Ignis Fatuus Internet oder grüne Stromschnellen
Es kommt doch relativ selten vor, dass ich, und hier greife ich dem Ende dieses Beitrages schon einmal vor, Auftragsarbeiten auf diesem Blog durchführe. In diesem Fall lässt sich dies jedoch zum einen mit meinem letzten wortreichen Artikel “Digitaler Datenstrom dank realem Kohle- und Atomstrom” vereinbaren und zum anderen bedeutet dies auch einen kleinen Geldstrom für mich als Blogger. Ganz zu schweigen davon, dass ich Sie mit der kraftstrotzenden Überschrift trotz des trivialen Folgenden zum Weiterlesen bewegen möchte.
Thema soll hierbei die Auswahl des besten Stromanbieters über das Internet sein. Zugegeben, kein sehr ausgefallenes und schon gar kein neues Thema. Allerdings hat es mich doch überrascht, dass Deutschland mittlerweile mit 900 verschiedenen Stromanbietern, welche wiederum mit 10000 verschiedenen Stromtarifen auf Kundenfang gehen, eine beachtliche Anzahl an Stromquellen im engeren Sinne in die Verbraucherinnenfassungen schraubt und die Drähte des Konsumenten wahrhaftig zum irrlichternen Glühen bringen. Ich bin deshalb also versucht, sogar von einem dauerbrennenden Ignis Fatuus zu schreiben, wenngleich sich viele Anbieter, welche sich um dieses Narrenfeuer versammeln, ihre Werbekampagnen eher zu einem Strohfeuer entfachen. So nutze ich diesen Artikel natürlich auch in erster Linie, um Kunden, welche zum jetzigen Zeitpunkt noch E.ON, Vattenfall oder RWE ihr Vertrauen schenken, vielleicht ab morgen schon etwas mehr Grün in die Glühbirne bringen möchten und deshalb dorthin wechseln, wo die Klimakiller Braun- und Steinkohle und selbstverständlich Atomkraft nicht am machtoligopolitischen Tisch Platz nehmen.
Wer sich also dazu entschließt, zukünftig mit neuem Saft aus der Steckdose die eigenen vier Wände auszuleuchten, könnte doch darüber nachdenken, durch Ökostrom mehr Licht ins klimatraumwandlerische Dunkel zu bringen. Denn der Wechsel des Stromanbieters bedeutet nicht immer, am falschen Ende zu sparen. Meist ist Ökostrom teurer als herkömmlicher Strommix aus konventionellen Energieträgern. Doch diese Mehrkosten belaufen sich in den meisten Fällen auf wenige Euro pro Monat (siehe dazu z.B. Greenpeace Aachen: Ökostrom - Was ist beim Stromwechsel zu einem Ökostromanbieter zu beachten?). Doch Ökostrom bedeutet mehr als nur der erste Blick auf den Anteil erneuerbarer Energieträger. Oder wie die FAZ bereits 2008 unter Umweltverbände warnen - Mancher Ökostrom ist eine Mogelpackung schreibt:
Auf die Kennzeichnung kommt es an
Verbraucherschützer und Umweltverbände raten daher, beim Umstieg auf Ökostrom genau auf die Kennzeichnung zu achten. Entscheidend für den Umweltnutzen ist, ob der Bezug des Ökostroms zum Bau neuer Kraftwerke mit erneuerbaren Energien führt. Das TÜV-Ökostrom-Zertifikat belegt zum Beispiel nur, dass der Strom aus erneuerbaren Energien stammt, die unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen. Dieser Strom wird aufgrund der gesetzlichen Förderung ohnehin produziert; entsprechend bringt die Nachfrage des Stroms mit diesem Zertifikat keinen zusätzlichen Umweltnutzen.
Aus diesem Grund versuchen die beiden bekanntesten Ökostrom-Label, OK Power und Grüner Strom Label, den Neubau von Ökostromkraftwerken mit unterschiedlichen Kriterien zu erfassen. Das „OK Power Label“, das vom Öko-Institut gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und dem Umweltverband WWF entwickelt wurden, sieht vor, dass der Strom für jedes zertifizierte Produkt mindestens zu einem Drittel aus neuen Kraftwerken auf der Basis erneuerbarer Energien oder neuer, gasbetriebener Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammt.
Als Neuanlagen gelten Kraftwerke, die nicht älter als sechs Jahre sind. Anlagen, die sowieso vom EEG oder von vergleichbaren Instrumenten gefördert werden, gelten nicht als Neuanlagen, weil sie keinen zusätzlichen Umweltnutzen bringen. Das System zwingt somit die Ökostromanbieter, spätestens alle sechs Jahre neue Anlagen unter Vertrag zu nehmen.
Ich hatte vor beinahe Jahresfrist schon einmal unter “Sei Teil der Bewegung” einen kurzen Spot zum Wechsel zu Ökostrom vorgestellt. Vielleicht ist ja nun die Zeit reif, dass wieder ein paar Menschen dieser Forderung folgen möchten. Und weil dieser Beitrag für den Schreibenden, in diesem Falle also spreche ich von mir selbst, ein paar Euro eingebracht hat, was ich hiermit auch zwecks Transparenz kundtun möchte und zu Anfang angedeutet hatte, darf natürlich eine entsprechende Verlinkung zu jenen nicht fehlen, welche mich baten, meine schreibenden Finger in die bloggende Steckdose zu stecken.
Im folgenden Stromrechner finden Sie alle aktuellen Stromtarife für Ihre Region und können diese miteinander vergleichen. Einfach die Postleitzahl und den ungefähren Verbrauch eingeben. Der beste Anbieter im Test? Die Meinungen gehen hierfür natürlich sehr auseinander. Sie können im Vergleichsrechner daher bei jedem Stromanbieter auf “Bewertung” klicken und finden dort viele Kundenmeinungen.
Natürlich gehen auch diese wie so viele Meinungen auseinander. In diesem Falle werden sie allerdings gebündelt unter Webseite mit Stromvergleichen - hier klicken. Bin ich nun ein käuflicher Mensch, weil ich diesen Artikel geschrieben habe? Selbstverständlich bin ich das, doch andererseits habe ich dafür eine Gegenleistung erbracht. Ähnlich Ihem eigenen Stromanbieter, welche Ihnen gegen Ihr gutes Geld (hoffentlich) guten elektrischen Saft liefert. Also möglichst ohne Atom- oder Kohlestrom. Vielleicht spielen Sie jedoch mit dem Gedanken, Ihren Stromlieferanten aus diesen guten oder anderen nicht weniger guten Gründen zu wechseln. Dann wäre möglicherweise www.stromanbieter-wechsel.biz eine Option, um sich nach entsprechenden Alternativen umzusehen. Diesen Link spendiere ich übrigens völlig kostenlos. Auch dies soll vollständigkeitshalber und zwecks transparenter Berichterstattung nicht unerwähnt bleiben. Und weil sich dieser Beitrag in erster Linie mit grünem Strom beschäftigt, ist klarerweise eine Verlinkung auf die Unterseite Stromanbieter mit Ökostrom (z.B. Windenenergie) die konsequenteste Ausrichtung.










