Bio Natur - Der Weblog

16.9.2009

Jugendliebe, die Liebe ohne Zukunft

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 22:47


Nein, liebe Leser, der Titel klingt weit pessimistischer als die nun folgenden Zeilen. Und doch ist die Jugendliebe in den meisten Fällen eine Liebe ohne Zukunft, zumindest wenn sich Jugendliche überhaupt Gedanken über die Zukunft machen. Ich war auf jeden Fall einer dieser Jugendlichen, wichtig ist nur das Hier und Heute. Eine Jugendliebe hat fast immer ein Ablaufdatum, haltbar bis…. Und doch erinnert sich fast jeder Mensch irgendwann, in meinem Fall jetzt gerade, an diese erste, einzige, große, immer währende, ewige Treue schwörende Liebe zurück. Meist genau dann, wenn der Zeitpunkt überhaupt nicht passt, schleicht sie sich in unsere Gedanken, lange schon vorbei, lange schon unter unzähligen Liebeleien und weiteren großen Lieben begraben läßt sich diese sogenannte Jugendliebe nicht begraben, nicht vergessen und schon gar nicht aus unserem Gehirn löschen.

Was macht aber das Phänomen Jugendliebe überhaupt so einzigartig, dass sie sich auf ewig und immer in unserem Unterbewußtsein eingräbt ? Warum können wir diese jugendliche Dummheit, diesen bereits lange gebrochenen Treueschwur, diese mit vielen Tränen und dem ersten Trennungsschmerz verbundene Erfahrung des Heranwachsenden nicht einfach wie so viele Dingen einfach ad acta legen und unter dem Sand des Vergessens begraben ? Wo liegt der tiefere Sinn, sich mit einem menschlichen Wesen gedanklich immer wieder zu beschäftigen, welchem ich und welches mir immerwährende Treue schwor, obwohl schon dieser Mensch in vielen Fällen seit langer Zeit aus unserem Gesichtsfeld verschwunden ist ?

Meine Jugendliebe liegt nun bereits fast 30 Jahre zurück, ich habe danach viele andere Menschen kennengelernt, viele Erfahrungen gemacht, viele weiteren Dummheiten gemacht und noch mehr Menschen und Gesichter wieder aus meinem Blickfeld und Gedächtnis verloren, gestrichen oder ganz einfach aus den Augen verloren. Aber diese erste Liebe, diese Jugendliebe war von elementarer Bedeutung für meine heutige gefestigte, verfestigte und in sich ruhende Ehe mit der besten Ehefrau der Welt. Ich bin meiner Jugendliebe dankbar, denn sie war der Anbeginn eines langen Lern- und Selbstfindungsprozesses, der Beginn einer langen Zeit freud- und leidvollerErfahrungen. Die Jugendliebe war aber auch der Start in die Welt der Erwachsenen, das Auseinandersetzen mit Funktionalitäten, wie sie zu jeder Partnerschaft gehören.

Keine Frage, für mich war diese erste tränenreiche, glückselige und doch nur sehr kurze Episode der Jugendliebe das Fundament für meine heutige Ehe. Also sage ich danke liebe, äh, naja manchmal vergesse ich doch schon mehr als mir lieb ist. Aber auf jeden Fall trotzdem wie auch immer du heisst, es war eine schöne Erfahrung, naja, zumindest glaube ich dies.          

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