte und weiß der Teufel über was alles. Ach nein, der ist ja im Boxgeschäft.           


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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