Good goods auf der goodgoods

August 29th, 2010

Gute Früchte: Die Verbrauchermesse goodgoods

Nachhaltiger Konsum wir immer wichtiger. Nicht nur Verbraucher wollen sich über die neuesten Tendenzen, Entwicklungen und Produkte auf dem grünen Sektor informieren. Gerade die Hersteller, Produzenten, Anbieter und mittlerweile auch Verkehrsbetriebe betrachten Messen wie die erste grosse Verbrauchermesse goodgoods im Norden Deutschlands als wichtige Plattform, den Konsumenten hinsichtlich der eigenen Waren und Dienstleistungen unter dem Aspekt “nachhaltiger Konsum” aufzuklären und zu informieren. Möchte sich die Öko-Messe Fairena in München zum grünen Brennpunkt für fairen Handel und Nachhaltigkeit entwickeln, hat Hamburg nun mit der goodgoods nachgezogen. 

Während viele Unternehmen mittlerweile im Trüben fischen und sogenanntes “Greenwashing” betreiben, d.h. die erfindungsreiche Vermarktung ökologisch bedenklicher oder zumindest dem Verbraucher keinen Mehrwert bietender leerer Hüllen unter dem Siegel “Wir denken bei allem, was wir tun, in erster Linie an unsere Umwelt”, dargeboten auf medialen Grossereignissen wie etwa dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen, öffnet vom 27.-29. Mai 2011 die erste grosse Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum goodgoods in Hamburg ihre Pforten.

Man darf gespannt sein, ob die goodgoods ihre Zielsetzung, “Die besten Angebote für bewusste Konsumenten” erfüllen kann oder womöglich übertrifft. Zumindest ist die Zielsetzung, dem Messebesucher Produkte und Dienstleisungen zu präsentieren, welche einerseits ökologisch und verantwortungsbewusst sind, andererseits im gleichen Atemzug aber auch von bester Qualität, begehrenswert und smart sind, sehr löblich. Die goodgoods möchte dabei alle Bereiche des täglichen (ökologischen) Lebens abdecken, angefangen von Ernährung, Gesundheit und Wellness über Mode und Wohnen bis hin zu den Trendmärkten Technologie, Mobilität und Business.

Mehr Informationen zur goodgoods finden sich auf der goodgoods-Webseite oder unter diesem Link:

goodgoods: Die Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum vom 27.-29. Mai 2011 in Hamburg

  


Birkenstock, ein Schuh geht seinen Weg

August 27th, 2010

[Trigami-Review]

Oder: Was macht ein Schuh im Kino?

Heute möchte ich mich dem Thema “Schuhe im Kinofilm” nähern. Wen wundert´s, wenn ich doch einen Gutschein von bessergehen.com über ein Paar Birkenstock bekommen habe. Also, dann lassen Sie mich das Produkt bewerben, natürlich unterschwellig und höchst subtil, sozusagen Patschenkino (österreichischer Ausdruck für Pantoffelkino) in formvollendeter Reinkultur.

Der Schuh hat bekanntermaßen seinen Siegeszug in der Kinowelt seit Ende des 19. Jahrhunderts angetreten. Der Begriff “Als die Bilder laufen lernten” kommt schließlich nicht von ungefähr, Pate und erster Hauptsponsor war natürlich der Online-Markenshop

bessergehen.com: Onlineshop für equeme Schuhe, Sandalen, Clogs

Sie blicken skeptisch? Sie glauben mir nicht? Sie halten mich für einen schamlosen Lügner, der Ihnen nur die Produkte der Firma bessergehen.com schmackhaft machen möchte. Nun ja, Sie mögen nicht Unrecht haben, aber ich hatte Ihnen bereits angedroht, dass ich dieses Mal traumhaft unterschwellig und unverschämt subtil Werbung betreibe. Also lesen Sie ganz einfach weiter und schauen Sie, wie ich mich aus diesen Verstrickungen wieder befreie respektive aus dieser Nummer wieder herauskomme, ohne mir selbst auf die Zehen zu treten oder mich an irgendeinem Schnürsenkel versehentlich aufzuhängen.

Welcher Kinofilm fällt Ihnen als erstes ein, dessen heimlicher Star ein Schuh war und der folgerichtig die Hauptakteure förmlich an die Wand gespielt hat, quasi an die Leinwand? Vollkommen richtig: “Der Schuh des Manitu” ist gemeint. Aber genau hier liegt das Problem. Alle Welt glaubt, der “Schuh des Manitu” sei der erste und einzige Filmstar der langen und glorreichen Geschichte berühmter Schuhe im Kino. Und hier sage ich: “Mitnichten!”

Denken Sie, die ältere Generation unter uns wird mir zustimmen und anerkennend mit der (Leder)Zunge schnalzen, an den Vater väterlicherseits vom “Schuh des Manitu”. Bereits 1974 spielte er im Thriller “Stoppt die Todesfahrt der Schuh-Bahn 123″ neben dem Gangster Robert Shaw, im Film Mr. Blue genannt, und dem unvergessenen Walter Matthau als Lieutenant Zachary Garber von der New Yorker Schuh-Bahn-Polizei seine erste tragende Rolle.

Und dann natürlich der Klassiker “Das Boot” von Wolfgang Petersen mit Jürgen Prochnow, Uwe Ochsenknecht und Herbert Grönemeyer in den (vermeintlichen) Hauptrollen. Sie als InsiderIn werden genauestens erkannt haben, dass das Schuh-Boot 96 in Wirklichkeit die Schwester schwesterlicherseits vom Vater väterlicherseits des berühmten “Schuh des Manitu” war. Was waren das für dramatische Szenen, als das Schuh 96 in der Strasse von Gibraltar in 280 Meter Tiefe förmlich aus allen Nähten platzte und die Besatzung gegen zahllose Wassereinbrüche zu kämpfen hatte. Ganz nebenbei gesagt, mit den heutigen Nähten der Birkenstock-Schuhe wäre dies nicht passiert, die hätten einwandfrei gehalten.

Doch die grosse Schuh-Dynastie begann eigentlich ihren Siegeszug schon viel früher. Bereits 1926 diente der damalige Earl Winnie the Schuh, ein Cousin der Mutter mütterlicherseits der Schwester schwesterlicherseits des Vaters väterlicherseits des “Schuh des Manitu” als Inspiration für den Kinderbuch-Klassiker Winnie-the-Schuh oder zu deutsch Schuh der Bär von Alan Alexander Milne.

Und dann das Märchen schlechthin: Aschenputtel. Vielen von uns ist Aschenputtel nur aus der Sammlung der Gebrüder Grimm in Erinnerung geblieben. Was aber die meisten nicht wissen, und hier sage ich ausnahmsweise einmal die Wahrheit, ist die Tatsache, dass schon im Jahre 1697 eine Fassung von Charles Perrault unter dem Titel “Cendrillon ou La petite pantoufle de verre” (Aschenputtel oder der kleine Glasschuh) veröffentlicht wurde. Und als Vorlage hierzu dienten die Memoiren der Erzherzogin Caroline Pauline Theresa Asch von Puttel, einer früheren Dienstmagd des Sonnenkönigs Paul Louis des Eineinhalbten. Besagte Caroline, mit bürgerlichem Namen hieß sie Michaela Schummel-Schuhmimacher, war übrigens die Ur-Ur-Grosstante der Cousine der Mutter mütterlicherseits der Schwester schwesterlicherseits des Vaters väterlicherseits des “Schuh des Manitu”.

Ich könnte jetzt noch stundenlang über die grossartige Schuh-Dynastie lügen, äh natürlich referieren, aber die Zeit drängt. Und so möchte ich Ihnen zum Schluss eines der bestgehütetsten Geheimnisse der gesamten Filmgeschichte anvertrauen. Also kommen Sie etwas näher zum Bildschirm. Ich möchte nicht so laut schreiben, es braucht nicht jeder wissen, was ich Ihnen nun unter dem Siegel der Verschriebenheit mitteile. Sie kennen doch sicher noch den Edgar-Wallace-Film “Der Frosch mit der Maske”? Nein, kennen Sie nicht? Nun gut, 1959 war möglicherweise noch nicht die Zeit, als Sie Schuhe trugen. Sei´s drum.

Auf alle Fälle gibt es Indizien, von Gerüchten möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden, dass sich James Cameron entschlossen hat, diesen Strassenfeger der Schwarzweiss-Filmzeit neu zu verfilmen. Und wie ich aus gewöhnlich sehr gut unterrichteten Kreisen erfahren habe, soll dieser Hollywood-Blockbuster unter dem Titel “Der einbeinige Frosch hat seine Maske verloren” demnächst in unsere Kinos kommen. Und jetzt kommt´s! Ich kenne die Hauptdarsteller persönlich.

Sir Archibald Birkenstock, von dem wir eigentlich seit seinem grossen Erfolg ”Mit Schirm, Schwamm und Melone” nichts mehr gehört haben.

bessergehen.com: Sir Archibald Birkenstock in “Mit Schirm, Schwamm und Melone”

Das Original-Filmplakat “Mit Schirm, Schwamm und Melone”

Der totgeglaubte Einbrecher Harry “The Schuh” Lime wird von Sir Archibald Birkenstock und seinem Neffen Richard Gordon, gespielt von Michael Hamilton Sebastian Schu(h)macher, ja DER Schu(h)macher in seiner ersten grossen Rolle, in der er sich nicht ständig im Kreis dreht, als “Der einbeinige Frosch, der seine Maske verloren hat” enttarnt und…. Nein, den Schluss darf ich Ihnen noch nicht verraten.

bessergehen.com: Der einbeinige Frosch ohne Maske

Die kaum bekannte blaue Flosse, ein zweiter Vetter dritten Grades des Stiefbruders vom Schuh des Manitu. Sie spielt den totgeglaubten Einbrecher Harry “The Schuh” Lime, welcher zwölf Minuten vor Ende des Films als “Der einbeinige Frosch hat seine Maske verloren” enttarnt wird.

bessergehen.com: Birkenstock gegen die berühmt-berüchtigte Schlapfenbande

Sir Archibald Birkenstock und sein Neffe Richard Gordon Aug in Aug gegen die berüchtigte Schlapfenbande, welche 84 Minuten des Films damit verbringen, die zweite Flosse mit dem dazugehörigen Froschschenkel und vor allem die verlorene Maske des einbeinigen Frosches zu suchen.

bessergehen.com: Die Statistenrolle des Paul Bögle im neuesten Birkenstock-Blockbuster

Wer genau hinschaut, wird mich in einer Statistenrolle sehen. Es ist eigentlich die Schlüsselszene des Films, sozusagen haarsträubend. Und zwar bin ich derjenige Fuss, welcher Sir Archibald Birkenstock den entscheidenden Fusstritt, nein Hinweis klingt besser, gibt.

Und deshalb ist Steven Spielberg, vergessen Sie das mit James Cameron, an mich herangetreten, um mir die letzte noch existierende Requisite abzukaufen. Natürlich habe ich Quentin Tarantino, das mit Steven Spielberg vergessen Sie jetzt auch, in den Schuh hinein versprechen müssen, nichts über sein neuestes Filmprojekt auszuplaudern. Aber von Schreiben hat Clint Eastwood, vergessen Sie das mit Quentin Tarantino schleunigst, schließlich nichts gesagt. Und damit ich über den schmerzlichen Verlust hinwegkomme, hat mir Jim Jarmusch, also vergessen Sie jetzt auch Clint Eastwood, eben jenen Gutschein über ein Paar neue Birkenstock-Schuhe aus dem Hause bessergehen.com zukommen lassen. Oder glauben Sie, ich würde für

bessergehen.com: Onlineshop für equeme Schuhe, Sandalen, Clogs

Werbung machen? Apropos Werbung für bessergehen.com. Eigentlich sollte ich Ihnen ja den Bestellvorgang beschreiben. Aber ganz unter uns, sozusagen von Pantoffelheld zu potentiellem Kinoheld. Heldinnen sind natürlich ebenso angesprochen, aber der Kalauer des letzten Satzes lässt sich eben nur mit der männlichen Kundschaft so richtig breittreten. Auch wieder so eine Doppeldeutigkeit, gerade wenn es um Schuhe geht. Also heute bin ich wieder richtig gut! Aber zurück zum Bestellvorgang. Hätte ich Ihnen zu Anfang dieses Artikels geschrieben, dass ich Sie über den Bestellvorgang bei bessergehen.com informieren will, hätten Sie wohl kaum bis hierher weitergelesen. Naja, und wenn Sie schon einmal da sind, können Sie sich doch ebenso gut gleich selbst informieren.           
Deshalb sage ich zum Schluss: Jetzt zum Kinofilm. Verzeihung, ich meinte natürlich: Jetzt zum Angebot.

Lange Nacht der Naturparke 2010

August 24th, 2010

Österreich abseits der Skipisten

Dass unser schönes kleines Land Österreich weit mehr als nur ein Paradies für Skifahrer und Wiener Schnitzel ist, propagiere ich immer wieder wieder (siehe z.B. Gartenhotel Theresia in Saalbach-Hinterglemm). Aber wussten Sie, dass das Land Niederösterreich am 18. September 2010 die 3. Lange Nacht der Naturparke bzw. Naturparks veranstaltet? Stören Sie sich bitte nicht am Plural von Naturpark, welcher da lautet: Naturparke. Es sind beide Schreibweisen möglich, sowohl Naturparke als auch Naturparks.

Die Naturparke Niederösterreichs laden grosse und vor allem kleine Besucher zum dritten Mal ein, die Nacht vom 18. auf den 19. September 2010 einmal anders zu erkunden. Wandern Sie, nur mit einer Stirnlampe “bewaffnet”, durch das Hochmoor Schrems. Reagieren unsere Sinne bei Dunkelheit anders als unsere Wahrnehmung bei Tageslicht? Mehr Informationen zur Langen Nacht der Naturparke im Hochmoor Schrems.

Bleiben wir im Waldviertel. Das Motto der Langen Nacht im Naturpark Geras lautet: “Nur für Mutige!” Wer sich allerdings nicht für ganz so mutig hält, der schlägt sich eben die Lange Nacht bzw. den Langen Nachmittag ab 14:00 Uhr in Dobersberg um die Ohren. Wandern Sie mit einem Vertreter der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft durch die Wälder und entdecken Sie die Welt der Pilze (bei uns heissen diese natürlich Schwammerl). Sie halten die Lange Nacht der Naturparke für “unter aller Sau?” Dann nichts wie hin in den Naturpark Leiser Berge. Eine Kinderwildschweinjagd und eine Sternenbeobachtung für Gross und Klein steht dort auf dem Programm.

Sie ziehen das idyllische Mostviertel dem herben Charme des Waldviertels vor? Auch die Naturparke Ötscher-Tormäuer und Eisenwurzen laden ihre Besucher zur Langen Nacht der Naturparke 2010 ein.

Wer sich dagegen im Grossraum Wien befindet und den Grossstadtdschungel einmal mit der grünen Natur tauschen möchte, kann sich im Wiener Wald in Purkersdorf oder Sparbach nach Herzenslust austoben. Aber auch die Hohe Wand als Teil der Wiener Alpen lockt am 18. September alle Interessierten zur 3. Langen Nacht der Naturparke Niederösterreich. Einen Übersichtsplan zu den verschiedenen Veranstaltungen finden Sie unter folgendem Link auf der Webseite der Naturparke Niederösterreich.  

Karte der Naturparke Niederösterreich



Schwarze Oliven - schwarze Schafe

August 20th, 2010


Die industrielle Schwarzmalerei der Oliven

Ich liebe sie, jene kleine Steinfrucht mit dem Namen Olive. Es gibt sie mittlerweile in den verschiedensten Varationen, besonders die mit Knoblauch, Mandeln oder scharfen Piri-Piri gefüllten Oliven haben es mir dabei angetan. Aber die Königin der Oliven ist für mich immer noch die schwarze Olive. Und deshalb auch dieser Artikel.

Ich saß also beim Essen. Und wie so oft naschte ich dabei und nebenbei jene kleinen Früchte. So auch dieses Mal. Ein kleines Schüsselchen schwarze Oliven wurde weniger, die kleinen Steinchen daneben mehr. Und plötzlich begann ich nachzudenken. Weshalb gibt es eigentlich grüne und schwarze Oliven? Und vor allem: Wo liegt der Unterschied? Bevor ich es als Blogger vergesse: Ein herzliches Dankeschön dem Gourmet-Blog für die Inspiration durch den Artikel Vorsicht vor schwarzen Oliven.

Den Unterschied macht der Reifegrad. Während die grünen, oder besser gesagt die olivgrünen, Oliven eben die reifen Früchtchen des Olivenbaumes sind, sind die schwarzen Oliven dementsprechend schon einen Schritt weiter, sozusagen vollreif. Der einzige Unterschied zwischen grünen und schwarzen Oliven ist also der Reifeprozess. Kaufen Sie grüne Oliven, kaufen Sie reife Oliven. Kaufen Sie schwarze Oliven, kaufen sie überreife grüne Oliven. So einfach ist das. Zumindest dachte ich bis zu diesem Moment, dass es so einfach sein könnte.

Dieser Prozess des Farbwechsels von grün nach schwarz dauert natürlich seine Zeit. Aber da die Natur schliesslich nicht auf der Flucht ist, allerhöchstens vor dem Menschen, wäre dies auch nicht weiter tragisch. Seltsam wird es erst dann, wenn diejenigen, vor denen die Natur naturgemäß permanent flüchtet, also besagter Homo sapiens, in den Reifeprozess eingreifen. Warum tun sie dieses?

Nun, Zeit ist Geld. Und wenig Zeit bedeutet viel Geld. Ich weiss, diese reziproke oder umgekehrt proportionale Sichtweise der Wirtschaft ist immer wieder erstaunlich. Also muss die Menschin und der Mensch in ihrer/seiner Eigenschaft als Schwarze-Oliven-Hersteller in diesen Prozess eingreifen. Ich habe vor rund einem Jahr einen Artikel mit dem viel- und doch nichtssagenden Titel Beschleunigte Entschleunigung verfasst. Vergessen Sie´s einfach! Wer sich erfolgreich als Schwarze-Oliven-MassenproduzentIn behaupten will, braucht eigentlich nur grüne Oliven. Und dann natürlich noch entsprechende Eisensalze.

Stopp, stopp, stopp! Nicht einfach losrennen und die grosse Feile suchen. Die wirklich erfolgreichen Aus-grünen-Oliven-mach-schwarze-Oliven-Produzenten nehmen dafür Eisenlaktat oder Eisenglukonat, welches auf den Etiketten meist als Eisen-II-Lactat oder Eisen-II-Gluconat, E 579 und E 585 kürzt das Ganze dementsprechend ab, vermerkt ist. Hat eigentlich überhaupt nichts mit Eisen zu tun, sondern wird aus Milchsäure gewonnen, aber die Wirkung ist umso erstaunlicher. Und das Beste an der ganzen Schwarzbrennerei oder besser Schwarzseherei oder natürlich Schwarzfärberei der grünen Oliven ist: Es handelt sich dabei nicht einmal um Farbstoffe, sondern lediglich um die Zusatzstoffe E 579 und E 585.

Es wurden bisher noch keine Nebenwirkungen durch die beiden Zusatzstoffe E 579 und E 585 festgestellt. Ebenfalls soll hier nicht verschwiegen werden, dass E 579 sogar zur Eisenanreicherung in bestimmten Diätprodukten zugelassen ist. Doch ein Zuviel an Eisen im menschlichen Verdauungstrakt kann die Vermehrung von Krankheitserregern zur Folge haben.

Gegen E 585 oder Eisen-II-Lactat kann ich deshalb nicht einmal Bedenken haben. Bedenklich stimmt mich allerdings die Tatsache, dass E 579 oder Eisen-II-Gluconat bereits gentechnisch hergestellt werden kann.

Sie werden sich jetzt die berechtigte Frage stellen, weshalb, ausser selbstverständlich aus geldgierigen Gründen, wartet frau und man(n) nicht einfach darauf, dass die grünen Oliven von selbst schwarz werden. Da spielt Mutter Natur nicht mit. Wer schon einmal schwarze Oliven gegessen hat, wird den Unterschied in der Bissfestigkeit festgestellt haben. Schwarze Oliven sind, bedingt durch den längeren Reifeprozess, wesentlich weicher. Und da die Menschin und der Mensch nun zu den bequem bequemlichen Wesen gehören, wollen sie möglichst alles mundgerecht serviert bekommen. Dazu gehört unter anderem auch: Die Oliven sollten entkernt, oder sage ich in diesem Fall “entsteint”, sein. Maschinelle Oliven-Entkernungsmaschinen für die harten grünen Oliven, kein Problem! Maschinelle Oliven-Entkernungsmaschinen für die weichen schwarzen Oliven, schöne Sch..sse! Also bedienen wir uns lieber der Einfärberei.

Achten Sie dementsprechend bei Ihrem nächsten Kauf, sofern Sie schwarze Oliven überhaupt mögen, auf das Etikett. Steht E 579 oder E 585 drauf, wissen Sie, dass Sie zumindest kein reines Naturprodukt vor sich haben. Ich werde es mir in Zukunft zur Gewohnheit machen, schwarze Oliven nicht mehr entkernt zu kaufen. Dies ist sicherlich kein Garant für die Nicht-Verwendung von Zusatzstoffen, aber den Rest erledigen hoffentlich meine beiden Augen beim Lesen des Etiketts.

So, zum Abschluss ist mir noch ein Gedanke gekommen. Sollten Sie irgendwann den Plan hegen, Ihre Seele dem Teufel zu verkaufen und der Fürst der Finsternis bemängelt die fehlende Schwärze, dann wenden Sie sich an mich. Ich habe mittlerweile immer eine Familienpackung E 585 vorrätig, garantiert ohne Gentechnik veredelt, aber höchst wirksam.

Bis dahin grüsse ich Sie als schwarzbeseelter, schwarzsehender, schwarzmalender, schwarzbrennender und schwarze Olivenkerne spuckender grüner Fürst der Hölle namens Erde. 


Majak - das Tschernobyl vor Tschernobyl

August 17th, 2010


Der Kyschtym-Unfall, geheimer Super-GAU im Jahre 1957

Der Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl liegt nun bereits fast ein Viertel Jahrhundert zurück. Für all jene, welche mich nun grammatikalischer Unwissenheit bezichtigen: GAU steht für “Grösster Anzunehmender Unfall” und dementsprechend wäre ein Super-Grösster Anzunehmender Unfall folglich ausgeschlossen, aber andererseits ist die Dummheit der Atomkraft-Befürworter auch grenzenlos, deshalb nehme ich dieses Recht der Grenzenlosigkeit ebenfalls für mich in Anspruch.

Rückblickend betrachtet ein Horror-Szenario, welches sich 1986 vor unseren Augen in der heutigen Ukraine ereignete. Doch war Tschernobyl wirklich das Non plus ultra atomarer Unfälle, das Nec plus ultra nuklearer Katastrophen, abgesehen von Hiroshima und Nagasaki, welche vor einigen Tagen, genauer gesagt am 06. und 09.08.2010 ihr trauriges 65-jähriges Jubiläum begingen?

Es ist seltsam! Am 29.09.1957 ereignete sich in der damaligen UdSSR, genauer gesagt im Atom- und Chemiekombinat Majak ein atomarer Unfall unvorstellbaren Ausmasses und keiner spricht darüber. Der Super-Gau in der kerntechnischen Anlage von Majak 1957, auch als Kyschtym-Unfall bezeichnet, geht in den Annalen unserer immer länger werdenden Liste an atomaren Unglücken vollkommen unter. Ein Super-GAU, der keiner war? Ein atomares Desaster, welches niemals stattfand? Auch heute noch finden sich erst nach intensiver Recherche wirklich greifbare Informationen, abgesehen von den sich ähnelnden Berichten im Internet, über jenes Tschernobyl des Jahres 1957, welches unweit der russischen Stadt Tscheljabinsk die Katastrophe des Jahres 1986 weit in den Schatten stellt.

Warum dann nicht Tscheljabinsk-Unfall, sondern Kyschtym-Unfall? Schlicht und einfach: Tscheljabinsk oder Tscheljabinsk 40, später Tscheljabinsk 65 oder das heutige Osjorsk gab es einfach nicht. Tscheljabinsk war so geheim, dass die Stadt auf keiner Landkarte verzeichnet war.  

Selbst Wikipedia führt auf der Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen Tschernobyl als einzigen Kernreaktor-Unfall der Stufe 7 auf der Bewertungsskala nach INES (International Nuclear Event Scale), der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse. Nun, ich gebe weder Wikipedia hierfür die Schuld noch soll hieraus ein Vorwurf entstehen, alleine es erstaunt doch sehr. Wenn ich mir die INES-Skala und die verwendeten Beispiele auf Seite 2 der INES-Publikation für die verschiedenen Dringlichkeitsstufen oder Schweregrade der Störungen von 1-7 ansehe, wird unter Stufe 6 (Schwerer Unfall), also der zweithöchsten bzw. zweitgefährlichsten Stufe, die kerntechnische Anlage Majak aufgeführt. Also kein katastrophaler Unfall der Stufe 7 wie Tschernobyl, sondern eben “nur” ein schwerer Unfall.  

Dann wäre meine Sorge um die Strahlenzone also völlig unbegründet und die derzeitigen Waldbrände rund um die Umgebung der Stadt Kyschtym eine Naturkatastrophe wie so viele andere auch. Nein, ganz so einfach ist es nicht. Doch wie begann die atomare Katastrophe von Majak?

1957 wurden in der Wiederaufbereitungsanlage von Majak die entstandenen radioaktiven Abfälle in grossen konventionellen Tanks gelagert. Durch den radioaktiven Zerfall entsteht Wärme, ein Phänomen, welches keines ist, aber scheinbar auch heutige Kriegtreiber nicht davon abhält, Atombomben zu bauen. Die Temperatur in den Tanks wurden mittels Kühlwasser geregelt, welches durch Kühlleitungen zu den Tanks gepumpt wurde. Im Laufe des Jahres 1956 wurde eine dieser Kühlleitungen undicht und deshalb wurde der Kühlkreislauf abgeschaltet. Andere Stimmen sagen, der Ausfall des Kühlaggregates blieb vollkommen unbemerkt. Resultat dieser fatalen Entscheidung oder eben Nichtbemerkens war, dass die radioaktiven Inhalte zu Trocknen begannen und Nitratsalze bildeten. Ein einziger Funken eines internen Messgerätes genügte, um diese entstandenen Nitratsalze zur Explosion zu bringen. Auch hier gibt es wiederum andere Meinungen, welche die Hitze, entstanden durch die internen chemischen Reaktionen, als originäre Ursache der Explosion ansehen. Wie auch immer: Riesige Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt, Experten sprechen von der doppelten bis sogar sechsfachen Belastung, wie sie in Tschernobyl gemessen wurde.

1957 herrschte Kalter Krieg zwischen den einstigen Kriegsverbündeten USA und UdSSR und da sich die Strahlenbelastung des leckgeschlagenen Tanks auf den unter sowjetischer Herrschaft stehenden Ural beschränkte, kroch die Kontamination bodennah dahin, ohne von westlichen Messgeräten entdeckt zu werden. Die Sowjets starteten daraufhin eine beispiellose Vertuschungsaktion, um eine Panik innerhalb der Bevölkerung zu verhindern. Die entstandene Explosion und der über Hunderte von Kilometern entstandene leuchtende Schein wurde der russischen Bevölkerung als Wetterleuchten bzw. Nordlicht plausibel zu erklären versucht.   

Warum wurde Tschernobyl so schnell entdeckt und Kyschtym konnte nahezu 30 Jahre lang vor der Öffentlichkeit geheimgehalten werden? Hier spielen wohl einige Faktoren mit. Die in den Reaktorkernen von Tschernobyl verwendeten Graphitblöcke führten zu einem sogenannten Graphitbrand, welcher grosse Mengen der verseuchten Radionuklide in die Atmosphäre beförderte und dort im wahrsten Sinne des Wortes in alle Himmelsrichtungen blies. Im Gegensatz dazu sorgte die fehlende Thermik in Majak dafür, dass sich das radioaktive Material in Bodennähe sammelte und nur eine geringe Fläche kontaminierte. Der konstant über mehrere Tage schwache Südwest-Wind machte es Moskau möglich, aus Majak jahrzehntelang ein Staatsgeheimnis zu machen. Der Fallout breitete sich auf einer ca. 300 Kilometer langen und etwa 50 Kilometer breiten nadelförmigen Fläche aus, der sogenannten “Uralspur”.

Doch Majak stand bereits seit 1949 unter strengster Geheimhaltung, diente das Forschungszentrum der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Plutonium und damit gleichbedeutend der Atombombe. Was Amerika bereits hatte und “eindrucksvoll” an Hiroshima und Nagasaki bewiesen hatte, wollte Stalin ebenfalls in seine verseuchten Finger bekommen. Die hochgradig verseuchten Plutonium-Abfälle wurden geradewegs in den Fluss Tetscha geleitet, aus welchem die umliegende Bevölkerung ihr Trinkwasser bezog und Fischfang betrieb. “Wenn das Blut die Farbe von rot nach weiss wechselt, kann einem keiner mehr helfen.” Leukämie war jedoch nur eine von vielen rätselhaften Krankheiten, welche die Bevölkerung plötzlich heimsuchte. Eine andere in direktem Zusammenhang mit dem Kyschtym-Unfall auftretende Erkrankung ist heute unter dem Namen Tscheljabinsk-Aids bekannt.

Diese Probleme blieben jedoch selbst Moskau nicht verborgen und so kam die sowjetische Führung auf die Idee, die radioaktiven Abfälle im eigens dafür angelegten künstlichen Karatschai (Katschai)-See (siehe z.B. Die schleichende Atomkatastrophe) zu entsorgen. Doch auch diese Entscheidung sollte sich zehn Jahre nach dem Atomunglück als fatale Entscheidung herausstellen. Ein trockener und heisser Sommer ließ das Wasser des Sees fast gänzlich verdunsten. Die Winde bliesen den kontaminierten Staub über das Land. Doch wieder stand der Teufel Pate. Wie zehn Jahre zuvor blies ein Südwest-Wind den radioaktiven Staub in dieselbe Richtung. Vor einigen Jahren wurde dieser Karatschai-See zugeschüttet. Was allerdings nicht bedacht wurde: Die radioaktive Verseuchung des Nordmeeres über den Umweg des Grundwassers.  

Wenngleich Kyschtym nicht aufgrund einer Nuklearexplosion, sondern durch eine chemische Kettenreaktion zum Super-Gau führte, die Resultate blieben die gleichen. Langlebige radioaktive Isotope wie Strontium-90, Cäsium-137 und Plutonium-239 mit Halbwertzeiten von 29, 30 und 24110 Jahren, Sie lesen richtig, mehr als 24000 Jahre, werden noch lange für eine strahlende Zukunft sorgen.

Atomkraft: Nein danke!

Doch die wirkliche Initialzündung für das Publikwerden des Kyschtym-Unfalls war ein Mann mit Namen Schores Alexandrowitsch Medwedew, welcher 1976 einen ersten Artikel in der Wissenschaftszeitung New Scientist (weiterführend dazu New Scientist 14.07.1990: Soviet Medvedev) veröffentlichte und drei Jahre später mit seinem Buch “Nuclear Desaster in the Urals”, welches im selben Jahr unter dem deutschen Titel ”Bericht und Analyse der bisher geheimgehaltenen Atomkatastrophe in der UdSSR” publiziert wurde, an die Öffentlichkeit ging. Medwedew sollte ursprünglich im Auftrag des kommunistischen Russlands im strahlenverseuchten Gebiet rund um die Stadt Tscheljabinsk an einem streng geheimen Forschungsprojekt teilnehmen, verweigerte jedoch seine Kooperation. Desweiteren zog Medwedew sich den Zorn der russsichen Führung durch ein weiteres kritisches Buch über die sowjetische Genetik zu und wurde daraufhin in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Erst auf Intervention seines Zwillingsbruders, welcher den Fall an die Öffentlichkeit brachte, wurde Medwedew wieder entlassen. 1973, er weilte gerade in London, wurde ihm die sowjetische Staatsbürgerschaft entzogen. Ein sehr ausführlicher Bericht unter dem Titel “Das Menetekel von Majak” von Henning Sietz findet sich auf Zeit online.  

Er wurde im Westen mit offenen Armen empfangen und es wurde ihm zu seinem Mut gratuliert? Weit gefehlt! Der Biologe erreichte genau das Gegenteil. Die mächtige Atomlobby wurde auf ihn aufmerksam. Negativschlagzeilen wie die Berichterstattung über einen weiteren Super-Gau in Osteuropa waren höchst unwillkommen in der von Atomkraftwerken strotzenden westlichen Welt. Die Tatsachen des 1957 stattgefundenen atomaren Unfalls in Majak wurde auf das Schärfste dementiert und als vollkommen haltlos zurückgewiesen. Was die Atomlobby jetzt nicht brauchen konnte, war ein Mann namens Medwedew, welcher die weitreichenden Interessen atomarer Aufrüstung sowohl in politischer als auch wirtschaftlicher Sicht untergräbt. Die Unfälle von Windscale (Grossbritannien) und im US-amerikanischen Kerntechnischen Zentrum von Hanford saßen den Menschen wie Spukgespenster in den Köpfen, eine weitere atomare Katastrophe in der Öffentlichkeit publik zu machen, musste unter allen Umständen verhindert werden.

Selbst Augenzeugenberichte über den russischen Super-Gau wurden als Hirngespinste abgetan. Lew (Lev) Tumerman, ein 1972 nach Israel emigrierter Wissenschaftler, welcher 1960 mit dem Auto entlang des verstrahlten Gebietes auf der Chelyabinsk-Sverdlovsk-Schnellstrasse  unterwegs war, beschreibt seine Eindrücke in veröffentlichten Leserbriefen mit der Jerusalem Post und der London Times folgendermaßen:

About 100 kilometres from Sverdlovsk, a highway sign warned drivers not to stop for the next 20 or 30 kilometres and to drive throughat maximum speed. On both sides of the road, as far as one could see, the land was ‘dead’: no villages, no towns, only the chimneys of destroyed houses, no cultivated fields or pastures, no herds, no people nothing.

Zu deutsch: Rund 100 Kilometer von Sverdlowsk entfernt warnte ein Verkehrsschild die Autofahrer, auf den nächsten 20 bis 30 Kilometern nicht anzuhalten, sondern mit Höchstgeschwindigkeit weiterzufahren. Zu beiden Seiten der Straße, soweit das Auge reichte, war das Land tot: Keine Dörfer, keine Städte, nur die Schornsteine von zerstörten Häusern, keine bestellten Felder oder Weiden, keine Viehherden, keine Menschen… rein gar nichts.

In weiteren Ausführungen und Briefwechseln mit Diane M. Soran und Danny B. Stillman vom Los Alamos National Laboratory, veröffentlicht in ihrer Studie “An Analysis of the alleged Kyshtym Desaster” (siehe dazu Seite 4 und 5 des Berichtes, den Link ”View Document” klicken) schreibt Tumerman:


What I saw personally, was a large area in the vicinity of Sverdlovsk (no less than 100 to 150 sq. km and probably much more), in which any normal human activity was forbidden, people were evacuated and villages razed, evidently to prevent inhabitants from returning, there was no agriculture or live-stock raising, fishing and hunting were forbidden…
Medwedew und Tumerman sprachen aus, was eigentlich niemand hören wollte. Majak forderte mindestens 200 Menschenleben sofort, zehntausende Anwohner wurden radioaktiv verstrahlt. Die kontaminierten Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, um der evakuierten Bevölkerung die Chance auf eine Rückkehr zu verwehren. Obwohl die Fakten auf ihrer Seite waren, standen sie einer breiten und vor allem mächtigen Front gegenüber.

Die russische Ärztin Nina Afonina, mehrere Monate nach dem atomaren Unfall in das Strahlengebiet beordert, erinnert sich in einem Interview mit der russsischsprachigen Wochenzeitung “Argumenty i Fakty” (AiF) an das gesamte Ausmass der Katastrophe: “The people in the contaminated zone were failing and dying. Especially children were dying… Many of the young victims could no longer stand, their hair had fallen out and they were wasting away. I now know what the apocalypse looks like. It is dozens of bleeding and dying children whom you cannot help.” (Siehe Russia Now: The Mayak nuclear disaster: 50 years on)

Nina Afonina hat viele Menschen in der verseuchten Zone sterben sehen. Dutzende blutender und sterbender Kinder, welche hilflos dahinsiechten. Nina Afonina weiss, wie der Weltuntergang aussieht, hat die Apokalypse aus nächster Nähe gesehen. Doch auch sie wird einer möglichen weiteren Katastrophe nicht mehr entkommen können. Nina Afonina ist mittlerweile krebskrank, Nina Afonina ist an den Rollstuhl gefesselt.

Der 29.09.1957 begann in Majak als ein Tag wie so viele andere auch. Doch um 12:20 Uhr, an einem Sonntag im September, änderte sich mit einem einzigen (Atom)Schlag vieles. Doch auch heute noch findet in Majak die Wiederaufbereitung von Brennelementen aus Kernkraftwerken statt. Auftraggeber aus den USA, Frankreich, Deutschland oder Grossbritannien schätzen die zuverlässigen Lieferungen von Radionuklidpräparaten und radioaktiven Wärme- und Strahlungsquellen (siehe Heinz-Jörg Haury: Die Spur von Majak).

Schluss mit Atomkraft 



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August 12th, 2010


Weniger Druck für die Umwelt beim Webseiten-Druck

Keine Angst, ich will mich heute nicht fremdsprachlich betätigen, schließlich habe ich schon meine liebe Not und noch liebere Mühe, keine Ahnung, ob dies nun grammatikalisch richtig ist oder jeglicher Grundlage entbehrt, mich in den sprachlichen Tiefen und vor allem seichten Untiefen der deutschen Sprache zurechtzufinden. Aber wenn es um die Umwelt geht, bin sogar ich bereit, unter fremder Flagge zu segeln und das kleine kostenlose Helferlein “Print What You Like“ ist nun einmal über den grossen Teich zu uns herübergeschwappt. Doch nicht alles, was unter dem amerikanischen Sternenbanner (wie etwa Monsanto) über die virtuellen Weltmeere kreuzt und real existierenden ölverpesteten Ozeane pflügt, muss zwangsläufig schlecht sein.

Print What You Like: Druckertinte sparen, kein Druckerpapier verschwenden

Wie heisst es so schön strapaziös (auch ein schönes Wort): Die grossen Dinge beginnen im Kleinen! Und so möchte ich Ihnen heute, selbstredend habe ich wieder stundenlang im Internet geschnüffelt und beim diesbezüglichen Schnüffeln bin ich auf einen anderen Stöberer namens infoblog.li gestossen, welcher mich und meine virtuelle Nase auf “Print What You Like” gelenkt hat.

“Druckertinte ist teurer als Blut” hat bereits im Jahre 2006 ein Rechenkünstler festgestellt und zumindest für fast jede Flüssigkeit bis heute recht behalten (siehe z.B. Basic Thinking Blog: Druckertinte ist teurer als menschliches Blut – oder Liquid Ecstasy). Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, bin ich ein Mensch, ja, staunen Sie und brüllen Sie doch sarkastisch sardonisch Ecce homo, welcher dem Reisen nicht gänzlich abgeneigt ist.

Und zu diesem Behufe, gefällt mir ganz besonders gut, diese österreichische Kreation des guten Wortgeschmacks, bin ich desöfteren genötigt respektive nötige ich mich notwendigerweise selber, mir Informationen über geplante oder bereits fixierte Reiseziele per Computer auszudrucken. Wer jetzt glaubt, sie/er hätte bereits das Schlimmste überstanden und ich komme ausnahmsweise direkt zum Punkt, Schluss, aus, die/der irrt wieder gewaltig.

Kommen wir doch noch einmal, gemeinsam natürlich, nein, auch Sie da hinten bleiben bei mir und stehlen sich bitte nicht davon, also zurück in die Reihe, wenn hier einer stiehlt, dann bin das ich und zwar gehörig Ihre Zeit. Was wollte ich sagen? Genau, zu diesem Behufe war der eigentliche Auslöser, Aufhänger und Durchhänger. Gehen wir davon aus, Ihnen stünde der Sinn nach Deklination, also der sogenannten Wortbeugung dieses bei uns in Österreich so geläufigen Begriffes “Behufe”. Die Kennerin und der Profi in Sachen grammatischer Beziehungen wird natürlich sofort laut vernehmbar gähnen und mir so seine Missfallensbekundungen mitteilen wollen. Aber was sein muss, muss sein, also zurück ins Glied, auch jene ohne dasselbe.

Konstruieren wir doch, nur des besseren Verständnisses wegen, ein astreiner Genitiv, werden Sie anerkennend und leise durch die Zähne pfeifend denken, den Fall der Fälle. Also quasi, Sie bedienen sich des Wortes “Behuf”, schon wieder ein perfekt gesetzter Genitiv, ja, ich weiss, ich bin gut, besonders im Genitiv. Eines noch, bevor wir uns in die höheren Sphären von casus rectus, auch als Nominativ oder gerader Kasus bezeichnet und den drei anderen Formen, den ungeraden Kasus oder eben casus obliqui, hinwenden. Richtig, die ungeraden Kasus heissen Genitiv, Dativ und Akkusativ. Sie zweifeln daran, dass die Mehrzahl von Kasus, also der sogenannte Plural, ebenfalls Kasus ist? Ist aber so, und zwar wenden wir hier die wenig bekannte, aber höchst effektive u-Deklination an, was nichts anderes bedeutet, als Kasus, nicht im Singular, sondern eben im Plural, mit einem gedehnten “Uuuuuuu” auszusprechen. Sie verstehen? Kasus im Singular wird eben “Kasus” ausgesprochen, während Kasus im Mehrheitsfall “Kasuuuuus” ausgesprochen wird. Raffinierte Sache, diese u-Deklination, nur wissen muss man es eben.

Ich sag Ihnen jetzt etwas, wie immer im Vertrauen, also schreibe ich jetzt ganz leise. Mir ist wieder einmal das Garn ausgegangen und folgedessen habe ich zum x-ten Male meinen Faden der Ariadne im Gestrüpp meiner Verbalmonstrositäten verloren. Sie wissen schon, die Geschichte mit Theseus und dem Minotaurus, aber das können Sie selber unter “Wider den Voyeurismus” nachlesen. Machen wir es kurz: Der Plural von Behuf lautet “die Behufe”, natürlich nur im Nominativ und die Mehrzahl im Dativ heisst “den Behufen”. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen, gäbe es schon, aber irgendwann reicht es, selbst mir.

Kommen wir also zurück zu unserem eigentlichen Thema, fragt sich jetzt nur noch, welches dieses war. Ich weiss schon, wir sprachen davon, dass es oftmals unumgänglich ist, trotz der Möglichkeit des Abspeicherns von Webseiteninhalten auf der Festplatte diese in Papierform festhalten zu wollen oder müssen. Ich ärgere mich dabei immer wieder darüber, dass neben dem für mich wichtigen Kontext in zunehmendem Maße Unwichtiges oder sogar Störendes ausgedruckt wird. Sei es der bunte Hintergrund der Webseite, welcher notwendigerweise Druckertinte verschwendet und meine vom zunehmenden Augen übermässig beansprucht, seien es die unzähligen Werbebanner, welche meine Konzentration stören und ebenfalls für erhöhten Verbrauch der Druckertinte und des Papiers sorgen oder auch Bilder, die meinem Bedürfnis nach Information kontraproduktiv entgegenstehen. Allerdings ist auch der umgekehrte Fall denkbar. Ich möchte nur ein bestimmtes Bild drucken ohne den “störenden” Text, wobei mich, aber dies nur nebenbei angemerkt, Text eigentlich niemals stört, besonders dann nicht, wenn er von mir kommt.

Bitte glauben Sie mir eines! Ich werde weder dafür bezahlt, Ihnen “Print What You Like” auf meinem Bio Natur Weblog vorzustellen noch ziehe ich andere Vorteile daraus. Es geschieht einzig und allein aus dem Bedürfnis, unserer Umwelt etwas Gutes zu tun, auch wenn dies vielleicht in einigen nun doch vom Genitiv schon übermüdeten LeserInnen-Augen übertrieben klingt. Wenn Ihnen diese Argumentation nicht gefällt, denken Sie doch an Ihr Geldbörsel. Weder Druckerpapier ist billig und “Druckertinte ist teurer als Blut”, wie wir bereits festgestellt haben.

Sie können den kostenlosen Online-Dienst “Print What You Like”, welcher übrigens ohne Installation auf dem eigenen Computer funktioniert, auf zweierlei Arten nutzen. Entweder Sie geben die gewünschte Internetadresse auf der Startseite des Webdienstes neben “Enter a URL” ein und editieren dann Ihren gewünschten Ausdruck entsprechend Ihrer Vorstellungen oder Sie melden sich bei “Print What You Like” an. Dies hat den Vorteil, dass Sie im Mitgliederbereich wesentlich mehr Möglichkeiten und Funktionen zur Auswahl haben, etwa können Sie die Inhalte mehrerer Webseiten bearbeiten und vereinen und dann gemeinsam platz- und tintesparend ausdrucken. Auch Schriftgrösse und Schriftart lassen sich verändern und ganz sinnvoll ist das Speichern der bearbeiteten Inhalte als PDF-Datei.

Probieren Sie es doch gleich einmal mit diesem Artikel und drucken Sie die relevanten Informationen aus. Ich bin sicher, Sie können meinen Artikel auf wenige Wörter komprimieren. Wehe Ihnen, unterstehen Sie sich! Soviel Liebe für den Genitiv und dann nur ein Gen… übrig lassen. Sie wissen doch, dass ich sowieso gegen vieles allergisch bin, was mit Gen… beginnt, schauen Sie ruhigen Gewissens auf Toscanella - Tomaten aus der Toscana? vorbei.

In diesem Sinne grüsst Sie der unter Hochdruck arbeitende Ausdruck-Drückeberger Paul Boegle.                 


Genetische Verschmutzung

August 5th, 2010


oder die grüne Gentechnologie außer Kontrolle
Symbolbild Gen-Mais-Fratzen Aufgenommen am: 23.08.2002 Copyright: © Martin Langer / Greenpeace

Das von Martin Langer (Copyright: © Martin Langer/Greenpeace) am 23.08.2002 aufgenommene “Symbolbild Gen-Mais-Fratzen” sagt mehr als 1000 Worte.

“EU genehmigt sechs Gentechnikmais-Sorten.” mit dem Folgesatz “Nur angebaut dürfen sie im EU-Raum nicht werden” mag auf den ersten Blick beruhigend wirken. Was jedoch zunächst wie eine alltägliche Meldung aussieht, birgt weit größere Gefahren als wir uns möglicherweise vorstellen können.
Diese sogenannten gentechnisch veränderten Maislinien (und vor allem die sich dahinter verbergenden Konzerne) oder auch kurz und gut gv-Maislinien genannt, wesentlich seltsamer klingt aber Mais-Event, hatten wieder einmal das unbeschreibliche Glück, dass sich der Ständige Ausschuss und der EU-Ministerrat nicht einigen konnten und letztendlich die EU-Kommission nach geltendem EU-Recht zugunsten der Firmen Pioneer, Syngenta und Monsanto entscheiden musste.

Sicherheit steht an erster Stelle! Selbstverständlich oder gerade im Bereich gentechnikveränderter Pflanzen. Und so musste sich eben die EU-Kommission den wissenschaftlichen Sicherheitsbewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beugen, welche zu dem glorreichen Ergebnis kam, dass die zu bewertenden gv-Maislinien und die daraus gewonnenen Lebens- und vor allem Futtermittel genauso sicher und gesetzeskonform seien wie vergleichbare herkömmliche Produkte (siehe z.B. EU-Kommission: Importzulassung für sechs gentechnisch veränderte Maislinien).

Da hört der Natur-Freund und staunt der Bio-Bauer. Und warum werden diese Wundermittel, zumeist handelt es sich um in Kanada, Südamerika und in den USA angebaute Kreuzungen aus verschiedenen anderen gentechnisch veränderten Maislinien, nicht für den Anbau im EU-Raum zugelassen, wenn sie ach so unbedenklich sind? Respektive was macht diese Genehmigung dann überhaupt für einen Sinn? Nun ja, angebaut dürfen diese Mais-Events, erinnert mich irgendwie an ein Musikkonzert oder ein Beachvolleyball-Turnier, nicht werden, aber von Import und Verwendung als Lebens- und Futtermittel dieser gv-Maislinien ist keine Rede. Und sollten andere eingeführte Agrarprodukte “zufällige, technisch unvermeidbare Beimengungen” dieser gv-Maislinien enthalten, spricht auch nichts dagegen, zumindest nicht das geltende EU-Recht. Wenn also konventionell angebauter und in den EU-Raum importierter Mais mit weniger als einem Prozent GVO-Beimischungen kontaminiert ist, müssen wir ihn klaglos hinunterwürgen.

Doch damit nicht genug, will die EU-Kommission bezüglich ihrer zukünftigen Leitlinien über die Anwendung und Handhabung dieser Agrogentechnik einen, mehrere oder sogar unendlich viele Schritte weitergehen. Sollten die EU-Mitgliedsstaaten in Zukunft den Zulassungsprozess für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) beschleunigen, wird ihnen im Gegenzug die Souveränität in Sachen Zulassung nationaler Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen zugesprochen. Ein schöner Deal, jedoch mit einem winzigen Schönheitsfehler. Durch die Gesetzeslage wäre es den Gentechnik-Konzernen und Pro-Gentechnik-Bauern ein Leichtes, diese nationalen Verbote in kürzester Zeit auszuhebeln. Scheinbar hat es sich die EU-Kommission in ihre gentechnik-vernebelten Medusa-Häupter gesetzt, über die Köpfe der Befürworter gentechnikfreier Lebens- und Futtermittel hinweg zugunsten der mächtigen Gentechnik-Lobby zu entscheiden. Die Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer vom BUND spricht offen aus, was viele Verbraucher denken: Die von der EU-Kommission in Brüssel vorgelegten Leitlinien zur Handhabung der Agrogentechnik sind “gefährliches Blendwerk“.            

Ich habe in meinem vor kurzer Zeit veröffentlichten Artikel Toscanella - Tomaten aus der Toscana ? und den dahinter stehenden Agrochemiekonzern Syngenta berichtet, einem, neben den US-Riesen Monsanto und DuPont, weltweit führenden Hersteller z.B. gentechnikverändertem Saatgutes. Natürlich würde kein Anbieter dieses hässliche Wort in der Öffentlichkeit in den Mund nehmen, deshalb wird es ganz unverfänglich auch als kommerzielles Saatgut bezeichnet, aber andere Länder, andere Gentechnik-Sitten.

“Monsanto?” Richtig, da war doch etwas. Der Konzern stand bereits 2007 in der Schusslinie, als es um das Verbot der Aussaat gentechnisch modifizierter Luzerne ging, welches von Biobauern beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (US-Supreme-Court) durchgesetzt wurde. Aber dieses Thema wird mich und hoffentlich auch Sie in einem meiner nächsten Artikel beschäftigen. Zum Einlesen möge Ihnen vielleicht Monsanto: Schlacht um GMO-Saatgut vor Supreme Court weiterhelfen.


Gartenhotel Theresia: Design trifft Bio

August 3rd, 2010

[Trigami-Review]

…oder Gartenhotel Theresia, ein Hotel abseits der Norm

Es ist sicherlich eine Gratwanderung, wenn ein Hotel mit dem Slogan “modernes design - zeitlose tradition” wirbt. Speziell dann, wenn sich, wie in diesem Fall, das Hotel mit dem schlichten Namen Gartenhotel Theresia im Salzburger Land befindet, also in einem nach leider immer noch herrschenden Massstäben kulturell unterbelichteten österreichischen Landstrich. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, denn Saalbach-Hinterglemm und in weiterer Folge auch dem dort ansässigen Hotel Theresia lastet immer noch das Image des strahlend weissen Skiparadieses an, welches sich nach Schmelzen der weissen Pracht in den Sommermonaten zu einer unscheinbaren grauen Maus zum Überwintern oder besser Übersommern in die Tristesse eines unbewohnten Wüstenplaneten zurückzieht, um die warmen Jahreszeiten im Tiefschlaf zu überdauern.

“Ski in, Ski out!” lautet für viele UrlauberInnen immer noch Regel Nummer 1 bei der Wahl des Urlaubsdomizils. Genau diesen Ansprüchen wird das Hotel Theresia gerecht, also direkt vom Hotel auf die Piste und vom Hang nonstop ins Hotel. Ohne Auto, Stau und Anfahrten in die herrlich weisse winterliche Pracht wünschen sich wohl die meisten SkiurlauberInnen und dieser Vorstellung kommt das Theresia ohne Wenn und Aber nach. Was aber machen AktivurlauberInnen, SportlerInnen, nach Ruhe und Erholung strebende Individuen im Sommer im Gartenhotel Theresia oder überhaupt im schönen Pinzgau?

Bleibt nur der Blick auf abgefahrene, hässliche, vom Schnee befreite Hänge mit dem Charme einer Großbaustelle? Stehen Hotels wie das Theresia im Sommer unbewohnt und mit leeren toten Fensterhöhlen traurig apathisch schauend auf den kargen Hängen und warten sehnsüchtig darauf, mit den ersten Schneeflocken aus ihrem Monate andauernden Dornröschenschlaf erweckt zu werden? Offenbaren sich dem mutigen Besucher, welcher trotz aller Warnungen Saalbach-Hinterglemm auf eigene Faust erkundet, quietschende windschiefe Holztüren unter bröckelnden Häuserfassaden, welche im Rhythmus des Sommerwindes gegen die wurmstichigen Türrahmen schlagen, immer wieder ihr klagendes endlos monotones Lied des Vergessens und Vergessenseins gegen die kahlen Berge werfend, welche höhnisch das Echo tausendfach durch blinde gebrochene Fensterscheiben in die leeren Gästezimmer zurückschleudern?

Gartenhotel Theresia, eingebettet in die Pinzgauer Grasberge Gartenhotel Theresia: Hier ist jeder Gast willkommen

Gartenhotel Theresia: Gar manch seltsame Gestalt versteckt sich in den Pinzgauer Grasbergen

Als Wiener Großstadtmensch par excellence, welcher den Großteil seines urbanen Lebens zwischen immer mehr himmelwärts strebenden Betonstahlriesen, den neuzeitlichen Atlanten unserer Städte, und mehrspurigen Asphaltbändern verbringt, konnte auch ich mich, zugegebenermaßen, diesen Vorstellungen und Klischees nicht gänzlich versagen. Doch was mich wesentlich neugieriger auf das Hotel Theresia machte, war die folgende Überlegung.

Interessant wird es mit Sicherheit dann, wenn das Ehepaar Marianne und Harald Brettermeier-Egger in ihrer Eigenschaft als Gastgeber einen Blogger wie mich in ihr Hotel einlädt, welcher den Schwerpunkten Bio und Natur einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit widmet und welcher sich dementsprechend auch nicht scheut, jene roten Äpfel namens “Öko-Tourismus” oder “Nachhaltig reisen” hinsichtlich ihrer Wurmstichigkeit zu prüfen. Und, um dem Ganzen noch die sprichwörtliche Krone aufzusetzen, bin ich sowohl aus privater als auch beruflicher Natur tagtäglich von Kunst umgeben und an Kunst interessiert. (Mein Dienstgeber ist ein renommiertes Wiener Museum, für die Neugierigen unter Ihnen, ich bin im MAK Wien beschäftigt).

Das Bio-Hotel Theresia, durchaus vorstellbar. Das Design-Hotel Theresia, keine abwegige Vorstellung. Aber ein Bio-Hotel, welches auf den Pfaden eines Design-Hotels wandelt, ohne die Blickrichtung zu verlieren, ohne sich in der Detailhaftigkeit der einen Komponente zu verästeln und trotzdem gleichzeitig der anderen Tugend den notwendigen Tribut zu zollen? Eine spannende Sache also, wenn ich mir die Theresia-Webseite näher betrachte. Öko-Hotel Theresia und Bio-Hotel Theresia auf der einen Seite und andererseits die eigene Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, welche dem Gast zugänglich gemacht wird, sozusagen das Kunst-Hotel Theresia.

Gartenhotel Theresia: Xenia Hausner “Wilde Herzen” Gartenhotel Theresia: Kunst und Bio unter einem Dach

Das Hotel Theresia vereint Kunst und Bio unter einem Dach, ohne eine der beiden Komponenten zu vernachlässigen.

Kann diese scheinbare Unvereinbarkeit von ökologisch bewusstem neuzeitlichem Denken und der Zurschaustellung zeitgenösssicher künstlerischer Werke, oftmals immer noch mit dem Vorurteil des Unästhetischen und Obszönen behaftet und belastet, auf engstem Raum funktionieren, ohne den Erholungssuchenden und aktiven Menschen in seinem Drang nach Bewegung und Erholung einzugrenzen? Wie gelingt es dem Ehepaar Marianne und Harald Brettermeier-Egger, diese auf den ersten Blick herrschende Diskrepanz von Familienhotel Theresia und frei zugängliche Galerie moderner Kunst in ländlicher Idylle auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen?

Meine Stammleser werden bereits jetzt ahnen, dass mein Bericht über das Gartenhotel Theresia wieder einmal etwas, möglicherweise sogar etwas mehr als sonst, umfangreicher ausfallen wird. Aber Ehre, wem Ehre gebührt! Deshalb biete ich Ihnen einen Kompromiss an. Für alle Kurzentschlossenen und an Tatsachen interessierten reiselustigen Menschen habe ich das folgende Video über das Hotel Theresia bereitgestellt, da auch ich weiss, dass visuelle und akustische Informationen oftmals aussagekräftiger und vor allem unterhaltender sind als das geschriebene Wort. Deshalb möchte ich mich nun von all jenen Menschen verabschieden und mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken, welche bis hierher durchgehalten haben. Deshalb finden Sie das zu Anfang dieses Artikels bereitgestellte Video jetzt noch einmal, quasi um Ihnen das Scrollen zu ersparen.

Wer natürlich noch ein paar Minuten bei mir bleiben möchte (keine Angst, Sie können später noch ein Zimmer im Gartenhotel oder selbstverständlich auch im familienfreundlichen mit Ferienwohnungen ausgestatteten Aparthotel Theresia gleich nebenan buchen), wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Allerdings darf ich anmerken, dass ich die folgenden Punkte in sehr komprimierter Form wiedergeben muss, da es den Rahmen dieses Artikels sonst über Saalbach-Hinterglemm hinaus sprengen würde, möglicherweise sogar über unsere österreichischen Landesgrenzen hinweg bis in unsere Nachbarländer Deutschland, Schweiz, Italien, Liechtenstein, Slowenien, Slowakei, Tschechien und natürlich Ungarn. Bitte glauben Sie jetzt nicht, ich hätte aus dem Stegreif alle acht Nachbarstaaten heruntergerasselt, auch ich musste nachschauen.

1. Öko-Hotel und Bio-Hotel Theresia

Wussten Sie, dass das Salzburger Land und in diesem wunderschönen Teil Österreichs liegt Saalbach-Hinterglemm, eingebettet in die saftig-grünen Pinzgauer Grasberge, jenen westlichen Ausläufern der Salzburger Schieferalpen, in Sachen ökologischer Landbau und in weiterer Folge daraus resultierend den grössten Anteil von Bio-Bauern stellt, welche ihre Nutzflächen streng ökologisch bewirtschaften? Mehr als 15% der österreichischen Agrarflächen werden bereits von Öko-Landwirten bewirtschaftet, einmalig im EU-Raum (siehe z.B. Europäische Biolandwirtschaft wächst).

Das Hotel Theresia versteht sich deshalb als Botschafter dieser neuen kulinarischen Qualität. Sie lieben Chesseburger und diese anderen Dinge jener amerikanischen Fastfood-Kette (Sie wissen schon, wen ich meine)? Dann sind Sie im Gartenhotel Theresia leider falsch! Denn hier hat sich die Küchenbrigade bedingungslos darauf eingeschworen, die Verleihung der grünen Haube Tag für Tag auf´s Neue zu rechtfertigen.

Die grüne Haube für das Gartenhotel Theresia, Bio-Hotel Theresia, Öko-Hotel Theresia

“Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s gänzlich ungeniert!” Sie kennen wahrscheinlich diese Floskel? Nun, wenn der über alle Grenzen hinweg bekannte Restaurantführer Gault Millau das Gartenhotel Theresia und dessen Küche zu den zehn besten Gourmetküchen der an Wellness-Hotels sicherlich nicht armen österreichischen Landschaft kürt und über das Hotel Theresia schreibt: “… Die erstklassige Hotelküche, die sich, wäre sie auch der Laufkundschaft zugänglich, wohl als Kandidat für eine Haube empfehlen würde.” lässt es sich wohl leicht mit diesem Ruf leben.

Es sei deshalb, um diesen ersten Punkt zu beenden, eines angemerkt: Dem Gartenhotel Theresia wurde das Zertifikat AUSTRIA BIO GARANTIE Hotel Theresia, Zerifikat Nr. BV-0611-2009 verliehen, welches nur an Betriebe vergeben wird, welche sich ohne Vorankündigung auf die in der Küche verwendeten Bio-Lebensmittel und die Herkunft der Lebensmittel von ebenfalls zertifizierten Bio-Bauern uneingeschränkt kontrollieren lassen.

2. Wellness-Hotel Theresia

Was wäre ein Erholungsurlaub, Aktivurlaub, Wanderurlaub oder eben Skiurlaub ohne eine entsprechende Wasserwelt? Nun gut, nicht jederfrau und jedermann hat das Bedürfnis nach Finnischer Sauna, Sole-Dampfbad, Aromagrotte, Gegenstromanlage, Outdoor-Erlebnispool oder Aussen-Whirlpool. Die allerbeste Ehefrau, sprich meine Gattin, allerdings schon. Und ich schließe mich dieser Meinung natürlich uneingeschränkt an.

Ich bin mir selbstverständlich dessen bewusst, dass die frische Alpenluft und ein gesundes Maß Bewegung an derselben zu unser beider Wohlbefinden beitragen, aber wir sympathisieren doch sehr mit Winston Churchill´s Leitmotiv “No sports!”, wobei ich endlich einmal die Gelegenheit nutzen möchte, dass dieses “Sport ist Mord!” Zitat wohl kaum aus dem Munde dieses grossen englischen Staatsmannes stammen dürfte, aber dies nur so nebenbei. Ganz im Gegenteil! Würde Churchill noch unter uns weilen, bei den im Hotel Theresia angetroffenen liebenswerten englischen Wanderurlaubern keine Abwegigkeit, würde er sicherlich das kostenlose Aktiv-, Fitness- und Entspannungsprogramm zur Genüge nutzen. Aber wie bereits gesagt: Meine Frau und ich ziehen die Ruhe und Abgeschiedenheit vor.

Gartenhotel Theresia: Alle Wege führen zu Sonne und Abgeschiedenheit Gartenhotel Theresia: Natürliche Oase der Stille Gartenhotel Theresia: Die Räder stehen still

Gartenhotel Theresia: Zeit der Stille, stille Zeit

Und hier hat sich das Gartenhotel Theresia etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es gibt einen abgegrenzten Bereich für Erwachsene, die sogenannte Ruhepyramide. Nicht böse sein, liebe Kinder, aber wenn Ihr selbst einmal unser Alter erreicht habt, werdet Ihr Euch nach Ruhe sehnen, denkt an meine geschriebenen Worte! Diese Ruhepyramide ist der perfekte Ort, um abzuschalten, zu entspannen, zu lesen oder einfach nur für ein paar Minuten, Sie wissen, mit “ein paar” nehme ich es nicht so genau, die Augen zu schliessen und nachzudenken. Unter Nachdenken verstehe ich dabei, leise schnarchend meine Motoren zum Stillstand zu bringen und die Akkus aufzuladen. Natürlich steht es Ihnen auch frei, aus mehr als 100 kostenlosen Musik-CD´s das richtige Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Lassen Sie sich durch den lichtdurchfluteten Wintergarten der Ruhepyramide treiben, hängen Sie Ihren Gedanken in einer oftmals von Gedankenlosigkeit überfüllten Welt nach oder relaxen Sie in der Erwachsenen-Saunawelt, welche sinnigerweise ebenfalls von der fröhlich-lärmenden Familien-Aromagrotte abgetrennt ist.

Ich befürchte, ich muss schön langsam zum Ende von Punkt zwei kommen, sonst sitzen Sie immer noch vor diesem Artikel, während andere schon eines der 52 Zimmer im Hotel Theresia gebucht haben. Es sei deshalb zum Abschluss noch eines vermerkt. Um erfolgreich den schmalen Grat der Symbiose von Wellness-Hotel und Öko-Hotel zu beschreiten, genügt es nicht, eine entsprechende Infrastruktur bereitzustellen, ohne die dafür unabdingbaren Umweltaspekte außer Acht zu lassen. Deshalb werden die Schwimmbäder des Hotel Theresia mithilfe der recycelten Abwärme in Form eines komplizierten Wärmerückgewinnungssystems beheizt. Und Wasser ist selbstverständlich nicht gleich Wasser! Natürlich energetisiertes Granderwasser und das Mindestmaß an der für Österreich vorgeschriebenen Menge an Chlor, welche aufgrund der strengen Hygienestandards einzuhalten sind, sorgen für lachende, aber keine roten Augen.

Gartenhotel Theresia: Kosmetiksalon und Schönheitspflege Gartenhotel Theresia: Der Aussen-Whirlpool Gartenhotel Theresia: Die Ruhepyramide

Gartenhotel Theresia: Sichtweisen, Lebensweisen

3. Design-Hotel Theresia, Lichtgestalt Hotel Theresia

Ich muss vorab eine Warnung aussprechen. Licht, Raum, Lichtgestaltung, Raumgestaltung gehört zu meinen absoluten Lieblingsthemen. Und dementsprechend fällt dieser finale Punkt über das Gartenhotel Theresia auch ein paar Sätze länger aus. Dass ich die leichtfertig dahingeschrieben Floskel “ein paar” nicht so genau nehme, vielleicht in manchen Augen meiner treuen LeserInnen sogar manches Mal über Gebühr strapaziere, hatte ich schon erwähnt? Wenn nicht, sei diese Pflicht hiermit nachgeholt. Deshalb ist an diesem Punkt für Sie die unwiderruflich letzte Chance, auszusteigen und sich endlich mein Video über das Gartenhotel Theresia anzuschauen.

“Aha, ich sehe, Sie wollen einfach nicht! Nun gut, dann schlägt meine Warnung also ins Leere! Also begleiten Sie mich auf meinen Weg durch das Theresia als Plattform für Kunst”

Andy Warhol erhebt die Pinzgauer Kuh zur Stilikone!” Dies war meine erste Assoziation, als ich die schummrige gemütliche kleine Cowbar des Theresia Gartenhotels betrat. Sozusagen Zug um Zug (die Cowbar ist die letzte Bastion für die Raucher im ansonsten vollkommen rauchfreien Hotel Theresia) versenkte ich meinen Blick in das Werk des bekannten Künstlers, ließ mich argwöhnisch beäugen und blickte heiter und gelassen zurück, kurz gesagt: “Auf Du und Du mit der Kuh!” Doch es ist nicht dieser Druck von Andy Warhol, welcher für das wirkliche Spannungselement im kleinen Raum sorgt, förmlich als knisternder braun-weiss gefleckter Spannungsbogen in der Intimität der Cowbar lastet. Es sind die fünf Barhocker, bezogen mit einem braun-weiss gemusterten Stoff, welcher nur einen einzigen Schluss zulässt: Hier stand die Musterung der Pinzgauer Kuh Pate. Wer sich bei einem Glas Wein, in meinem Fall war es ein Cappuccino, näher mit dieser (gewollten oder unbewussten, ich weiss es nicht) Situation auseinandersetzt, wird die darin zugrundeliegende Ironie unweigerlich bemerken. Das rechte Auge der an der Wand hängenden Kuh blickt, sozusagen über den toten Artgenossen abgehoben schwebend, misstrauisch auf die Neufunktion der leblosen Überbleibsel der Kühe, nämlich als Sitzgelegenheit für den Menschen. Funktionalität trifft auf künstlerische Freiheit, aber erst das Ende der Freiheit der Kühe erzeugt wiederum dieses Bewusstsein für diesen Schöpfungsprozess. Letzten Endes stelle ich mir die Frage: “Wer führt hier wen wohin? Die Kunst zur Notwendigkeit des Vergänglichen oder das Vergangene zur überlebenden und überdauernden Künstlichkeit?”

Die Cow-Bar des Gartenhotel Theresia: Detail aus Andy Warhol´s Werk “Cow” Gartenhotel Theresia: Die Kuh-Lasterhaftigkeit der Cow-Bar Das Gartenhotel Theresia und die Cow-Bar: Andy Warhol und die Pinzgauer Kühe

Das Gartenhotel Theresia und seine Cowbar: Kuh-Lastigkeit oder Kuh-Lasterhaftigkeit

Doch das Gartenhotel Theresia besteht aus weitaus mehr als der Cowbar. Licht so einzusetzen, dass es weder störend noch überladen wirkt, gehört wohl zu den schwierigsten und anspruchsvollsten Aufgaben der Raumgestaltung. Licht muss Spannung schaffen, ohne verletzend zu wirken. Lichtquellen sollen Akzente schaffen, ohne die Sinne und Reize zu überfluten. Licht soll eingrenzen, ohne aus- und abgrenzend zu wirken.

Die Planer und letztendlich Marianne und Harald Brettermeier haben dieses Konzept speziell in drei Bereichen des Hotels umgesetzt, ohne sich jedoch einer zwanghaften Bedingungslosigkeit zu unterwerfen.

Der erste Bereich ist die bereits angesprochene Ruhepyramide. Sie folgt der Natürlichkeit der verschiedenen Tageslichtsituationen. Grosse Glasfronten zwingen förmlich, sich den verschiedenen Stimmungen und Wetterbedingungen des Tages hinzugeben, ohne jedoch zwanghaft zu wirken. Den besonderen Reiz macht dabei die über den Köpfen der Ruhenden integrierte Glaspyramide aus, welcher der Stille des Raumes zusätzliche Tiefe, oder besser gesagt lichte Höhe, verleiht. Die gleissende Mittagssonne taucht den Raum in lebhaftes Licht, gibt ihm Fröhlichkeit und Wärme, ohne allerdings übersteigert und überhitzt zu sein. Die Wasseroberfläche der Aussenpools reflektiert launenhaft unregelmäßige Lichtsequenzen auf den hellen Wänden, füllt das Innere der Pyramide spielerisch mit strahlenden zarten Lichtfühlern, welche die Ecken und Winkel mit ihrer Lautlosigkeit zu ertasten versuchen, ohne die Meditierenden oder Lesenden in ihrer Ruhe zu stören.

Regen andererseits pocht mit regelmäßigen nassen kleinen Fingern gegen die abgeschrägten Wände der Glaspyramide, lockert die Stille auf, ohne allerdings unangenehm oder womöglich fordernd zu wirken. Immer wieder folgt der Blick den über einem sich schlängelnden Tropfen, welche sich langsam zu Miniaturbächen sammeln und, dem Gesetz der Schwerkraft folgend, langsam perlend dem schläfrigen Blick des Betrachtenden entschwinden.

Ganz anders dazu der Eingangsbereich des Hotel Theresia, sozusagen ein Licht-Antipode zur Ruhepyramide. Besucher fühlen sich beim Eintritt sogleich an ein überdimensionales Wohnzimmer erinnert. Der riesige schieferummantelte Kamin teilt den Empfangsbereich in verschiedene kleinere Einheiten, welche den Gästen die gewünschte Intimität geben, ohne jedoch Grenzen zu den Nachbarn zu ziehen. Lichtquellen verleiten zum Lesen, führen den Blick zu den verschiedenen Kunstwerken hin, fordern zur Entdeckungsreise durch die Lobby auf.

Der Eingangsbereich des Gartenhotels Theresia, ein riesiges, gemütliches Wohnzimmer Die Vergangenheit des Gartenhotel Theresia Gartenhotel Theresia: Werk von Antonio Saura “La infanta” 1996

Das Gartenhotel Theresia vereint Neuzeit und Vergangenheit, ohne kompromittierend zu wirken.

“Wer sehen will, der sieht!” Zwei Übermalungen aus der Totenmaskenserie von Arnulf Rainer, Xenia Hausner, Katharina Grosse oder Franz Xaver Fuhr hängen in stiller Eintracht an den Wänden, laden zum weiteren Erkunden des Hauses ein. Über das Stiegenhaus folge ich den weiteren Spuren der Sammelleidenschaft des Hausherrn, treffe auf Penelope Davis und Hubert Scheibl, bevor ich, vollkommen außer Atem, Sie wissen schon, ich fröhne dem Laster des Rauchens, in der Abgeschiedenheit des vierten Stockwerkes auf ein grosses Acrylbild von Jan Muche stosse.

Sie möchten mehr über die Sammlung des Hotels Theresia wissen? Ein kleiner Tipp: Machen Sie es wie ich! Treten Sie an den Hausherrn Harald Brettermeier heran und bitten Sie ihn mit flehentlichen Augen, einen kleinen Blick auf seine kleine, aber feine private Kunstsammlung von Bildern, Drucken und Photographien werfen zu dürfen. Ich bin sicher, er wird es Ihnen genauso wenig verweigern wie er mich mit Freuden in sein buntes Reich geführt hat. Sie möchten einen echten Van Gogh sehen? Dann empfehle ich Ihnen, nach Amsterdam zu fahren.

Was macht die Sammlung aber dann so sympathisch? Bei Herrn Brettermeier spüre ich sofort: Er sammelt aus Leidenschaft! Hier stehen keine Wertindizes oder wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, sondern es regiert einzig und allein die Prämisse: Es muss gefallen! Das Bauchgefühl führt das strenge Regiment. Und genau das macht meinen Gastgeber so sympathisch. Die Ästhetik steht unverkennbar im Vordergrund, nicht das unbedingte Verstehen-wollen und Interpretieren-müssen, sondern die Freude an den künstlerischen Arbeiten. Und diese persönliche Leidenschaft überträgt sich unmerklich auf das gesamte Gartenhotel Theresia, zieht sich wie ein unsichtbarer roter Faden durch den Eingangsbereich, spinnt seinen Faden weiter hinein in die Speisesäle, flattert von dort weiter das Stiegenhaus hinauf und gipfelt schließlich im vierten Stock in der “Bar de la Poste” von Jan Muche.

Weiterer Blickfang des Eingangsbereichs des Theresia ist eine originelle Lichtinstallation im Rezeptionsbereich. Familie Brettermeier-Egger vollführt auch hier wieder eine gewagte Gratwanderung zwischen modernem Lichtkonzept und klischeehafter Motivwahl von schemenhaften Hirschen und Tannenwald, ohne sich aber in dieser Vorurteilshaftigkeit des Ländlichen zu verlieren. Apropos “verlieren”. Ich glaube, jetzt habe ich mich wirklich im Geflecht meiner Schachtelsätze und im Dickicht unzähliger Satzkonstruktionen verloren. Denn ich sehe, die ersten LeserInnen fangen schon an, die Koffer zu packen. Deshalb eine allerletzte Bitte an Sie. Wenn Sie jetzt ins Gartenhotel Theresia nach Saalbach-Hinterglemm reisen, lassen Sie einfach für ein paar Tage, Sie ahnen schon, dass dieses ominöse “ein paar” durchaus keiner zeitlichen Begrenzung unterliegt, der Leichtigkeit und Unbeschwertheit Ihres Daseins den Vorrang. Es lohnt sich!

Das Gartenhotel Theresia und die Rezeption: Kunst oder Kitsch? Licht oder Ländlichkeit? Abgang Stiegenhalle Gartenhotel Theresia: Werk von Penelope Davis “Catalogue” 2009 Lambda Color Print Nr. 7/100 Gartenhotel Theresia: Das Herren-WC ins rechte Licht gerückt.

Es gibt viel zu entdecken im Gartenhotel Theresia

Kommen wir nun zu guter Letzt zu den unvermeidlichen Kritikpunkten, welche ich über das Gartenhotel Theresia loswerden muss. Es gibt einen, aber wirklich nur einen einzigen höchst unangenehmen Punkt, welchen ich hier in den vollendeten Raum aus Öko-Hotel, Bio-Hotel, Wellness-Hotel, Familien-Hotel und Design-Hotel namens Gartenhotel Theresia werfen muss, ungeachtet der Gefühle der Familie Brettermeier-Egger, schonungslos offen, knallhart bedingungslos, um nicht sogar von Respektlosigkeit zu sprechen:

Der Aufenthalt war zu kurz! Deshalb hier meine öffentlich gemachte Drohung an Marianne und Harald Brettermeier-Egger: “Wir kommen wieder!” Und dann heisst es getreu dem Motto unserer steirischen Eiche Arnold Schwarzenegger: “I´ll be back (in Saalbach-Hinterglemm)!” Für all jene unter Ihnen, welche sich nicht dieser martialischen Geduldsprobe hingeben möchten, kann ich nur den gut gemeinten Ratschlag, neben meinem sensationellen (so zumindest die Meinung eines gewissen Herrn Paul B. aus Wien) Video über das Gartenhotel Theresia, bereitstellen: Jetzt zum Hotel

Theresia Hotel Saalbach-Hinterglemm: Modernes Design, zeitlose Tradition