Lieblingsplatz

Die Terrasse – Begrenzter Raum für unbegrenzt blühende Phantasie

Braucht jeder Mensch seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz ? Ich glaube schon, ich denke: Ja ! Denn wenn wir uns schon jeden Tag gegenseitig “fertigmachen”, sei es in der immer härter werdenden Arbeitswelt, in welcher das Gebot Geld verdienen oberste Priorität hat, im teilweise immer brutaleren Dschungel der Großstadt oder auch durch die fehlenden Grünzonen unserer Umwelt, welche zugunsten von Stahlbeton und riesigen verspiegelten Fassaden weichen müssen.

Wo aber sind diese sagenumwobenen Lieblingsplätze der Spezies Homo sapiens? Sie sind überall, es gibt so viele Lieblingsplätze wieMein Lieblingsplatz, die eigene Terrasse Menschen auf diesem Planeten namens Erde leben. Und mittlerweile leben knapp 7 Milliarden dieser Gattung auf dem Erdball, zumindest wenn wir uns an die allgegenwärtigen Statistiken halten. Da gibt es natürlich die verschiedensten Ansichten, jetzt wird es übrigens ein bißchen Wienerisch. Manche dieser Erdenbürger verbringen ihre Zeit am liebsten beim Wirten oder beim Würstelstand, eine typische Freizeitbeschäftigung des österreichischen Hauptstadtbewohners. Und im Sommer dementsprechend im Schanigarten oder im Gastgarten. Ein Gastgarten ist ein Biergarten, also das “Freigehege” einer Gaststätte, während ein Schanigarten auf öffentlichem Grund steht, in vielen Fällen Tische und Sessel vor einem Kaffeehaus.

Und wer sich in Wien nicht sicher ist, wann die Uhren von der Winter- auf die Sommerzeit umgestellt werden, ein simples Prinzip, das sogenannte Schanigarten-Prinzip, hilft uns: Wenn der Schanigarten vor dem Kaffeehaus aufgebaut wird, beginnt die Sommerzeit. Und wenn wir sehen, dass Tische und Sessel wieder weggeräumt werden, ist es höchste Zeit, die Uhren wieder um eine Stunde vorzustellen. Oder war es um eine Stunde zurück ? Sei´s drum, auf meinem ganz persönlichen Lieblingsplatz vergeht die Zeit sowieso viel zu schnell. Und in Wien gehen die Uhren überhaupt ganz anders, eigentlich immer viel langsamer als an anderen Orten dieser Welt. Nur wenn es um´s Raunzen geht, da ist der Wiener der Allerschnellste, da heißt es von 0 auf 100 in Sekundenschnelle, so schnell kann sich der Sekunderzeiger gar nicht weiterdrehen.

Ach, Sie wissen gar nicht, was “raunzen” heißt? Macht nichts, spätestens wenn Sie sich auf die Suche nach den Lieblingsplätzen der Wiener begeben, wenn Sie sich also auf den Wiener Zentralfriedhof begeben, denn das ist einmal auf alle Fälle DER Lieblingsplatz der Wienerinnen, ja spätestens dann werden Sie rauzende Wiener kennenlernen. Und wenn Sie so mutig sind, nach dem Weg dorthin zu fragen, am besten natürlich einen unschuldig dreinblickenden Menschen dieser wunderbaren Stadt, dann wissen Sie wirklich, was Raunzen heißt. Übrigens, auf dem Zentralfriedhof raunzen sogar die Toten, im Sommer, weil es ihnen zu heiß ist, im Winter, weil es zu kalt ist und das restliche Jahr über, weil es sonst nichts zum Raunzen gibt. Und wenn Sie Wien wieder verlassen, werden auch Sie vielleicht ein bißchen raunzen, sei es nur, weil Sie die ewigen Raunzer vermissen werden.

So, wer jetzt wissen möchte, wo mein Lieblingsplatz ist, abgesehen natürlich vom Zentralfriedhof, dem habe ich natürlich noch ein Foto bereitgestellt. Hier wird Kaffee und Tee genossen, hier werden Gedanken ausgetauscht und hier vergesse ich, daß meine biologische Uhr unaufhaltsam tickt.

Liebe Leserin, geschätzter Leser, nicht jeder hat die Möglichkeit, auf der eigenen Terrasse (http://www.unsere-terrasse.de/vorteile-unserer-terrassenuberdachungen) zu sitzen. Aber die Phantasie ist ein guter Freund und wenn Sie glauben, Sie wurden vom Leben nicht so reich beschenkt wie ich oder wenn Sie wieder einmal im Fernsehen die Lieblingsplätze der Reichen und Schönen sehen und sich ebenfalls solch einen wunderschönen Ort wünschen, denken Sie wie ich vielleicht an folgendes: 14 Prozent unserer Mitbürger leben unterhalb der Armutsgrenze, Tendenz steigend. Und deren Lieblingsplatz ist weder beim Würstelstand noch im Gastgarten. Wer sich bei uns eine Käsekrainer, auch Eitrige genannt, beim Würstelstand bestellt, wünscht dazu ein Scherzel, den Brotanschnitt. Millionen von Menschen würden sich nur das sogenannte Scherzel wünschen, ohne Wurst, ohne Senf, ohne Teller. Das nennt sich dann Brot für die Welt. Denken wir also gemeinsam daran, wenn wir wieder einmal auf unserem Lieblingsplatz sitzen, liegen, stehen.

Hinterlasse eine Antwort